Ueberschall, Elastik 2 und Elastik Inspire Series, Soundlibrary

3. August 2011

Urban & House

Jetzt wird’s richtig gelenkig und geschmeidig:

Elastik 2 / Elastik Inspire Serie

Dies ist ein kleiner Rundumschlag über zwei neue Produkte von Ueberschall. Zum einen ist das die neue Engine Elastik 2 und dazu eine neue Libraryserie, die sich passenderweise Inspire Series nennt und sich mit der Engine ergänzen soll, was sie auch prächtig tut. Den Release-Anfang dieser Serie machen die Debütanten „House“ und „Urban“. Die Librarys „Funk & Soul“ und „Rock“ werden später 2011 folgen.

Urban

Urban

House

House

Start the Engine

Zuerst einmal ein Kaltstart zur Engine: Zugegeben, ich war kein großer Fan der ersten Elastik-Generation. Was mich umso mehr ärgerte, denn die Soundlibrarys von Ueberschall spiegeln immer den aktuellen Zeitgeist wider, sind zudem cool und immer hervorragend produziert. Dass man dazu ein Werkzeug bzw. ein Interface benötigt, das schnell und flexibel arbeitet und einen unterstützt und nicht behindert, erreicht Ueberschall mit der neuen Engine Elastik 2 mühelos. Jeder Hersteller hat ja seine eigenen Vorstellungen bezgl. Bedienung und Workflow. Und ehrlich, bei manchen komme ich nicht einmal weiter, wenn ich deren Tutorials auf YouTube in Zeitlupe ansehe. Da sitze ich dann da und starre auf das Video wie eine Kuh auf einen vorbeifahrenden Zug. Unschön und nervig. Elastik 2 gehört aber nicht auf diese Schiene.

Die Engine Elastik 2 ist ein kostenloser Bestandteil jeder Library. Aktuelle Versionen kann man auch online downloaden auf www.ueberschall.com. Nach der üblich flotten Installation öffnet man sie als Stand Alone oder als VST Plug-in in einer Host wie z.B. Cubase oder Logic. Und schon geht’s los.

Elastik 2 GUI (Graphical User Interface)

Browser Screen

Browser Screen

Orientierung & Workflow

Das ist das Kernthema jeder Engine. Wo ist was, und wie gehe ich vor, um schnell ans Ziel zu kommen? Klare Struktur durch zwei Ansichten: zum einen der Loopeye-Screen, und die zweite Ansicht nennt sich Browser-Screen. Umschaltbar links oben unter dem Menü (der Kreis und das Quadrat-Icon). Letzteres ist quasi der Explorer mit den Folder-Ebenen. Wechselt man auf diesen Browser-Screen, werden alle Librarys sichtbar, die man installiert hat. Finde ich persönlich klasse und hilft mir gleich am Anfang, in der richtigen Library zu suchen. Aber es zeigt eben auch die restlichen Librarys, an die ich bei meiner Suche eventuell nicht gedacht habe. Denn manchmal vergesse ich schon mal, was ich so alles habe und wo ich noch suchen könnte nach dem passenden Sound. Das Thema Übersicht wird immer wichtiger. Schließlich gilt es Tonnen von Sounds zu verwalten. Monatlich kommen bei mir im Durchschnitt etwa 2-10 GB hinzu. Und nichts nervt mich mehr in meinem kreativen Prozess, als mich an Dutzenden Presets sinnlos mürbe zu hören.

Der Elastik-Browser ist daher mit Filtern ausgestattet, die einem durch den Dschungel von zigtausend verschiedenen Samples helfen sollen. Wenn man also schon direkt nach einem Sample sucht, klickt man zuerst auf „Instrument“ und erhält eine Übersicht über alle Instrumente. Von hier aus kann man jetzt auch Filter kombinieren und z.B. mit Klick auf „Key“ die Tonarten anzeigen lassen, die für das Instrument vorhanden sind.

Inspire

Da ich aktuell ca. 10 Librarys von Ueberschall besitze, war ich gespannt auf dieses neue Würfel-Konzept mit der Inspire Series. Für diesen Test habe ich mir daher gleich das erste Urban Inspire Kit reingeladen, so wie es auch im Tutorial auf Youtube gezeigt wird. Denn Ueberschall hat auf Youtube sehr hilfreiche Tutorials online gestellt (den Link dazu am Ende dieses Tests). Diese helfen dabei, sich ohne ein Manual schnell einen Überblick zu verschaffen. Danke!

Das Prinzip? Sehr simpel!

Also: Im Browser-Screen den Ordner (Folder) Urban anwählen. Hier nun eins der Urban Inspire Kits wählen (1-7 in diesem Fall) und per Drag & Drop in die untere der beiden Tastaturen ziehen. Durch diesen Prozess werden die sieben Samples dieses Ordners chromatisch ab C1 (Notennr. 36) auf der Tastatur angelegt. Dann in der MIDI-Spur einen Part/Event erzeugen und auf C1 über zwei Taktlängen eine MIDI-Note einzeichnen. Diesen Prozess wiederholt man von C#1 bis zur Note F#. Das sind nun chromatisch angelegt die sieben Noten, ergo sieben Samples. Startet man nun den Sequencer, werden alle Samples gleichzeitig abgespielt, und man hört das gesamte Kit mit seinen einzelnen Instruments. Jetzt kommt das Pfiffige: Der nächste Schritt wäre, alle sieben Tasten durch Shift zu selektieren und danach den Button links neben der Tastaur RND (Random=Zufall) drücken. Alle Samples werden nun durch das Zufallsprinzip ersetzt aus einer gleichwertigen Instrumenten-Library. Sobald man nur eine Taste auswählt und auf RND drückt, wird auch nur dieses eine Sample ausgetauscht inkl. Tempo und Tonart. Cool! Man kreiert somit etwas völlig Neues. Ich war regelrecht überrascht was entsteht, wenn sich Elastik 2 an meinen Librarys „bedient“ und die Sounds in einem neuen Kontext erstrahlen lässt.

Wie funktioniert das?

Das Tagging-System merkt sich bestimmte Merkmale wie z.B. den Instrumententyp des Samples. Es werden automatisch Samples aus allen Genres ausgesucht. Jedes Sample wird bei Bedarf automatisch erkannt und zum Songtempo gestretcht. Die Auswahl umfasst alle geladenen Soundbänke in Elastik 2. Wenn man das Ergebnis auf bestimmte Soundbänke beschränken will, muss man die Soundbänke derzeit noch über das Setup Menü entfernen und später wieder rein laden. Das macht Sinn, wenn man die RND-Funktion z.B. NUR mit der Inspire Series einsetzen will. Wenn das Endergebnis gefällt, einfach in der User-Bank über Tastatur speichern. Fertig. Selbstverständlich kann man diese Sounds auch als Audio-WAV exportieren. Einfach rechts klicken, „Export modified“ auswählen und alles wird in dem gewählten Tempo exportiert. Sag ich doch: simpel!

LoopEye Screen

LoopEye Screen

House Demo: Diese Library konzentriert sich auf typische Sounds und Styles der House-Musik in Form von wie Deep, Progressive, Electro, Minimal, Tech and Classic House. Sie enthält 2500 Loops. Das „Inspire-Konzept“ bietet speziell  für diese Art von Musik einen einzigartigen Ansatz für moderne House Produktionen. Hier das Demo:

Urban Demo: Ähnliches Konzept wie House, lediglich liegen hier die Schwerpunkte auf RnB-Sounds.

Klangbeispiele
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