Test: Cinematic Strings 2.0, Orchester-Library

Im Legato Mode klingen die ersten und zweiten Violinen richtig gut, wunderbar geeignet, um emotionale oder dramatische Cues umzusetzen. Schaltet man die Artikulationen dann auf Staccato oder Marcato um, hat man sofort die richtige Waffe für schnellere Action Cues an der Hand. Hier zahlt sich gut aus, dass man nicht nur zwei sondern gleich vier verschiedene Tonlängen (normale Staccatos plus Staccatissimo Einstellungen) der Samples zur Verfügung hat. Besonders die Staccato Sounds setzen sich in einem dichten Arrangement sehr gut durch, so dass man keine langwierigen Mix Sessions braucht, um den Gesamtklang irgendwie grade zu biegen.

Der Run Mode ist gut geeignet, um schnelle Läufe zu simulieren, allerdings kommen auch die CS 2.0 bei weitem noch nicht an die Authentizität eines echten Streicher Laufes heran. Hier ist (und nicht nur bei den CS 2.0) immer noch viel Luft nach oben.

Verteilung auf der virtuellen Kontakt Tastatur

Verteilung auf der virtuellen Kontakt Tastatur

Auch die anderen Sektionen gefallen mir insgesamt sehr gut. Die Legato Übergänge klingen im Vergleich zu anderen Librarys sehr weich, was mir persönlich sehr gut gefällt. Dazu sind die Velocity Modulationen sehr gut gelungen und dynamisch lässt sich von Null bis Fortissimo alles verwirklichen. Man merkt deutlich, dass die Entwickler der Cinematic Strings viel Arbeit (und wahrscheinlich auch Leidenschaft) in die Verbesserung der Library gesteckt haben.

Durch die Möglichkeit, Töne entweder an hoher oder tiefer Griffposition spielen zu lassen, bekommt man als Komponist eine gute Möglichkeit, den Klang noch detailreicher zu gestalten. Gerade in der brillanteren Einstellung kommen hohe Streicherläufer nochmals deutlicher im Mix durch, so dass man ohne große Volume- und Velocity-Einstellungen die Melodielinie hervorheben kann. Sehr schön.

Wirklich hervorheben möchte ich an dieser Stelle, wie einfach die Library aufgebaut ist. Insgesamt kann man den CS 2.0 nämlich eine sehr einfache Handhabung bescheinigen, so dass der Workflow sehr effizient ist. Im Prinzip erklären sich viele Funktionen und Einstellungen von selbst und sollte doch einmal eine Frage auftauchen, reicht oftmals ein kurzer Blick in den Quick Start Guide. Sollten doch einmal detaillierte Fragen auftauchen, richtet man diese am Besten direkt an den Support von Cinematic Strings. Oft wird ja über die lange Bearbeitungsdauer von E-Mails gestöhnt, aber CS hat beispielsweise meine Fragen in sage und schreibe 25min beantwortet. Nach einer weiteren Rückfrage hat es wieder nur 30min gedauert und das Problem war gelöst. Und diese Vorgehensweise konnten mir einige Kollegen und Käufer der Library ebenfalls bestätigen.

Ebenfalls erwähnen möchte ich die einzelnen Youtube Videos von Entwickler Alex Wallbank. In diesen Videos gibt er selbst einige Tipps und Tricks zum optimalen Sound von CS 2.0.

Allerdings gibt es auch bei den CS 2.0 ein paar kleine Kritiken bzw. Anmerkungen. Bei einigen Sustain Artikulationen sind die Samples nicht ganz sauber, so dass sehr leise Störgeräusche auftreten. Diese fallen im gesamten Mix zwar nicht auf, aber unerwähnt sollen sie auch nicht bleiben. Auch sind die Loops hier und da nicht ganz sauber programmiert. Aber auch hier sollte ein Update schnell Abhilfe schaffen können.

Schade finde ich, dass es absolut keine Ensemble Instrumente gibt. Aufnahmen sollten wahrscheinlich zu Genüge vorhanden sein, so dass es letztendlich (nur) eine Programmieraufgabe gewesen wäre, um geeignete Gruppen hinzuzufügen. Weiterhin hätte ich gerne ein paar Con Sordino Sounds im Repertoire der Library vorgefunden. Diese werden von vielen Film- und TV-Komponisten als zusätzliche Klangfarbe ausgiebig genutzt und fehlen entsprechend, sofern man die CS 2.0 als All-Inklusive Paket nutzen möchte.

Der Vorteil von nur fünf Patches ist natürlich, dass man relativ schnell und einfach zu guten Ergebnissen kommt. Allerdings verhindert dies, dass man beispielsweise auch Divisi Passagen umsetzen kann. Das wäre für mich persönlich noch ein Wunsch fürs nächste Update, denn insgesamt ist der Sound der Cinematic Strings 2.0 einfach nur sehr gut und durch diesen Zusatz würde das Einsatzgebiet nochmals erweitert werden.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    BurtaN

    Hallo,

    wie sieht es mit der Live-tauglichkeit von cinematic strings 2.0 aus? DVZ Strings beansprucht in dieser Hinsicht ja sehr gut zu sein.

    • Profilbild
      Felix Thoma  RED

      Hallo BurtaN,
      rein vom Sound sind die CS 2.0 natürlich auch live gut einsetzbar aber hinsichtlich der Bedienung im Live Betrieb sind die DVZ Strings meiner Meinung nach unschlagbar. Die DVZ Strings brauchen zwar einiges an Rechenleistung aber durch die extrem flexiblen Parameter Zuweisungen und Überblendungen zwischen Artikulationen sind die DVZ Strings im Prinzip genau auf das Live Segment zugeschnitten.

      Schau mal bei youtube, da findest Du einige sehr gute Demos.

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