Report: Quo Vadis Traktor DJ?

8. Februar 2018

Wie alles begann und was die Zukunft bringt ...

Seit 2000 ist Traktor DJ, die DJ-Software der Berliner Software-Schmiede Native Instruments, in verschiedenen Versionen nun schon auf dem Markt und gehört damit zu den dienstältesten DJ-Programmen überhaupt.
Traktor hat in diesen 17 Jahren unzähligen DJs als Basis und Zentrum ihrer Arbeit gedient. Neben der für eine Software mit so langer Lebensspanne unvermeidlichen optischen und funktionalen Evolution, haben langjährige User auch einige tiefgreifende und grundlegende Versionssprünge mit drastischen Änderungen mitgemacht.
Es ist Zeit, die Entwicklung von Anfang bis zum aktuellen Stand zusammenzufassen.

Die Frühzeit: Von Traktor DJ Studio 1 bis Final Scratch

Ziemlich putzig: Traktor 1

Auch wenn die Oberfläche aus heutiger Sicht eher putzig anmutet, konnte man schon bei der Urversion erahnen, welches Potential in softwarebasiertem DJing steckte. Zwei Decks, ein Mixer und ein Stapel Platten – also alles, was man für eine Party braucht – schön handlich in den Computer gepackt. Dazu noch ein paar zukunftsweisende Features wie Loops, Cue-Punkte und eine – anfangs sogar nondestruktive – Aufnahmefunktion zeigten damals schon, wohin die Reise gehen würde. Und wer hätte ahnen können, dass die damals schon vorhandene SYNC-Funktion zum automatischen Angleichen der Geschwindigkeiten zweier Tracks heute noch für zum Teil hitzige Diskussionen sorgen würde?

Fast alles am Start, was Traktor ausmacht: Traktor 2

Mit der Putzigkeit der Oberfläche war es schon sehr bald vorbei. Das UI von Traktor DJ Studio 2 zeigte schon unmissverständlich, dass hier ein Feature-Monster am Start war, dessen Möglichkeiten weit über das klassische Zwei-Decks-und-Mixer-Setup hinausgingen. Eigentlich war damals schon alles da, was für Traktor bis heute charakteristisch ist, wie zum Beispiel die Waveform-Anzeige mit der Übersicht des ganzen Tracks unter der zoombaren Ansicht um den Playhead herum. 2003 wurde mit Traktor Final Scratch Stantons Timecode-Steuerung in das System integriert, die es ermöglichte, Traktor mit dem DJ-Werkzeug schlechthin zu steuern. Ohne diesen – bei Licht betrachtet – sehr seltsamen Durch-die-Brust-ins-Auge-Approach hätte softwarebasiertes Auflegen, egal mit welchem System, niemals Akzeptanz in der doch eher wertkonservativen DJ-Zunft erfahren. Na gut, der Mangel an geeigneten Controllern tat sein Übriges dazu.

Mach mir den Hawtin: Traktor 3

Bekannt durch die Videos von Ritchie Hawtin: Traktor 3

Im Jahr 2005 trat mit Traktor Studio 3 die Version der Software auf den Plan, die den Übergang zum immer noch aktuellen Status Quo beim digitalen DJing markierte. Die Erweiterung vom klassischen Zwei-Deck-Setup auf vier Decks ermöglichte die von DJs wie Ritchie Hawtin oder Dubfire populär gemachte totale Dekonstruktion der gespielten Tracks und damit das Aufbrechen der Grenze zwischen DJ-Set und Live-Act. Oder anders gesagt: DJs konnten fortan mit den Tracks anderer Leute umgehen wie mit den Schnipseln und Loops, aus denen sie auch ihre eigenen Tracks produzierten. Ein weiterer Baustein für diese Revolution im DJing waren die radikal erweiterten MIDI-Funktionen von Traktor, mit denen sich die Software noch mehr an die eigenen Bedürfnisse anpassen ließ. MIDI-Macros, mit denen Traktor dazu gebracht werden kann, mehrere Dinge gleichzeitig oder präziser sehr kurz hintereinander zu tun, sind das Stichwort.
Die Integration von Effekten ins digitale DJ-Setup taten ihr ihr Übriges dazu.

Als 2006 die Zusammenarbeit zwischen Stanton und NI endete, wurde die Software in Traktor 3 umbenannt.

Der Status Quo: Traktor Pro

2008 begann mit Traktor Pro und Traktor Scratch Pro die Phase, die im Prinzip bis heute anhält. Bis auf das viele Gelb und das helle Grau der Decks sieht die GUI heute noch aus wie damals. Praktisch alle Funktionen sind seitdem am selben Platz geblieben und selbst das Aussehen der Bedienelemente am Bildschirm blieb nahezu unverändert. Man kann das einfallslos finden oder aber konsequent. Ich persönlich neige dazu, es zu begrüßen, dass das Interface so konsistent geblieben ist, denn für mich funktioniert es einfach. Übrigens endete mit dem Umstieg auf Traktor Pro und den legendären Vestax VCI-100 als Controller bei mir die Zeit der bis dahin genutzten Plattenspieler und CD-Player (und wenn man es genau nimmt, sogar die der Mixer). Ich war sofort begeistert von den Möglichkeiten dieses Setups und es sollte noch viele Jahre dauern, bis ich überhaupt anfing, mich wieder für andere Varianten zu interessieren.

Die Software zum Volkscontroller: Traktor Pro S4

Die Software zum Controller: Traktor S4

2010 war das Jahr, in dem Native Instruments anfing, eigene Controller für Traktor zu vertreiben. Los ging es Anfang des Jahres mit der Kontrol X1 MK1, einem handlichen und ungemein nützlichen kleinen Gerät, das sich wegen seiner Vielseitigkeit einen festen Platz in fast allen von mir genutzten Setup-Varianten gesichert hat. Egal ob als Zusatz-Controller im DVS-Betrieb oder als alleiniger Chef über alles, was nicht Aufgabe des Mixers ist, eine X1 dabeizuhaben, war nie ein Fehler.
Doch der eigentliche Knaller folgte ein paar Monate später. Native Instruments brachte mit dem Kontrol S4 den ersten All-In-One-Controller heraus. Im Bundle mit dem neuen Flaggschiff veröffentlichte man die gleichnamige Version der DJ-Software, die Weichen in eine Richtung stellte, die heute noch aktuell ist und für unzählige, teilweise hoch emotional geführte Diskussionen darüber führte, wie man sich in Kreuzberger Headquarter von NI die Zukunft des DJing vorstellte. Man munkelt, dass die S4 nach wie vor der meistverkaufte DJ-Controller von NI ist. Kein Wunder eigentlich, denn das Gerät wird sich jedem DJ sofort erschließen, der ein wie auch immer im Detail geartetes klassisches Setup aus zwei Decks und einem Mixer bedienen kann.
Dennoch sollte man nicht vergessen, dass das aus heutiger Sicht sehr konservative Gerät auch ein paar Features an Bord hatte, die den Weg, den NI in den folgenden Jahren einschlagen würde, schon erahnen ließen. Ich weiß nicht, ob neben Dub-FX jemals jemand den Loop-Recorder genutzt hat, aber für die Idee, einen einfachen Looper in die Software zu integrieren, gibt es von mir immer noch dicke Probs. Leider blieb die S4 der einzige Controller, mit dem man das Feature bedienen konnte. Die Sample-Decks, die bei Traktor S4 ihre Premiere feierten, waren eine ganz praktische Sache, um zum Beispiel Jingles abzufeuern, wiesen aber schon ganz deutlich auf die „Abletonisierung“ von Traktor hin, die später mit dem Aufbohrender Sample-Decks zu Remix-Deck geschah.

Ein Herz für Turntabelism: Kontrol Z2

Es sollte mehrere Jahre dauern, bis bei Traktor wieder etwas Berichtenswertes passieren würde. 2013 brachte NI mit dem Kontrol Z2 seinen ersten „richtigen“ Mixer heraus. Und der hatte es in sich. Der 2-Kanal-Mixer-Controller-Hybrid trat an, die Bedürfnisse der Hip-Hop-DJs bzw.Turntabelisten zu befriedigen, was er bis heute zu einem unschlagbaren Preis tut. Der Gerät vereinfachte dank seiner eingebauten scratch-zertifizierten Soundkarte die Verkabelung eines DVS-Systems enorm und minimierte den Stressfaktor sowie die vielen Fehlerquellen bei der Nutzung von Timecode-Platten auf ein erträgliches Maß. Ein USB-Kabel an den Mixer gesteckt und der Wald und Wiesen DVS-User hatte alles unter den Fingern, was er braucht. Inklusive CUE-Punkten, Browsing und einer (allerdings abgespeckten) Effektsteuerung.
Vor allem aber war die Kontrol Z2 das erste Gerät aus dem Hause Native Instruments, das nicht mehr den billigen Charme eines Leukoplastbombers versprühte und sich wie ein professionelles Arbeitswerkzeug anfühlte. Im Vergleich zu X1 und S4 war die Z2 ein Quantensprung, was die Verarbeitung betraf.

Das Flaggschiff: Kontrol S8

Ein perfektes Team: Die Kontrol S8 und Turntables

Ein Jahr, nachdem NI die traditionsbewussten DVS-User bedient hatte, erfolgte (lustigerweise in Form eines Leaks) der ganz große Paukenschlag in die Gegenrichtung: Die Kontrol S8 brach mit der traditionellen Art des Auflegens und stieß wegen der fehlenden Jogwheels und Tempo-Fader viele DJs vor den Kopf. Das neue Flaggschiff aus Kreuzberg zwang die User dazu, sich auf den SYNC-Button zu verlassen. Für NI war das ein logischer Schritt. In der Köpenicker Straße sah man „The Future of DJing“ im Arbeiten mit Loops und Effekten, im Liveremixing und in der totalen Dekonstruktion der Musik durch den DJ. Eine Arbeitsweise, in der das gute alte (und sinnstiftende) manuelle Beatmatching genauso wenig Platz hatte wie im Studio. Der zugehörige Shitstorm ist zwar mittlerweile abgeflaut, aber das Grummeln der DJ-Zunft über den Traditionsbruch lässt sich nach wie vor unter fast jedem Facebook-Post finden, der Traktor thematisiert. Da hilft es auch nicht, dass NI dem Kontrol S8 Traktor-Scratch beilegt und der Controller auch als DVS-Interface funktioniert.
Ein wenig später folgte mit der Kontrol S5 eine transportablere Variante des S8 mit leicht abgespeckten Features, die in meinen Augen ein fast perfekter Controller für unterwegs ist. Allerdings stehe ich mit dieser Ansicht ziemlich alleine da, wie in den letzten Jahren immer wieder feststellen durfte.

„The Future of Deejaying“: Step Sequencer, STEMS und LINK

An der Software-Front hat sich in den letzten Jahren einiges getan, was bei mir aber eher gemischte Gefühle hinterlassen hat.
Die Version 2.7. hievte endlich Traktors iTunes-Integration auf ein Level, das mich dazu veranlasste, fortan die Anführungszeichen wegzulassen, die ich bis dahin immer benutzt hatte, wenn ich darüber schrieb. In letzter Konsequenz fehlt immer noch ein Dateimanagement auf Basis von iTunes-Playlisten anstelle von Ordnern im Dateisystem, aber hey, im Vergleich zu vorher lässt sich jetzt damit arbeiten. Schöner wäre es natürlich, wenn der steinzeitliche Browser mal in der Jetztzeit ankäme, aber das scheint ein Thema zu sein, an das sich bisher niemand herangetraut hat.
2015 ließ NI auf der WMC in Miami die Katze aus dem Sack und stellte ein neues Dateiformat vor, das in meinen Augen das Zeug hatte (und hat), die Art wie DJs arbeiten, vollkommen auf den Kopf zu stellen. In mehreren euphorischen Artikeln feierte ich das, zumal NI bei der Umsetzung des Konzepts von Anfang sehr vieles richtig gemacht hatte. Leider sind aber bisher weder die anderen Hersteller von DJ-Equipment auf das quelloffene Format aufgesprungen, noch wird genug Musik im STEMS-Format veröffentlicht. So schade es ist, im Moment deutet nichts darauf hin, dass STEMS sich durchsetzen werden.
Das in sich widersprüchlichste Update ever brachte NI im Herbst 2016. Traktor 2.11. beinhaltete eine eigentlich ganz nette technische Spielerei, nämlich einen Step-Sequencer innerhalb der Remix-Decks und gleichzeitig ein Feature, das den Step-Sequencer praktisch überflüssig machen sollte, nämlich das von Ableton entwickelte Protokoll namens LINK. LINK sorgt für eine problemlose Echtzeitsynchronisation der Abspielgeschwindigkeiten aller Systeme, die über LINK verfügen und sich im gleichen Netzwerk befinden. Und das sind mittlerweile so gut wie alle relevanten Apps, die DJs oder Musiker benutzen. Serato, Traktor, Maschine, Live und praktisch jede iOS-App, mit der man Musik machen kann. Angesichts dieser simplen Synchronisationsmöglichkeit kann ich keinen Sinn darin erkennen, einen Step-Sequencer in die DJ-Software einzubauen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder, der seine DJ-Sets um selbstgebaute Beats ergänzen will, Maschine, Ableton o.ä. hat und zu nutzen weiß.

Zukunftsmusik

Wenn wir schon beim Thema sind, beende ich hiermit die kleine Traktor-Geschichte und werfe einen Blick in die Zukunft auf die Entwicklung, die ich mir von Traktor wünschen würde oder von der ich mir vorstellen könnte, dass sie Traktor wieder zu etwas mehr Bedeutung am Markt verhelfen könnte.
Warum geht NI den Weg in Richtung der vielbeschworenen Zukunft des DJings nicht konsequenter an und verzahnt Maschine endlich richtig mit Traktor? Es könnte so einfach sein. Traktor könnte eine laufende Maschine-Instanz auf dem gleichen Rechner erkennen, und beispielsweise in Form eines eigenen Maschine-Deck-Flavors integrieren. Das Maschine-Deck könnte direkt aus Traktor heraus die wichtigsten Maschine-Features steuern, im Traktor-Mixer gepegelt werden und natürlich mit den  Effekten von Traktor kombiniert werden. Umgekehrt sollte es möglich sein, Traktor direkt in Maschine zu samplen. Wenn sich auf diesem Weg Maschine auch per DVS steuern ließe, würde Traktor eine gute Chance haben, seine Beliebtheit bei Hip-Hop-DJs und Turntabelisten deutlich zu steigern.
Soviel zu Kür. Die Pflicht besteht für NI in meinen Augen darin, das Library-Management endlich auf ein professionelles Level zu bringen.
Jeder DJ, mit dem ich bisher gesprochen habe (und das waren nicht wenige), kennt das Gefühl von Kontrollverlust, wenn es um das Managen seiner Musik geht. Den Usern dabei zu helfen, die Library zu strukturieren und die Masse an Files auf unseren Festplatten schnell und intuitiv soweit herunterzufiltern, dass eine überschaubare Menge an jetzt im Moment passenden Tracks übrig bleibt, ist in meinen Augen eine absolute Kernaufgabe jeder DJ-Software. Dazu reichen aber kosmetische Änderungen, wie zuletzt die Möglichkeit, Tracks farblich zu markieren, bei Weitem nicht aus. Datenbankabfragen aka „intelligente Playlisten“ oder „Smart Crates“, ausgefuchste Filtermöglichkeiten und ein halbwegs schlaues Schlagwortsystem würden den DJs helfen, ihre Selektion zu verbessern. Und die, meine Damen und Herren, ist Vergangenheit, Gegenwart und wird auch die Zukunft des DJing sein.

Was die hauseigenen Controller betrifft, bin ich gespannt, ob und wie NI den Spagat schaffen wird, seinem Anspruch in Sachen „Future of Deejaying“ und dem Wunsch vieler DJs nach einer traditionellen Oberfläche mit Jog-Wheels und Pitch-Fadern gerecht zu werden. Der Reloop Touch zeigt zum Beispiel sehr schön, dass es durchaus möglich ist, beide Welten auf einer kompakten Oberfläche zu vereinen

In den letzten Jahren hat sich der Standard in den Clubs immer weiter von softwarebasierten Lösungen hin zum Pioneer-Setup entwickelt. Trotz horrender Preise bei deutlich kleinerem Funktionsumfang kann im Moment niemand gegen die CDJs des Platzhirschen anstinken. Der Vorteil, nur mit einem USB-Stick anrücken zu müssen, wiegt für die User offensichtlich alle Beschränkungen des Pioneer-Ökosystems auf. Daran haben auch die von Pioneer angebotenen Controller und Rekordbox DJ ihren Anteil, die den Einstieg in die Pioneer-Welt ermöglichen, ohne mehrere tausend Euro für Player und Mixer auszugeben. Native Instruments wird sich anstrengen müssen, um die Schlacht um die Booth nicht vollends zu verlieren. Traktor 3 ist seit Jahren überfällig, aber ich glaube nicht, dass es genügen wird, die Software upzudaten, egal wie gut das Ergebnis auch ausfallen wird. Wären STEMS abgehoben, würde heute vielleicht alles ganz anders aussehen, aber hätte, hätte Fahrradkette …
Der Trend geht eindeutig weg vom Laptop auf der Bühne. Schwere Zeiten für eine Softwarefirma wie Native Instruments. Ich möchte derzeit nicht in deren Haut stecken.
Ich glaube, dass im Moment kein Weg daran vorbei führt, den Usern von Traktor eine Möglichkeit an die Hand zu geben, ohne Laptop aufzulegen, Wie immer diese Lösung aussehen wird.

Die Zeitreise ist zu heute erst einmal beendet, folgen werden einige kleine Workshops von mir mit kleinen Kniffen und großen Ideen rund um das Thema Traktor DJ. Stay tuned!

Forum
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    targon

    Als NI-Maschinist wünsche ich mir eine Art Free-Mapping der kleinerenTraktor-Controller innerhalb von Maschine. So, dass ich z. B. Reaktor-Parameter oder Effekte immer im sofortigen Zugriff habe, egal was der Hauptscreen darstellt.

    Liebe NIs. Da würde ich zusätzliche Produkte kaufen.

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    AMAZONA Archiv

    Ich hab bis zuletzt Traktor Pro benutzt und werde bald auf die aktuelle Version wechseln. Für mich war das war ein wahr gewordener Traum. Hätte mir jemand vor 20 Jahren erzählt, dass ich während einer Zugfahrt oder beim Picknick im Grünen, nur mit einem Laptop und Kopfhörer auf, ganze DJ-Sets zusammenschrauben und auch direkt aufnehmen kann, hätte ich es sicher nicht geglaubt. Aber genau das ist machbar und noch vieles mehr. Traktor ermöglichte mir vieles, was zu Vinylzeiten undenkbar war. Diese eine Sektion am Ende loopen, damit der Übergang besser passt? Nahtlos zwischen verschiedenen Sektionen hin und her springen? Alles machbar, mit angeschlossenem Controller sogar noch angenehmer :) Was ich mir allerdings gewünscht hätte ist, dass man nachträglich den Beatgrid korrigieren und diese Korrektur auch speichern kann. Wenn ich tatsächlich mal im Zug, nur mit Kopfhörer und ohne Vorhören Tracks gemixt hab, mussten manche natürlich auch minimal nach vorne oder hinten verschoben werden, damit es genau auf dem Beat sitzt. Wäre es speicherbar, würde es beim nächsten mal wegfallen. Genau wie ein manuelles setzen des Beatgrid ganz nützlich wäre, falls die BPM-Analyse mal versagt. Solche Dinge entfallen natürlich, wenn man mit Timecode u.ä. manuell pitcht. Aber als jemand, der sich lieber auf die Performance konzentriert, anstatt auf das syncing, wäre mir das wichtig.

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      Bolle  RED

      Ja da sind derweil andere Anbieter an Traktor vorbeigezogen. Bei Rekordbox kein Problem, ich glaube am CDJ sogar im laufenden Betrieb möglich das Beatgrid zu verschieben, sicher aber im gestoppten Track.

      Daher wird es umso spannender, ob Traktor noch einmal einen Angriff plant. Wenn nicht, wird die Software untergehen und irgendwann nur noch als Wegbereiter für vieles gelten, nicht mehr aber als einer der derweil ja großen drei.

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        AMAZONA Archiv

        Recordbox wollte ich mir auch noch anschauen. Da du ja beide Programme recht gut durch Tests kennst, würde mich mal interessieren, wie schwierig deiner Meinung nach der Umstieg von Traktor wäre. Es ist schon irgendwie klar, dass sich da alle Programme in den Grundfunktionen sehr ähneln. Das hab ich schon bemerkt, wenn ich mal bei Freunden und Kollegen vor Serato oder gar VDJ stand, aber die spezielleren Sachen wie Looping, Marker setzen und speichern etc. sind ja doch meist überall anders umgesetzt. Wäre das vom Workflow her ein leichter Umstieg?

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          miro momo

          Das ist das Einzige was richtig gut fonktioniert bei Traktor. Der Rest ist einfach nicht mehr zuverlässig genug; seit 2.6.8 sind es es zwei schritte vor und 3 zurück. :(

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      Walter Marinelli  RED

      @Trollblaster

      Ich verstehe nicht ganz, was du meinst. Natürlich lassen sich Grids manuell setzen, anpassen und verschieben. Und selbstverständlich werden diese Änderungen auch gespeichert.

      Auch lassen sich die Grids hervorragend anpassen, während der Track läuft.

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        AMAZONA Archiv

        Wie ich schon geschrieben hab, hatte ich Traktor Pro, nicht Pro 2 ;) Hab grad nachgelesen dass man das in Pro 2 dann wohl doch schon manuell korrigieren konnte. Bei meiner Version ging das nicht. Hab allerdings auch grad gelesen, dass die manuelle Korrektur dann wohl doch nicht immer so einfach ist und wohl viele Leute Probleme damit hatten. Nun ja, ich werd ja dann sehen wie es ist, wenn ich auf Pro 2.7 umsteige.

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      A-Dag-Io

      Du kannst den Beatgrid in Traktor verschieben und verändern wie du lustig bist, und selbstverständlich auch so speichern. In der obersten Zeile die Ansicht auf „Extended“ einstellen, dann tauchen unter den Decks Felder auf, mit denen mann MOVE, CUE und GRID einstellen kann. Wählt man GRID, lassen sich auf den Pfeilfeldern rechts daneben die Beatgrids nach links oder rechts verschieben oder auch zerren, wodurch sich dann natürlich die Track BPM geringfügig verändern. Das Ergebnis lässt sich mit dem kleinen Schloss rechts daneben fest speichern. Was in Traktor (noch) nicht möglich ist, aber bei Serato angeblich schon, ist ein flexibler Beatgrid, d.h. eine leichte Verschiebung innerhalb eines Tracks, wenn der z.B. handgespielt ist und sich geringfügig verändert. Bemerkbar häufig bei älteren Funktracks.

  3. Profilbild
    hijack  

    Schon gefreut man hört endlich mal offizielles über eine Zukunft von Traktor. Mittlerweile ist es so still geworden, dass ich so langsam daran zweifle, dass NI überhaupt noch dieses Segment weiterbedienen wird. Ein Problem von Traktor/NI ist, dass immer neue Software auch neue Hardware mit sich ziehen lässt und das alles auf Selbstproduktion. Das kostet unglaublich viel Entwicklungszeit und verärgert die stehts up-to-date-sein-wollende Käuferschaft. Bei Maschine das ähnliche Problem. Bei der Hardware würde ich mir mehr Modularität wünschen. Der S8 ist toll aber sehr klobig, wenn zumindest nicht schwer. Der D2 war dann eine gute Sache.
    Bei der Software fehlt mir Video-Integration, Mastering-Tools (parametrischer EQ+Kompressor usw.) pro Deck deren Einstellung pro Track speichern kann ohne das Audiomaterial zu verändern um alte und neue Songs audiotechnisch besser anzugleichen. Mehr Hot-Cue-Punkte speicherbar, ich will die Tracks nicht zerschnipseln !!!

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      Tinotik  

      Video-Integration bei der software? was soll der scheiß? ich bin DJ & kein VJ, so ein müll will ich auf keinen fall. Mastering-Tools ? hä? & EQ+Kompressor gibt es doch?!

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