Test: Genoqs Octopus, Hardware-Sequencer

Kommen wir nun zu weiteren Funktionen des Octopus – zum Beispiel die Step Events: jeder Step kann unabhängig von Noten- und CC-Daten auch so genannte Events beinhalten. Events ermöglichen die automatisierte Änderung von Track Attributen zur Laufzeit. Wenn ein Event abgespielt wird, wird das Ziel Attribut der Tracks entsprechend dem in dem Step festgelegten Amount-Wert verändert. Einfach genial und eine wahre Inspirationsquelle.

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Verschwiegen habe ich noch eine weitere wirklich tolle Funktion namens Effector. Auf einer Page lässt sich jeder Track entweder zu einem Feeder oder zu einem Listener definieren. Hierbei gilt, dass der Feeder immer über dem Listener steht (also Track 9 = Feeder, Track 8, 7, 6,… = Listener), Mehrere Feeder pro Page sind definierbar. In einer Feeder-Sequenz stellt man die gewünschten Attribute (Velocity, Pitch, Start, …) ein, in der Listener-Sequenz eine musikalische Sequenz. Spielt man dies nun ab, so wird die musikalische Sequenz durch die Feeder-Sequenz beeinflusst (z.B. durch Veränderung der Velocity, Pitch, Sartpunkt, usw.). Alle Feeder-Sequenzen addieren sich von oben nach unten auf und wirken auf alle darunter stehenden Listener-Sequenzen additiv. Setzt man nun in den Feeder-Sequenzen Step-Skips, so ergeben sich klasse zyklische Modulationen und fast endlose Variationen, die „süchtig“ machen.

Wenn Tracks & Pages z.B. aufgrund von Skip oder Mute-Aktionen aus dem Ruder zu laufen drohen, gibt es den Align-Knopf, der wie ein Takt-Reset wirkt und alles wieder in den Gleichtakt versetzt. Hat man etwas programmiert, was man nach dem Ausschalten behalten möchte, muss man abspeichern. Der Octopus speichert immer den gesamten Status des Geräts ab. Nimmt man im laufenden Betrieb Veränderungen vor, mit denen man unzufrieden ist, so kann man zum letzten abgespeicherten Status durch einen Druck auf den roten Reset-Knopf auf der Unterseite des Octopus zurückkehren, ohne das Gerät aus- und erneut anschalten zu müssen. Oder man benutzt den PLAY mode, der es ermöglicht, im laufenden Betrieb einen Snapshot zu machen, zu welchem man nach beliebig vielen Änderungen zurückkehren kann, ohne den Sequenzer anhalten zu müssen.

Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Hallo Dieter,

    herzlichen Glückwunsch zum tollen Gerät und dem ausführlichen Test. Als großer Freund von Hardwaresequencern bin ich von der live-tauglichkeit der Geräte voll überzeugt. Hiermit kann im Ggs. zu den Softwaresequencern echte live gearbeitet werden.
    Tolles Gerät !

    Wann kommt der direkte Vergelich zum Schrittmacher?

    Hajo

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    AMAZONA Archiv

    Hallo Hajo,
    Danke für den guten Kommentar. Nun den Vergleich zum Schrittmacher sollte jeder selber machen. Beide Testberichte gibt es ja bei Amazona. Der offensichtliche Unterschied liegt aber woll in 1. Linie in der Hardwareausführung und Haptik des jeweiligen Systems. Da liegt der Octopus weit vor dem Schrittmacher. Oder siehst Du das anders?

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    AMAZONA Archiv

    Hallo erstmal,
    kann man über den USB-Port des Octopus auch programmierte Sequenzen exportieren und auf dem Rechner sichern ? Wäre ja für besonders kreative Programmierer sicherlich ein interessantes Feature.
    Gruß redwave ;-)

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    AMAZONA Archiv

    Hi,
    aktuell ist eine Übertragung von Sequenzen via USB wohl nicht möglich. Ich werde das aber sofort anregen. Klasse Idee! Danke

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    setth7501

    Hallo dieter.

    dein artikel hat mich derart neugierig gemacht auf diese maschine das ich am liebsten mein konto plündern möchte, schon allein um die optik geniessen zu können, aber aussehen ist eben nicht alles, deswegen folgende frage. ich erstelle meine tracks derzeit auf einem macbook pro in verbindung mit jazzmutant dexter und den programmen ni maschine, ableton usw. ich habe auch nicht vor daran grossartig was zu ändern, was die hardware betrifft. ergibt dieser sequenzer überhaupt eine sinnvolle ergänzung für mein set solang ich alles nur über software erstelle?

  6. Profilbild
    studiodragon  

    So, das war hier der Berricht der mir vor ein paar Jahren die Lust gegeben hatte, auch einen Octopus zu bekommen. Es ist nun so weit, und bereuhen tuhe ich es immer noch nicht.
    Was ich aber schade finde, das man bei einem Deutschen Gerät kein Deutsches Handbuch mitgeliefert bekommt …

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