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Test: Sennheiser Profile Streaming-Set, USB-Mikrofon

Fantastisch und nicht ganz günstig

22. Mai 2023
sennheiser profile set test

Sennheiser Profile Streaming-Set, USB-Mikrofon

USB-Mikrofone für Online-Content gibt es wie Sand am Meer, dabei sind sich vor allem viele günstige Produkte ziemlich ähnlich. Manche allerdings stechen positiv hervor und überzeugen quasi als Gesamtpaket im gehobenen Spektrum. Das Sennheiser Profile Streaming-Set ist so ein Produkt, bestehend aus USB-Mikrofon, Anschlusskabel, faltbarem Tischarm und -klemme.

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Schon der Name Sennheiser lässt vermuten, dass es sich möglicherweise um ein ordentliches Produkt handeln muss, vor allem aber beim Anschaffungspreis von knapp 200,- Euro ist dies eigentlich zu erwarten. Also schauen wir doch mal, ob das Sennheiser Profile Streaming-Set hält, was es verspricht. Je nach Anforderungen ist das Sennheiser Profile auch einzeln erhältlich, dann mit Tischfuß und kürzerem 1,2 m USB-Kabel.

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Was bietet das Sennheiser Profile Streaming-Set?

In einem länglichen Karton finde ich neben dem USB-Mikrofon ein dreigelenkigen Tischarm, ein drei Meter langes USB-C-Kabel und die Tischklemme zum Fixieren, eine Anleitung natürlich ebenfalls. Das Mikrofon steckt in einem Stoffbeutel, der auch als Schutz dienen kann, wenn man es am Schreibtisch montieren möchte. Wer hier noch Type-A-Buchsen am Computer hat, muss adaptieren oder benötigt ein alternatives Anschlusskabel. Natürlich ist Type-C modern und im Jahr 2023 kann man sicher so ein Kabel erwarten, aber das Gros der Computer wird über Type-A-Buchsen verfügen. Darüber hinaus ist Type-C bzw. USB 3.0 und höher vor allem bei der relativ geringen Abtastrate von maximal 24 Bit bei 48 kHz wenig sinnvoll, da fließen ja kaum Daten. Treiber sind nicht nötig, angeschlossen kann es sofort genutzt werden.

sennheiser profile set test

Ein schönes Detail, das mir besonders gefällt, ist die Neigbarkeit um 45 Grad. Man kann es quasi direkt nach hinten kippen und somit anwinkeln, falls das genutzte Stativ das nicht ermöglicht. Das Gelenk ist fest genug, so dass man es nicht extra fixieren muss, das gilt auch für den Mikrofonarm. Festgeschraubt werden muss hier bis auf die Tischklemme nichts. Ein Reduziergewinde auf 3/8 Zoll ist am Mikrofon eingeschraubt, auch montageseitig ist es erstaunlich flexibel. So muss man sich zwar beim Kauf entscheiden, ob man das Mikrofon auf den Tisch stellen oder am Tisch befestigen will, trotzdem bleibt die Gestaltungsfreiheit bestehen, beispielsweise wenn schon ein Mikrofonarm vorhanden ist.

Die Technik des Sennheiser Profile Streaming-Set

Sennheiser bewirbt das Profile als USB-Mikrofon, so dass es unter Windows, iPad OS, Android und auch am Chromebook laufen kann. Ebenfalls ist Barrierefreiheit ein wichtiges Stichwort, aber hier sollte sich der Hersteller der Bedeutung dieses Begriffs etwas mehr bewusst machen. Natürlich sind die Mute-LED und der Leuchtkranz für die Pegelaussteuerung Barrieren, die für blinde Menschen unzugänglich sind, auch eine Mittenrasterung wäre ebenso hilfreich gewesen, wie griffige und große Drehknöpfe mit tastbaren Markierungen. Das ist nicht als Kritik gemeint, aber hier patzt das Sennheiser Profile gerade bezogen auf die beworbene Barrierefreiheit, was Sennheiser auch immer damit gemeint hat.

Im Umkehrschluss heißt das jedoch nicht, dass das Sennheiser Profile Streaming-Set für blinde Menschen nicht geeignet sei, das ist es zweifellos. Hier bietet das Mikrofon nicht mehr oder weniger Probleme als andere Produkte auch. Immerhin kann beim latenzfreien Monitoring sofort gehört werden, ob das Mikrofon stummgeschaltet ist oder nicht, ebenso Verzerrungen bei zu hohem Pegel.

sennheiser profile set test

Die Nierenkapsel ist entsprechend der Charakteristik gerichtet, von der Seite und von hinten wird die Stimme somit gedämpft. Überhaupt ist die gesamte Verarbeitung wertig und die Handhabung quasi selbsterklärend. Das Mikrofonkabel kann seitlich im Stativarm fixiert werden und hängt somit nicht in der Gegend rum, deshalb ist es mit drei Metern auch besonders lang. Bei der Ausrichtung kann man wählen, ob senkrecht, über Kopf oder quer, damit es nicht in das Sichtfeld einer Kamera ragt. Benutzt man es nicht, lässt sich das Stativ kompakt zusammenfalten und der Schutzbeutel über das Mikrofon werfen. Gerade Linien, weiche runde Formen und Verarbeitung aus Metall und die dunkle Farbgebung lassen das Sennheiser Profile Streaming-Set besonders hochwertig erscheinen. Auch die Klemme ist gummiert, so dass am Tisch bei der Montage nichts beschädigt wird.

Sennheiser Profile Streaming Set
Sennheiser Profile Streaming Set
Kundenbewertung:
(5)

Wie klingt das Sennheiser Profile USB-Mikrofon?

Was zunächst auffällt, ist die Empfindlichkeit. Ein leichtes Grundrauschen gibt es, dafür kann man es besonders bei maximalem Gain aus größerer Entfernung besprechen. Während viele USB-Mikrofone bei Maximalpegel nicht unbedingt brüllend laut sind, muss ich beim Profile USB den Gain schon zurückdrehen, damit nichts übersteuert. Vor allem beim Besprechen aus kurzer Distanz.

Von vielen anderen Mikrofonen kenne ich, dass selbst bei maximalem Gain kaum noch etwas zu hören ist, wenn man weiter als 20 cm entfernt vom Mikrofon einspricht. Eine AGC oder Möglichkeit, sich vor Verzerrungen zu schützen, bietet das Sennheiser Profile zwar nicht, aber damit es verzerrt, muss man schon sehr nahe an die Kapsel heran.

Dafür klingt es klar, direkt und überzeugt mit einer sehr guten Sprachverständlichkeit und entsprechender Dämpfung von hinten, damit Computergeräusche und Ahnliches nicht zu hören sind. Schön ist auch der Mute-Taster, dessen Betätigung man kaum hört. Der Lichtkranz erleichtert die Aussteuerung, latenzfreies Monitoring ist ebenfalls möglich und der Kopfhörerausgang ist auch kräftig genug, um auch Modelle mit mittlerer Impedanz gut anzutreiben. Lautsprecher lassen sich hier auch anschließen. Darüber hinaus klingt das Sennheiser Profile USB-Mikrofon sehr transparent und rauschfrei, hier ein Sprachbeispiel.

Das Sennheiser Profile Streaming-Set überzeugt mich auf ganzer Linie und ist sicher nicht nur für reine Sprachaufnahmen eine gute Empfehlung. Sicher kostet es etwas mehr als die Mehrheit der aktuellen USB-Mikrofone, aber der klangliche Gegenwert relativiert die Kosten. Klanglich erreicht man durchaus das Niveau von Audiointerface und Sprechermikrofon, beides kostet aber weitaus mehr. Schön ist auch, dass der integrierte Popfilter genügt, man also außer einem guten Kopfhörer kein weiteres Zubehör benötigt.

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Fazit

Mit dem Sennheiser Profile Streaming-Set bietet der Hersteller aus der Wedemark ein überzeugendes USB-Mikrofon der gehobenen Preisklasse an, das sowohl mit, aber auch ohne Tischarm erhältlich ist. Gute Klangqualität bei zugleich einfacher Handhabung, schlichtes und elegantes Design und eine top Verarbeitung machen das Sennheiser Profile Mikrofon-Set nicht nur zum Hingucker, sondern auch zum Hinhörer.

Plus

  • erstklassige Verarbeitung
  • guter Sound
  • gute Popunempfindlichkeit
  • einfache Handhabung

Minus

  • "nur" 16 Bit bei 48 kHz, für Sprache aber unwesentlich

Preis

  • 199,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    harrymudd AHU

    USB-C und USB 3.x gleichzusetzen ist nicht sinnvoll.
    USB-C ist ein Anschlussstandard, der verschiedene Steckerstandards zusammen fassen soll und definiert, wie der Stecker aussieht und wie er belegt ist.
    USB 3.X hingegen ist ein Protokoll, das regeln soll, was auf dem Kabel so los ist:)👍

  2. Profilbild
    Stephan Merk RED

    Das hast DU missvrstanden, ich habe hier nichts gleichsetzen wollen, sondern darauf hingewiesen, dass sowohl Type-C, als auch USB 3.0 und höher bei den geringen Datenraten keine Vorteile bringen, die Hersteller bzw. auch in vielen Videos genau das passiert und Stecker bzw. Standard gleichgesetzt werden. Sprich Type-C = USB 3.0, aber so ist es eben nicht.

    • Profilbild
      harrymudd AHU

      @Stephan Merk und dennoch tust du es…“dass sowohl Type-C, als auch USB 3.0 und höher bei den geringen Datenraten keine Vorteile bringen“ – USB-C hat mit Datenraten nix zu tun.
      USB-C hat z. B. den Vorteil, dass es rotationssymmetrisch ist.

  3. Profilbild
    Stephan Merk RED

    Natürlich hängen Datenrate und Steckertyp eng miteinander zusammen, Stichwort Kabeldämpfung, Schirmung und Übergangswiderstände, dieser Artikel hilft Dir vielleicht weiter: https://www.reichelt.de/magazin/ratgeber/usb-3-0-3-1-3-2-und-4-0/

    Und nochmal zum Verständnis, bei geringen Datenraten gibt es abseits des drehbaren Steckers keinen elektrischen und audiotechnischen Vorteil, nicht mehr wollte ich ausdrücken. Ich dachte eigentlich, Dir das verständlich erklärt zu haben, wie das gemeint war. Daher nochmal: Natürlich sind Type-C und USB 3.x unterschiedliche Dinge, aber hängen dennoch miteinander eng zusammen, denn nicht jeder Type-C-Stecker ist gleichsam durchkontaktiert, siehe insbesondere SSDSs mit USB 3.2 Gen.2, die nicht an jedem Kabel mit voller Hütte laufen. Siehe auch externe (ältere) Festplatten, die vor Type-C mit diesem breiten Mischstecker aus Type Mini-B und Micro-B kamen, weil die Kontakte ansonsten nicht ausgereicht hätten. In das Profile hätte man genauso gut eine Type-B-Buchse einbauen können, die nach unseren Erfahrungen übrigens deutlich robuster als die billigen Type-C-Buchsen sind. Der Drehbarkeit insbesondere bei billigen Kabeln stehen die dünnen Plastikplättchen der Stecker entgegen, die bei hohem Ladestrom einfach wegschmelzen oder sich anderweitig auflösen können.

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