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Test: izotope Ozone 4

Parallelcompressing

Eine wirklich sehr wichtige Neuerung ist die Dry/Wet-Regelung (Parallel-Prozessing) des Multiband Kompressors. War davor immer die Frage: ‚brauche ich den Multiband und nehme die Nachteile eines weiteren Prozessings in Kauf, oder kann ich darauf verzichten‘, kann ich jetzt den Multibandanteil stufenlos dazu regeln und so das natürliche Klangbild erhalten (Upcompressing). Klanglich macht der Multiband-Kompressor eine bessere Figur als noch zu Ozone 3 Zeiten. Schön, dass die Zahlenbeschriftung einer ordentlichen Millisekunden-Anzeige gewichen ist.

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Sonstiges

Wer sich mit dem ein oder anderen Effekt zu viel des Guten angetan hat, darf nach wie vor auf die Historie-Funktion hoffen, die jede Änderung protokolliert und bei Bedarf rückgängig macht. Ich bin froh, dass solche Nützlichkeiten auch in Ozone 4 beibehalten wurden. Die Liste der kleinen Detailverbesserungen und Neuerungen ließe sich noch beliebig verlängern – doch kommen wir mal zum:

Sound

In der Generalbeurteilung macht Ozone 4 einen deutlichen Schritt nach vorne. Selbst im Bypass-Mode ist der Unterschied zu Ozone 3 leicht hörbar. Während Ozone 3 hier bereits minimal enger und mittiger (kerniger?) klingt, war der Bypass-Test bei Ozone 4 ohne Artefakte. Besonders deutlich wird der Unterschied beim Einsatz des Multiband Limiters und beim Intelligent II IRC Limiter. Das Klangbild wird praktisch nicht beeinflusst und erschallt warm, transparent und ausgeglichen. Für mich erscheint besonders der subtile Subbass- und untere Mittenbereich verbessert. Der Bass liegt satter im Fundament, und auch das Stereobild lässt keine Verengung oder Veränderung hören. In puncto Transparenz wurde Ozone 4 also deutlich verbessert.

Doch wie sieht es mit den Modulen Equalizer, Exiter und Imager aus? Der Equalizer hält sich neutral und vornehm zurück. Leider geht durch den Neutral-Kompromiss Charakter verloren. Die Färbung eines UAD Cambridge, Algorithmix Classic Blue etc. wird nicht erreicht, aber für sanfte neutrale Korrekturen, schmale Dips oder Mid/Side-Bearbeitungen lässt er sich umso mehr prima einsetzen. Der Linear-Mode klingt in meine Ohren besser als in Version 3. Die einfache Bedienung und Extras wie Matching, 8 Fullscale-Bänder und selbst so ungewöhnlicher Funktionen wie M/S machen den Equalizer zum echten Workhorse.

Wie bereits erwähnt, wurde dem Harmonic Exciter der ‚Warm‘ Modus hinzugefügt, und diese Maßnahme hat sich definitiv gelohnt. Nun kann auch der Schöngeist mit ‚Warm‘ seinen Mixen die nötige Präsenz verleihen, ohne dass gleich die Ohren bluten. Hilfreich ist dabei auch die verfeinerte Mixabstimmung.

Alles beim Alten beim Stereo Imager: Er hat sich in Funktion und Klang kaum verändert. Nach wie vor lassen sich die fiesesten Phasenschweinereien aber auch subtile Eingriffe im Stereobild vollziehen.

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In der Ozone 4 Reverb Stage fällt mir das Verweilen nach wie vor nicht leicht. Für mich klingen die beiden eingebauten Algorithmen Hall und Room zu eigenständig und zu deutlich für den Mastering-Einsatz hervor und bieten nicht die Möglichkeit, eventuell auffällige Resonanzen mit einem nachgeschalteten Equalizer abzusenken. Daher würde ich für den ernsthaften Mastering-Einsatz einen extra Ambience-Effekt wie K-Stereo oder ein guten Hall wie das VSS von TC bevorzugen.

Fazit

Das lange Warten auf Ozone 4 hat sich gelohnt. Viele wichtige – dem Mastering zuträgliche – Funktionen wurden eingebaut. Am bedeutendsten ist sicherlich der neue Limiter II und die erweiterten Möglichkeiten hinsichtlich Mid/Side-Prozessing und Parallel-Kompression. Ozone 4 ist nun noch komfortabler zu bedienen und lässt (fast) keine Wünsche für Anfänger aber auch für Fortgeschrittene offen. Natürlich würde ich mir als Mastering-Ingenieur noch eine separate Deesser-Stufe, Transientshaper und einen besseren Ambience-Effekt wünschen, aber auch hier gilt: Man kann sich strecken wie man will – zufrieden ist man nie. Im Vergleich mit T-Racks 3 sind die Konzepte zu unterschiedlich für eine direkte Gegenüberstellung. Färbungsreicher Sound ist mit T-Racks sicher leichter realisierbar. Dafür punktet Ozone im Bereich Limiter und Transparenz. Die alles entscheidende Frage nach der Klangqualität kann ich getrost mit vollster Zufriedenheit abnicken: Ja, Ozone 4 klingt besser als Version 3, ist transparenter und druckvoller. Wer es ganz genau wissen will, sollte sich gleich das Demo ziehen.

 
Plus
++++ Klangqualität des Limiters und gute Qualität der anderen Effekte
+++ logische Bedienung und hohe Flexibiltät
+++ All in One Mastering Suite
+++ Stabilität
++ günstiger Preis

Minus
– Knackser beim Bypassen der Module
– Reverb-Qualität

Preise
Izotope Ozone 4 als Download von der izotope Site: 249,99 USD
Upgrade von Ozone 1: 99 USD
Upgrade von Ozone 2: 99 USD
Upgrade von Ozone 3: frei für Kunden, die nach dem 1. Oktober 2008 gekauft haben

Hersteller: http://www.izotope.com

 

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Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    „Das Klangbild wird praktisch nicht beeinflusst und erschallt warm, transparent und ausgeglichen.“

    Was soll man von so einer Aussage halten? Das ist doch total widersprüchlich.

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Mir gefällt dieser Testbericht ganz gut, wenn auch ich das etwas harte Gesamturteil „Gut mit Einschränkungen“ nicht ganz nachvollziehen kann. Ozone 4 lässt grossartige Klangverbesserungen zu und dies bei weitem nicht nur fürs Mastering. Während sich T-Racks 3 vorwiegend fürs reine (Pre-)Mastering empfielt, kann ich mit Ozone 4 aus fast jedem langweiligen Klangkäse noch was deutlich besseres zaubern.

    Ich find’s ein grossartiges Tool und möcht’s ned mehr missen. (T-Racks 3 allerdings auch nicht.)

    • Profilbild
      i.barsekow  AHU

      >Ich find’s ein grossartiges Tool und möcht’s ned mehr missen.

      @Olaf, ich teile Deine Einschätzung bzgl. des harten Urteils. Ich habe die versehentlich zu geringe Bewertung wieder aufgestuft.

      • Avatar
        AMAZONA Archiv

        Wie wäre es dann mit „sehr gut, aber mit Einschränkungen?“ :-)

        Denn die Reverb-Abteilung ist für einen Master-Effekt eine heikle Größe. Man hätte endlich mal daran gehen gehen, den mäßigen algorithmischen durch einen Faltungshall zu ersetzen. Und dem User damit die Möglichkeit an die Hand gegeben, selbst zu entscheiden, was er an Reflections und Tails nimmt. (wenn überhaupt)
        Des Weiteren ist bei einem so funktional überbordenen Tausendsassa auch ein Problem, dass viel zu viel auf zu kleinem Raum steht. Manko.
        Ich weiß gar nicht, ob es angesprochen wurde, aber in früheren Ozones konnte man nicht für jeden Signalprozessor unterschiedliche Übergangsfrequenzen einstellen. Fand ich schon eine deutliche Einschränkung. Hat sich da was getan?

        • Profilbild
          i.barsekow  AHU

          >Wie wäre es dann mit „sehr gut, aber mit Einschränkungen?“ :-).

          Die Einschränkungen sind unter ‚Minus‘ aufgeführt. Noch besser sind halt 3 Sterne…

          Thema Crossovers: Die Übergangsfrequenzen sind in allen Mehrbandmodulen gleich.
          Izotope meint dazu: ‚um Phasenprobleme zu vermeiden‘. Also wie gehabt.

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Danke für den Test! Ich konnte Ozone3 kostenlos auf Version 4 updaten, da ich erst nach Oktober gekauft habe. Bin bisher sehr zufrieden.

    Nur den Hinweis auf einen notwendigen ilok-Dongle habe ich nicht verstanden, denn den brauche ich für Ozone nicht!

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