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Test: Zoom B6 Bass, Multieffektgerät für Bassisten

Für den ambitionierten Bassisten!

17. April 2022

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Der japanische Hersteller Zoom zählt seit vielen Jahren zu den Marktführern, wenn es um Multieffekte für Gitarre und Bass geht. Seit einiger Zeit ist mit dem B6 ein neues Modell vorhanden, das mit derselben Technologie wie sein Bruder an der Gitarre arbeitet und damit neusten Stand der Technik auf den Bass überträgt.

Das komplett in Schwarz gehaltene Gerät kommt optisch schlicht daher. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, das stabil wirkt, gut verarbeitet ist und dabei einen Hauch von Carbon versprüht. Mit 228 x 418 x 65 mm besitzt der Zoom B6 eine gewisse Größe, ohne dabei jedoch überdimensioniert zu erscheinen. Auf der Bühne passt er bequem zwischen einen klassischen dreifüßigen Mikroständer, praktisch betrachtet eine wichtige Eigenschaft. In den Gigbag bekommt man das Board aber nicht mehr, mit einer kleinen zusätzlichen Tasche wie dieser hier kann man das Gerät jedoch wunderbar transportieren, zumal er mit 2 kg deutlich leichter ist als jedes analoge Effekt-Board.

Die Features

Die Ausstattung des Zoom B6 ist wirklich umfangreich! Eine Auswahl:

  • 11 Preamp-Modelle
  • 11 Bass-Amp-Modelle
  • 4 DI-Modelle
  • 12 Bassboxen-IRs
  • 10 Dynamic-Effekte (Compressor, Limiter etc.)
  • 14 Filter-Effekte (Touch Wah, EQ etc.)
  • 13 Drive-Effekte (Overdrive, Distortion Fuzz)
  • 17 Modulationseffekte (Chorus, Flanger, Phaser etc.)
  • 7 spezielle Effekte (SFX)
  • 7 Delay-Effekte
  • 8 Hall-Effekte
  • 6 Pedal-Effekte
  • Looper mit 45 Sekunden Loop-Zeit, mit SD-Karte auf bis zu zwei Stunden erweiterbar
  • Drumcomputer mit 68 Rhythmus-Patterns

Die Anordnung von Display, Schalter und Regler wurde intelligent und praxistauglich gewählt. Unter dem Touchscreen-Display befinden sich 4 Drehregler, die dazu dienen, die aktuell angewählten Parameter zu bedienen. Das Display arbeitet hierbei übersichtlich, so dass die Bedienung intuitiv vonstatten gehen kann und keine große Einarbeitungszeit erfordert. Links davon findet man den Playmode-Schalter, mit dem der allgemeine Modus des B6 angewählt wird. Rechts vom Display befindet sich ein Schalter für den Tuner oder Tap-Tempo, je nachdem, welcher Playmode gerade aktiv ist. Ganz unten befinden sich 4 Schalter, die für das Anwählen der Effekte oder Presets vorgesehen sind. Auf der rechten Seite sind dann noch Schalter zum Anwählen der Eingänge, der DI und ein Bypass-Schalter zu finden.

Was in der Theorie erst einmal nach viel klingt, ist in der Praxis halb so wild. Zu jedem Schalter gibt es Anzeigen, die in Rot gut ablesbar die jeweilige aktuelle Funktion anzeigen. Da diese auch überall in der gleichen Reinfolge angeordnet sind, sollte es keine Verwirrung bzgl. der aktuellen Funktion geben. Als erstes kommt der Looper-Mode, dann Memory, dann Bank/Patch und zum Schluss Effektboard. In unserem Bild ist der Memory-Mode angewählt, weswegen der Tuner/Tap-Schalter natürlich auf Letzteres geschaltet ist, was man auch in Rot lesen kann. Bei den 3 Schaltern auf der rechten Seite hat man sich wohl aus Gründen der Übersichtlichkeit für kleine LEDs entschieden, die neben der entsprechenden Funktion leuchten. Praktisch betrachtet ist das völlig ok, sind das doch alles Features, die man auf der Bühne eher weniger spontan wechselt, sondern im ausgewählten Zustand lässt.

Die Anschlüsse

Alle Anschlüsse wurden wiederum auf der der Gehäuserückseite angebracht, so dass die Kabel einheitlich gelegt werden können. Diese sind einfach und übersichtlich gehalten, so dass man auch hier schnell alles verkabelt hat, ohne dabei Fehler zu machen. Ganz links findet man die beiden Ausgänge, einmal als DI sowie als Line-Out mit einem Master-Regler und einem Groundlift. Daneben die beiden Eingänge, die in der Impedanz für klassische E-Bässe oder akustische Instrumente und/oder Kontrabässe mit Piezo angepasst werden kann. Danach kommen weitere Eingänge, sowohl ein Aux-In für Miniklinke, Send/Return für weitere Effekte und ein Anschluss für einen weiteren Controller. Ganz links befinden sich dann der USB-Anschluss, ein On/Off-Schalter sowie der Anschluss für das Netzteil.

Die Spielmodi

Wie arbeitet man nun in der Praxis mit dem Zoom B6? Der entscheidende Schalter für eine optimale Nutzung des Geräts ist wohl der Play-Mode-Fußschalter. Mit diesem wechselt man zwischen den verschiedenen Arbeitsmodi, je nach Modus sind dann die anderen Fußschalter mit entsprechenden Funktionen belegt. Die einfachste Variante ist der Effekt-Board-Modus. In diesem werden die 4 unteren Fußschalter mit verschiedenen Einzeleffekten belegt, um dann entsprechend eingesetzt zu werden. Das Zoom B6 arbeitet hier wie ein klassisches Effektboard mit dem Unterschied, das man verschiedenste Belegungen sofort auf Abruf zur Verfügung haben kann. Klassischer Einsatzort ist die Top40-Coverband, wo je nach Song verschiedene Sounds gebraucht werden. Mit nur wenigen Klicks können verschiedene Belegungen geladen werden und man hat somit die Auswahl am Start, die gerade gebraucht wird.

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Interessanter wird es im Bank/Patches-Mode. Hier stehen 60 (!!!) Bänke zur Verfügung, von denen eine Bank 4 Patches hat. Damit stehen also insgesamt 240 verschiedene Sounds zum sofortigen Abruf bereit, was wohl wirklich jeden Bassisten durch jedes Programm führen sollte. Wie man sich diese belegt, ist wohl so individuell wie die Frage nach der Lieblingsfarbe eines Instruments. Man kann sich perfekt optimierte Sounds für jedes Instrument basteln und speichern oder je nach Song und Set oder alles miteinander verknüpft. In der Praxis auf der Bühne wird es dann vor allem der Memory-Mode sein, der wohl am häufigsten zur Anwendung kommt. Dieser schaltet eine Bank mit 4 Patches auf die 4 Fußschalter und bringt damit auf Abruf 4 verschiedene Sounds ins Spiel.

Die Patches können bequem per Touchscreen oder mit der App oder Software am Desktop programmiert wird. Beides funktioniert einfach und intuitiv und ist für jeden, der mit einem Smartphone umgehen kann, absolut leicht und schnell zu erlernen. Lediglich die Prozessorleistung sollte dabei im Auge behalten werden, zu viel auf einmal kann zu ein wenig Warten in der Verarbeitung führen. Wie auch bei analogen Effekten, bleibt der Leitsatz erhalten: Weniger ist mehr!

Klangbeispiele & Praxis

Für mich habe ich den Zoom B6 in der Praxis wie folgt benutzt: Um nicht zu viele Parameter ständig zu verändern, habe ich mich erst einmal für einen DI-Ausgang entschieden. Die Unterschiede zwischen den einzelnen DIs sind nicht sonderlich hoch, aber doch wahrnehmbar, so dass man sich zu Beginn erst einmal durchhören sollte, bevor man zu viele Komponenten miteinander mischt. Hat man diesen, lohnt sich ein Testen der vielen Amp und Boxen, die teilweise sehr unterschiedliche Sounds erzeugen. Wie im analogen Leben, muss man sich hier im Klaren sein, dass alles irgendwie die Signalkette beeinflusst, weswegen man hier langsam vorgehen sollte, um nicht zu schnell zu viel auf einmal zu nutzen und den Überblick zu verlieren. Die Amps kommen dabei den Originalen durchaus nahe, wenn auch das fühlbare Erlebnis ein anderes ist. Einen SVT mit klassischem Kühlschrank aus 8×10 kann man zwar digital nachbilden und per Kopfhörer spielen, vor so einer Wand zu stehen, ist aber was ganz anderes. Persönlich habe ich am Ende auf die Boxen verzichtet, da ich mit der Kombination aus Amp und DI bereits sehr tolle Ergebnisse erzielt hatte.

Die Qualität der Effekte ist durch die Bank weg gut, wenn auch man bei intensiver Benutzung schnell die Grenze des Prozessors kommt. Hier fehlt es dem Zoom B6 dann doch an Leistung, was man leider auch im Sound hört. Im Vergleich zu einem Kemper, der aber auch noch mal deutlich mehr kostet, wirkt die Klangqualität irgendwie flach und wenig dynamisch. In der Band sind diese Unterschiede aber weit weniger auffällig als im Studio, wo man bekanntlich die Flöhe husten hört.

Alles in allem macht der Zoom B6 eine sehr gute Figur und klingt wunderbar vielseitig. Persönlich hätte ich auf einige Funktionen und Sounds zugunsten besserer Qualität verzichtet, hier wurde aber der andere Weg begangen. Dieses Effektboard ist vor allem etwas für experimentierfreudige Bassisten die Spaß am bas(s)teln von Sounds haben und live schnell ihre Setups abrufen wollen. Hier liegt die größte Stärke dieses Boards!

Für die Soundfiles habe ich einfach mal ein wenig querbeet durch verschiedene Amps und Effekte aufgenommen, damit man einen Eindruck vom Zoom B6 bekommt.

Das offizielle YouTube-Video des Herstellers dazu zeigt noch mal gut die verschiedenen Möglichkeiten der Bedienung.

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Fazit

Der Zoom B6 ist wohl das, was man einen Mittelklassewagen mit gehobener Ausstattung nennt. Ein großes Packet an Features, benutzerfreundlich dargeboten im schicken Design für einen Preis, der irgendwo zwischen günstig und teuer einzuordnen ist. An einen Kemper kommt der japanische Sprössling nicht heran,  besser als seine Konkurrenz ist er allemal!

Plus

  • viele brauchbare Sounds
  • benutzerfreundliche Oberfläche
  • durchdachte Bedienung
  • schickes Design

Minus

  • Prozessor unterdimensioniert

Preis

  • 449,- Euro
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Klangbeispiele
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