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Workshop Gitarre lernen: Moll-Pentatonik 2

13. Oktober 2019

Workshop Gitarre lernen: Moll-Pentatonik 2

Workshop Gitarre Pentatonik

Liebe Gitarrenfreunde,

nachdem ihr euch möglicherweise bereits intensiv mit dem ersten Teil dieser Pentatonik-Serie beschäftigt habt, können wir im zweiten Teil neue „skills“ hinzufügen und weitere Anwendungen und zusätzliche Positionen der Moll-Pentatonik angehen. Damit erhöht sich die Übersicht über das Griffbrett, da sich die noch unbekannten bzw. ungenutzten Bereiche plötzlich mit Leben füllen. Durch das Verbinden beider Positionen bekommen wir deutlich mehr Fluss und Leben in unser Spiel, da wir diese z. B. auch mit Slides verbinden können. Die Hörbeispiele sind weiterhin in der Tonart a-Moll, sie können aber auch beispielsweise über einen C-Dur Akkord bzw. Songs in der Tonart C-Dur angewandt werden, wie wir später noch sehen und hören werden.

Moll-Pentatonik – zweite Position

Schauen wir uns die sogenannte „zweite Position“ einmal an: Der Begriff „zweite Position“ bedeutet eigentlich nur, dass wir unsere bereits bekannte Moll-Pentatonik vom zweiten Ton starten. Gehen wir davon aus, wir befinden uns in der Tonart a-Moll, dann lauten die Töne unserer Moll-Pentatonik:

a (Grundton) – c (kleine Terz bzw. b3) – d (Quarte bzw. 4) – e (Quinte bzw. 5) – g (kleine Septime bzw. b7). Dies wurde zuvor im ersten Teil bereits erläutert.

Starten wir also auf dem zweiten Ton c und spielen dieses c auf der tiefen E-Saite im 8. Bund, ergibt sich folgender Klang bzw. Tabulatur:

Die zweite Position der a-Moll-Pentatonik ist übrigens gleichbedeutend bzw. tonal identisch mit einer C-Dur-Pentatonik (a-Moll-Pentatonik = C-Dur-Pentatonik):

Die zweite Position der a-Moll-Pentatonik ist exakt gleich einer C-Dur Pentatonik

Wir können folglich über einen Song in a-Moll stets beide Positionen einsetzen, da es sich um dieselben Töne handelt, die lediglich an einer anderen Stelle des Griffbretts gespielt werden.

Verbinden der ersten und zweiten Position der Moll-Pentatonik

Verbinden wir die ersten beiden Positionen der Moll-Pentatonik, ergeben sich nicht zuletzt aufgrund der Lagenwechsel interessante und lebendige Linien.

In folgendem Beispiel wird zunächst die erste Position aufwärts gespielt, anschließend die zweite Position abwärts bis zum c auf der 6. Saite gespielt und dann mit einem a auf der 6. Saite abgeschlossen. Der letzte Ton harmoniert perfekt mit dem Schlussakkord, da er dessen Grundton ist:

1. Position aufwärts und 2. Position abwärts

Anwendung der Moll-Pentatonik über einen Song in einer Dur-Tonart

Was kann man tun, wenn man die Moll-Pentatonik in einer Dur-Tonart bzw. über einen Dur-Akkord anwenden will? Kein Problem! Im folgenden Beispiel spielen wir die erste Position abwärts und lösen dann nach C-Dur auf. Die Auflösung zum Ton c ist hier sehr wichtig, damit der Akkord harmonisch unterstützt wird. Wir sollten die (a-) Moll-Pentatonik also beim vorletzten Ton beenden und nicht wie gewohnt bis zum a spielen, da das nicht schön klingen würde und am C-Dur Akkord „vorbei spielte“.

Das Beispiel startet mit einen C-Dur Akkord, um den Bezug zum Akkord zu verdeutlichen:

Mollpentatonik, erste Position über einen C-Dur Akkord

Die a-Moll-Pentatonik eignet sich also perfekt, um über Stücke in der Tonart C-Dur zu improvisieren.

Moll-Pentatonik mit b5 über einen Dur-Akkord

Auch die zusätzliche Note (b5) die wir im ersten Teil dieses Workshops kennenlernten, klingt beim Einsatz über einen (sogenannten parallelen) Dur-Akkord ausgesprochen passend.

So klingt die a-Moll-Pentatonik mit der zusätzlichen Note Eb (b5) über einen C-Dur Akkord (abwärts gespielt):

Die Note c wird in diesem Beispiel auf der a-Saite gespielt.

Pentatonik mit Zusatznote und Auflösung nach C-Dur

Aufwärts empfiehlt sich dieser Fingersatz:

Auch hier werden beide Positionen eingesetzt und schließlich in einem C-Dur Akkord aufgelöst. Diese Variante sollte aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sorgfältig geübt und wiederholt werden.

Licks mit beiden Positionen der Moll-Pentatonik

Die folgenden Licks bedienen sich beider gelernten Positionen der (a-) Moll-Pentatonik und enthalten diverse Möglichkeiten ihrer „Verbindung“. In der Praxis geschieht das Verbinden beider Positionen meist mit Slides auf der G- bzw. H-Saite. Den Übergang bzw. das geschickte Verbinden der ersten und zweiten Position kann nicht oft genug geübt werden. Unzählige weltbekannte Gitarristen nutzen fast ausschließlich diese beiden Positionen und erreichen damit beeindruckende Ergebnisse.

Lick 1

ist im sogenannten Shuffle-Feel, das bedeutet, Achtelnoten werden triolisch interpretiert, was einen „bluesigeren“ Klang erzeugt.

In die erste Note des zweiten Taktes wird „gerutscht“

Lick 2

startet in der zweiten Position, „hangelt“ sich zurück in die erste Position und wird schließlich von einem Am7 Akkord abgeschlossen.

Lick 3

Lick 3 funktioniert z. B. gut über einen Am-Akkord und bedient sich gleichfalls Noten aus beiden Positionen. Hierbei wird die Note a einmal auf der 1. Saite und sofort anschließend auf der 2. Saite gespielt, was cool und lebendig klingt:

Hier die Tabulatur dieses Licks:

Lick 4

Auch Lick 4 beginnt zunächst in der zweiten Position der a-Moll-Pentatonik, wird aber in der ersten Position abgeschlossen. Die letzte Note c ist Teil des Schlussakkord C-Dur.

Auch hier werden die Achtelnoten „triolisch“ interpretiert, um mehr Bluesfeeling zu erzeugen:

Versucht nun, die gelernten Licks etwas zu variieren, um weitere Phrasen zu deinem Repertoire hinzuzufügen.

Ich hoffe, dieser Workshop unterstützt euch beim Kennenlernen und Experimentieren mit den ersten beiden Positionen der Moll-Pentatonik und liefert Inspiration für „neue“ Licks. Im dritten Teil dieses Workshops bauen wir dann auf das heute Gelernte auf.

Stay tuned

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