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Test: Waves Platinum Native Bundle Teil 3

TrueVerb
Ein Klassiker von Waves und einer der elementarsten Effekte für den Mix. Für mich persönlich sind die Reverberationen mit das wichtigste Element in einem Mix, speziell beim mischpultlosen Mix, der komplett im Rechner stattfindet.

TrueVerb

TrueVerb

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TrueVerb kommt als mächtiges Standard-Hall-Plug-in mit umfassenden Möglichkeiten daher. Mit dem Wörtchen „Standard“ ist gemeint, dass es algorithmisch ist und die üblichen Parameter verwendet und sogar ein bisschen mehr.
Fangen wir mit den Parametern einfach oben an. Zunächst haben wir eine schematische Visualisierung der Parameter und der Hallfahne in der oberen Hälfte des Plug-ins. Der rote Strich ganz links symbolisiert das Direktsignal, der gelbe den Abstand der Klangquelle zum Hörer (oben in Metern angeschrieben), der hellblaue Strich die Raumgröße. Die Raumform, wie sie bei anderen Plug-ins oft einstellbar ist, bleibt hier unberücksichtigt. Die orangenen Striche stellen die Erstreflexionen dar (Early Refelctions) während die blaue, halbtransparente Fläche die Hallfahne symbolisiert. Die zeitliche und dimensionale Größe der Räume lässt sich auf der oberen und unteren Skala gut ablesen. Wie bei Waves üblich finden wir die Parameter noch mal auf der GUI in Zahlenwerten bzw. als Klartext. Eine „versteckte“ Form der Raumformbestimmung stellt der Parameter „Dimension“ dar. Er bestimmt maßgeblich den Klang der Erstreflexionen. „Dimension“ ist hier laut Handbuch wörtlich gemeint und repräsentiert die Raumdimensionen. Es ist also mit diesem Plug-in möglich, einen 2,3 dimensionalen Raum zu simulieren. Auch vier Dimensionen sind machbar. Mit dem großen (blauen) Pfeil lassen sich die Parameter verlinken, also in Relation zueinander verändern. Verbunden werden dabei die Parameter Reverb, Room, und PreDelay. Wenn der „Link“-Button eingeschaltet ist, stimmen Predelay und Hallfahne vom Pegel her mit der letzten Raumreflexion überein. Mit Balance lässt sich das Verhältnis zwischen Hallfahne und dem Direktsignal plus Erstreflexionen regulieren. Dieser Wert bekommt ein neues Gewicht, wenn der „Link“-Parameter gesetzt ist. „DecayTime“ stellt die Nachhallzeit ein (RT60). „PreDelay“ regelt die Vorverzögerung und nimmt somit großen Einfluss auf die empfundene Raumgröße. Mit „Density“ wird die Signaldichte reguliert. Faustregel: je perkussiver der Sound, um so dichter sollte das Signal eingestellt sein.
Der untere Teil der GUI nimmt der „Frequency Response“-Teil ein. Auf den ersten Blick scheint sich hier ein schlichtes „Hi-Pass/Lo-Pass“-Paar zu verbergen, weit gefehlt! Der „ER Lowcut“ schneidet die tieffrequenten Anteile der Erstreflexionen ab. „RevShelf“, wird als dünne blaue Linie in der Visualisierung angezeigt, wirkt sich auf die Hallfahne aus und lässt hier gezielt Brillanz in den Raum einarbeiten ohne die negativen Effekte von klirrenden Erstreflexionen. Mit „ER Absorb“ lassen sich zum Beispiel gedämpfte Räume simulieren, indem die Erstreflexionen in den Höhen beschnitten werden. Mit „Freq“ wird die Eckfrequenz für den „RevShelf“ und den „ER Absorb“ eingestellt. Es lässt sich also „nur“ die gleiche Frequenz für beides nutzen.
Die untere Parameterreihe ist vereinfacht mit „Reverb Damping“ beschriftet. Diese vier Parameter sind nicht einzeln beschriftet, ein Platzproblem laut Handbuch. Aber was wird hier kontrolliert? Die Färbung bzw. die frequenzabhänigen Dämpfungen der Hallfahne. Der erste Parameter „LF Damp“ gibt die untere Eckfrequenz an. Der zweite Parameter „LF Ratio“ regelt, relativ zur „Decay-Time“ die „Decay-Time“ (Abklingzeit) der unteren Frequenzen. Das zweite Parameter-Paar macht das gleiche für die hohen Frequenzen: „HF Damp“ und „HF Ratio“.

Klanglich spielt „TrueVerb“ vorne mit, ganz klar. Als „Haupthall“ würde ich es allerdings nicht verwenden. Warum? Ich halte Faltungshall (in den meisten Fällen) für zeitgemäßer, außerdem gefällt mir TCs „MegaVerb“ und das Pedant von Lexicon besser. Die Bedienung erscheint auch etwas kompliziert, es ist jedoch lohnend, sich darin einzuarbeiten.

Renaissance Reverberator
Selbstverständlich bietet auch die Renaissance-Linie ihren eigenen Hall. Auch hier finden sich eher die „Standard“-Parameter, wenn auch ein wenig andere mit insgesamt nicht ganz so weitreichenden Möglichkeiten wie TrueVerb.

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Renaissance Reverb

Renaissance Reverb

Fangen wir mit den Parametern der Reihe nach an. Zunächst haben wir eine Reverb Damping-Sektion. Diese lässt sich exakt so bedienen wie die bei TrueVerb. Danach kommt der Bereich, in dem die Erstreflexionen und die Hallfahne visualisiert werden. Mit „Reverb type“ stellt man den Basis-Algorithmus ein: Hall 1, Hall 2, Room, Chamber, Church, Plate 1, Plate 2, Reverse, Gated, Non-Linear, EchoVerb, ResoVerb. Mit „Decorrelation“ wird in sieben Schritten (Variation 0 …6) die Korrelation zwischen den Erstreflexionen des linken und rechten Kanals feinjustiert. Hier sind sehr subtile Eingriffe möglich. Die EQ-Sektion besteht aus einem Filter für die Höhen (bis 16kHz) und einem für die Tiefen die sich jeweils von -24dB bis +12 dB regeln lassen. Der eigentliche Raumklang lässt sich mit fünf Reglern einstellen.
Mit „PreDelay“ wird die beim Hall übliche Vorverzögerung eingestellt. Der Bereich geht von -160 bis +160 ms. Ein negatives Predelay, wie soll das funktionieren? Ganz einfach: es wird das trockene Direktsignal verzögert. Mit „Time“ wird die Länge der Hallfahne (bis 20 Sekunden) festgelegt. Mit „Size“ werden die Werte kontrolliert, welche für die gefühlte Raumgröße verantwortlich sind. Je nach gewähltem Algorithmus („Reverbe type“) können das unterschiedliche Werte sein. „Diffusion“ regelt das Verhältnis zwischen dem Direktsignal und den Erstreflexionen im Nachhall. Wird „null“ eingestellt, wird die Hallfahne aus dem Direktsignal erzeugt. Wird „100“ eingestellt werden dafür die Erstreflexionen verwendet. „Decay“ regelt das Abklingverhalten. Die Werte reichen hier von „0“ zu „linear“. Mit diesem Parameter können auch die typischen „Phill Collins Gated Reverb“-Effekte erzeugt werden.
Die restlichen vier Regler kreieren die Mischung aus: Erstreflexionen („Early ref.“), Hallfahne („Reverb“), Mischungsverhältnis von Direktsignal zu Effektsignal („Wet/dry“) und die Gesamtlautstärke („Gain“).

Auch der Renaissance Reveberator ist ein algorithmisches Hall-Plug-in. Die Parameter sind etwas „klassischer“ gewählt, was sich natürlich auch im Klang widerspiegelt. Klar kann man auch mit diesem Effekt nichts falsch machen, allerdings gefällt mir mit dem Prädikat „Retro“ der „ClassicVerb“ vom Mitstreiter TC besser.

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Markus Schroeder  RED

    Zwei Dinge sollten noch erwähnt werden:
    das Native Pack ist schon seit fast 10 Jahren auf dem Markt mit unveränderten Algorithmen. Und WUP – Waves Upgrade Plan – die „jährliche Leasing Gebühr“ damit die Plug-Ins auch weiterhin laufen. Neben dem Fakt das Waves ein eigenes iLok Dongle für seine Plug-ins verlangt.
    Das macht Waves eigentlich nur für Studios rentabel die wirklich Geld verdienen und invenstieren.
    Für den Hobbyisten gibt es preiswertere und bessere Lösungen.

  2. Profilbild
    infam

    Hi!
    Ich kann mich der Meinung von m.schroeder nur anschliessen und hinzufügen:
    Dieses Waves Bundle ist einmal wieder komplett überteuert und bietet kaum mehr als z.B. Cubase und Logic bereits mitliefern. Vor 10 Jahren war es sicher ein Knaller… Heute nur Standard.
    Waves programmieren erstklassige Plug-ins, die allerdings nur für den TDM Markt bezahlbar sind. Welcher „Kleinstudiobetreiber“ oder „Teilzeitprofi“ kann sich diese Werkzeuge leisten?
    Ich kenne nur einen Profi, der mehrere nativen Bundles auf seinem iLok Key hat.

    Wer gute DAW-Werkzeuge sucht, sollte sich bei SONNOX, Sonalksis oder SSL umschauen. Gegen den iLok habe ich nichts. Kopierschutz finde ich gut!

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