width=

Test: VOX VX15 GT, Gitarrenverstärker

12. Februar 2019

Was Neues für untern Schreibtisch

VOX VX15 GT

Der VOX VX15 GT

VOX hat auf der vergangenen NAMM 2019 zwei neue Amps präsentiert, die die VX-Serie des Herstellers ergänzen, wir haben in einer News darüber berichtet. Mit der Auslieferung beider Verstärker wird frühestens in einem Monat gerechnet, wir konnten jedoch je ein Vorserienmodell abgreifen und möchten euch die Eindrücke natürlich nicht vorenthalten. Den Anfang macht nun im folgenden Artikel der kleinere Kollege VOX VX15 GT, das größere Modell werden wir schon bald nachreichen.

VOX VX15 GT – Facts & Features

Beim VX15 GT handelt es sich um einen klassischen Übungsverstärker bzw. Session-Amp, wie er von vielen Herstellern angeboten wird. Die Klangerzeugung wird von einem DSP übernommen, der gleichzeitig auch noch genügend Power übrig hat, um den Sound zusätzlich noch mit zwei Effekten gleichzeitig zu garnieren. Das Ganze steckt in einem extrem leichten und 354 x 208 x 313 mm großen Kunststoffgehäuse, das inklusive des Lautsprechers noch nicht einmal 4 kg auf die Waage bringt. Damit hat der Tragegriff auf der Oberseite natürlich überhaupt kein Problem, eine Mulde im Gehäuse sorgt für einen sicheren Zugriff, während der Verstärker trotz des niedrigen Gewichts sicher und wackelfrei auf seinen vier Gummifüßchen steht. Eine Frontbespannung in Vox-typischer Rautenoptik schützt den internen 6,5″-Speaker, der ausreichen muss, denn Anschlüsse für eine Zusatzbox gibt es nicht.

VOX VX15 GT case

So sieht es im Innern des Gehäuses aus

Betrieben wird die Kiste mit einem 12-Volt-Netzteil, das sich auch im Lieferumfang befindet und an der Rückseite angeschlossen wird. Auffällig ist hier, dass der Stecker in der Buchse etwas wackelt – ob das am Vorserienstatus des Amps liegt oder hier einfach nur aus Kostengründen der Rotstift angesetzt wurde, lässt sich nicht abschließend klären. Neben der Netzbuchse gibt es noch einen weiteren Anschluss auf der Rückseite in Form einer Klinkenbuchse, die einen der zwei optional erhältlichen Fußschalter (VFS2 und VFS5) aufnehmen kann. Mit dem kleineren VFS2 lassen sich zwei Presets, mit dem luxuriöseren VSF5 sogar bis zu acht gespeicherte Presets abrufen sowie die Modulationsgeschwindigkeit der Effekte eingeben.

VOX VX15 GT – das Bedienpanel

Das Bedienpanel des VX15 GT wurde ausreichend versenkt in das Kunststoffgehäuse eingesetzt, um den Reglern einen bestmöglichen Schutz zu bieten. Sollte der kleine Kerl aus entsprechender Höhe doch einmal den Gesetzen der Schwerkraft folgen wollen, so wird der Schaden hier vermutlich eher gering bleiben. Neben dem Gitarreneingang finden wir auf dem Panel noch zwei weitere Buchsen im 3,5-mm-Klinkenformat, die sich speziell für den Übungsbetrieb empfehlen. Mit der AUX-In-Buchse kann man der Endstufe zum Beispiel Backing-Tracks zuführen und der Kopfhöreranschluss sichert ein ungestörtes Jammen zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Herzstück beim Einstellen der Sounds stellt das auf der linken Seite sitzende Preset-Poti dar, mit dem sich die Emulationen 10 verschiedener Verstärkermodelle sowie ein Line-Signal-Preset anwählen lassen. Darunter befindet sich mal wieder alles, was Rang und Namen hat, wie man der folgenden Tabelle entnehmen kann. Die Beschreibung der Charaktere der verschiedenen Amps stammt übrigens aus der Feder des Herstellers, nicht aus meiner:

VOX VX15 GT presets

Hat man nun das gewünschte Verstärkermodell ausgewählt, erfolgt die weitere Bearbeitung mit einer Zweiband-Klangregelung sowie einem Gain-Poti, bevor ein Volume-Regler die gewünschte Lautstärke des Presets einpegelt. Die Gesamtlautstärke des Verstärkers regelt ein Power-Level-Poti, bei Vollanschlag soll der kleine Würfel echte 15 Watt aus seinem kleinen 6,5″ Speaker blasen.

Der Verstärkerteil sitzt übersichtlich strukturiert auf der oberen Seite des Panels, darunter befindet sich die Effektsektion, in der man alles Nötige zur Abrundung des Sounds findet. Mit dabei sind zwei verschiedene Halltypen, zwei unterschiedliche Echos, Chorus, Flanger, Phaser sowie ein Tremoloeffekt. Schön ist, dass zwei Effekte gleichzeitig genutzt werden können, weniger schön sind die jedoch nur sehr rudimentären Möglichkeiten der Editierung der Effekte. Denn außer einer Tap-Tempo-Taste zum Einstellen der Geschwindigkeit des LFOs (oder der Verzögerungszeit der Echos) gibt es keine weiteren Möglichkeiten, Einfluss auf die Parameter der Onboard-Effekte zu nehmen.

VOX VX15 GT effects

Die beiden Regler zur Auswahl der Effekte des VOX VX15 GT

Ein weiteres nützliches Tool ist die Stimmfunktion, die trotz ihrer nur drei LEDs im linken oberen Teil des Bedienpanels zuverlässig funktioniert. Last, but not least gibt es auch noch etwas für das Auge: Unter den beiden Kühlöffnungen des Verstärkereinschubs sitzen rote LEDs, die wohl den Einsatz von Röhren im Innern suggerieren sollen. Ein nettes Feature, das immerhin für ein wohliges Ambiente beim Üben sorgen kann.

Die Regler auf der Oberfläche sind von guter Qualität. Sie sind fest mit dem Gehäuse verschraubt und laufen wie in Butter auf ihren Achsen. Zudem ermöglichen sie durch ihre wellenförmig geschwungenen Knöpfe eine leichte Bedienbarkeit, selbst die vier direkt nebeneinandersitzenden Regler der Amp-Sektion im oberen Teil des Panels lassen sich mit zwei oder auch drei Fingern sicher umgreifen.

VOX VX15 GT – ein Zwischenfazit

Bis hier hin hinterlässt der Neuling in der VX-Familie einen guten Eindruck. Besonders auffällig ist das extrem geringe Gewicht des Amps, der ihn gerade zu für einen Einsatz außerhalb der vier Wände prädestiniert. Doch dazu fehlen ihm die Batterien, dann wäre der kleine Kerl auch für die Kategorie der Straßenmusiker interessant, zumal er ja mit seinem Line-Preset auch die Möglichkeit bietet, ein Mikrofon oder einen Synthesizer zu verstärken. Die Ausstattung mit den zehn Preamp-Modellen und der reichhaltigen Effektauswahl ist für das angepeilte Zielgebiet, den Einsatz beim Üben und für kleinere Sessions, auf jeden Fall weit mehr als ausreichend. Doch wollen wir jetzt mal schauen, wie sich der VOX VX15 GT in der Praxis schlägt!

VOX VX15 GT rear

Blick auf die Rückseite des VOX VX15 GT

VOX VX15 GT – Sound & Praxis

Auch wenn man sich im Hause VOX sicher Mühe bei der Konstruktion des Gehäuses gegeben hat – einen 6,5″ Speaker können auch sie nicht in ein Bassmonster verwandeln. Entsprechend Schub und Druck im Bassbereich fehlen dem kleinen Kerl also, das kann er aber ganz gut in Sachen Lautstärke ausgleichen und pfeffert seine 15 Watt mit einer ohrenbetäubenden Lautstärke ins Freie.

Unter den angebotenen Verstärkermodellen gibt es Licht wie Schatten. Gut gelungen sind die Emulationen des hauseigenen AC30 oder die der beiden Marshall-Typen (59er Plexi und JCM800), im Schatten tummelt sich dagegen vor allem der emulierte Soldano, der eher an eine Kettensäge, als an einen Boutique-Highgain-Amp erinnert. Im Clean-Bereich wird ein Fender Amp emuliert – durchaus eine Versuchung wert, insbesondere im Mix mit etwas Chorus und/oder Hall. Recht dynamisch lassen sie sich aber alle miteinander spielen und reagieren zufriedenstellend auf ein nuancenreiches Signal der angeschlossenen Gitarre. Gerne etwas beherzter dürfte die Klangregelung zupacken, das so wichtige Mittenband im Sound einer Gitarre wird hier schon etwas vermisst.

Auch bei den Effekten finden wir hell und dunkel. Sehr gut klingen der angesprochene Chorus und die weiteren Modulationseffekte, eher enttäuschend dafür die beiden Hallpresets und hier insbesondere das zu dumpf klingende Preset „Hall“. Die Größe der Hallräume kann man übrigens über die Tap-Taste variieren, das sollte ich vielleicht noch nachreichen. Das macht den Effekt an sich aber auch nicht besser.

Insgesamt gesehen aber geht sowohl die Qualität als auch die Quantität der gebotenen Amp-Simulationen und Effekte für einen Verstärker dieser Preisklasse absolut in Ordnung und irgendwie ist das ja auch Jammern auf hohem Niveau, denn mal Hand aufs Herz: Braucht es zum Üben so viel Schnickschnack?

VOX VX15 GT – die Klangbeispiele

Hören wir jetzt rein in den Sound des VOX VX15 GT, für die Klangbeispiele habe ich den Amp mit einem AKG C3000 Mikro abgenommen, als Gitarre wurde meine PRS CE 24 benutzt.

Zunächst der Cleansound (Preset Boutique CL), angereichert mit etwas Chorus und Delay.

Im zweiten Beispiel die Emulation des hauseigenen Klassikers AC30, nice one!

Weiter geht’s im dritten Beispiel mit einem weiteren Sound aus der „Lichtecke“, der Emulation eines Marshall JCM800.

Abschließend noch zwei Presets der eher dürftigen Sorte, die beiden High-Gain-Emulationen des Boogie Rectifier und des Soldano SLO 100, Letzterer mit einem kräftigen Signal des Analog-Delays versetzt.

Fazit

Trotz der beschriebenen Schwächen bei einigen der emulierten Amps und Effekte will und kann ich dem VOX VX15 GT nach Abschluss des Tests ein gutes Urteil ausstellen. Für einen Session- bzw. Übungs-Amp ist der kleine Zwerg mehr als ausreichend ausgestattet und wer weiß, wie die finale Version klingen wird. Denn nicht vergessen: Wir haben bzw. hatten es bei unserem Testgerät mit einem Vorserienmodell zu tun!

Plus

  • mehr als genügend Auswahl an Amps und Effekten
  • intuitiv zu bedienen
  • Anschlussmöglichkeiten
  • sehr leicht und kompakt

Minus

  • Zerrsounds klingen zum Teil recht künstlich
  • Effekte ebenso

Preis

  • Ladenpreis: 149,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Hein Bloed  

    Das Ding kling schrecklich, ist hässlich und verliert in fast jeder Hinsicht den Vergleich zum Micro-Cube von Roland. Der Vox ist lauter, aber bei dem Sound ist das kein Vorteil.
    In Gehäuse aus Plastik habe ich zero Vertrauen, gerade bei so kleinen Amps, die eine raue Behandlung auch vertragen müssen.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.