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Test: Audix VX10, Audix M1250B C, Kondensator-Mikrofon


Schallwandler de luxe

Willkommen zu einem neuen Doppel-Mikrofon-Test zweier Schallwandler aus dem Hause Audix. Die amerikanische Firma hat sich auf die Fahnen geschrieben, innovative und hochleistungsfähige Produkte zu entwickeln und herzustellen. Die Mikrofon-Produktpalette von Audix ist äußerst umfassend und wird komplett in den USA (Wilsonville/Oregon) entwickelt und gefertigt. Das Audix VX10 ist ein klassisches Handheld-Mikrofon, hauptsächlich für Vocals, während das M1205B C als Miniatur-Kondensator-Mikrofon im Taschenmesser Format antritt. Beide Mikrofone sind nicht unbedingt Einsteigermodelle, weder qualitativ noch preislich, insbesondere das Audix VX10. Was in unserem speziellen Fall nicht heißen soll, dass die Testware teuer wäre. Letztendlich gibt jedes Mikrofon dieser Welt einen individuellen Eindruck von „seiner“ akustischen Realität. Deshalb ist eine Kaufentscheidung auch immer abhängig von zum Beispiel der eigenen Stimmfarbe oder des Instruments. Doch soviel vorneweg, die beiden Audix Kollegen machen ihre Sache sehr gut.

 

Hardfacts Audix VX10

  • Kondensator-Mikrofon
  • Richtcharakteristik: Niere
  • Frequenzgang: 40 Hz – 20 kHz
  • Gewicht: 319 g
  • Impedanz: 250 Ohm
  • Gold-bedampfte Membran mit 21 mm (0,83 Zoll) Durchmesser
  • Empfindlichkeit : 24 mV/Pa @ 1k
  • Max. SPL: 138 dB

 

Sing mit Sting

Ja genau, das Audix VX10 ist das Handwerkszeug, mit dem der allseits bekannte Gordon Matthew Thomas Sumner alias „Sting“ live hantiert. In der Regel bleiben solche „Namedrops“ aber ohne Auswirkung auf die eigene Stimme. Aber zumindest beweist unser VX10 dann schon mal die Zugehörigkeit zur musikalischen „Champions League“. Wie auch immer, unser Audix Mikrofon outet sich als lupenreines Lead- und Background-Vocalmikrofon, mit weiteren Ansprüchen zur geschmackvollen Instrumentenabnahme. Hervorzuheben sind hier insbesondere Gitarre, Holz- und Blechbläser sowie Percussion und sogar Overhead-Anwendungungen. Wir haben es also mit einer echten „Allzweckwaffe“ zu tun. Die Nieren-Charakteristik verspricht hierbei rückseitige Dämpfung von mehr als 20 dB. Nettes Beiwerk des Audix VX10 ist übrigens neben der Nylon-Tasche inklusive Halterung das sehr edel wirkende Holzetui.

Für alle Transportanforderungen gerüstet

 

Klang- und sangvoll

Ein Mikrofon mit Adjektiven zu beschreiben, ist immer ein schwieriges Unterfangen. Viele Aussagen hat man schon tausendmal gehört und wirken entweder übertrieben oder abgenutzt, ich will es trotzdem probieren. Mein persönlicher Eindruck ist warm, direkt mit einem edlen Höhenschmelz versehen. Wenn man sich den Frequenzgang aus dem Datenblatt anschaut, weiß man dann ungefähr, wo die Reise hingeht. Hierbei muss ich noch hinzufügen, dass Frequenzverläufe nicht wirklich immer das wiedergeben, was man dann in der Realität hört oder erwartet zu hören. Dazu kommen dann auch noch sogenannte Erfahrungswerte, die es einem geschulten Ohr leichter machen, Klangverläufe zu beurteilen.

Bei dem Audix VX10 fällt die übliche Frequenzanhebung der Präsenzen relativ moderat aus, was sich in der Praxis als durchaus vorteilhaft erweist. Wenn man sich Frequenzverläufe von sehr namhaften Großmembran-Mikrofonen anschaut, merkt man, dass die Präsenzen nicht so stark ausgeprägt sind. Dies hat zur Folge, dass man mit dem Equalizer sehr viel effektiver einen gewünschten Klang „shapen“ kann. Man kann hierbei den Bereich anheben, der für die jeweilige Stimme passend erscheint, ohne weitere „chirurgische“ Eingriffe vornehmen zu müssen. Besonders bei S-Lauten, die bei der singenden Fraktion extrem unterschiedlich ausfallen können, kommt solch ein wohlwollender Frequenzverlauf dann zum Tragen. Was noch erwähnenswert ist: Das VX10 bietet einen sehr hohen elektrischen Output. Für Nutzer, die beispielsweise ein Vocal-Effektgerät auf der Bühne verwenden oder extrem laute Stimmen haben, kann es sinnvoll sein, sich für das VX10-Lo zu entscheiden. Das VX10-Lo hat eine geringere Empfindlichkeit (4 mV/Pa @ 1k) und könnte für besagten Anwendungsfall die passende Wahl sein.

Audix VX10 Frequenzverlauf

 

Klangbeispiele Audix VX10

Die Audiodateien wurden alle mit Cubase 8.5 und dessen Bordwerkzeugen über einen SPL Track One Preamp aufgezeichnet. Bei den unten zu findenden Beispielen wurde bis auf die gekennzeichnete MP3-Dateien nur mit einem low-cut bei 75Hz gearbeitet und keine zusätzlichen Effekte beziehungsweise EQ verwendet. Bei dem Beispiel mit EQ und Kompressor wurde nur äußerst moderat eingegriffen, nämlich -2 dB bei 465 Hz und eine sehr leichte Kompression mit einer Ratio von 2,5 mit soft-knee Einstellung sowie eine Prise „Gnadenhall“. In der Summe wurden keine Bearbeitungen beziehungsweise Verschönerungen oder Mastering-Plug-ins verwendet. Lediglich ein Sicherheits-Limiter, der im Übrigen nicht angesprochen hat, sowie ein Dithering-Plug-in zum Ausspielen auf 16 Bit.

EQ und Kompression moderat eingestellt

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    lena ••

    Vollkommen neu für mich und gerade noch mit meinem Budget, erschwinglich. Danke für den tollen Test.

    • Profilbild
      Armin Bauer RED

      Ja, Audix ist hier nicht so auf dem Schirm, aber die haben tolle Produkte zu sehr fairen Preisen.
      Für Vocals sind die dynamischen OM6 und OM7 in dem Segment auf jeden Fall ein Antesten wert.

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Audix VX10, M1250B C

Bewertung: 5 Sterne Bewertung des Autors
Leserbewertung: 4
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