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Test: The Box MA 205

28. August 2009

The Box MA 205

Was sagt ein Musiker, wenn er von der Bühne kommt? „Ich habe absolut nichts gehört!“ Kennt ihr den Spruch? Wer kennt ihn nicht, zumal man ihn mit Sicherheit schon unzählige Male selber gebracht hat. Die leicht ironische Einleitung zeigt aber einmal mehr, dass neben dem ebenso wichtigen FOH-Bereich das Monitoring über Wohl und Wehe einer jeden Veranstaltung entscheidet.

Dabei kann man in den letzten Jahren eine deutliche Entwicklung zur Verkleinerung der einzelnen Komponenten beobachten. Ich erinnere mich noch gut, wie unser DOMAIN Keyboarder vor knapp 20 Jahren mit 2 Stück Kawai Aktiv-Monitoren, jeweils bestückt mit einem 15 Zoll Bassreflex Wämser und einem 120 Grad Hochtonhorn mal kurz den halben Bühnenraum in einen Club verwandelte.

Heute dagegen scheint jeder Kubikzentimeter Gold wert zu sein. Erst vergangenen Samstag konnte ich bei unserer Show auf der Loreley Freilichtbühne während des Magic Circle Festivals feststellen, dass die Wedges bei gleichbleibender Leistung im jährlichen Turnus scheinbar um ein Vielfaches kleiner ausfallen als noch im Jahr davor.

Ganz im Zeichen der Zeit liegt daher auch die aktuelle „Zwergenklasse“ des Monitorings. Aufgrund kleinster Gehäuseabmessungen lassen sich die durchweg aktiven Komponenten in jeder Ecke oder aber auch auf einem Mikrofonstativ in Ohrnähe positionieren. Zu selbigen Vertretern zählt auch das Musikhaus Thomann eigene Produkt „The Box MA 205“, das mir zum Test vorliegt.

 

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Konstruktion

Bei der The Box MA 205 handelt es sich um einen kleinen Aktivmonitor, mit den Abmessungen 32 cm x 20 cm x 20 cm bei einem recht ordentlichen Gewicht von 5,5 kg. Das Gewicht ist nicht gerade hoch, behindert jedoch einen Pluspunkt der Konstruktion, das Platzieren der Box auf einem Mikrofonstativ.

Durch eine mitgelieferte Kombi-Halterung lässt sich durch das Verschrauben der Halterung an der Längs- oder Querachse das Produkt auch auf einem Mikrofonstativ anbringen, allerdings nur auf einem sehr stabilen, wobei insbesondere auf die Länge der Schenkel zu achten ist. Befindet sich der Schwerpunkt nur leicht über der Kippachse, gibt es kein Halten mehr für die Box. Stative mit einem runden Fuß sind gänzlich zu vermeiden.

Im Inneren des anthrazit-farbenen Kunststoffgehäuses arbeiten zwei relativ weich aufgehängte 5 Zoll Breitband-Lautsprecher mit einem laut Hersteller angegebenen Frequenzgang von 75 Hz – 16 kHz bei einem Schalldruck von 114 dB (1W / 1M). Als Leistungsangabe wird 80 Watt AES angegeben. Zwei zusätzliche Bassreflex-Öffnungen zwischen den Speakern verleihen der Konstruktion die Möglichkeit, mehr Luft zu bewegen.

 

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Ein stabiles Frontgitter schützt die Lautsprecher vor äußeren Einwirkungen. Überhaupt ist die Box sehr gut verarbeitet und formschön konzipiert. Nichts wackelt, nichts rappelt, und auch das Innenleben ist sauber konfiguriert, gebündelt und gesteckt. Bis auf die leicht überstehenden Kühlrippen der Endstufe wurden alle Regler versenkt angebracht und sind somit relativ gut gegen Abbrechen durch seitliche Kräfte geschützt.

Die MA 205 verfügt eingangsseitig über eine verriegelte XLR/Klinke-Kombibuchse, wobei man mittels eines Schiebeschalters zwischen den Eingangsempfindlichkeiten + 6 dB und – 45 dB wählen kann. Eine rote LED informiert über erste Verzerrungen. Leider verfügt die Konstruktion über keinen Gain-Regler, somit muss man gerade bei Line-Signalen über einen externen Volume-Regler das anliegende Signal regeln, um Clippings bereits im Vorfeld zu vermeiden. Über eine XLR-Buchse kann man mehrere Ma 205 linken, so dass das anliegende Signal der ersten Box einfach nur durchgeschleiftwird.

 

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Mittels eines Mastervolume-Reglers kann das auf der Kombibuchse anliegende Signal in seiner Lautstärke geregelt werden. Leider trifft dies nicht für die darunter liegenden Cinch Line In Buchsen zu; sie verfügen über keinerlei Regelmöglichkeit, weder Lautstärke noch Klang. Ein On/Off-Schalter nebst blauer Kontroll-LED und ein Feinsicherungszugang runden den rückwärtigen Bereich ab.

Forum
  1. Profilbild
    Alex Kölling  

    Grüße Mr. Ironfinger und Danke für den knackigen Test.

    Vielleicht kannst Du die MA 205 kurz in Relation zu den TC Voicesolo setzen? Konkurrieren die direkt oder gibt es feine Unterschiede in der Zielgruppe? Wie stehts mit Klang und Lautstärke?

    Echt schade, dass die T-Bone den Vol-Regler auf der Rückseite haben…sonst könnte man bei Nichtgefallen noch „mal eben“ eingreifen.

    Glaubst Du, eine dieser Lösungen hätte in einer Pop-Rock-Formation Bestand, die „nur“ kleine Clubs bespielt und so notgedrungen nicht den vollen Manowar-Schalldruck erreicht :-) quasi 5 db über unplugged. Ne, im Ernst: Backline + kleine PA für Gesang … und alle richten sich nach dem wie immer zu lauten Gitarristen :-)

    • Profilbild
      Axel Ritt  RED

      Hallo a.koelling

      beide Produkte sind ähnlich konzipiert als „Extrem-Nahfeld-Monitor“, wobei der TC mehr oder weniger auf das Gesangsmonitoring fest gelegt ist und hier auch seine Stärken ausspielen kann. Das T-Bone Produkt ist etwas globaler in Sachen Instrumentenverwaltung ausgelegt.

      Beide Produkte können meines Erachtens in einer Pop-Rock-Band mithalten, solange Du im direkten Abstrahlwinkel der Speaker aufhältst. Ansonsten, einfach mal ausprobieren, müsste im Normalfall funktionieren.

      Noch ein Tip für zu laute Gitarristen: Wie bekommt man einen Gitarristen dazu dass er leiser spielt? Gib ihm Noten! ;-)

      Viele Grüße
      Axel

      • Profilbild
        Alex Kölling  

        *LOL*

        …als Bass-Nase muss ich mich da mal bedeckt halten: Bei uns wirds ja erst richtig lustig, wenn es im Zwerchfell kizelt :-)

        Danke für die Infos. Wäre mal n Praxis-Test wert.

        rock on,
        Alex

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