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Workshop: Gitarre lernen für Anfänger, C-Dur-Tonleiter

12. Januar 2020

Tonleiterübungen für Anfänger, C-Dur-Tonleiter

In Zukunft wird es bei amazona auch eine Reihe Workshops geben, die verschiedene Tonleitern und deren Einsatzgebiete genauer beleuchten wird. Die Musiktheorie ist ein sehr weites Feld und sollte wie beispielsweise die Mathematik in überschaubaren Dosen verabreicht werden, da auch komplexere Zusammenhänge nur verstanden werden, wenn man das Vorangegangene wirklich verstanden hat. Fehlt einem in der Reihe der Zusammenhänge eine Episode, wird es schwer, den Durchblick zu behalten. Wir starten heute mit dem wohl wichtigsten Element, der C-Dur-Tonleiter, von der sich alles Weitere ableiten wird. In weiteren Folgen kümmern wir uns um die sogenannten Kirchentonleitern (gelegentlich Modes genannt) oder auch das Einsetzen z. B. der harmonisch Moll Tonleiter etc..

Gitarre Einsteiger Workshop – C-Dur-Tonleiter

Man könnte die C-Dur-Tonleiter als Mutter aller Tonleitern bezeichnen, da sie keine Töne mit Vorzeichen wie z. B. # oder b enthält. Auf dem Klavier ist sie deswegen einfach zu spielen, da sie nur weiße Tasten verwendet. Selbst komplexe musikalische Vorgänge lassen sich in C-Dur immer am einfachsten darstellen bzw. erklären, deswegen sollte man diese sicherlich genau kennen.

Die C-Dur-Tonleiter beinhaltet folgende Töne:

C –  D –   E –   F –   G –  A  –  H – C

Anzumerken sei hier, dass ich den siebten Ton der C-Dur-Tonleiter in diesem Workshop als H bezeichne, also den deutschen Terminus benutze. Viele Notenschreibprogramme verweigern die Eingabe eines H´s, da im internationalen Sprachgebrauch das deutsche H als B (und das deutsche B als Bb) bezeichnet wird. Die Note H gibt es also nur im deutschen Sprachgebrauch.

Dabei sind die Tonabstände (Intervalle) wie bei jeder reinen Durtonleiter:

GT – GT -HT – GT – GT – GT – HT (GT bedeutet Ganzton, HT ist Halbton)

Festzuhalten ist hierbei, dass wir zweimal einen Halbtonschritt (kleine Sekunde) vorfinden, und zwar zwischen dem 3. und 4. Ton und zwischen dem 7. und 8. Ton der Skala. Jede Tonleiter (Skala) besitzt eine einmalige Zusammensetzung (Anordnung) von Ganz- bzw. Halbtonschritten, an der man sie wiedererkennt bzw. definiert.

Gitarre lernen für Beginner: Die C-Dur-Tonleiter in der Praxis auf der Gitarre

Jeder Popsong, Schlager, Folksong, Rocksong, sogar jeder Jazz-Standard bedient sich gleichermaßen gerne der Durtonleiter. Diese sollte man unbedingt spielen und auch singen können. Auf der Gitarre klingt die C-Dur-Tonleiter (eine Oktave) folgendermaßen. Natürlich kennt ihr diesen Klang, da schon die ersten Kinderlieder, die man im Leben hört, diese Tonleiter einsetzen.

In Noten bzw. Tabulatur sieht dies so aus:

Auf- und abwärts gespielt, kann das so klingen:

Gitarre Einsteiger Tutorial – 3-er Sequenzen abwärts

Spielt man die Tonleitern in sogenannten Sequenzen, klingt dies so:

Wir beginnen mit 3-er Sequenzen:

Versucht nun, das obige Beispiel auch aufwärts zu spielen.

Gitarre Übung Workshop – „4-er Sequenzen“

Hier nun die C-Dur-Tonleiter in 4-er Sequenzen (vier Noten linear aufwärts, gefolgt von weiteren vier Noten ab einem neuen Anfangston) gespielt:

Ihr seht, da gibt es viele Möglichkeiten. Es geht weiter:

E-Gitarre Workshop – Dreiklänge der C-Dur-Tonleiter

Nun wird es noch etwas interessanter. Akkorde setzen sich bekanntermaßen aus „geschichteten Terzen“ zusammen, folglich enthält C-Dur folgende Dreiklänge:

C – Dur (C-E-G)

D-Moll (D-F-A)

E-Moll (E-G-H)

F-Dur (F-A-C)

G-Dur (G-H-D)

A-Moll (A-C-E)

H vermindert (H-D-F)

Das könnte beispielsweise so klingen:

Gespielt wurde es so:

Gitarre lernen – Modes – E – phrygisch

Fügen wir alle Töne der C-Dur-Tonleiter auf den ersten drei Bünden der Gitarre ein und definieren („denken“)  die C-Dur-Tonleiter von e bis e,

E – F – G – A – H – C – D – E

bekommt sie einen total anderen Klang. Und dies, obwohl wir exakt dieselben Töne einsetzen, aber lediglich nur von einem anderen Ton starten und enden. Wir haben praktisch eine „neue“ Tonleiter gelernt, nur weil wir den Startpunkt neu wählen, also nicht beim ersten Ton, sondern beim dritten Ton (E) beginnen.

Diese Tonleiter bzw. ein sogenannter „Modus“ der C-Dur-Tonleiter (in der Fachsprache als „phrygisch“ bezeichnet, kann man gut bei „spanisch orientierter Musik“ einsetzen. Wir haben also mit dem Erlernen der C-Dur-Tonleiter gleich sieben Tonleitern (Modi) gelernt (etwas übertrieben aber streng genommen richtig), wenn man diese jeweils von einem anderen Punkt aus startet. Die sieben Modi einer Dur-Tonleiter (auch Kirchentonleitern genannt) werden auch Thema zukünftiger Workshops sein.

Merke: C-Dur = a-Moll!

Die C-Dur-Tonleiter besitzt exakt dieselben Töne wie die a-Moll-Tonleiter, folgerichtig kann man also Melodien oder Improvisationen in Stücken, die in a-Moll geschrieben wurden auch mit den Tönen bzw. dem Fingersatz der C-Dur-Tonleiter spielen.

A-Moll verwendet dieselben Töne, startet lediglich beim Ton A (der 6. Stufe) der C-Dur-Tonleiter.

A ist also der neue Bezugspunkt:

A – H – C – D – E – F – G – A – H – C – D – usw.

Startet man die C-Dur-Tonleiter bei A und spielt eine Oktave, wird dies fachsprachlich als „natürlich Moll“ (es existieren weitere Molltonleitern) oder „äolisch“ genannt. Mehr Fakten hierzu findet ihr in den folgenden Workshops dieser Serie.

Wenn ihr die Tonleiter übt und dafür ein Plektrum einsetzt, empfiehlt sich der Einsatz des sogenannten Wechselschlags (engl. „Alternate Picking“), wobei die erste Note (auf dem Beat) nach unten angeschlagen wird und die zweite Note (Offbeat) nach oben. Dieses Prinzip wird dann anschließend beibehalten, die Richtung des Anschlags wechselt sich also beim „Alternate Picking“ stets ab.

Viel Spaß beim Üben!

Stay tuned!

 

 

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