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Report: Thunderbolt – die neue Highspeed Schnittstelle, schneller als FW800 und USB2!

Bandbreite für alle

Thunderbolt - Vergleich (Quelle: LaCie)

Thunderbolt – Vergleich (Quelle: LaCie)


Das Problem sind eigentlich nicht die bisherigen Geschwindigkeiten der verfügbaren Schnittstellen an sich. Für ein einzelnes 8×8 Audio-Interface und eine Festplatte reichen sie locker. Das Problem liegt in der Kaskadierung. Alle Geräte, welche Sie an ein Interface anschließen, müssen sich die Bandbreite des Datenbusses teilen und können damit entsprechend weniger Daten pro Sekunde übertragen. Zugegeben, der eigentliche Flaschenhals dieser Tage sind die Zugriffszeiten der Festplatten, und das wird sich auch nicht ändern, bis SolidState-Festplatten billiger sind als mechanische und sich damit der Verbreitungsgrad erhöht. Wenn also eine mittlere Anzahl von Audio- und Videodatenströmen in ihren aktuellen Erscheinungsformen von HD 1080p Video und  Dolby TrueHD Audio (5.1 Surround, 192kHz, 24bit) zusammen kommen, wird es recht schnell eng bei USB und FireWire. Die Performance-Steigerung wird also schon für Anwender interessant, die auf privater Basis ihre Urlaubsvideos schneiden und vertonen wollen.

Das größte Potential von Thunderbolt ist aber, dass es die zermürbende Frage nach USB, FireWire oder eSATA bei Peripheriegeräten für jeden Anwender zu beantworten vermag. Besonders die Rückwärtskompatibilität verspricht, viele Umstiegsprobleme von vornherein erst gar nicht aufkommen zu lassen. Das ist bestimmt ein Novum bei der Einführung eines neuen Schnittstellenstandards, über das sich am meisten Thunderbolt Laptop-User freuen dürfen. Denn die Performance von Thunderbolt wurde nicht nur speziell auf Mobiles Computing ausgelegt. Die Schnittstelle wurde im Besonderen für die Anforderungen von latenzarmem und zeitkritischem Streaming designt, also den innigsten Bedürfnissen der Audio- und Videoindustrie. Intel spricht von 8 Nanosekunden Latenz bei 7 kaskadierten Geräten. Das ist nur etwas langsamer als der Arbeitsspeicher im ihrem Computer.

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Zukunft?

Thunderbolt-Port 2011er MacBook Pro 13Zoll

Thunderbolt-Port 2011er MacBook Pro 13Zoll


Wie die letztendliche Verbreitung von Thunderbolt aussehen wird, hängt wohl hauptsächlich von den Kosten der Kontrollerchips ab. Auch wenn diese theoretisch eine viermal höhere nutzbare Übertragungsgeschwindigkeit als USB 3 haben, ist für die Hersteller nichts unattraktiver als schmale Gewinnspannen. Das haben FireWire, SCSI und BetaMAX schmerzlich erfahren, die alle von USB, IDE und VHS kommerziell abgehängt wurden, obwohl sie die überlegenere Technologie waren.
Ein mögliches Thunderbolt-Szenario bei Laptops wäre daher, dass diese nur noch mit ein oder zwei Thunderbolt-Buchsen daherkommen und die Adapter-Kosten für die verbleibenden Standards auf den Endverbraucher verschoben werden. Das muss tatsächlich nicht mal unbedingt negativ sein. Ebenso wären mit „Light Peak Optical“ externe Grafikkarten für Laptops denkbar, die den PCIe x16 Desktop-Grade Äquivalenten ebenbürtig sein würden. Aber hier beginnen die Spekulationen, die nur in der Zukunft beantwortet werden können. Eine erste Antwort wird es aber schon diesen Juli geben. Der französische Festplattenhersteller LaCie bringt mit  „Little Big Disk“ die erste Thunderbolt-Festplatte auf den Markt. Sie soll Geschwindigkeiten ermöglichen, die bisher mit nur professionellen RACK oder RAID-System möglich waren. Das hört sich zumindest nach einem Schritt in die richtige Richtung an.


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Forum
  1. Profilbild
    vssmnn  AHU

    Bedeutet mehr Bandbreite eigentlich automatisch, daß es auch schneller ist?

    Zum Vergleich: Durch ein Rohr passen pro Sekunde 1 Kubikmeter Wasser.

    Nehme ich nun ein Rohr mit einem größeren Durchmesser, wo theoretisch 10 Kubikmeter in einer Sekunde durchgeschleust werden könnten, ist dann bei nur einem Kubikmeter die Geschwindigkeit schneller?

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hi
      Kurze Antwort: Ja

      Lange Antwort:
      Bei deinem Beispiel stellt sich die Frage ob du davon ausgehst ob das Wasser unter Druck steht, also den größeren Querschnitt auch nutzen kann, oder lediglich der lediglich der Schwerkraft folgt.
      Daten, deinem Beispiel folgend, werden immer durch die Leitung „gepresst“. D.h. je größer die Bandbreit ist desto schneller kann die gleiche Anzahl von Daten „hindurchgepresst“ werden.
      Ob Sende und Empfangseinheit die Daten in der maximalen Geschwindigkeit verarbeiten können ist hingegen wieder eine andere Geschichte.

      Bekanntes Beispiel: Was nütze einem eine Telekom 16.000er DSL-Leitung wenn der Verteiler die Daten nur mit einem viertel der Geschwindigkeit zu mir nach Hause schicken kann. Die effektive Nutzrate also niedriger ist.

      Grüße
      M. :)

      • Profilbild
        vssmnn  AHU

        Danke, dann würde mich mal ein Test mit relativ kleinen Paketen interessieren.

        Nehm ich z.B. eine Datei von der Größe eines Tausendstels der Maximalen Bandbreite/Sekunde von Thunderbolt, müsste diese demnach in einer tausendstel Sekunde übertragen werden.

        • Profilbild
          Markus Schroeder  RED

          Ich hab jetzt keine spezifischen Daten bei der Hand, aber bei kleinen Dateien, dauert es wahrscheinlich wesentlich länger bis das OS die Erledigung der Aufgabe anzeigt als es tatsächlich dauert.
          Diese Zeiten jenseits des Erlebnishorizont sind eigentlich IMHO ziemlich uninteressant. Eine 100Byte Email zu übertragen wird zwar technisch schneller sein, das bringt dir aber letzten Endes nichts weil der Mensch gar nicht in der Lage ist das wahrzunehmen und davon produktiv zu profitieren.
          Wenn ich allerdings, mit FW400 z.B. 40min warten muss bis ein 100GB Filmprojekt kopiert ist oder mit Thundebolt nur z.B. 4 Minuten, davon hab ich was (oder auch nicht, wenn ich in der Zeit sonst immer mit Kollegen in der Cafeteria abhänge ;D ).

          • Profilbild
            vssmnn  AHU

            da hast Du schon recht, mir geht es aber darum, in wieweit sich das z.B. PROPORTIONAL auf das Latenzverhalten auswirken wird, oder ob die Ganz aAngelkegenheit in diesem Punkt weniger bringt, als gedacht – aber marketing-mässig aufgebauscht wird.

            • Profilbild
              Markus Schroeder  RED

              Es fehlen zwar zur Zeit reelle Testdaten, aber wenn ich nicht davon ausgehen würde, aufgrund meiner Erfahrungen, dass Thunderbolt wirklich was bringt hätte ich den Artikel nicht geschrieben! Ich habe keine und keinen Bock (sorry, nicht persönlich nehmen ;) ) Zeit für Marketing Gewäsch!!!

              Als ich 2006 von einem 1.2GHz G4 auf einen 1.8Ghz Core2Duo Mac umgestiegen bin hat mich der Gewschwindigkeitszuwachs vom Stuhl gehauen. Etwas ähnliches erwarte ich hier.

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Einigen GERÜCHTEN zufolge sollen keine neuen MacPros vor 2012 vorgestellt werden.

      PCIe-Karten mit Thunderbolt wird es sehr wahrscheinlich aber schon vorher geben. Intel arbeitet daran.

      • Profilbild
        El Blindo

        Danke für die Info. Tja, eigentlich schade, da ich mir dieses Jahr eigentlich einen Mac Pro zulegen wollte. Nicht das ich mich dann nächstes Jahr ärgere.

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    (Kümmelschäler-Modus: On)

    Thunderbolt (Codename: Lightpeak) heißt immer und überall Thunderbolt. Es gibt keine unterschiedliche Benennung auf den einzelnen Plattformen.

    (Kümmelschäler-Modus: Off)

    Bestechend finde ich folgenden Umstand: Es gibt nur einen Stecker für alle Peripherie. Keine Mini-Version, keine abgewandelten Stecker einzelner Hersteller (ein kolossaler Graus unter USB, sehr selten auch bei FireWire).

    Letztlich werden Geschwindigkeitsunkritische Endgeräte drahtlos angebunden (Maus, Tastatur, etc.: Bluetooth, Drucker und Digitalkameras: WLAN), und Devices mit hohem Datendurchsatz (Massenspeicher, Audio/Video-Konverter, aber auch Displays) über Thunderbolt.

    Fast alle Löcher am Laptop zu. Nur ein Stecker, und der schön klein. So mag ich das. Er müsste nur noch wie ein Klinkenstecker gestaltet sein: Egal wie rum ich ihn verwende, er passt immer.

    Aber das kommt ja mit der optischen Variante …

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      @polyaural
      Das mit dem Stecker-Format hab ich völlig über sehen! !Hoffentlich! bleibt das auch so. Ich meine nur EIN Formfaktor, das wäre zu schön!

      Der DisplayPort-Stecker, der so wie es aussieht die offizielle Form ist, ist kaum größer als ein USB-Mini und verpolungssicher. Da musst du schon mit viel Kraft ran, um den falsch herum anstecken zu können.

      LP oder TB :ja, natürlich hast du recht, das ganze ist ja noch dabei sich sprachlich und im kollektiven Bewusstsein überhaupt zu etablieren.
      Da ist noch viel in Bewegung zur Zeit.

      Noch ein kleiner Nachtrag: so wie es aussieht
      wird die optische Variant, aus offensichtlichen Gründen, keine integrierte Stromversorgung bereitstellen.

      LG
      Markus

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Sicher, der TB-Stecker ist verpolungssicher. Aber wenn ich mal aufschreibe wie oft ich den USB-Stecker erst falsch herum einstecken will und dann drehen muss, kommt sicherlich nicht 50:50 raus. Das ist gefühlt 80:20. Desgleichen bei XLR und MIDI. Das Prinzip „Klinkenstecker“ ist in dieser Hinsicht unschlagbar …

        Was die Stromversorgung bei der optischen Variante von Thunderbolt angeht, so will Apple den Gerüchten nach bei den MacBooks den MagSafe-Anschluss* loswerden und die Geräte über TB laden. Sieht nach einem Stecker aus mit sowohl elektrischen als auch optischen Kontakten.

        Und zum Schluss: Was auch mal im Gespräch war (und vielleicht noch ist) ist eine Variante des MagSafe-Steckers* mit integriertem optischen Thunderbolt.

        __________________

        MagSafe ist der magnetisch gekoppelte Stromanschluss der Apple-Klapprechner. Er ist 180° symetrisch aufgebaut und löst sich sofort bei unerwartet heftigem Zug am Kabel, z. B. wenn jemand über das Netzteil stolpert. Das hat einer Menge MacBooks schon das Leben gerettet …

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