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Wie The Pocket Gods das Spotifysystem austricksten

14. März 2022

The Pocket Gods tricksten Spotify aus

 

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Mit Musik Geld zu verdienen, ist heutzutage ganz schön schwierig, weil die meisten Menschen streamen. Durch Streamen verdienen die Musikschaffenden auf Spotify um die 0,0038 Euro pro Play. Dieser Verdienst ist an die Song-Länge gekoppelt. Ein Song muss mindestens 30 Sekunden lang sein, um als Song anerkannt zu werden. Daher verfügen kürzere Songs über einen höheren Wiederspielwert. Auf Spotify finden sich viele Songs, die dieses System nützen um maximalen Profit zu erzielen.

Lil Nas X nutzte alle Spotify-Mechanismen, um mit dem Song „Behind The Scenes: Old Town Road“ von diesem System profitieren. Im Jahr 2019 war dieser Song 17 Wochen auf Platz 1.Das Stück dauert 2.37 Minuten und verfügt damit über die durchschnittliche Spielzeit einer Beatles Nummer von 1964.

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Nach 30 Sekunden zahlt Spotify und je kürzer die Nummer ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man sie nochmals anhören wird. Songs mit einer Länge von „Shine On You Crazy Diamond“ und „Bohemian Rhapsody“ haben in solch einem System keine Chance mehr. Wer auf Spotify wirtschaftlichen Erfolg erzielen möchte, muss sich diesen Regeln anpassen.

Warum sollte man sich überhaupt Mühe machen und anspruchsvolle Songs mit einem dramatischen Aufbau, filigranen Solos und Breaks zu kreieren? Die Frage stellten sich die Band „The Pocket Gods“ auch und veröffentlichten ein Album mit 1000 Songs, die über eine ungefähre Spielzeit von 30 Sekunden verfügen. Die Mindestspielzeit ist erfüllt und alle 30 Sekunden klingelt die Kasse. Nach den ersten 30 Sekunden dauert es im Fall von In-A-Gadda-Da-Vida noch 16 Minuten, bis ein neuer Song eines Iron Butterfly Albums abgespielt wird und für Einnahmen sorgt. Die 30 Sekunden Songs von The Pocket Gods sind profitabler.

Spotify mit dem Album von The Pocket Gods, das über 1000 Songs verfügt

The Pocket Gods haben mit dem Protestalbum „1000×30 Nobody Makes Money Anymore“ ein Statement gegen die bestehenden Strukturen der Musikindustrie abgegeben. Darauf weisen die Songtitel wie „Nobody Makes Money Anymore“, „My Royalty Statement“, „Not Beeing Paid A Fair Amount“ hin. Der Song 0.002 ist natürlich ein Seitenhieb auf die Vergütung pro gespielten Song bei Spotify.

Wie wollen wir Musik bewerten? Ist z. B. die Musik von Claude Debussy oder Klaus Schulze weniger wert, weil die Werke zu lang sind und nicht in das System Spotify passen?

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Forum
  1. Profilbild
    Henrik Fisch  AHU

    Mein Statement dazu: Ich habe mich damals bei der Einführung der »DVD« (Video) und dem sich am Horizont abzeichnenden Format »DVD-Audio« tierisch auf ein Klaus-Schulze-Album gefreut, das ohne Unterbrechung mal 3 Stunden spielt. Leider hat sich das Format nicht durchgesetzt und ein entsprechendes Album vom Herrn Schulze blieb aus. Heute könnte man das als Download oder meinetwegen als Stream technisch ohne Probleme heraus bringen … aber ich fürchte, dass Herr Schulze dazu auch keine Lust mehr hat (was ihm mit Blick auf sein Œuvre auch gegönnt sei; oh Mann, ich muss mich mal wieder durch die 10 CDs der »Contemporary Works« hören).

    Spotify mit seinen Hörer-Verdoofungs-Algorithmen kann mir gestohlen bleiben. Für mich ist und bleibt erste Wahl Bandcamp und wenn möglich dort der Kauf von Musik auf CD.

  2. Profilbild
    kiro7  

    Interessant! Aber wo ist denn jetzt die Abzocke?
    „zockten Spotify ab“: Sind sie fertig, oder geht die Abzocke weiter? Der geneigte Leser erwartet natürlich auch ein paar Zahlen ($$$ ?) Von daher bin ich von der vielversprechenden Überschrift bisschen enttäuscht ;-)

    • Profilbild
      cosmolab  

      Man muss es wohl leider sagen:
      Die „Abzocke“ findet – wenn überhaupt – allenfalls durch das Clickbaiting mit Hilfe der (vornehm ausgedrückt) „unpassend gewählten“ Überschrift dieses Artikels statt… ;-]

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        Tyrell  RED

        War mein Fehler. Hatte in der Eile den Artikel freigegeben und die Headline geändert. Sven hatte damit nichts zu tun. Asche auf mein Haupt. Ich glaube jetzt ist wieder der ursprüngliche Titel drin.

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          cosmolab  

          …AHAA – na, man dankt! ;-)

          (Wobei man vielleicht etwas mäkelig anmerken könnte, dass eine Überschrift etwa wie „The Pocket Gods wollen Spotify-System entlarven“ der eigentlichen Intention der Band NOCH näher käme…was aber leider nicht so cool klingt- zugegeben).

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            Sven Rosswog  RED

            Hallo Cosmolab,
            aus meiner Sicht gibt es bei Spotify eigentlich nichts mehr zu entlarven. Es drüfte mittlerweile in der Musikszene bekannt sein, was Spotify Musikern bietet. Wenn The Pocket Gods die minimalen Anforderungen erfüllen um von Spotify bezahlt zu werden, dann ist das schon clever. Dienst nach Vorschrift könnte man das nennen und das ist schon tricky. :-)

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              cosmolab  

              ….“Dienst nach Vorschrift“ klingt irgendwie nett! ;-)
              Allerdings fällt mir dazu ein – und da hab ich vielleicht den Gag noch nicht so recht kapiert: Es reicht doch vermutlich nicht, Spotify einfach nur mit 1000 „Songs“ zuzuspammen. Es braucht doch sicher auch noch jemanden, der das Ganze streamt, oder?
              So richtig „rund“ würde die Sache also erst dann, wenn jetzt noch automatisierte „StreamBots“ von überall her diese Files abrufen – und (erst) zusammen DAMIT den „optimalen Wirkungsgrad“ erzielen… ;-)
              Andernfalls ist das doch eher lächerlich, wenn man da 1000 Files reinstellt mit der Attitüde „jetzt hab ich euch´s aber mal gezeigt“ – aber das am Ende keinen interessiert und noch viel weniger Spotify kratzt – weil damit allein schlicht noch kein Traffic erzeugt wird.
              Oder hab ich da was übersehen?

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                Sven Rosswog  RED

                Also wir sind nicht die ersten, die darüber berichten, soviel kann ich dazu sagen. Natürlich hat eine Kunstaktion immer einen symbolischen Charakter. Es geht darum Aufmerksamkeit zu schaffen. Musik kann die Welt nicht verändern, aber manche Künstler setzten ihren Einfluss ein, um auf etwas Aufmerksam zu machen. Am Ende liegt es am Konsumenten, wie er Musik konsumiert und nur daran wird sich Spotify orientieren. Spotify reagiert auf öffentlichen Druck, wie man am Beispiel Neil Young zuletzt beobachten konnte. Wann gab es eigentlich mal irgendwas positives über Spotify zu berichten? Die meisten Nachrichten die spotify erzeugt sind aus meiner Sicht beschämend, peinlich und nicht vorbildlich. Ich gehe jedenfalls nur zu sympathischen musikhändler, die gibt es.

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                  cosmolab  

                  Natürlich hast Du Recht – das ist ja klar.
                  Und anders als eine Kunstaktion kann es ja eigentlich auch nicht gemeint sein – es wäre sonst nix weiter als eine bauernschlaue Hampelei.
                  Das Problem war vielleicht nur, dass Du wirklich bissl Pech hattest, weil Deinem Artikel eine Überschrift draufgebraten wurde, mit der ein falscher Eindruck entstand und damit das Gegenteil von dem erreicht wurde, was die Band eigentlich ausdrücken wollte. Der Peter hat´s ja dann auch schnell gemerkt. Wobei ich jetzt bissl stichele, ich weiß, aber: Auch die jetzige Überschrift tut der Aktion (und Deinem Artikel!) immer noch nicht wirklich einen Gefallen. Naja…geschenkt… ;-)

                  • Profilbild
                    Sven Rosswog  RED

                    Cosmolab, du weißt ja, wie es ist: Wie man es macht, ist es falsch. Wir können nicht jeden zufriedenstellen und nicht jeden Text so schreiben, dass er jeden Leser und Leserin glücklich macht. ;-)

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      dflt  

      ich war auch etwas überrascht, als der artikel plötzlich zu ende war und ich nichts über die abzocke gelesen habe…

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        Joerg  

        Ist halt genauso wie bei den 30 Sekunden – 2:30 Minuten bei Spotify: schneller zu Ende als man denkt :-)

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    Lapin  

    Je kürzer die Nummer, desto wahrscheinlicher, dass man sie nochmals anhören wird

    Gibt’s dazu halbwegs seriöse Evidenz oder habt ihr euch das ausgedacht?

    Mich würd als vergleich interessieren, wie hoch die Vergütung pro gespielten Song bei den trad. Verwertungsgesellschaften ist? Glaub gema heißt das in Deutschland.

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      MartinM.  

      Zu dem Thema Vergütungen könnte ich ein paar Zahlen aus der Mitte der Achtziger Jahre nennen, einer kurzen Phase, in der ich tatsächlich mit der Musikindustrie zu tun hatte. Die D-Mark- und Pfennig-Beträge von damals kann man übrigens von der Kaufkraft her locker 1:1 zu heutigen Euro- und Centbeträgen setzen (damals lag der Durchschnittsbruttoverdienst bei etwa 3300 DM, heute bei 3300 Euro). Interpret und Produzent bekamen jeweils etwa 15 Pfennig pro verkaufter Kopie. Die GEMA Gebühr war ausschließlich für die Urheber der Musik. Hier bekamen Komponist und Texter jeweils 7 oder 8 Pfennig pro Song. War man Interpret, Komponist und Texter in einer Person, konnte man mit einer Single mit A und B Seite insgesamt 45 bis 50 Pfennig verdienen, wenn ich mich recht erinnere. Alles ohne Gewähr.
      Für das Senden im Radio gab es einen niedrigen dreistelligen Betrag, ich glaube es waren 150 DM bei regionalen Sendern und 300 DM bei bundesweitem Programm — es könnte aber auch nur halb so viel gewesen sein. Dies wohlgemerkt nur die GEMA Gebühr für die Urheber. Wenn nicht selbst Urheber, musste der Interpret die Verbreitung im Radio als kostenlose Werbung verstehen und bekam dafür sonst nüscht. Senden im TV brachte etwa die zehnfachen GEMA Gebühren, auch hier unterschieden nach regional und bundesweit. Die Gage für TV-Auftritte des Interpreten waren natürlich Verhandlungssache.

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED

      Hallo Lapin,

      wenn der Lieblingssong 2 Minuten dauert, ist die Chance, dass man ihn nochmals hören möchte viel größer und dementsprechend klingelt alle 2 Minuten die Kasse auf Spotify. Wenn ein Song nur 30 Sekunden dauert und dies die Mindestspielzeit von Spotify ist, klingelt alle 30 Sekunden die Kasse, besonders, wenn ein Album mit 1000 30-sekündigen Songs durchläuft. Da kommen Pink Floyd oder Iron Butterfly mit ihren epischen Songs nicht mit. Ein Fan wird sich die vollen 17 Minuten Iron Butterfly geben und nicht nach 30 Sekunden skippen. Die Rechnung ist ganz einfach: In 17 Minuten von Iron Butterfly passen 34 30 Sekunden Songs, die von Spotify bezahlt werden. In der Zeit hat Iron Butterfly ein Play. Abgesehen davon gibt es eine schöne Dokumentation auf Arte zu dem Thema, die sich mit dem Wiederspielwert der Musik auf Spotify beschäftigt und wie Komponisten sich diesem System anpassen, um erfolgreich auf dieser Plattform zu sein. Ein mega erfolgreichen Song habe ich schon genannt und The Pocket Gods haben dieses System auf die Spitze getrieben. Worum geht es, ist die Frage: Geht es um Spielzeit oder Kunst? Ist ein Song mehr wert, weil er kurz ist?

      • Profilbild
        Lapin  

        A bohemian Rhapsody hat 1,7 Mrd. Plays auf Spotify. Die mir unbekannten Iron butterfly haben über 400.000 monatliche Hörer während die Spotify austrickser Pocket gods auf 6000 monatliche Hörer und 55.000 plays für den 0,002 Song kommen.
        Recht eindeutig wer da mehr mit Spotify verdient.

        Hörer sind keine Roboter und wenn man nach 30sekunden weiterdreht zahlt Spotify ja trotzdem. Deine Rechnung ginge nur auf wenn nur voll ausgespülte Lieder gezählt würden

        Worauf ich eigentlich hinaus wollte ist, dass die Spotify Vergütung mit der Vergütung von Radio plays verglichen werden sollte und nicht mit dem Verkauf von CDs

    • Profilbild
      dr w  

      „…Mich würd als vergleich interessieren, wie hoch die Vergütung pro gespielten Song bei den trad. Verwertungsgesellschaften ist? Glaub gema heißt das in Deutschland.“

      also webradios und kleinere stationen (was die meisten radios sind) in deutschland zahlen eine gema pauschale. das heisst auf deutsch die gema bekommt zwar geld (ca 400 euro im jahr) aber die gespielten kuenstler bekommnen….. ja! nix!

      clubs werden nach gema pauschale abgerechnet. und bars. und hotels.
      das heisst wenn ne bar ne spotifyplaylist laufen laesst dann ist das sogar noch gut fuer die gespielten kuenstler. (im gegensatz zu platte / cd / tape)

      dass die pocketgods spotify NICHT ausgetrickst haben zeigen ihre trackplays: fast jeder unter tausend.
      das machwerk (und die anderen aus gleicher feder) hat also auf deutsch niemanden interessiert.
      nur 3 – 4 tracks stechen heraus. die haben die macher selbst wahrscheinlich auf ne miniplaylist gesetzt, wiederholungsfunktion angeschaltet und sind dann in den urlaub gefahren.

      aber auch so und mit 30 sekunden tracks erzielt man nicht die gewuenschte wirkung. das interessiert niemanden. und richtig geld bringts auch nicht.
      vielleicht waer es weiser gewesen statt 1000 unsinn tracks einen richtigen zu machen der die herzen der leute im sturm erobert und der naechste soundtrack von james bond wird….?!

      • Profilbild
        Sven Rosswog  RED

        Hi dr w,

        ich bin mir ganz sicher, dass ganz viele Bands versuchen, die Herzen ihrer Hörer im Sturm zu erobern und ich glaube, viele haben das Gefühl, an den Strukturen zu scheitern. Irgendwo habe ich mal den Satz gelesen: Irgendwo hier in diesem Stapel von Songs befindet sich die Perle und in 200 Jahren wird jemand sagen, warum haben sie es damals nicht gesehen. Natürlich hat eine Nischenband wie Pocket Gods es schwer, aber eines ist klar: Vor der Aktion war mir die Band nicht bekannt. Es gab also durchaus Medienecho und hat den Bekanntheitsgrad der Band gesteigert. Es ist eine Protestaktion und hat sicher nichts mit dem Hauptwerk von The Pocket Gods zu tun. Im Prinzip kann man sagen, sie haben die Popmechanismen bedient, weil sie Aufmerksamkeit erzeugt haben und sich mit einer Aktion ins Gespräch gebracht haben. Ob es was ändert? Wohl kaum. Wird Pocket Gods dadurch abheben? Man wird sehen, wie sie die Aufmerksamkeit nutzen werden.

  4. Profilbild
    OscSync  

    Das Debutalbum von Napalm Death „Scum“ von 1987 hat 28 Songs in 33 Minuten. Der kürzeste Song „You Suffer“ hat genau eine Sekunde Spielzeit. Die meisten Songs fallen knapp über die Spotify Grenze von 30 Sekunden. Jetzt wäre es interessant herauszufinden, ob ND mit Ihrem Erstling bei Spotify im Verrgleich zu den traditionellen CD/LP-Verkäufen mehr verdienen als mit den späteren, deutlich elaborierten Alben. Hörenswert sind sie alle allemal. :-)

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    Basicnoise  AHU

    Meiner Meinung nach ist die Bezahlung pro Song und nicht nach Länge der Abspieldauer das eigentliche Problem. Das zerstört die Hörgewohnheiten. Das Konzept Spotify hätte so schön sein können, mit Profiteueren auf allen Seiten. Wenn ein Song einfach jede Minute, die er läuft entlohnt würde, wäre das schonmal ein Anfang. Von mir aus auch noch weniger pro Minute, aber dafür bei einem 5 Minuten Track eben auch 5x. Dann würde da langsam ein Schuh draus.

    • Profilbild
      cosmolab  

      > Das zerstört die Hörgewohnheiten.

      Mal ne Frage: Welche Hörgewohnheiten denn? ;-)
      Wenn man mal genauer hinsieht, hat es ja zu allen Zeiten innerhalb der Musikindustrie das Betreben nach „Optimierung“ gegeben. Sven hat in seinem Artikel sehr schön die durchschnittliche Länge eines Beatles- Songs erwähnt – das kam ja nicht von ungefähr. Früher hatte es sicher auch viel mit technischen Limits zu tun (45rpm-Singles in Jukeboxen usw.), aber der Begriff „radiotauglich“ ist schon deutlich vor Spotify erfunden worden. Die technischen Randbedingungen der „Schallplatten- Formatkriege“ in den Vierziger Jahren haben die Hörgewohnheiten sehr nachhaltig geprägt (für praktisch ein halbes Jahrundert, würde ich meinen).*
      Wenn also jemand seinen „Content“ rein aus Marketinggründen auf das Medium „Spotify“ optimiert, dann ist das leider nur konsequent, künstlerisch meist kontraproduktiv und sicher nicht besonders weitsichtig gedacht – aber alles andere als neu…

      * Das hier ist recht kurzweilig und passt schön zum Thema:
      https://www.youtube.com/watch?v=hbFgVjijrHI

      • Profilbild
        Basicnoise  AHU

        Was ich meine ist, dass (mal abgesehen von 1000 Jahre alten Beatles Songs und bestimmten Genres wie Punk) sich viele Künstler an das System von Spotify anpassen und somit die durchschnittliche Länge von Musiktiteln reduziert. Die Konsumenten gewöhnen sich daran was das allgemeine Hörverhalten verändert. So kann es dann eben passiert, dass auch nichts anderes mehr akzeptiert wird oder überhaupt Chancen auf „gehört werden“ hat.

        Und das finde ich schlecht. Denn würde Spotify das anders machen, wäre das ja DIE Möglichkeit, sich freizumachen auch von den Radiogewohnheiten und der Kunst im weiteren Sinn freien Lauf zu lassen.

        • Profilbild
          gaffer  AHU

          Ich habe mal einen Bericht über das Thema gehört, gesehen, gelesen, weiss nicht mehr, wie Musiker ihre Stücke so arrangieren, dass sie es überhaupt über die 30 Sekunden schaffen ohne weggeklickt zu werden. Als Beispiel wurde ua. die von mir sehr geschätzte P!nk genannt. Da wird dann alles Pulver schon vor den 30 Sekunden verschossen. Der Bericht war ziemlich seriös und hat dann den Einfluss eines solchen Vorgehens auf die Qualität der Kompositionen zu beleuchten versucht.

          Ansonsten ist der Zug mit Spotify abgefahren. Ob das jetzt einige/viele gut oder schlecht finden, davon fällt kein Sack Reis um. Wer also von seiner Kunst leben will muss sich anpassen. Lediglich die Big Player unter den Musikern könnten da was ändern, aber die haben kein Interesse.

          • Profilbild
            cosmolab  

            Dass es solche Optimierungen gibt, glaube ich sofort. Es klingt auch naheliegend. Das Ganze folgt aber letztlich derselben Logik, nach der Websites optimiert werden, um über Google gefunden zu werden. Da kommt es darauf an, was man will. Zugespitzt gesagt ist dann der Inhalt fast egal, weil es nur darum geht, „wahrgenommen zu werden“, um z.B. darüber was zu verkaufen. Das mag erstmal ganz gut funktionieren. Aber es verschleißt sich. Denn die Gegenseite „optimiert“ sich ja auch. Verstärkt wird der Effekt durch eine gewisse Feigheit vor dem Risiko. Den Effekt davon sieht man dann z.B. im Kino, nämlich mit dem 20. Aufguß irgendwelcher Marvel- Comics mit immer lächerlicheren Plots… und am Ende ist der Gaul tot. ;-)

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