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Test: Behringer RD-8 MKII, TR-808 Klon 2022

EM KA ZWA am Start und im Test

24. Januar 2022
Test: Behringer RD-8 MKII, TR-808 Klon 2022

Test: Behringer RD-8 MKII, TR-808 Klon 2022

Vorwort der Redaktion

Hin und wieder kommt es vor, dass uns Leser mit ihren Beiträgen zu aktuellen Geräten überholen. So geschehen diesmal beim Behringer RD-8 MKII Drumcomputer. Aus diesem Grund haben wir diesen tollen Beitrag von Maffez auch nicht in der Community gestartet, sondern als aktuellen Titel auf unserer Startseite ganz oben. Ein dickes Dankeschön an Maffez, vor allem auch im Namen der Community, denn der eine oder andere wird sich aktuell sicherlich fragen, ob sich der Umstieg von der Behringer RD-8 auf die Behringer RD-8 MKII lohnt.

Hier nochmals die Features der verbesserten RD-8 MKII Version

Optimiertes Schaltungsdesign mit Nachbildung des BA662 VCA, erhöhtem Rauschabstand und verbesserter Phasenlage der Einzelausgänge und des Main Out, außerdem:

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  • 16 analoge Drum Sounds
  • 64-Step Sequenzer mit Poly-Meter, Step-Repeat, Note-Repeat, Real-Time triggering, Track-Mute und Track-Solo
  • Wave Designer
  • Dual Mode Filter
  • bis zu 16 Songs und 256 Pattern speicherbar
  • Auto Scroll Funktion
  • LED Display
  • Abmessungen (H x B x T): 77 x 498 x 265 mm
  • Gewicht: 3 kg

Wir übergeben nun an Maffez:

Test: Behringer RD-8 MKII, TR-808 Klon 2022

Vorlauf Behringer RD-8 MKII

Da Behringer Begehrlichkeiten bedient, welche wir uns durch Generationen an Geräteliebhabern inokulieren haben lassen, war der Hype um die erste RD8 groß. Roland wollte weg von analoger Klangerzeugung, doch deren Fetischwirkung im Verbund mit Behringers Preispolitik drängte noch stärker als beim Model D die Frage auf, ob der Sound, vor allem aber der Symbolwert einer 808 bald mehr Menschen zugänglich sein könne.

Auf dem Forum Modwiggler traf es eine Polemik zu Rolands geplanter TR808-Fashion Line konzise: „Lasst uns die Sache einmal betrachten: Es ist 2018, ich habe keine Schuhe, irgendein Typ trägt 808-Unterhosen, die kein Mensch je zu Gesicht bekommen wird, und klammheimlich wünschen sich alle, dass Behringer abliefert.“ Das tat Behringer dann. Und weil das Internet ist, wie wir es kennen, wurde dann viel geschrieben und gestritten und spekuliert und verglichen und noch mehr gestritten. So negativ und dramatisch das klingt, war es auch, und denkt mal, wie viel Serverplatz und CO2 wir hätten sparen können… Schreibt der Typ, der hier abfaselt, aber eh, we are all part of the problem. Oh, und wo der Esel schon einmal bei sich selbst ist – ich bin musikelektonischer Autodidakt, weder mit Behringer assoziiert noch besitze ich eine originale TR-808.

Behringer RD-8, die erste(n)

Rd8, MKI Platine

So sieht sie MK1 Platine aus

Wie ist so ein Behringer RD-8 nun aufgebaut? Generell kann man sich für die MKI und MKII in materieller Hinsicht als Vergleichpunkt den Arturia DrumBrute hernehmen. Kondensatoren und Potentiometer sind bei Letzterem wertiger, aber sonst ist innendrin viel gleich, von Verstärkerchips und Widerständen bis hin zur Art der Gummitaster und sogar der Anbringung der Seitenwangen am Gehäuse. Soweit ich weiß, hat die RD8 MKI selber insgesamt drei Revisionen gesehen, bei denen leichte Harware-Verbesserungen durgeführt wurden. Die allererste Revision hatte eine sehr laute Rimshot, was zur inoffiziellen Bezeichnung Rimzilla führte.

Lustige Geschichte: Im Schaltplan der TR-808 (siehe Service Notes, S. 9, R324) fehlt die Angabe des entsprechenden Widerstandwertes, der den Ausgangspegel der Rimshot festlegt. Statt zu recherchieren (die Yocto-Leuts und andere DIY-ler hatten den Wert mehrfach dokumentiert), wurde hier anscheinend geraten. Später wurde der Pegel dann angepasst (immer noch nicht auf Originalwert, aber sinnvoll). Manche User beklagten auch ein Brummen der Toms, vor allem, wenn man Regler anfasst. In einer späteren Revision hat man das Chassis mit Abschirmfolie ausgelebt und kleine Schaumstoffpickerl an manchen Reglern angebracht, um das in den Griff zu kriegen. Manche fanden die Bassdrum etwas seltsam, manche die Snare etwas leise, beide wurden aber belassen. Vor allem aber, und das blieb auch über alle MKI-er hinweg, haben sich viele daran gerieben, dass die Phasenlage des Hauptaudioausgangs im Verhältnis zu den Einzelausgängen umgekehrt steht.

Test: Behringer RD-8 MKII, TR-808 Klon 2022

Ingenieurmäßig war das etwas Banane und hätte leicht umgangen werden können, aber ob dieser Sachverhalt nun auch ohne nachträglichen Umbau der Behringer RD-8 ein K.O-Kriterium sein muss, sei dahingestellt. Ich habe einen Fix dafür dokumentiert und wenn man nicht löten mag, man kann ja die Phasenlage des Signals in der DAW oder an vielen Pulten umkehren. Außen nicht sicht-/hörbar, aber an der Platine ersichtlich ist, dass die Instrumentenmischung und die Effektsektion zuerst anders geplant worden sein müssen. Ich vermute, Behringer wollte das Teil dann aber einfach auf dem Markt haben (8. August und so) und sie wurde ja trotz und wegen allem ein voller Erfolg. Auf Seiten der Firmware wurde viel nachgeliefert und man hört von vielen Usern, dass es sich mit der allerersten Version durchaus ganz gut Musik machen lässt. Jamie Lidell, zum Beispiel, und ja, das ist Angeberei, hat sich seine Rimzilla-Version von mir modifizieren lassen und singt nun über MaxforLive Beats damit ein.

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Was ich noch ganz spannend finde ist, dass die Vintage-Welt durch die RD-8 auch nicht untergegangen ist. Trotz „Reich des Bösen“- und „Kleinunternehmer löten mit Liebe gelötet“-Diskursen haben nicht nur die TR-808-Gebrauchtpreise noch mal sehr deutlich angezogen (hier um die Ecke gerade eine leicht lädierte für „nur“ 6.000 Euro, Alter…) und zu 8Raw8, Yocto und Konsorten sind noch RE-808 und weitere gekommen. Klingt ein bissl so wie P2P-Netzwerke früher, die den Kauf von Medien eher noch beförderten. Und dann eben wurde die MKII angekündigt.

Behringer RD-8, die zweite (vierte?)

RD8 MKII, Platine

So sieht die MKII Hauptplatine aus

Manche von uns waren vielleicht verwirrt, dass die Behringer RD-8 MKII angekündigt wurde, ungefähr gleixhzeig mit der „I can’t believe it’s not Devilfish“ und der „jetzt aber doch endlich mal 909.“ Okay, andere Firmen legen auch neuere Versionen auf. Mittlerweile ist sie in einigen Läden verfügbar und diverse Audio- und Videoaufnahmen machen die Runde. Liest man in YT-Kommentare und Forenposts rein, scheint der Hype hier jedoch etwas verhalten zu sein, teils weil sich MKI-Besitzer leicht veräppelt fühlen, so rasch eine MKII zu sehen, andere Kommentare betonen sogar, manche Instrumente an der MKI besser zu finden. Wieder andere sagen dir: „Yo, mate, my friend – an dem Ding ist nun alles noch superer und authentischstenst!“

Behringer RD-8 MKII

Behringer RD-8 MKII

Kundenbewertung:
(9)

Was hat die MKII denn nun anzubringen? Zuerst fällt an der MKII das grüne PCB auf, wie es die Behringer Sachen jetzt haben (RD9, die neueren 2600er und noch einige andere Geräte). Ob das elektrotechnisch toller ist, weiß ich nicht, jedenfalls sieht man die Leiterbahnen und Beschriftungen jetzt besser. Was raussticht, sind die kleinen Metallabdeckungen über den Kondensatoren an Snare, Toms, Rim, Clap. Wie bei der RD6 sind hier bestimmte Schaltungsteile in Faraday-Käfige gesperrt, um sie vor freilaufenden Einstreuungen zu schützen. Das ist gut, wenn man beim Festival neben dem Umspannwerk spielt (sorry fürs Witzrecyceln) oder auch Brummprobleme im Heimstudio hat. Die Maßnahme hat Sinn und ist stabil verbaut.

Einstreuungsshutz RD8 MKII

Hier eine der Abschirmungen gegen Brumm ausgelötet

Was Stromversorgung und Taster, CPU und anderer Krimskrams angeht, sind mir bisher keine Veränderungen aufgefallen, außer einer leichte Änderung dabei, wie Accent angeschaltet wird. (Accent ist übrigens immer noch global, wie halt bei der TR-808). Abgesehen von den Potentiometern, deren Leiterbahnen nicht immer so bingo-bongo sind, sind alle Bauteile Standard und die Platinen sauber gewaschen und gebügelt (sprich: an meinem sind keine Unmengen Flussmittel oder gar angeschmorte Stellen, wie man sie schon bei manchen Eurorack-Modulen gesehen hat). Die Verstärker-ICs sind hauptsächlich TL074er und in der Instrumentensumme haben wir LM4580-er.

Letztere OpAmps werden im Mischpultbereich sehr stark mit dem „Behringer-Sound“ verbunden, passen hier aber eh, da in der TR-808 noch viel gurkigerere Verstärker hinten drin waren. (Völlig bezugslos, aber schaut mal in eure RME Firefaces rein, da sind 4580er en masse drin.) Grob also: Elektronikbauteilmäßig bis auf die Potis vielleicht muss man zum Kritteln schon den Through-Hole-Ist-Magie-Hammer auspacken. Talking about resistance – Behringer stellt bei den Widerständen gerade von 0603-Größe auf 0402 um, was ich als Modder nicht so dolle finde, da bei der Größe keine Widerstandswerte mehr angeschrieben sind und das Umlöten mit Lötkolben langsam schwierig wird. Positiv daran ist allerdings mehr Platz an der Platine. Die Schaltungen der Instrumente selbst, obgleich leicht umarrangiert, featuren allerdings immer noch 0603-er, was bei den neueren Designs der Behringer RD-6 und Behringer RD-9 anders ist.

RD8 MKII, FX Sektion

FX Sektion Neu mit nun noch kleineren Bauteilen

Wenn wir durch die einzelnen Sektionen gehen, sehen Sie links oben zuerst einmal die leicht revidierte Mischersektion. Beachten Sie hier, dass die etwas ausgeholzt wurde, aber der Aufbau an Effekten und so auch die Lautstärkenwerte der einzelnen Instrumente beibehalten wurde. Nun aber tadaaa… die Polarität des Audiosignals beim Hauptausgang ist nun stimmig. Wenn ich auf der MKII nun eifrig Fußpauke spiele, wird der Kick also weder meinen Subwooferkonus einsaugen, noch kommt es zu seltsamen Phasereffekten, wenn Cymbal direkt und gleichzeitig dieOpen-HiHat über den Main-Out gespielt werden. Der Hauptausgang selbst liefert immer noch nicht den heißesten Pegel und die Return-Buchse ist ebenfalls lediglich Eingang geblieben, der externe Signale an den Effekten vorbei schleust (ursprünglich mal als Send/Return angelegt, die Spuren davon sieht man noch an der Platine). Aufgefrischt wurde der Kopfhörerverstärker (so wie in Rd6, Rd6, 2600) und der Zahnstocher-Einsteck-Schalter für DFU-Mode der MK1 ist verschwunden, da Updates jetzt anders gemacht werden. Im Gehäuse meiner MK2 ist das Loch dafür noch da – cool, dass die alten noch aufgebraucht statt verschrottet werden.

Nun zu den Instrumentenklängen, denn die sind (not so radically) different, mate! In der Tat kommen einige der Instrumente leicht anders rüber und bei einigen der Unterschiede bin ich noch etwas überfragt. Einiges zumindest ist sogar sehr leicht anzugleichen und das ganz ohne zu basteln. Vielleicht fange ich bei Letzterem am besten an. Toms, Clap und Snare haben nun leicht ausgeprägtere Hallfahnen. Letztere teilen sich eine Rauschquelle (kein LSD, sondern System-Noise), deren Lautstärke an einem Trimmer im Geräteinneren geändert werden kann. Stell den Regler bei der MKI hoch, dann kommt bei Toms, Snare und Clap die Hallfahne mehr raus, wenn du magst. Was mich freut, ist die leicht andere Bassdrum, die mir klarer und etwas anders im Tonhöhenverlauf erscheint. Seltsam hier ist, dass ich erstmal keine Unterschiede in der Schaltung sehe (aber verbaute SMD-Kondensatoren gescheit auszumessen, ist so ein Ding, also könnte das eine Rolle spielen). Gut, vielleicht braucht’s eh so eine mysteriöse Geschichte, denn Legenden mag man im 808-Lagern gern. Die Cowbell klingt leicht kürzer und hier messe ich in der entsprechenden Hüllkurve einen anderen Kondensatorwert. Rimshot und Clave sind gut abgestimmt und die Metallfraktion wie auch das Maracas scheppern und rascheln so wie bisher gehabt.

RD8 MKII Clap

RD8 MKII Clap – BA662 for real

Bleibt noch die Clap. Diese hat im Gegenzug zur ersten Charge der RD9 nun wirklich den Dual-BA662 Klon von Coolaudio drin, auch wenn an der Leiterplatte vorsorglich noch Platz für ein Substitut gelassen wurde. Der BA662 ist am anfänglichen Frrrrapp der Clap beteiligt und laut Behringer PR essentiel für die „instrumentation of the voices“ oder irgendwie so… Robert Keeble, der das Dings für Coolaudio rekonstruiert hat, meinte, da sei wenig Magie bei und Open Music Labs, welche ja auch auf eigene Weise beehrt wurden (TD3 VCA), sind da sehr kompetente Urteilsgeber (Coolaudio BA662 auf Modwiggler suchen). Nun, der BA-Nachbau wird noch für interessante Sachen sorgen, denn der war ja in einigen Synthesizern drin, aber in dieser bestimmten Anwendung hier klingt für mich auch ein LM-/VM-13700M gut. Die Clap der MKII klingt übrigens auch höher, was aber an etwas anderem liegt, nämlich der dem Filter, welches der Rauschfahne des Sounds ihren Bauch verleiht. Bei MK2 entspricht der verantwortliche Widerstandswert dem der TR-808 und bei der MK1 ist er höher und somit die Kennfrequenz des Filters tiefer. Will man mehr Klatsch-Wampe an der MK2, hilft also nur löten oder man sagt sich so lange „klingt wie im Schaltplan“, bis man es gut findet.

Und im Ensemble? Ein Kollege hat es gut ausgedrückt – MK2 klingt durch den kürzeren Ausklang mancher Instrumente etwas tighter, vielleicht etwas klarer, aber nicht sehr anders. Das kann ich bestätigen und auch wenn ich in meinem Leben vielleicht nimmer zum Cowbell-Jockey werde, geht da schon was im Sinne von Instrumententrennung. Jo, es geht vielleicht keine Sonne auf, aber dafür auch keine unter. Und das, liebe Leserin, ist schon mal was, aber du magst dich fragen, ist es genug? Hier kommt es stark darauf an, was du magst. An der 1-er find ich es nice, mit vollen Effekten und heißer Monosumme einfach eine schmierige Wall of Sound zu machen („And always remember, red means it’s mastered!“). Sehr klar und filigran ist das nicht. MKII geht schon eher tendentiel in diese Richtung, aber halt nicht meterweit.

Hätte wette und Fahrradkette

Wie man sieht, ist Behringer einiges an Kritikpunkten angegangen (also nicht im Sinne einer Diskreditierung der Kritiker, sondern durch technische Änderungen). Vieles davon war in Form von „Fixes“ ja schon in den alten Revisionen da, aber nun ist es halt schön und ordentlich. Ich vermute, für Behringer macht das teilhafte Neudesign finanziell mehr Sinn als extra Schutzfolien ins Gehäuse einkleben zu lassen und in der Mischersektion redundante Widerstände (in dann doch hohen Zahlen) zu verbauen.

Und jetzt aber natürlich, hätte, wette, Fahrradkette, was, wenn die jetzt noch dies und das…  Vom technischen Dings her hätten meiner Meinung nach schon ein, zwei Sachen noch mal Spaß gemacht. Den Metal-Noise, welcher die Basis für Cowbell, Cymbal und HiHats bereitstellt, hätte ich gerne stimmbar. Grundbestandteil dieses Klanges, wie bei der TR-808 auch, sind sechs unterschiedlich gestimmte und dann gemischt und gefilterte Rechteckschwingungen. Diese selbst werden durch ein Arrangement aus Schmitt-Triggern (hallo, Hexinverter!), Widerständen und Kondensatoren hergestellt. Beim Behringer ist der Hexinveter drin und alles Gemische und Gefilterte, aber den Ton geben Signale aus der CPU an, die der der Hexinveter praktisch nur verstärkt. (Jetzt bitte nicht: „Igitt, digital!?“ Digital ist das eh – eins null an aus, kommt Rechteck raus, gell?) Bei der TR-808 Mamma kann man die ersten beiden Rechtecke, welche ja auch bei der Cowbell erklingen, mit Trimmern umstimmen. Bei der kleinen RD6 kann man sich da nachträglich was einbauen und bei anderen 808-Versionen ist so was Standard. Nur bei der RD8 geht hardwaremäßig da nix. Ob und wie das per Firmware möglich wäre, müsste man bei der Firma selbst nachfragen. Generell wären sowieso noch viel mehr Trimmer für Klangabstimmungen fein gewesen: Snare tuning, Rimshot Tonhöhe und noch so allerlei, wobei das technisch null aufwändig wäre. Personalisierter Klang ist doch spannend, so etwa: „I hob a kassdomized schnär, do legschdi nieder, wie die auf die pentatonische knallt!“

Test: Behringer RD-8 MKII, TR-808 Klon 2022

Ein letzter Punkt ist ultraspekulativ und ich habe das nur rudimentär getestet. Auf manchen 808- und einigen 808-DIY Seiten wird etwas Buhei um die Typen an Transistoren bei Teilen der Snare und HiHats gemacht. Bei diesen werden die Lautstärken der Rauschanteile durch sehr simple Hüllkurven und VCAs reguliert. Letztere, die sogenannten Swing-Type VCAs (siehe TR-808 Service Notes, Seite 5), bestehen jeweils aus einem NPN Transistor und bissl Krimskrams und die Transistoren sollten wohl einen hohen Verstärkungsfaktor (HFE-Wert von über 300) haben. In dem, was ich in der RD8 gemessen habe, waren das HFE-Werte um die 240, also eh okay und nicht schlechter als die in meiner alten Roland CR-8000. Und zum Jux habe ich bei der Closed-HiHat mal einen mit HFE 270 eingebaut (besseres war grad nix da), also hört am besten selbst, ob das Flohhusten ist. Jetzt aber der neidvolle Blick im Behringer eigenen Hause. In der RD9 (teilweise auch in der RD6 und den System 100 Modulen) sind an manchen Stellen andere NPN Typen drin, was darauf deutet, dass hier etwas mehr kuratiert wurde. Ob das jetzt heißt, die RD8 MKII hat zu wenig Liebe bekommen oder ob das hier eher Wurst ist? I don’t know… (und sorry fürs Geplauder).

Noch zur Playlist

Die Audiofiles sind einfach einzelne Instrumente über Main Out in mein Fireface 800 und dann in Logic auf 1-db hochgezogen. Die Clips MKI_Bass und MKI_Mix sind genauso aufgenommen, aber aus dem Archiv, d. h. die beiden sind nicht direkt verglichen, halt mehr so zum Eindruck. Für die Clap hab ich mir erlaubt, ein altes MKI File zu rekonstruieren, d. h. bei der MKII die Tonhöhe angepasst, aber nicht die Rauschfahne. Das File System Noise wird mitunter sehr laut und dient zur Illustrierung, was passiert, wenn man da rumfuscht. Danke für eure Zeit und viel Spaß! Und wenn ihr noch Sachen zur MKI gucken mögt – hier klicken.

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Fazit

Letztendlich passt das mit der RD8MKII eh gut und Behringer hat in der Zwischenzeit dazugelernt. Das hat man bei der RD6 schon gehört und bei der 8-er wurden nun einige der Hauptkritikpunkte konstruktiv umgesetzt. Und so sehr ich PR-Gehabe und super coole Shills nicht mag, gerade in Sachen Bassdrum bin ich auf verschiedenen Wegen des Modifizierens immer dennoch etwas frustriert geblieben und finde die Ausgangslage an der MKII da schon netter. Ebenso glaube ich, was wir in der jüngeren Vergangenheit sehen ist, wie sich Behringer PCB-mäßig reüssiert und es für andere Hersteller schwerer macht, von hohen Rössern herab zu reden (sofern das überhaupt geschieht). Wer also noch nicht hat und noch will, kauft sich da sicher keinen Schrott. Wäre vielleicht noch zu fragen, ob man den Klang dieser Version vorzieht oder gebraucht eine MKI nimmt. Ebenso wäre eine Frage für MKI Nutzer, wie sehr einen das Update flasht oder eben was man sich sonst von so was erwartet. Sicher, der Lebensstil der Superreichen ist schädlicher für die Umwelt als eine RD-kaufen-verkaufen-kaufen, aber jedes bisschen hilft, sagt doch die Ameise. Insofern denke ich nicht, dass man beide oder mehrere haben muss (die „für den Preis“-Denke macht mich eh kirre). Dennoch schön, dass es beide gibt. Einheitsbrei wäre ja fad.

Preis

  • 349,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
      • Profilbild
        Filterpad AHU

        Genau, und die Fläche wo sich die Taster und das Display befinden ist bei der MKII ebenso grau statt weiß. Wir machen es sehr gründlich: Diese „erste“ nennt sich schlicht „Behringer RD-8 Rhythm Designer“ und die neue „MK2 Behringer RD-8 Rhythm Designer“. Nun hofft man das mir kein Fehler unterlaufen ist – Das wäre peinlich. ;)

  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Toller Artikel, vielen Dank! Das ist sehr interessant mit all den Hintergrundinformationen.

    Zum Sound an sich kann ich wieder nur sagen, dass mich das in keinerlei Hinsicht berührt. Klang einerseits, aber auch vom Groove her 🤷🏼‍♂️ Da ist das Original doch immernoch Welten von entfernt. Ich empfinde die TR-808 einfach als in sich stimmig, angenehm und gleichsam sehr direkt und entspannt präsent. Da hilft auch kein Make Up in Form von Wave Designer und Nerv-Resonanz-Filter.

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      Filterpad AHU

      Ohne jetzt ihnen, Herr von W. nahe treten zu wollen und ich meine das total nüchtern und sachlich: Ist das nicht auch verknüpft mit ein wenig Hörgewohnheit und Musikesoterik? Wann und warum klingt etwas besser und wer entscheidet dies?

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        AMAZONA Archiv

        Hallo, vielen Dank für deine nett formulierte Frage! 🙂

        Das ist sicherlich möglich, also dass man von der Hörgewohnheit geprägt ist und danach ganz individuell entscheidet, was einem sehr oder eben auch gar nicht gefällt. Das habe ich ja auch so geschrieben, also was die landläufig verfügbaren Demos von RD-8 und auch RD-6 angeht. Speziell die Beckensounds (HH und CY) klingen für _mein_ Empfinden einfach harsch und unangenehm resonant.

        Esoterik diesbezüglich versuche ich weitgehend zu umgehen und bin sehr froh, dass „wir in der Audiobranche das Zeitalter der Alchemie weit hinter uns gelassen haben, wenngleich das nicht für alle Hersteller zutrifft“ (freies, aber sinngemäßes Zitat von Jörg Wuttke – Fa. Schoeps).

        Ich bin nämlich nicht nur Musikliebhaber, sondern auch Ingenieur und glaube daher vornehmlich an Naturwissenschaften und Mathematik.

        Der Sinn meines Posts war einfach nur zu zeigen, dass es durchaus Leute gibt, die eben diese auch weiter unten nochmal anders und sehr treffend beschriebene „Eleganz und zugleich brutal fetten Impakt“ wahrnehmen.

        Anmerkung 1: Ich muss an dieser Stelle mal loswerden, dass ich richtig erfreut bin über den netten Umgangton in der Kommentarspalte dieses Artikels.

        Anmerkung 2: @Maffez – Ich habe mir auf deiner Seite die Gedanken zu den TD-3 Modifikationen durchgelesen, auch GANZ tolle Befassung damit. Richtig gut! 👍 Respekt!

        • Profilbild
          Maffez

          Dank und ja, voll fein, dass wir hier unetrschiedlicher Meinung und trotzdem lieb sind :) – zur TD3, ja krass wie beliebt die Modifikationen sind (mittlerweile Threads dazu in deutsch-, engisch-. und französischsprachigen Foren). Egowaves auf YT hat nen Blindvergleich mit einer TB303 und einer gummifiziertern TD3.

          Zu der Metallabteilung der RD8 geb ich dir Recht, die ist an der übersteuerten Seite. Das liegt hauptsählich an/um den Bandpassfiltern vor den eigentlichen Instrumenten, lässt sich auch etwas abmildern, aber spannend, dass hier die Behringer voll am Schaltplan ist und wohl doch anders klingt.

    • Profilbild
      Maffez

      Ha, „entspannt präsent“ ist fein – hab keine 808, also fehlt mir der direkte Vergleich auf meinen Lautsprechern. Die Effekte bei der RD8 sehe ich mehr als sounddesigndings, aber ich modifizeire das zeugs ja auch immer.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        hehe 😜 Tatsächlich sind es exakt diese beiden Adjektive, die es meiner Meinung nach kondensiert auf den Punkt bringen. Das Besondere an der 808. A priori würde man beide Worte ja eher bedeutungsmäßig als potentiell gegenläufig einordnen. Aber… es IST einfach so. Die 808 spielt präsent auf, ohne dabei angestrengt zu wirken.

        So nehme ich im Allgemeinen auch Aufnahmen mit klassischen Mikrofonen á la U47, U67, ELAM251 oder C12 wahr. Möglicherweise haben sich die Entwickler damals doch mehr Mühe gegeben? Also bei Roland in den 70/80ern…

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      digital-synthologie AHU

      Ja, die originale TR-808 hat eine Eleganz und zugleich brutal fetten Impakt.
      Den hat die RD-8 überhaupt nicht.

      Es klingt nicht wie aus einem Guss, wie beim Original.

      Die HiHats z.B. klingen viel zu scharf. Es fehlt diese Seidigkeit in den Höhen.

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        AMAZONA Archiv

        Genau! Das „zugleich“ finde ich einfach sehr faszinierend 😵 Also dass das geht.

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      dubsetter

      moin,

      ich habe seit einiger zeit die rd 8 mk1(späte version),
      und kann nur sagen:
      tolle maschine und groove.
      wave designer brauche ich eh nicht, aber der sequencer macht spass und hat tolle features.

      ob die nun genau klingt wie die tr 808
      (welche denn eigentlich..? jede klingt anders)
      ist mir ziemlich egal.

      brauche auch keine mk2 version,
      für mich passt sie so, wie sie ist.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        „welche denn eigentlich..? jede klingt anders“

        Alle, die sich einigermaßen um die statistische Mitte herum befinden, was den Klang angeht. So dermaßen viel kann man da ja bei einer intakten Maschine auch nicht kalibieren und ggfs etwas seltsam klingen lassen. Beispielsweise ist bei dem TR-808-Artikel hier auf amazona die Cowbell ungewöhnlich gestimmt. Nicht nach _meinem_ Geschmack; meine ist auch nicht exakt nach Werksvorgabe gestimmt, aber vom Timbre her ähnlich. Also was die Schwebung/Reibung zwischen den beiden Oszillatoren angeht.

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          dubsetter

          wird im mix keiner raushören.
          aber jeder so, wie er mag.

          ich finde den sequencer der RD 8 um längen besser, und wumms hat sie auch.

          • Profilbild
            AMAZONA Archiv

            „keiner“ ist mir zu allgemein gehalten, weil es schon bei mir selbst nicht mehr stimmt. Der Mix ist hier auch maßgeblich bestimmend. Wenn ich alles durch den „akustischen Fleischwolf“ jage – und das meine ich in keinster Weise despektierlich – dann kann das Ergebnis natürlich sehr weit vom Ausgangsmaterial entfernt sein.

            Stelle ich die von mir und auch anderen Leuten geschätzten Qualitäten einer TR-808 nach vorn, also im Mix; so sind natürlich Unterschiede zur RD-8 oder Samples oder auch TR-08 zu hören.

            Am Ende ist es doch simpel: wenn ich eine TR-808 möchte, dann nutze ich die. Wenn ich eine RD-8 möchte, dann nutze ich eben eine RD-8.

            🕊️

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Danke für die Info, Maffez, scheint insgesamt eine überschaubare Aktualisierung zu sein. Ich denke, da müssen sich die Besitzer der Vorgängerversion wegen des schnellen Releases der MKII nicht zu sehr ärgern.

    • Profilbild
      Emmbot AHU

      Ja die ersten können weiter genutzt werden. Aber auch trotzdem schön das ein Update vorgenommen wurde.

        • Profilbild
          Maffez

          Howdy – ein, zwei Sachen hab ich auf meiner rd8 modding seite beschrieben (Link ist oben im Text), aber dafür müsste man halt löten (lassen). kommt aber sicher auf vorlieben/anwendung an. Wenn du nur mit Einzelausgängen arbeitest, ist die Phasensache am Hauptausgang z.B.. eh irrelvant :)

  3. Profilbild
    Clueless

    Wie schön, wenn ein trockenes Thema witzig und pointiert geschrieben wird.
    Das hat mir den Tag gerettet.

  4. Profilbild
    Lapin

    Schön wenn sich jemand richtig gut auskennt und sich dann noch die Mühe macht das gratis und witzig niederzuschreiben und zu teilen

    Merci

  5. Profilbild
    Flowwater AHU

    Also, ich sage mal so: Ohne dass mich jetzt eine originale, modifizierte oder von Behringer nachgebaute TR-808, gerne auch von irgend einer anderen Firma, verstärkt interessieren würde …

    … aber den Artikel habe ich echt richtig gerne gelesen. Hut ab! Das muss man aus dem Stand erst mal bringen. Auch die Soundbeispiele sind gut. Ich gewinne den Eindruck, dass, sollte mich eine 808 jemals interessieren, ich bei der MKII von Behringer bedenkenlos zugreifen kann. Das wird wohl nicht passieren, weil ich sowohl softwaremäßig (SugarBytes »DrumComputer«) als auch hardwaremäßig (Dave Smith Instruments »Tempest«) ganz gut aufgestellt bin, und mich die typischen 808-Sounds eher so … naja … semi-mäßig interessieren. Aber sollte das mal der Fall sein: Siehe oben!

    Also noch mal: Geiler Artikel! Habe ich sehr gerne gelesen. 🤩😃

  6. Profilbild
    mdesign AHU

    ich gehöre wahrlich nicht zur lötfraktion. trotzdem (oder vielleicht sogar gerade deshalb?) habe ich diesen genauso kompetent wie unterhaltsam geschriebenen artikel mit freude gelesen. großes lob!

  7. Profilbild
    dAS hEIKO AHU

    Kann mich da den vorredn….schreibern nur anschließen. Die Stellen mit Bauteilbezeichnungen Platinenlatein hab ich „quergelesen“, so wie früher in den Keyboards-Tests die Abschnitte mit LFO, DCF, VCA (hatte sowas von keinen schimmer). Was den Beitrag aber nicht uninteeresanter macht.

    „I hob a kassdomized schnär, do legschdi nieder, wie die auf die pentatonische knallt!“
    einfach geil.

    • Profilbild
      Maffez

      hey und dank euch

      „nur quergelesen“ — wenn ich mir meine tippfehler anschaue, hab ich es auch wohl nur quergelesen :)

  8. Profilbild
    network-909

    Endlich mal jemand, der sich für den NJM4580 einsetzt. Ich habe manchmal das Gefühl, der wird nur deswegen als so mittelmäßig angesehen, weil Behringer in den 90ern angefangen hat, den sogar in seinen Prospekten anzupreisen (besser als der 4560 der Konkurrenz hieß es da..).
    Fun Fact: die laut JRC „verbesserte Version“ trägt die Bezeichnung NJM8080 :)

    • Profilbild
      Maffez

      Wäre eh mal ein spannendes Feature :) War zumindest geflasht, wo der überall verbaut ist Elektron, Akai, RME.

  9. Profilbild
    Anthony Rother AHU

    Toller Artikel mit schönen vielen Details hat sehr viel Spass gemacht.

    Für Alle die sich dafür interessieren wie die Techniker bei Roland an das Projekt TR-808 rangegangen sind möchte ich diesen Artikel empfehlen. (Sprache: Englisch)

    Anscheinend geschrieben von den Technikern die die TR-808 entwickelt haben.
    Ich bin auf den Artikel hier auf Amazona.de aufmerksam geworden als die Software RC-808 vorgestellt wurde.

    Im Artikel wird erzählt wie Roland versucht hat mit preiswerter Analogtechnik die damals teuren Sample-Sounds der Linn LM-1 zu erreichen.

    https://rc-808.com/episodes-of-the-mid-o-series

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      Maffez

      Danke – das Gerücht geht ja um, dass du schonmal die eine oder andere der klassischen Drummachines erfolgreich zum Einsatz gebracht hast in deiner Musik :)

      Das RC-808 Projekt ist nett und die Seite auch fein! Viel trockener aber auch echt hilfreich sind die Papers von Kurt Werner, Jonathan Abel und Julius Smith zur kick, cowbell und cymbal der 808 (frei im Netz erhältlich). Schon arg, wie komplex so ein einzelner Ton sein kann!

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        Anthony Rother AHU

        :-)
        Ich habe vor ca. einem Monat (Dez 2021) ein neues Album veröffentlicht.

        Auf diesem Album habe ich auf dem überwiegenden Anteil der Tracks intensiv die TR-808 eingesetzt.
        Vorrangig mit Distortion und Overdrive bearbeitet.

        Ich muss sagen dass ich immer noch sehr fasziniert bin von dem TR-808 Sound gerade auch nach der Produktion von diesem Album.

        Die TR-808 und die TR-909 haben für mich etwas ewig faszinierendes.

        Jetzt beschäftige ich mich intensiv mit der PULSAR-23 von SOMA.

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          Anjin Sun

          Es wäre sehr interessant wenn neben der technischen Kompetenz des Artikels, eine klangliche dargelegt werden könnte. Gefühlt, ob ein Titel des neuen AR-Album (Dekatron) auch mit der B-MK2 möglich gewesen wäre?

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            Maffez

            ugh, schwer für mich zu beantworten, da Anthony echt gut seine drums prozessiert und mischt (schleim, schleim :) – dein kommentar ist jetzt halt ne steilvorlage, ihm nen testritt auf meiner anzubieten, wobei meine mittlerweile modifiziert ist… aber egal wie, mit der rd kann man schon musik machen :)

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              Anjin Sun

              Ich fände es wirklich sehr interessant, wie eine original RD8mk2 in einer Produktion von Anthony Platz beziehen würde. Mehr Elektro Expertise ist nun wahrlich schwer auffindbar.

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      AMAZONA Archiv

      Oh DAS ist ja pures Lesegold! Aus erster Hand und ohne den Hype. Ich bin ja ein großer Freund von abstrahiertes Analogien aus ganz anderen Bereichen, da gibt es ja einige zu finden in diesem Aufsatz 🤓

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    [aˈtoːm] [aːl] [ˈa(ː)tonaːl] AHU

    irgendwie erinenrt mich der schreibstil des autors an alte spex oder sogar de:bug zeiten :D.

    das gerät reizt schon, nur wo stell ichs hin und warum kaufen ohne jegliche livekonzepte in sichtweite (nichtmal die moderne juze-jugend scheint interessiert) und einmal im jahr weihnachten alte gang memorial live ist zu wenig, denn da tuts dann auch software inbox producing.

    wie gesagt, gerne gelesen. amazona sollte sich den autor warm halten^^

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    Atarikid AHU

    Maffez, alles andere als ein Unbekannter :)… Finde ich richtig geil, dass Du hier so witzig über die MK II geschrieben hast. Mega-interessant, genau wie deine Seite. Ich hoffe wir lesen hier noch mehr von Dir. Interessant fand ich auch die unterschiedliche Bewertung zur RD-8. Für die MK I gab es drei Sterne, wenn ich mich nicht irre. So sieht man, dass jeder Tester unterschiedliche Prioriäten hat. Wer Maffez Seite kennt, weiß wo die liegen. Es bleibt unterm Strich ne günstige, gute Drummachine. Die Versionen scheinen sich so nix zu nehmen.

  12. Profilbild
    Vati

    Wunderbar geschrieben, uneitel ohne „Wellnes- Weinverkostungsvokabular“ oder „esoterische Attitüden“, Danke! Mich wurmt nicht nur bei der TR-808 auch bei anderen Groovemaschinen; der fehlende Fußschalteranschluß. Wenigstens Start/Stop. @Maffez: Gibts da eine Möglichkeit ohne Midileiste usw. ?
    Grüße von Vati

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        Vati

        Danke für den Hinweis, ich meinte natürlich den fehlenden Fußschalteranschluß bei der RD-8,

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      Maffez

      Hehe, Vanilleeis ist die neue Weinverkostung ;) – Fußschalter müsst man was basteln, bei der Rd6 auch, aber sowas hab ich mir noch nicht angeschaut. Midi scheint da ggf am sichersten, auch wenn es fad ist.

  13. Profilbild
    Inductor

    Boah, Maffez!
    Das ist echtes Lese-Gold. Schön geschrieben und frei von Soundesoterik. Habe ich gleich zweimal gelesen. Auf Deiner Webseite sind ja einige updates zu finden. Nach meinem RD-6 Umbau ist gerade meine TD-3 in liebvoller „Behandlung“ nach Deinem Mod-Guide: Filter-Mod, Suboszillator und „Hollow Square sind bereits nach Gusto verlötet. Mal sehen wie es weiter geht…
    Vielen Dank für Deine Zeit und das Teilen Deines Wissens!

    Gruß Inductor

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      Maffez

      Ma, dank dir und so cool, dass dir das Modden Spaß macht & den RD6 Workshop mag ich! Basteln macht leicht süchtig – bei mir ist gerade ein Drumbrute gelandet… :)

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    AMAZONA Archiv

    Der Artikel ist wirklich schön geschrieben. Ändert aber leider nichts daran, dass ich die Sounds wirklich total ausgelutscht finde. Die Kiste gehört ins letzte Jahrhundert.

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    falconi RED

    Das dachte ich mir auch, als mit Trap vor ein paar Jahren SCHON WIEDER die 808 hochkam. Industrial Techno ist auch immer noch auf 909 unterwegs, die ja mal als technische Weiterentwicklung der 808 gedacht war, auf Steroiden oder auch Amphetaminen.

    Warum ist das so?

    Die Geräte stammen halt aus einer Zeit, in der Ingenieure (hier: bei Roland) nur gerade EIN Drumset in so einer Kiste unterbringen konnten. Ende der 80er gab es dann schon so viele – sample-basierte – Optionen, so dass sich kein Standard mehr etablieren konnte. Man nimmt also auch heute immer wieder das her, was erwiesenermaßen funktioniert. Und für Jüngere ist es dann eben auch nicht so ausgelutscht wie für Dich. Und zum Glück gibt es ja auch Leute und Genres, die was ganz anderes verwenden.

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      lunatic AHU

      Genau.
      Ein klassisches (akustisches) Rock-Drumset ist ja trotz kleiner Variationen (ganz nach Zeitgeist oder Stilistik) immer gleich als klassisches Rock-Drumset zu erkennen und funktioniert im Kontext mit Bass und Gitarre SOFORT.
      Und das seit über 50 Jahren. Hat ja alles irgendwie seine Relevanz.
      So ähnlich wird es mit 808 und 909 auch sein. Zwar megalangweilig seit mind. 2 Jahrzehnten aber funktioniert wie am ersten Tag.

  16. Profilbild
    falconi RED

    Was ich bis heute total faszinierend finde, ist die Tatsache, dass diese – nuja- ikonischen Sounds von japanischen Ingenieuren in Hamamatsu (heute nicht der Nabel der Welt, und schon gar nicht in den 80ern) erdacht wurden, die null Ahnung davon hatten, was später damit passieren wird. Die haben also keines der Genres bedient, in denen diese Instrumente heute eingesetzt werden, sondern wollten einfach nur eine halbwegs authentisch klingende Rhythmusmaschine bauen, für irgendwelche Bands, bei denen der Drummer gerade keine Zeit zum Proben hat.

    Einen Einblick gibt die (mittlerweile angejahrte, teil sperrige, teils wirre) SOS-Serie von Gordon Reid namens „Synth Secrets“. Der „63 Part“-Link bei der SOS funktioniert gerade nicht, am besten startest Du also bei der Bass Drum. Und klickst Dich dann rechts weiter zur Snare usw.:)
    Was man jedenfalls herauslesen kann: Die Roland-Ingenieure haben damals wirklich noch geforscht und entwickelt, und deshalb haben sie auch Drumsets „kompiliert“, die bis heute Standard sind. Und halt ein bisschen ausgelutscht:

    https://www.soundonsound.com/techniques/practical-bass-drum-synthesis

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