Test: Genelec 8010, Studiomonitore

15. September 2014

Kraftzwerge aus Finnland

Dieser Tage brachte unser netter Postmann eine Schachtel, nein, eher ein Schächtelchen. Dass sich darin die neueste Kreation des finnischen Monitorspezialisten Genelec befindet, ließen weder die minimalen Ausmaße noch das minimale Gewicht vermuten. Trotz allem haben wir uns die neuen Genelec 8010 einmal genauer angehört.

 

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Das Äußere

Der Verpackung entledigt, habe ich sofort das Gefühl, meine ehemaligen Genelec 8040 in einer Schrumpffassung vor mir stehen zu haben. Die gleiche, unverwechselbare Gehäuseform sowie eine umwerfend gute Verarbeitung bestechen auch hier. Nur eben ist das Ganze so winzig, dass man sich wundert, wie überhaupt noch eine XLR-Buchse verbaut werden konnte.

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Wie alle Lautsprecher der 8000er Serie steht auch die 8010 auf einem schick designten Gummifuß, der das Monitörchen effektiv von der Aufstellfläche entkoppelt. Auf der Rückseite befinden sich mehrere Gewinde, in welche vielerlei optionales Montagezubehör von Genelec eingeschraubt werden können. So kann die „Kleine“ z.B. mit Hilfe einer Wandbefestigung auch direkt an der Wand oder auf einem kleinen Tischstativ montiert werden.

Forum
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    AMAZONA Archiv

    Ich bin nun nicht unbedingt on the road um an verschiedenen Orten zu mastern und somit einen Teil der Mastering-Umgebung mit mir herumzuschleppen.
    Aber aus dem Bauch heraus finde ich die Gerätekategorie „Mobile Masteringboxen“ eher suboptimal.
    Für den Preis bekomme ich ein Paar ordentliche Kopfhörer, die mir sicherlich bessere Dienste leisten können.
    @ Onkel Sigi: Oder wie siehst dud as?

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    Markus Galla  RED

    Ich sehe das auch so. Wer tatsächlich mobiles Recording auf mehr als Homerecording-Level betreibt, der wird nicht davor zurückschrecken, eine Abhöre mitzunehmen, die eine Nummer größer ist.

    Mal davon abgesehen kommt es beim Mobil-Recording eher auf Impulstreue an und das Beurteilen des Signals hinsichtlich Verzerrungen. Der Rest ist da komplett egal und da leisten Kopfhörer doch sehr gute Dienste.

    Wo ich mir die Winzlinge hingegen sehr gut vorstellen kann, ist im 5.1//7.1 Studio. Hier möchte man von hinten oder den Seiten gar nicht den vollen Frequenzgang, sondern eben die Präzise Ortung und Auflösung. Mit großen „Wemsern“ wäre man da schlecht beraten. Die Winzlinge auf Stative montiert können da sicher sehr gute Dienste leisten.

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    Onkel Sigi  RED

    Hallo Andreaz,

    ich persönlich kann nicht auf einem Kopfhörer mischen und brauche immer meine „Hamsterkäfige“ zum Wohlbefinden. Wobei im Falle der Genelec 8010 der Käfig schon beinahe kleiner als der Hamster ist…..

    Man kann mit ihnen schon gut das Stereopanorama und den wichtigen Mittenbereich beurteilen, besonders dann, wenn man den etwas „eisigen“ und gnadenlosen Klangcharakter der „Tschennies“ allgemein gewohnt ist. Ein wenig Masochist muss man da schon sein…..

    Es grüsst Dich und euch aus seinem SM-Studio (Sound und Musik-Studio) der

    Onkel Sigi

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    pytrel  

    „sondern eher wie ein Bonsai-Bodybuilder, dem das T-Shirt platzt.“ ……. einfach geniales bild :-)

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    Onkel Sigi  RED

    Griass euch mitanand,

    trotz meiner etwas zwiegespaltenen Meinung nach dem Testlauf habe ich mir kürzlich ein Pärchen 8010 gekauft und meine geschätzten M030 verkauft. Spinnt er jetzt, der Onkel Sigi?

    Das Problem: Ich wollte direkt neben meinem iMac gute Lautsprecher für die Schnitt- und Mischarbeiten, dafür hatten die M030 bei mir aber leider keinen Platz.

    Nach nun ca. 4 Wochen Einsatz muss ich feststellen, dass man mit den 8010 beinahe wie mit einem guten Kopfhörer arbeiten kann: Messerscharfes Panorama, keinerlei Fragen im Mittenbereich, gnadenlose Transparenz, mein damaliger Test bestätigt sich.

    Sie sind extrem gut im Nahbereich von 0,5 bis 1 Meter Hörabstand, darüber werden sie im Klang gnädiger und klingen einfach nach geilem HiFi. Erstaunlich laut auch für solch schnucklige Hamsterchen….

    Da ich nur 15 cm von der Rückwand weg bin, habe ich am Mäuseklavier der 8010 alle Bässe abgesenkt und die Zwergen-Tschennies stehen auf den originalen Genelec-Ständerplatten auf König & Meyer Tischstativen in ca. 20 cm Höhe auf meinem Schneidetisch. Durch die Bassabsenkung hat sich auch der gepresste Klangcharakter weitgehend verloren. Stellt man sie direkt auf den Schreibtisch, gibt es noch einen Extraschalter am Mäuseklavier, der die Frequenzen dazu anpasst. Klappt auch prima.

    Mittlerweile liebe ich die Zwergerl.

    Musikalische Grüße von eurem

    Onkel Sigi

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