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Test: SPL TDx, DeS, System 500 Module


Gemischtes SPL-Doppel

Bei der diesjährigen NAMM-Show präsentierte SPL zur Überraschung der Branche zwei Module im beliebten API-500 Format, hier nochmal unsere Top News dazu. Das war insofern verwunderlich, da der deutsche Hersteller bisher auf sein eigenes Modulsystem, das Rack Pack, setzte. Nun, das Rack Pack ist Geschichte und wird von Sound Performance Lab nicht mehr angeboten. Somit ist davon auszugehen, dass in Zukunft weitere Entwicklungen der Firma ins System 500 Format portiert werden. Die beiden Erstlinge sind nun lieferbar und wurden mir direkt zum Test zur Verfügung gestellt. Der SPL TDx und der SPL DeS.

TDx – Transient Designer Modul

Der TDx, Transient Designer

Der TDx – Transient Designer

Der SPL TDx ist ein Vertreter der beliebten Transient Designer-Reihe von SPL. Mit dieser Technik wird der zeitliche Ablauf eines Signals beeinflusst. Dadurch können sowohl kreative Klangbearbeitungen erzielt als auch Kompressor- und Gate-Effekte ersetzt werden. Auch die Reduzierung und Anhebung von Hall- und Raumanteilen ist möglich. Das Modul wird über vier Regler gesteuert. Mit „Attack“ und „Sustain“ wird die Ein- und die Ausschwingphase des Signals beeinflusst. Mit dem Attack-Regler kann die Einschwingphase um 15 dB angehoben oder abgesenkt werden, Sustain erlaubt in der Ausschwingphase sogar eine Bearbeitung von +/-24 dB. In der Mittenstellung bleibt das Signal neutral.

Es folgt der „Mix“-Regler, der das Signal stufenlos von „Dry“ (unbearbeitet) zu „Wet“ (bearbeitet) überblendet. Es ist mit dem TDx also eine Parallelbearbeitung möglich. In der Mittenstellung ist das Mischungsverhältnis 1:1. Das Output-Poti dient dazu, das bearbeitete Signal im Pegel wieder anzupassen. Hier geht der Wertebereich von 0 dB bei Rechtsanschlag bis zu einer maximalen Abschwächung von -80 dB. Pegelanhebungen sind nicht vorgesehen.

Ein Kippschalter bringt das eingehende Signal auf den Bearbeitungsschaltkreis, mit Bypass wird es unbearbeitet durch gelassen. Daneben sitzt eine gelbe LED, die ab -20 dB das Eingangssignal anzeigt.

DeS – Dual-Band De-Esser

DeS, De-Esser

DeS – Dual De-Esser

Auch für De-Esser gibt es bei SPL eine ausführliche Historie. Schon in den 90ern hat der Hersteller dafür ein Verfahren entwickelt, das durch Phasenauslöschungen eine natürlichere Entfernung der störenden Zisch-Frequenzen ermöglichte, als es bis dahin durch frequenzselektierte Kompression möglich war.

Der DeS arbeitet mit zwei Bearbeitungsstufen, Hi-S und Lo-S, die seriell geschaltet sind. Dabei liegt der Tiefenbereich an erster Stelle. Beim Lo-S kann die Einsatzfrequenz zwischen 7,6 kHz für Voice Female und 6,4 kHz für Voice Male umgeschaltet werden. Die bearbeitete Bandbreite liegt dabei bei 1,44 kHz. Hi-S liegt bei 11,2 kHz und greift recht breit mit 3 kHz zu. Hier hat der Male/Female-Schalter keine Auswirkungen, jedoch wird das Signal dadurch beeinflusst, ob die Stufe 1, Lo-S an oder aus ist.

Beide De-Esser verfügen jeweils über ein Drehpoti mit der Skalierung von 0 bis 10, einen On/Off-Kippschalter und eine LED, die die Beeinflussung anzeigt. Beim Low-Band kommt noch der Male/Female-Schalter hinzu.
Über den On/Bypass-Schalter kann das Eingangssignal komplett aus dem Regelweg genommen werden, eine zugehörende LED zeigt Signale ab einer Stärke von -20 dB an.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    amazonaman AHU

    Tolle Geräte, jedoch erschließt sich mir der wahre Sinn des 500er Formates nicht. Da es genauso spezielle Geräte im 19 Zoll Format gibt und dazu gibt es noch ein passendes Netzteil und ein stabiles Gehäuse inklusive, wo bei so machen 500er Teilen gänzlich fehlt. Aber sicher habe ich keine Ahnung. Vielleicht will man sich einfach als besonders hervor tun. Wie zum Beispiel Porsche oder Mercedes.

    • Profilbild
      Armin Bauer RED

      Nun ja, es gibt einige Vorteile, die für das 500er Format sprechen. Da wäre zunächst der Platbedarf, so sind in einem 10er Rahmen, der etwa 3HE bei 19″ entspricht, eben 10 Einheiten unter zu bringen. Eine kleine 6er Lunchbox, wie ich sie im Fredenstein-Test hatte, lässt sich schicker zum Mobile-Recording mitnehmen als ein 19″ Rack.
      Dazu kommt die freie Zusammenstellung der Module in einem Rahmen mit einem Netzteil.
      Ich habe eben noch einen Preamp im Test, den es einfach nur noch als System 500 gibt, wenn es also unbedingt der sein soll, bleibt einfach keine Wahl.
      Im Falle des TDx hatte ich ja auch geschrieben, da ist es schon mehr als eine Überlegung wert, ob nicht der zweikanalige Transient Designer 2 zum selben Preis die bessere Entscheidung ist.

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