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Test: Universal Audio API 2500, Kompressor Plug-in


Der Kompressor für die einsame Insel

Der API 2500 Bus Kompressor gilt als moderner Klassiker, der in unzähligen Studios weltweit seinen festen Platz hat und für den nötigen Punch und Druck bei der Musikproduktion sorgt. Für nicht wenige Tontechniker ist der API 2500 einer der besten, wenn nicht der beste Kompressor überhaupt. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass Universal Audio mit Version 9 ihrer Console-Software endlich eine umfassende Emulation dieser Kompressor-Legende herausgebracht hat. Laut Universal Audio wurden dafür alle Komponenten, angefangen beim diskreten Signalweg über die Operationsverstärker bis hin zu den Übertragern, möglichst genau analysiert und in Software-Form gegossen. Wie gut das Vorhaben gelungen ist, könnt ihr im folgenden Testbericht des Universal Audio API 2500 nachlesen, wobei mir sogar ein indirekter Klangvergleich mit dem Original möglich war.

Pultversion des Originals

Moderne Legende

Wer als Tontechniker einmal das Vergnügen hatte, einen API 2500 unter seinen Fingern zu haben, wird das Erlebnis so schnell wohl nicht vergessen. Der Druck und die knalligen Attacks, die er vor allem aus perkussivem Material herausholen kann, suchen ihresgleichen. Doch der API 2500 kann noch viel mehr als das. Durch seine ausgeklügelten Schaltungen gehört er nämlich zu den vielseitigsten Kompressoren am Markt. Für viele hat er aber auch einen entscheidenden Nachteil, denn er ist leider nicht ganz billig. Ein Grund für den hohen Preis ist der diskrete Aufbau. Anstelle von integrierten Schaltungen kommen im API 2500 nämlich nur hochwertige Einzelbauteile zum Einsatz, wie z.B. die Operationsverstärker 2510 und 2520. So viel Aufwand wurde nicht einmal bei der anderen Legende, dem SSL Bus Kompressor getrieben.

Ausgeklügeltes Schaltungsdesign

Grafikoberfläche des UAD API 2500

Der API 2500 besitzt ein paar Funktionen, die man woanders vergeblich sucht. Da wäre zum einen die Umschaltmöglichkeit zwischen Feed-Back- und Feed-Forward Pegeldetection („Old“ und „New“ Modus). Üblicherweise sitzt der Pegeldetector in einem Kompressor nämlich hinter dem Regelelement und misst den RMS-Pegel somit nachdem das Signal schon komprimiert wurde. Das mag ungewöhnlich klingen, sorgt aber für ein ruhigeres und unauffälligeres Kompressionsverhalten.

Diese Arbeitsweise wird beim Api 2500 als OLD-Modus bezeichnet und sonst auch im UREI 1176 oder im Fairchild-Kompressor verwendet. Doch auch hier kocht API sein eigenes Süppchen, denn die Gain-Schaltung zum Aufholen des Pegels nach der Kompression liegt im Detector-Weg. Das bedeutet, dass im Old-Modus der Gain-Wert auch die Stärke der Kompression beeinflussen kann.

Gegensätzlich dazu arbeitet der New-Modus. Hier wird das Detector-Signal nämlich vor dem VCA abgegriffen. Klanglich am auffälligsten sind dabei die veränderten Attack-Zeiten. Dadurch dass im New-Modus quasi vor der Kompression gemessen wird, sind diese nämlich wesentlich kürzer als im OLD-Modus. Damit lassen sich auch sehr schnelle Attacks abfangen, wenn gewünscht. Der Old-Modus qualifiziert sich meiner Meinung nach am meisten für Gesang und bassreiche Instrumente sowie die subtile Verdichtung eines Mixes, während der New-Modus in der Lage ist, schnelle Transienten von perkussivem Material oder akustischen Gitarren im Zaum zu halten. Ich würde wohl auch Rap-Vocals eher im New-Modus komprimieren. Aber das ist in gewisser Weise auch Geschmacksache und ausprobieren lohnt sich.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    psv-ddv ••••

    Danke für den schönen Testbericht.
    Ich muss allerdings sagen, daß ich den Unterschied zwischen UAD und Original schon auf meinen Macbook-Lautsprechern sehr deutlich höre. Da muss ich die Studioabhöre dann wohl garnicht erst anschmeissen.
    Schade! Dann heist es doch auf die Hardware sparen. Nach dem AMS RMX16 Plugin leider noch eine UAD Enttäuschung.

    • Profilbild
      r.biernat RED

      Ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass der Vergleich prinzipiell nicht ganz genau sein kann, da ich die Einstellungen per Gehör angleichen musste, weil ich das Hardware-Original nicht zeitgleich da hatte und es keine Aufzeichnungen dazu gibt. Eine Entäuschung ist das Plugin meiner Meinung nach in keinster Weise, eher eine Bereicherung und wahrscheinlich eines der besten Kompressor-Plugins auf dem Markt. Ich nutze den UAD-API jedenfalls sehr gerne.

  2. Profilbild
    tantris ••

    Ich höre keinen Unterschied zwischen dem Original und dem Plugin. Mag sein, dass mein Gehör zu wenig entwickelt ist, trotzdem ist mir der Preisunterschied den theoretischen Hörunterschied nicht wert.

    Ob die klanglichen Unterschiede in einer Rock / Pop-Produktion klanglich entscheidend sind, bezweifle ich, vor allem, weil sich viele Konsumenten mit 1-Euro Ohrstöpsel zufrieden geben.

    Ausserdem ist davon auszugehen, dass die Plugins aufgrund der steigenden Rechnerleistung weiter verbessert und einfach ersetzt werden können, während man auf dem Original für alle Ewigkeit sitzen bleibt.

    • Profilbild
      martin stimming

      der uad 2500er ist besser zu hören, also die kompression ist auffälliger. das hörst du auch auf deinen laptop speakern.

      das ist das besondere am original, er ist ein besonders feinfühliger gentleman der auf subtile weise ausserordentlich wirksam ist.

      und das argument bezgl 1 euro stöpsel – genauso brachial könnte man argumentieren dass dann sowieso alles unter 100hz nicht gebraucht wird.

      • Profilbild
        r.biernat RED

        Das Original kann einerseits feinfühlig sein, es kann aber auch hart zupacken und richtig knallig klingen. Das mag das Plugin vielleicht nicht zu 100 Prozent erreichen, aber es ist näher dran als alle anderen Kompressor-Plugins, die ich bisher unter den Fingern hatte.

    • Profilbild
      psv-ddv ••••

      Die Legende mit den 1 € Stöpsel Konsumenten ist mit Verlaub gesagt kompletter Schwachsinn.
      Der Markt für High Res Player, portable Kopfhörerverstärker und insbes. High End Kopfhörer explodiert förmlich.
      Wenn Du für 1€ Stöpsel Kids Plärrmukke machst, kannst Du auch locker auf UAD Plugs verzichten und alles auf dem Smartphone produzieren.

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        r.biernat RED

        Ich denke die Technik ist in dem Zusammenhang nicht das größte Problem, eher die Hörgewohnheiten und die allgemeine Hörfähigkeit. Ein nicht unerheblicher Teil der erwachsenen Bevölkerung besitzt leider Hörfähigkeiten, die mit einem guten Kopfhörer nicht annähernd mithalten können. Hören ist zu einem großen Teil aber auch Erfahrung und Hör-Training, weshalb viele Musikschaffende auch im Alter noch besser hören, als nichtmusikalische Gleichaltrige.

  3. Profilbild
    litoni

    da ich den 2500er auch als Hardwaregerät kenne, man kann es drehen und wenden wie man will, UAD ist mit dieser Emu wieder mal ein grossartiges Plugin gelungen, da können sich alle anderen Pluginanbieter hinten anstellen. Der Unterschied zum Original ist im subtieleren bzw, teilweise eleganterem Bereich anzusiedeln, aber der Vergleich ist für meine Ohren auf sehr hohem Niveau, ein Beweis dafür das UAD so gut wie alles richtig gemacht hat.

  4. Profilbild
    acidnoid

    Ich habe vor einem Jahr meinen Api und 1176 verkauft und bin auf UAD umgestiegen. Ich bin der Meinung das die Differenzen schon nach da sind, aber wie erwähnt im subtilen Bereich.
    Und UAD gibt mir die Möglichkeit gleiche mehre Instanzen laufen zu lassen – das ist unbezahlbar. Ich habe den umstieg nicht bereut. Noch mehr überzeugt hat mich der Shadow Hills Mastering Compressor.

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Universal Audio API 2500

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