Test: the box MBA120W MKII akkubetriebene Aktivbox

2. April 2020

Der Preisbrecher unter den akkubetriebenen Lautsprechern

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Trolleys sind in! Kaum eine Produktnische, die nicht versucht, seinen Produkten eine einfache Transportvariante zu verpassen, auf dass der Transport zum Einsatzort so bequem wir möglich zu gestalten ist. Akkubetrieb ist ebenfalls in! Unabhängigkeit von Steckdosen oder Stromgeneratoren, um einfache Beschallungen auf Straßen, Höfen, Gärten oder Feldern ist ein gern gesehenes Attribut bei mobilen Beschallungsprodukten. Was also liegt näher, als beide Attribute in einem Gehäuse zu vereinen, wie unlängst in the box MBA120W MKII geschehen, einem Produkt aus der Hausmarke von Thomann.

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the box MBA120W MKII Vorderseite

Das Konzept der the box MBA120W MKII

Was vor ein paar Jahren noch für hochgezogene Augenbrauen sorgte, ist mittlerweile im Mainstream angekommen. Das Konzept der akkubetriebenen Lautsprecher ist nicht neu, tummeln sich doch gleich mehrere Anbieter mit ähnlichen Konstruktionen in diesem Segment, wobei Thomann mit seinem the box MBA120W MKII aufgrund der fehlenden Zwischenhändler mit 398,- Euro0 einmal mehr den günstigsten Preis aufruft. Dass diese Kampfpreise keineswegs zu Lasten der Qualität gehen müssen, hat Thomann schon mehrfach in der Vergangenheit unter Beweis gestellt. Schauen wir uns also einmal das Rollwägelchen an.

Trotz der strammen 19 kg Transportgewicht und den Abmessungen 567 mm Höhe, 360 mm Breite und 290 mm Tiefe kommt der the box MBA120W MKII regelrecht niedlich daher. Die Niedlichkeit gerät allerdings etwas ins Wanken, wenn man den Trolley an dem oberen Griff anheben möchte. Die Kante ist relativ schmal, nicht gepolstert und schneidet bei dem Gewicht ganz hübsch in die Finger. Glücklicherweise verfügt der als Trolley konzipierte Multi-Funktions-Verstärker einem Rollkoffer gleich über einen ca. 60 cm langen, ausziehbaren Teleskopgriff und zwei gummierte Rollen. Wie auch bei vielen anderen, „normalen“ Koffer hat hier ebenfalls der Teleskopgriff mit ein wenig Spiel, die leichtgängigen Rollen hingegen vermitteln auch auf glatten Oberflächen in Kurven einen guten Halt. Trotz der Gummierung rollen die Räder vergleichsweise laut, haben aber deutlich mehr Laufkultur als vergleichbare Kunststoffrollen.

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the box MBA120W MKII Vorderseite

Vom Konstrukt her handelt es sich bei dem the box MBA120W MKII wie bereits erwähnt um einen transportablen Lautsprecher, der auch per Akku betrieben werden kann. Laut Hersteller beträgt die durchschnittliche Akku-Betriebszeiten bei Musik ca. 4 Std., bei Sprache ca. 6 Std. Die Ladezeit beträgt bei einem völlig entladenen Akku zwischen 10 bis 12 Stunden, dabei akzeptiert der Verstärker Versorgungsspannungen von 100 V / 60 Hz bis 230 V / 50 Hz. Die Speisung erhält der the box MBA120W MKII bei Akkubetrieb über zwei wartungsfreie 12-V-Blei-Gel-Akkus (VRLA-Akkus) mit je 5 Ah. Vier LEDs, dreimal grün, einmal rot, auf der Rückseite des Gehäuses geben über den Ladezustand Aufschluss. Natürlich kann der Verstärker auch parallel hierzu regulär mittels Kaltgerätestecker am Stromnetz betrieben werden. Der Akku ist austauschbar verbaut.

In Sachen Leistung teilen sich ein 10 Zoll Basslautsprecher und ein 1 Zoll Hochtontreiber eine 120 Watt (RMS) Class-D Endstufe, die allerdings nur bei Netzbetrieb zur Verfügung stehen. Bei Batteriebetrieb verringert sich die Leistung auf 80 Watt. Der Frequenzbereich wird mit 55 Hz bis 18 kHz angegeben.

Zwecks Schutz vor äußeren Einflüssen wurde über die gesamte Front ein schwarzes, stabiles Metallgitter gezogen, um den Basslautsprecher und den Hochtöner zu schützen. Um dem Lautsprecher zu einem besseren Abstrahlverhalten zu verhelfen, ist an der Unterseite ein 35 mm Flansch verbaut, der das Platzieren auf einem entsprechenden Stativ ermöglicht. Das Heben des Lautsprechers auf ein Stativ gestaltet sich hingegen nicht sehr komfortabel, da jegliche Griffe z. B. an der Seite des Gehäuses fehlen.

Für optimale Transportabilität ist bei the box MBA120W MKII auf der Oberseite ein Kunststofffach vorgesehen, das sich durch leichten Druck öffnen lässt. Zwei schmale Vertiefungen nehmen sowohl die mitgelieferte UHF-Antenne (anmeldefrei 863 bis 865 MHz Bereich) als auch das zum Lieferumfang gehörende Handheld-Mikrofon auf. Zusätzlich bietet das Fach Platz für allerlei Kleinkram wie Batterien, kurze Kabel und die mitgelieferte Infrarot-Funkfernbedienung, zu der wir später noch kommen. Das System besitzt auf der Rückseite einen weiteren, von einer schwarzen Klappe abgedeckten Slot, bei dem man das Ganze um ein zweites Funksystem aufrüsten kann.

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the box MBA120W MKII Trolley-Griff

Rückseite der Beschallungsanlage

Für den Instrumenten- und externen Mikrofonbereich (schaltbar) verfügt der the box MBA120W MKII über zwei verriegelbare Kombibuchsen (XLR/TRS), die getrennte Volume-Regler aufweisen. Ein separater Aufholverstärker ist nicht vorhanden, die angeschlossenen Geräte müssen mit der werkseitig eingestellten Eingangsempfindlichkeit klarkommen. Für den AUX-Bereich stehen zwei monosummierte RCA-Buchsen und eine 3,5 mm Miniklinke zur Verfügung.

Als dritter Signalweg wurde ein Bluetooth-fähiger Player verbaut, der die Formate MP3, WMA und WAV wiedergeben kann. Neben einer Bluetooth-Übertragung kann auch ein USB- bzw. SD-Kartenslot für die Musikwiedergabe verwendet werden. Alle Eingangsquellen werden über einen zweifachen Equalizer geregelt. Auf der Rückseite runden ein On/Off-Schalter, ein Spannungswahlschalter und ein Line-Out für einen Daisy-Chain-Betrieb das für einen Verstärker dieser Größenordnung recht umfangreiche Anschlussfeld ab.

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the box MBA120W MKII Remote

Das Mikrofon

Das im Lieferumfang enthaltene dynamische Funkmikrofon mit Nierencharakteristik ist von sehr leichter Bauart und benötigt für den Betrieb zwei Batterien vom Typ AA. Man erreicht das Batteriefach durch einfaches Drehen des Mikrofonschaftes. Zusätzlich ist im Batteriefach noch ein Schiebeschalter mit den Bezeichnungen Low/High für die Sendeleistung und ein kleiner Gain-Regler für die Empfindlichkeit des Mikrofons verbaut. Über einen On/Off-Schalter an der Unterseite des Mikrofons kann man es deaktivieren, eine LED signalisiert mit grünem Licht die Betriebsbereitschaft und mit einem roten Licht das Leistungsende der Batterien.

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the box MBA120W MKII Mikrofon

the box MBA120W MKII in der Praxis

Fangen wir mit dem Bluetooth-Empfänger an. Bluetooth einschalten, pairen – fertig. Beide Module finden sich schnell und problemlos, allerdings ist die Reichweite begrenzt, allzuweit sollte man sich im Stream nicht vom Lautsprecher entfernen. Die Verwaltung der SD-Karte oder eines USB-Sticks gestaltete sich ebenfalls problemlos. Der Player verwaltet die gebotenen Files ohne besondere Vorkommnisse und ermöglicht verschiedene Abspielvarianten wie zufällige Reihenfolge, Endlosschleife oder auch nur einen einzelnen Titel. Auch die Fernbedienung erledigt ihren Job einwandfrei, zumal man die wichtigsten Funktionen wie Lautstärke oder Direktanwahl der Titel über das Nummernfeld ausführen kann.

Das mitgelieferte Mikrofon lies sich ebenfalls problemlos in Betrieb nehmen und hinterlässt in Sachen Sprachverständlichkeit eine ordentliche Figur. Inwieweit man den optionalen Delay-Effekt auf seine Stimme legen möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Der Nahbesprechungseffekt ist moderat ausgelegt, eine Shure SM 57/58 Kapsel wird man hier nicht finden. Überhaupt hat man den Eindruck, das Mikrofon wurde primär für Sprache ausgelegt, weniger für große dynamische Hübe, wie sie im Gesang vorkommen. Diesen Bereich deckt das Mikrofon jedoch mit einem angenehm neutralen Klang ab, der sowohl bei männlichen als auch weiblichen Stimmen funktioniert.

In Sachen Druck verhält sich der the box MBA120W MKII erwartungsgemäß, sprich, man kann mit dem kleinen Koffer schon eine Menge Druck auf einer kleinen Party erzeugen, bei doppelter Ausführung geht sogar die ambitionierte Gartenparty. Eine „echte“ PA wird niemand erwarten und auch der Tiefbassbereich kommt eher moderat rüber, was aber durch die große Transportabilität des Lautsprechers wieder aufgefangen wird. Je nach präferierter Klangwahl kann man über die Presets „NOR“ – Normal, „POP“ – Popmusik, „ROCK“ – Rockmusik, „JAZZ“ – Jazz, „CLAS“ – Klassische Musik, „COU“ – Country-Musik und „BAS“ – Bass-Anhebung eine Vorauswahl treffen. Es empfiehlt sich darauf zu achten, dass der USB-Stick in FAT32 formatiert ist, andere Formate können zu Problemen bei der Datenerkennung führen.

Fazit

Mit dem the box MBA120W MKII hat Thomanns Hausmarke ein ausgewogenes Paket in Sachen akkubetriebener Lautsprecher am Start. Das Komplettpaket bietet mit Bluetooth, SD-Karten-Slot, USB-Slot, RCA, Miniklinke und zwei Kombibuchsen für so ziemlich jede Klangquelle den nötigen Eingang und hat für Moderationen oder einfache Karaoke Ansprüche auch gleich noch das passende Handheld zzgl. einer Fernbedienung im Angebot.

Ob Gartenparty, Straßenmusiker, kleine DJ-Events oder Produktpräsentation, der the box MBA120W MKII hilft auf unkomplizierte Weise mit Audioverwaltung aller Art, losgelöst von Steckdose oder Stromgenerator. Klanglich bietet das System ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und schafft es, mit den gebotenen Leistungsdaten die eine oder andere Party zu beschallen.

Schön wären ein Paar Griffe an den Seiten zur besseren Handhabung des Systems, insbesondere beim Hochständerbetrieb und ob es den Delay-Effekt wirklich bedarf, muss wohl jeder für sich selbst herausfinden.

Plus

  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Verarbeitung
  • variable Signalverwaltung
  • mitgeliefertes Mikrofon und Remote-Control

Minus

  • stattliches Gewicht
  • nur ein Tragegriff

Preis

  • 398,- Euro
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