Guter Monitorsound aus 10-Zoll?
Obwohl Industrie und Musiker vermehrt auf In-Ear-Monitoring setzen, ist die klassische Wedge nicht von Bühne und Proberaum weg zu denken. So wird hier eine große Auswahl von Produkten angeboten. Viele Künstler entscheiden sich für die aktive Variante, die doch einige Vorteile bietet. So muss hier keine separate Endstufe mitgeschleppt werden, oft sind die aktiven Vertreter durch moderne Digitalamps nicht schwerer als ein passiver Monitor. Das spart Gewicht und Ladekapazität.
Ein deutlicher Mehrwert ist gegeben, wenn zusätzliche Eingänge und evtl. auch eine Klangregelung ins Spiel kommen. So kann der Monitor auch mal als Instrumentalbox oder als Klein-PA eingesetzt werden.
In drei Folgen möchte ich jeweils fünf Konkurrenten in den Größen 12″, 10″ und 8″ miteinander vergleichen. Beginnen will ich in der goldenen Mitte, fünf Wedges mit 10″ Woofer stehen heute zum Test bereit.
- the box Pro Mon A10 249,- Euro
- LD Systems GT10A 319,- Euro
- HK Audio Premium PR:O Aktiv 10Xa 579,- Euro
- RCF ART 310A MKIII 398,- Euro
- Laney CXP-110 199,- Euro
Zuerst ein Überblick über die Features und Eckdaten.
the box Pro Mon A10
„the box“ ist eine Hausmarke vom Musikhaus und Musikalienversender Thomann. Der Monitor wird in drei Größen mit 10″, 12″ und 15″ Tieftöner angeboten. Im Test ist die kleinste Variante gelandet.
Was sofort auffällt, ist die moderne Formgebung des Gehäuses. Das steht aktuellen Produkten renommierter Firmen in nichts nach. Das Holzgehäuse ist mit Strukturlack überzogen, der eine recht raue Oberflächenstruktur aufweist. Die Holzarbeiten sind akkurat ausgeführt, die Lackierung ist sauber aufgetragen. Durch vier Gummifüße steht der Monitor rutschfest auf der Bühne.
Die Speaker werden durch ein Wabengitter geschützt, das über die beiden vorderen Kanten gezogen ist und so das Gehäuse unempfindlich gegen Fußtritte macht. Akustikschaum, der das Eindringen von Flüssigkeit und Kleinteilen unterbindet, fehlt leider.
Die Griffe sind links und rechts ins Gehäuse integriert. Dadurch werden die Seitenwände etwas zurückgesetzt. Das bietet links Platz für einen Hochständerflansch, rechts ist das Ampmodul eingelassen.
Dieses leistet 250 Watt RMS, die sich auf 200 Watt für den Tieftöner und 50 Watt für den Hochtöner aufsplitten. Die Komponenten werden durch einen dualen Limiter geschützt. Die Pro Mon A10 soll bei einem Übertragungsbereich von 60 Hz – 20 kHz einen maximalen Schalldruckpegel von 123 dB erzeugen.
Die Lautsprecher sind als Coax-System mit 10″ Woofer und 1″ Tweeter angeordnet. Dabei sitzt der Hochtöner in der Mitte des Tieftöners. Das erlaubt erstens ein kleineres Gehäuse und ist zweitens akustisch günstiger, da der Schall aus einer Richtung kommt, was gerade für Bühnenmonitore, aber auch für Nearfield-Monitore im Studio von Vorteil ist. Die Abstrahlung des Hochtöners beträgt 80° x 80°.
Als Eingang bietet die Mon A10 eine Line-Kombibuchse, die mit XLR oder Klinke angesteuert werden kann. Zur Weiterreichung des Signals ist eine XLR-Link Buchse vorhanden. Für die Lautstärke ist ein Drehpoti verbaut. Druckknöpfe stehen für die Soundpresets „Monitor/FOH“ und für Groundlift parat. Zwei LEDs zeigen den Betriebszustand an. Die „On“-LED leuchtet, wenn der Monitor eingeschaltet ist, die zweite LED weist mit grün auf Signal und mit rot auf Limiting hin.
Strom erhält die Mon A10 über eine Kaltgerätebuchse, daneben der Powerschalter, ein Schiebeschalter erlaubt den Betrieb an 110V oder 230V. Eine Plastikabdeckung verhindert die versehentliche Umschaltung.
Der Mon A10 ist mit 11 kg angenehm leicht, mit 300 x 480 x 420 mm schön klein und wird mit einem Verkaufspreis von 249,- Euro überraschend günstig angeboten.
LD Systems GT10A
Auch bei dem Monitor von LD Systems handelt sich um eine Hausmarke, diesmal von Adam Hall Group, die vor vier Dekaden als Hersteller von Flightcase-Beschlägen starteten.
Inzwischen ist der Hersteller mit Palmer für Audio-Produkte, Cameo für LED-Licht, Defender für Kabelbrücken und neuerdings Gravity für Stative recht breit aufgestellt. Dazu gehört seit 2002 auch LD Systems als Brand für professionelle Audiotechnik.
Der GT10A bietet ein typisches MuFu-Gehäuse aus 15 mm Multiplex-Holz mit Monitorschräge und Strukturlackierung. Das stabile Wabengitter ist mit Akustikschaum hinterlegt. Die Monitorschräge liegt bei 54°, 8 Gummifüße schützen sowohl in der Monitor- als auch in der Frontposition. Bestückt ist die GT10A mit einem 10″ Tief-/Mitteltöner, den 1″ Hochtöner steuert Celestion bei.
Auf der Unterseite befindet sich ein Duo-Tilt-Flansch, der die Neigungswinkel 0° und 5° anbietet. Der Transportgriff sitzt als Plastikschale oberhalb des Ampblocks auf der Rückseite. Das ist nicht ganz optimal, die Box lässt sich so nicht ausbalanciert tragen.
Dieser bietet zwei Kombieingänge für Mic und Line mit jeweils eigenem Gainpoti. In der Outputsektion stehen Volume, Bass und Treble zur Verfügung. Die Potis zur Lautstärkenregulierung verfügen über eine Rasterung, die Klangregler sind mittengerastert. Über eine XLR-Line Out Buchse wird das Eingangssignal weitergeschleift. Vier LEDs zeigen Power, Signal, Limit und Protect an.
Die Stromzufuhr erfolgt über eine Kaltgerätebuchse mit integriertem Sicherungshalter, ein Kippschalter gibt Strom auf die Elektronik. Das Schaltnetzteil stellt sich automatisch auf die anliegende Betriebsspannung ein.
200 Watt liefert die Class-D Endstufe an die Komponenten. Schutzschaltungen gibt es für Überspannung und -Strom und zum Schutz des Hochtöners. Das Horn bietet einen Abstrahlwinkel von 90° x 60°. Durch die quadratische Grundfläche dürfte eine Drehung um 90° möglich sein. Als Übertragungsbereich gibt der Hersteller 65 – 19.000 Hz an, der Maximalpegel beträgt dabei 116 dB SPL.
Die LD GT10A wiegt 13,5 kg, misst 328 x 500 x 293 mm und wird für 319,- Euro verkauft.
HK Audio Premium PR:O Aktiv 10Xa
Die Premium PR:O Serie der Company aus St. Wendel bietet insgesamt 16 verschiedene Modelle, die untereinander kombinierbar sind. So werden die aktiven Topteile durch passive Kollegen ergänzt, die zugeschaltet werden können. Ein aktiver und zwei passive Subs übernehmen die Tiefenarbeit.
Die PR:O Aktiv 10 Xa ist eine Multifunktionsbox, die als Topteil und als Monitor fungieren kann. Das Holzgehäuse aus MDF ist mit schwarzem Acryllack beschichtet, der einen widerstandsfähigen Eindruck macht. Die Holzarbeiten sind sehr sauber ausgeführt, ein Hingucker ist die ins Holz gefräste Serienbezeichnung. Optisch und von der Verarbeitung her hinterlässt der Monitor einen professionellen Eindruck.
Die Box verfügt über eine auf der Oberseite eingelassene Griffschale, auf der gegenüberliegenden Seite ist ein DuoTilt Flansch verbaut, der die Neigungswinkel 3° und 7° erlaubt. Sowohl in der Monitor- als auch in der Topteilposition verhindern je vier Gummifüße ein Verrutschen und Verkratzen der Oberfläche. Mit drei M8 Flugpunkten ist die 10Xa auch für Festinstallationen geeignet.
Die Bestückung ist 10″ und 1″, das drehbare Horn hat hierbei ein Abstrahlverhalten von 90°x 60°. Geschützt werden die Komponenten durch ein Lochgitter mit außenseitigem Akustikschaum. Der integrierte Class D Amp leistet 600 an 4 Ohm Watt und kann damit auch noch bei Bedarf die passive Variante PR:O 10X mit betreiben. Ein kombinierter RMS/Peaklimiter und ein Subsonic-Filter sichern die Box ab.
Sehr erfreulich ist, dass HK Audio das Messverfahren für Frequenzgang und maximalen Schalldruck angibt, was eine seriöse Beurteilung der Daten erlaubt. So beträgt der Übertragungsbereich bei +/-3 dB 89 Hz – 19 kHz, der Schalldruck bei 10% THD wird mit 121 dB angegeben.
Für den Signaleingang kommt auch hier eine Kombibuchse zum Einsatz, der parallele Ausgang ist eine XLR-Buchse. Dazu kommt noch der Speakon-Out, der das Verstärkersignal führt.
Zur Lautstärkeregelung ist ein Gainpoti vorhanden, ein Druckschalter erlaubt die Eingangsumschaltung für Mic oder Line. Klanglich lässt sich die Box über einen Tone-Poti anpassen, das stufenlos zwischen den beiden Presets Music und Speech überblendet. Mit Music werden die Mitten etwas unterdrückt und die Bässe angehoben, Speech hat den entgegengesetzten Effekt. Die Mittelstellung verhält sich neutral.
Eine zweifarbige LED erlaubt die optische Kontrolle, bei grün liegt ein Signal an, bei rot arbeiten die Limiter. Vervollständigt wird der aktive Teil durch eine verriegelbare Netzbuchse, Powerschalter und einen kleinen Lüfter.
Die Premium PR:O 10Xa ist mit den Maßen 320 x 480 x 290 mm und einem Gewicht von 13,9 kg recht handlich. Mit einem Anschaffungspreis von 579,- Euro ist sie der teuerste Kandidat in diesem Vergleichstest.
RCF ART 310A MKIII
Auch die Lösung des italienischen Anbieters wartet mit der bewährten Bestückung 10″/1″ auf. Anders als die bisherigen Mitbewerber setzt RCF beim Gehäusematerial auf Polypropylen, also Kunststoff. Die Box ist als MuFu konstruiert. So befindet sich auf der Unterseite neben den vier Füßen ein Hochständerflansch. Auf der Oberseite ist ein Tragegriff eingearbeitet. Die beiden Monitorschrägen fallen symmetrisch aus, das bedeutet, dass das Horn bei gleichem 45°-Anstellwinkel rechts oder links platziert werden kann. Über ein Paar M10-Gewindebuchsen kann ein optionaler Bügel zur Wandmontage befestigt werden.
Die Vorderseite zeigt ein offenes Horn mit den Abstrahlwinkeln 90° x 70°, das Teil der Gehäusekonstruktion ist und somit nicht gedreht werden kann. Ebenso direkt einsehbar sind die Bassreflexöffnungen. Der 10″-Woofer wird von einem Lochgitter geschützt.
Rückseitig ist der Ampblock eingelassen, der großzügig mit Lamellen zur passiven Kühlung bestückt ist. Der Digitalamp leistet insgesamt 400 Watt, die sich auf 300 Watt für den Woofer und 100 Watt für den Hochtöner aufteilen. Für die Stromversorgung ist ein modernes Schaltnetzteil zuständig.
Für den Eingang wurden mit XLR und Klinke zwei getrennte Buchsen gewählt, wobei die Klinkenbuchse parallel angeschlossen ist und auch als Ausgang fungieren kann. Eine männliche XLR-Buchse ist als Ausgang natürlich ebenso vorhanden.
Die Lautstärke wird über das Volume-Poti eingestellt, daneben sitzen drei LEDs für Strom, Signal und Limiter.
Als Klangregelung ist ein Boost-Schalter vorhanden, der bei geringen Lautstärken eine Loudness-Funktion zuschaltet. Mittels einem weiteren, versenkt angebrachten Schiebeschalters lässt sich von Line zu Mic umschalten, um ein Mikrofon direkt anschließen zu können.
Unterhalb des Kühlblocks finden sich der Powerschalter und die Kaltgerätebuchse mit integriertem Sicherungshalter.
Als Übertragungsbereich gibt RCF 50 – 20.000 Hz an, dabei soll ein Maximalpegel von 127 dB erzeugt werden.
Mit den Maßen 537 x 337 x 315 mm ist das Gehäuse für eine 10″ Box recht groß geraten, das Gewicht bleibt mit 12,6 kg recht niedrig, kann sich aber nicht deutlich von den Kandidaten mit Holzgehäuse absetzen. Preislich liegt die ART 310A MK III mit 398,- Euro im Mittelfeld.
Laney CXP-110
Einen Exot habe ich mit der CXP-110 mit in den Test aufgenommen, ist die englische Company doch vorwiegend als Lieferant hochwertiger Gitarrenamps bekannt. Aber vielleicht kann der kleine Aktivmonitor ja einen Überraschungserfolg verbuchen.
Optisch kommt die Laney recht nostalgisch rüber, klassische Wedgeform, Holzgehäuse, Metall-Schutzecken. Auf Tolexbezug wurde zugunsten einer Strukturlackierung verzichtet. Dafür wurde stilecht zum Transport ein Koffergriff verbaut.
Die Standseite ist mit vier Gummifüßen ausgestattet, auf der Unterseite ist ein Flansch zur Stativmontage vorhanden.
Der 10″ Tief-/Mitteltöner wird in den Höhen von einem Piezo-Tweeter unterstützt, die Lautsprecher werden von einem Wabengitter ohne Akustikschaum geschützt. Eine Aussage über den Abstrahlwinkel des Tweeters suche ich vergeblich.
Das Bedienfeld ist rechts neben den Speakern platziert. Eingänge sind für Mikrofon und Line vorhanden, ein Line Link und External Speaker Out besetzen die Ausgänge. Alle Buchsen sind als Klinke ausgeführt.
Neben dem Volume-Regler sind zur Klangregelung die Potis Treble und Bass vorhanden. Eine Kaltgerätebuchse mit Sicherungshalter und der Powerschalter schließen das Bedienfeld ab.
Der Amp der CXP-110 leistet 65 Watt RMS, Bi-Amping oder Frequenzweiche ist bei einem Piezo-Hochtöner nicht von Nöten. Damit will der Monitor einen Schalldruck von 97 dB erreichen und bietet einen Frequenzgang von 78 Hz – 20 kHz.
Mit einer Größe von 468 x 274 x 347 mm ist die Laney CXP-110 recht platzsparend, nicht gegeizt wurde am Gewicht von 14 kg. Mit 199,- Euro ist die Laney der günstigste Monitor im Test.
Soundcheck
So, nachdem das Testfeld nun ausführlich vorgestellt ist, geht es zur praktischen Bewertung. Starten wollen wir mit der
the box Pro Mon A10
Der Monitor fügt sich durch seine Formgebung harmonisch ins Bühnengeschehen ein. Besonders positiv ist das an der rechten Seite versenkte Anschlussfeld, so sind keine Bedienelemente zur Publikumsseite gerichtet.
Von Vorteil ist für Monitoranwendungen das Koax-Prinzip, das alle Frequenzen von einem Punkt aus abstrahlt. Anhand der Bestückung hätte das Gehäuse evtl. noch etwas kleiner ausfallen können, das hätte sich aber sicher auf die Entfaltung der tiefen Frequenzen ausgewirkt.
Nach dem Einschalten macht sich die Mon A10 durch nicht unerhebliches Rauschen bemerkbar. Das ist im Betriebsmodus zwar kaschiert, stört zunächst aber doch.
Gemäß der vorgesehenen Anwendung schalte ich das Klangpreset zunächst auf Mon. Der Sound ist dabei ziemlich höhenlastig, wobei dieser Bereich recht scharf und grobkörnig klingt. Die tiefen Mitten sind unterrepräsentiert, das ergibt insgesamt einen dünnen, näseligen Sound. Die Komponenten stimmen soweit, allerdings scheint hier aus Kostengründen bei allen Modellen der Serie dieselbe Frequenzweiche verbaut zu sein. Das passt auf das berechnete Modell, die anderen müssen mit dem Kompromiss leben.
Mit der FOH-Anwahl gerät das Klangergebnis deutlich ausgewogener, der Mittenbereich erfährt mehr Wärme und nimmt die spitzen Höhen etwas zurück. In beiden Positionen ist der Monitor aber nicht unanfällig gegen Feedback, wer das Leistungsvolumen auskosten möchte, dürfte um eine Entzerrung nicht herum kommen.
Durch seinen Abstrahlwinkel ist die Pro Mon A10 nicht unbedingt als Topteil prädestiniert, mit einem Winkeladapter kann sie da aber schon ganz gute Dienste leisten. Mit ihren 250 Watt ist die the box Pro Mon A10 auch dafür ganz gut gerüstet.
Auch einer Verwendung als Instrumentalmonitor steht durch die Kombi-Eingangsbuchse nichts im Weg.
LD Systems GT10A
Der LD-Monitor steht gut auf der Bühne. Das Anschlussfeld ist zwar vom Musiker abgewandt, ist durch seine Schräge aber auch nicht für den Zuhörer zugänglich.
Klanglich agiert die GT10A eher mittig, die Höhen sind etwas verwaschen, die Tiefen zu indifferent. Hier lässt sich aber mit der Klangregelung mit Treble und Bass ganz gut gegensteuern. Schön ist, dass die Potis für die Neutralposition mittengerastert sind.
Die beiden Eingänge Mic und Line verfügen jeweils über eigene Gainpotis, dazu gesellt sich ein Mastervolume. So kann die Box auch mal als Mini-PA für Stimme und Instrument dienen. Hilfreich ist dabei der Duo-Tilt Flansch, der auch eine Neigung der Box erlaubt.
In der Monitoranwendung strahlt der Abstrahlungswinkel mit horizontal 60° recht breit, so dürfte in den meisten Fällen eine arbeitsintensive Drehung des Horns entfallen.
Insgesamt bietet die GT10A einen guten Kompromiss zwischen Monitor, Topteil und standlone Box Mic/Instrument.
HK Audio Premium PR:O Aktiv 10Xa
Die 10Xa steht durch ihre große Auflagefläche sicher auf der Bühne. Das Anschlussfeld ist leider so platziert, dass es direkt dem Publikum zugänglich ist. Für mich ein No-Go. Positiv ist die verriegelte Netzverbindung.
Mit 600 Watt ist die PR:O Aktiv 10Xa potent befeuert, so dass sich die Anbindung der passiven PR:O 10X anbietet. Für die Monitoranwendung hätte sich hier allerdings die Spiegelung des Gehäuses angeboten.
Beim Einschalten läuft der verbaute Lüfter kurz hoch, behält dann aber im Laufe meines Tests Ruhe.
In Mittenstellung der Klangreglung erscheinen die Höhen etwas belegt, die hohen Mitten sind zu quäkig. Eine Orientierung der Klangregelung zu Music erzeugt deutlich zu viel Bass für die Monitoranwendung. Die Überblendung zu Speech nimmt das zurück, dann wirken aber auch die Mitten recht dünn und blechern. Die Idealposition dürfte also fast immer die Mitte sein, damit ist der Klangparameter obsolet.
Bei direktem Anschluss eines Mikrofons wird dabei aber eine störende Frequenz um die 400 Hz erzeugt. Mit der Potistellung Speech ist das eliminiert, das Ergebnis klingt allerdings etwas blechern.
Neben der Anwendung als Monitor lässt sich die PR:O Aktiv 10Xa auch als Topteil nutzen. Hier ist der Duo-Tilt von Vorteil. Leider ist auch hier der zurückhaltende Höhenbereich nicht für gehobene PA-Anwendungen ausreichend. Eine Anwendung als Instrumentalmonitor in Verbindung mit dem Tone-Regler dürfte aber in den meisten Fällen zu einer zufrieden stellenden Performance führen.
RCF ART 310A MKIII
Auch die ART 310A MK III ist eine typische MuFu-Box. damit befindet sich der Amp-/Anschlussblock auf der Rückseite. Er sitzt allerdings so in der Schräge, dass er für Unbefugte nicht gut zugänglich ist.
Die Standflächen in der Monitorposition sind recht klein und haben keine Füße, um ein Rutschen zu vermeiden. Trotzdem steht der Monitor recht stabil, für exzessive Hardcore-Shows ist er eh der falsche Kandidat. Dagegen sprechen auch das Horn und die Bassreflexöffnungen, die Flüssigkeiten ungehindert Zugang ins Gehäuseinnere erlauben.
Das Horn ist nicht drehbar, strahlt mit 70° x 90° aber breit genug ab. Zusätzlich kann es links oder rechts positioniert werden, so dass sogar eine sinnvolle Monitor-Doppelbestückung möglich ist.
Der Klang der ART 310A MKIII ist recht ausgewogen, für eine 10″ Box ist der Bassbereich erstaunlich präsent. Mit der Boost-Funktion wird hier noch etwas verstärkt, was den Sound dann doch ans Dröhnen bringt. Dieser Schalter ist also wirklich nur für Loudness bei kleinen Lautstärken vorgesehen.
Für die Monitoranwendung ist für Stimme eher angeraten, am externen EQ die Tiefen etwas abzusenken. Bei Verwendung als Keyboardmonitor klingt das Grundsetup sehr ordentlich.
Auch als Topteil macht die RCF tonal eine gute Figur, Bands ohne Anspruch an ein fettes Bassfundament können hier bei kleinen Gigs ohne Sub auskommen. Laut kann die Kiste auch, dabei gerät das Gehäuse nicht ans Schwingen. Hier scheinen die Entwickler auf die nötige Steifheit geachtet zu haben.
Durch den Mikrofoneingang kann die Box auch mal unkompliziert für eine Sprachdurchsage genutzt werden. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Stimme hierbei gegenüber dem Anschluss über ein Pult etwas die Höhen verloren gehen. Das kann so gewollt sein, um Feedbackgefahr zu minimieren.
Nun, optisch spricht mich persönlich die ART 310A MKIII, wie auch ähnlich geartete Plastikprodukte, überhaupt nicht an. Ich komme aber nicht umhin, der Box das bisher akustisch beste und stimmigste Ergebnis zu testieren.
Laney CXP-110
Der Laney steht wie aus der Zeit gefallen vor mir. Tatsächlich erinnert er mich an meine erste selbstgebaute Monitoranlage Anfang der 80er.
Positiv ist er sichere Stand, die Anschlüsse sind für das Publikum nicht erreichbar. Dafür aber umso besser für unachtsame Musikerfüße, Netzstecker und (Klinken-)Anschlüsse ragen ins Bühnengeschehen. Die Kabel baumeln dabei über die Front herab.
Also sicher kein Gerät für härtere Shows, aber dafür ist er mit seinen 65 Watt RMS aber auch nicht gemacht.
Akustisch liefert der CXP-110 einen sehr dünnen Sound mit scharfen Piezo-Höhen. Durch den Bassregler lässt sich der Klang etwas fülliger gestalten, von einer Zugabe der Höhen ist eher abzuraten, zu zischelnd klingt die Billigtröte. Auch gerät man mit Mikrofon sehr schnell in Feedbackgefahr, Höhen also lieber etwas raus.
Über den Line-Eingang ist ein starkes Netzteilbrummen und -ziepen zu vernehmen, Kabeltausch half da auch nichts. Vielleicht ein Montagsfehler, ein Ersatzgerät war nicht auf die Schnelle zu kriegen. Bei direktem Eingang mit dem Mikro in die entsprechende Buchse ist das nicht aufgetreten.
Durch den Hochständerflansch ist der Laney auch als Topteil zu verwenden, aber natürlich ist auch hier der Sound alles andere als zeitgemäß. So kann ich mir keine Anwendung vorstellen, für die der Laney CXP-110 ernsthaft zu empfehlen wäre.