Test: Formula Sound FF4.2R, (Rotary) Mixer

21. September 2017

Die Funktion-One-Kollaboration zum perfekten DJ-Mixer

Ein Firmenname, der sicherlich vielen, speziell jüngeren DJs nicht viel sagen wird, ein Design, das anders ist als der Clubstandard, keine Effekte und dann auch noch ein Rotary? Wieso bekomme ich das Gefühl, dass jetzt bereits viele vorher noch Interessierte Leser eigentlich das Lesen einstellen möchten?
Nun, zwingen kann ich niemanden, aber einfach mal in den Raum werfen, dass der Formula Sound FF4.2R oder L für mich einer der zwei besten DJ-Mixer der Welt ist.

Ein erster Blick auf den Besten: Formula Sound FF4.2R

Das wirft nun einige Fragen auf, ich weiß, und ich beantworte zwei der drei Fragen gern direkt.

1. L oder R: Die Antwort ist recht einfach. Es gibt eine Rotary- wie auch eine klassische Line-Fader-Version. Unterschiede zwischen den Modellen über die Fader hinweg gibt es keine. Wir haben im Test die Rotary-Version, die ich präferiere.

2. Wer ist denn der andere Mixer, der zu meinen Top-2 gehört? Der Allen&Heath Xone:92.

Bevor jetzt Diskussionen anfangen, wie ich so etwas behaupten kann, verweise ich noch einmal kurz darauf, dass ich schrieb „für mich“, heißt: für meine Ansprüche, für mein Setup, für meinen Wunsch nach Funktionen und Haptik. Jemand anders wird einen Pioneer DJM bevorzugen, andere vielleicht einen komplett minimalen Rotary mit Master-Isolator und nur einem Level-Rotary ohne Klangregelung im Kanal. Jeder, wie er mag.

Bleibt die dritte Frage stehen: Warum sollte der Formula Sound FF4.2R einer der besten Mixer sein?

Fangen wir vorne an.

Der Formula Sound FF4.2 – ein erster Blick

Schwer, dass ist der erste Eindruck, wenn man das Paket in die Hände bekommt, in dem der FF4.2 geliefert wird. Die Verpackung selbst ist absolut unspektakulär – klassischer Pappkarton, zwei in Folie verpackte Styropor-Lagen, mittendrin der Mixer in einer Folie verpackt. Netzkabel und Bedienungsanleitung befinden sich im Lieferumfang.

Schwer ist auch der Eindruck, wenn man den Mixer aus dem Karton holt. Mit den Maßen von 34 x 33 x 13 cm ist der Mixer mit den kompakten, fast quadratischen Maßen, ein echtes Schwergewicht. 10 kg bringt der Mixer auf die Waage, bei geringeren Maßen als die klassischen Clubmixer deutlich mehr Gewicht. Ein kleiner Ausblick auf die Qualität des Mixers, der in einem soliden Stahlgehäuse kommt. Die Kombination von Stahlgehäuse und Gewicht macht den Mixer in einem jedem Fall zu einem Gerät, das man in keinem Fall fallen lassen möchte.

Wie schon angedeutet, gibt es zwei Versionen des voll-analogen 4-Kanal-Mixers, aber der Unterschied betrifft nur die Variante der Kanal-Fader. Der Unterschied zwischen beiden Modellen beträgt 100,- Euro.

Dieses Logo dürfte viele Fragezeichen verschwinden lassen

Die generell ist Anordnung ist wie folgt: Kanal-Züge links auf der gesamten Tiefe, rechts finden sich die Bedienelemente für die Ausgänge.

Ausgänge ist ein gutes Stichwort, davon gibt es fast noch mehr als Eingänge – eigentlich ist es immer andersherum. Ok, das habe ich jetzt einfach so behauptet, es stimmt aber nicht. Es sind knapp mehr Ausgänge als Eingänge, aber selbst das ist selten zu finden. Der Grund dafür findet sich in den vielen Ausgängen, dazu gleich mehr.

Die Inputs sind übersichtlich gestaltet auf der Rückseite, Cinch-Inputs für die Kanalzüge 2 bis 4 für jeweils Line- wie Phono-Input. Der Kanalzug 1 ist, das wird kurz verwundern, kein Kanalzug für einen klassischen Zuspieler wie Plattenspieler oder CD-Player, sondern bietet einen Eingang für Mikrofone (XLR) und doppelt Monoklinke (6,3 mm), symmetrisch Line. Nun, man kann dort natürlich einen CD-Player anschließen, empfehlen würde ich das aber für die Kanäle 2-4. Den ersten Kanal selbst nutze ich, dazu später mehr, für etwas anderes. Dieser verfügt, das dürfte stark erstaunen, über Phantomspeisung für Mikrofone sowie einen separaten Gain vor dem Gain-Regler an der Oberseite. Beide Einstellungen dazu finden sich in Form von versenkten Schaltern/Regler an der Unterseite des Mixers.

Hier kann man sogar an der Unterseite schrauben

Mehr aber noch verfügt der Kanalzug mit Hinblick auf den Mikrofoneingang über einen einschaltbaren Kompressor samt kleiner LED, die anzeigt, wann der Threshold überschritten wird. Das ist richtig fett. Threshold und Ratio können eingestellt werden, auch diese wieder an der Unterseite anhand von versenkten Schrauben.
Das muss natürlich im Vorwege erledigt werden, im Betrieb den Mixer anheben und dies einstellen ist unmöglich. Im Regelfall aber wird dies machbar sein.

Forum
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    Joghurt  AHU

    Danke für den Test. Ich liebe diese Drehdinger.

    Der Crossfader ist wirklich ärgerlich. Kann er denn wenigstens komplett abgestellt werden (oder hast du das bereits geschrieben)?

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      Bolle  RED 1

      Moin, sorry, gar nicht geschrieben. Ja, den Crossfader kann du abschalten, in dem du keinen Kanal dem CF zuweist, alternativ kann man ihn auf der Unterseite auch direkt abschalten :)
      Ich füge das dem Test noch einmal hinzu, Danke für das Aufpassen!! ;)

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    Trance-Ference  

    Schöner Test. Auch ausführlich geschrieben! Klasse!
    Ich hab leider noch nie mit einem. Rotary gearbeitet aber würde es gerne mal probieren.
    Was ich echt cool finde das es neben dem EQ noch LPF und HPF gibt.
    Ich weiss aber ehrlich gesagt nicht ob ich mit einem 4gBand-EQ klarkommen würde. Ich mixe nur mit EQ und da hat sich das mit 3 Bändern so eingebrannt. Das ist könnte eine ziemliche Umstellung sein.

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      Bolle  RED 1

      Quatsch, viel geiler mit 4 Bändern. Klar eine Umstellung, aber das geht schnell und dann liebt man es..außer man will rumcutten und schnelle Mixe machen. Geht auch, aber dafür wäre eigentlich nen Rotary ohne EQ am besten :)
      Ne im Ernst, macht mega Spaß, gerade weil man so viele Möglichkeiten hat, fein und gezielt zu Arbeiten und lange Mixe zu Spielen.

      Vielleicht ist genau das der Grund, warum viele den 92er z.B. nicht mögen, weil es schwerere fällt zu kaschieren, dass langes Mixen nicht beherrscht wird.
      Oh, das hab ich nicht gesagt….doch! :)

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    Spatz

    Moin Bolle,
    beim Xone:92 gibt es ja die „Macke“, dass die aktivierten Filter als Highpass auch bei niedrigster Einstellung bereits im hörbaren Bereich filtern, und dazu noch unterschiedlich klingen.
    Haben die Filter des FF4.2 auch solche Macken, oder sind die vollkommen „sauber“?
    Grüße, Gyler Durden

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      Bolle  RED 1

      Holla, wie ja gestern schon persönlich beantwortet: Nein, nicht hörbar. Die Filter arbeiten in einem Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz und beschneiden dabei den Frequenzbereich bei minimaler Einstellung und angeschaltetenm Filter ausserhalb des Bereichs, den Anlagen klassischerweise noch wiedergeben.

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    Groovehunter

    Hi bolle! Ich machs ganz kurz…Rane mp2015 oder der formula? Hätte die Möglichkeit noch nen rane zu bekommen und bin grad am überlegen :) LG

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    zukei

    I am an audio file.
    I am not a DJ.
    I love music in the 80’s range.
    I would like to use a DJ mixer as a preamp.
    Which is better sound quality for model 1 and FF 4.2L?

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      Bolle  RED 1

      As a phono-preamp?
      In both cases, model 1 oder FF, it´s way more in price, than you´d need to spend for a very good phono-preamp from pro-ject for example…

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    Pano.Opsy

    Ausgezeichneter Test, der mich besonders interessierte, weil ich denke, meinen xone 92 durch die Formel zu ersetzen.
    Ich stelle mir jedoch zwei Fragen:
    – Ist der Schnitt der Fader-Linien offener und deutlicher als beim Xone 92?
    – Entspricht der Phono-Eingangspegel dem Line-Eingangspegel oder niedriger als der Xone 92?

    Dies sind die zwei Punkte, für die ich meinen Xone 92 gerne ändern würde.

    Vielen Dank

    • Profilbild
      Bolle  RED 1

      Darauf würde ich dir gern antworten, fällt mir aber etwas schwer.
      Ich weiß leider nicht, was du mit Schnitt der Fader-Linien meinst und wie diese offener und deutlicher sein sollen.

      Und der Phono-Eingangspegel ist immer geringer als der Line-Eingangspegel. Das liegt ja begründet im Zuspieler. Dafür gibt es ja den Gain, um genau das korrekt einzupegeln.
      Meinst du damit, ob bei 12 Uhr Gain die Platte genau so laut klingt wie das Signal eines CDJs, dann ja bereits nach Eingangsverstärkung? Nein. Aber das ist auch vollkommen egal. Wenn es so wäre, könnte man die Gains ja komplett abschaffen und die interne Verstärkung so festsetzen, dass ein Übersteuern gar nicht mehr möglich ist. Das geht z.b. wenn man die Verstärkung der Preamps im 92er herunterstuft. Vorletzte Seite im Handbuch oder so steht da was, glaube ich zu erinnern.
      Die interne Verstärkung aber ist, im Vergleich zum 92er gefühlt mehr, der Unterschied zwischen Line- und Phono-Signal nach Verstärkung geringer. Aber auch das ist gehupft wie gesprungen, denn der Formula Sound hat massiv Headroom und kann genutzt werden und wer sauber einpegelt, kann hintenraus auch voll rausfeuern, weil es immer ein sauberes Signal sein wird.
      Bei einem gut eingestelltem System wiederum muss der Mixer auch nicht laut sein. Er kann sogar wie ein Model 1 oder Radius 4 oder oder oder teilweise über 20 dB Headroom haben

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