Workshop: Mikrofone schützen und reinigen

25. März 2020

Schutz vor Dreck und Keimen

Workshop: Mikrofone schützen und reinigen

Workshop: Mikrofone schützen und reinigen

Müssen Mikrofone gereinigt werden?

Nicht nur aufgrund der aktuellen Entwicklungen ist das Thema „Reinigen von Mikrofonen“ wichtig. Mikrofone sind für Keimverbreitungen prädestiniert, vor allem wenn sie im Rahmen von Verleihfirmen, Tonstudios, Theatern oder Rundfunkanstalten regelmäßig von unterschiedlichen Personen genutzt werden. Aber auch im heimischen Studio bzw. Proberaum kann es nicht schaden, die Mikrofone regelmäßig zu reinigen. Denn schließlich reinigt man ja auch das Haus, die Wohnung, das Auto, das Fahrrad und letztlich auch sich selbst.

Durch die Reinigung von Mikrofonen schützt man einerseits die Sprecher und Sänger, andererseits freuen sich aber auch die Mikrofone darüber, wenn sie regelmäßig von Staub, Feuchtigkeit oder Spuckeresten befreit werden. Das erhöht die Lebensdauer eines Mikrofons ungemein und erhält gleichzeitig auch den Wert.

Welche Reinigungsmittel benötigt man für Mikrofone

Doch wie geht man am besten vor? Müssen jetzt teure Spezialreinigungsmittel her oder kann man irgendwo eine Ausbildung zum Mikrofon-Reiniger machen? Keineswegs, denn mit einfachen Hausmitteln, vor allem aber auch mit den passenden Tipps, lässt sich schon das Gröbste entfernen bzw. der Verschmutzung vorbeugen.

Zunächst einmal sollte für jedes Mikrofon eine passende Aufbewahrungsmöglichkeit bestehen. Hochwertige Studiomikrofone werden in der Regel in Kunststoff- oder gar Holzschatullen geliefert. Diese schützen die Mikrofone nicht nur beim Transport, sondern sorgen dafür, dass sie bei der Aufbewahrung geschützt sind – vor unwissenden Händen und vor Staub und Dreck. In die Aufbewahrungsboxen gehören auch Extras wie Windschutz, Spinne, Klammern und mehr.

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Beim Soyuz 013 lässt sich alles in der zum Lieferumfang gehörenden Holzschatulle aufbewahren

Vorbeugen statt reinigen?

Bleiben Mikrofone über längere Zeit am Aufnahmeort stehen, beispielsweise um die Aufnahmesituation identisch zu halten, helfen einfache Mittel. Eine übergestülpte Tüte oder auch ein Waschlappen sorgen dafür, dass das Mikrofon vor Staub geschützt ist.

Beim eigentlichen Einsatz des Mikrofons sollte dann ein Pop-Filter genutzt werden. Nicht nur klanglich führt dieser zu Verbesserungen, auch das Mikrofon bekommt hierdurch einen ersten „Schutzwall“, der es vor nasser Aussprache und Feuchtigkeit schützt. Dabei müssen Pop-Filter nicht teuer sein. Hat man diese früher aus einem einfachen Metallrahmen und einer übergezogenen Strumpfhose oftmals selbst gebaut, bekommt man sie heutzutage schon für Preise ab 10,- Euro.

Ein weiterer Vorteil eines Pop-Schutzes: Der Abstand zwischen Sänger/Sprecher und Mikrofon kann konstant gehalten werden. Das trägt zu einem besseren bzw. konstanterem Klang bei und schützt gleichzeitig auch das Mikrofon.

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Die Mikrofonkörbe lassen sich bei SM58 und SM85A leicht abschrauben und reinigen

Säubern des Mikrofonkorbs

Relativ einfach gestaltet sich die Reinigung eines schraubbaren Mikrofonkorbs. Schraubt man das Gitter vom Mikrofon ab, lässt es sich mit einfachen Hausmitteln vom gröbsten Schmutz befreien. Etwas Seife oder Spülmittel und Wasser, ein kleiner Schwamm, eine weiche Zahnbürste oder Wattestäbchen und schon gehört der Schmutz der Vergangenheit an. Scheuermittel oder andere härtere Reinigungsmittel sollte man tunlichst vermeiden, denn diese könnten den Mikrofonkorb beschädigen.

Auch den innenliegenden Schaumstoff kann man auf diese Art und Weise säubern. Nach der Reinigung sollte ausreichend Zeit fürs Trocknen eingeplant werden. Mindestens über Nacht, gerne auch etwas länger, sollte der Mikrofonkorb samt Schaumstoff an der frischen Luft trocknen.

Reinigen von Kondensatormikrofonen

Die Reinigung eines Kondensatormikrofons, wie im folgenden Video am Beispiel des AKG C414 gezeigt, gestaltet sich deutlich schwieriger und kann nur empfohlen werden, wenn man wirklich weiß, was man tut. Grundsätzlich lassen sich gröbere Arbeiten, d. h. das Entfernen von äußerem Staub, auch hier selbst bewerkstelligen, das Innenleben sollte aber eigentlich tabu sein. Zu groß ist die Gefahr, dass man Bauteile oder die Folie zerstört. Im Zweifelsfall also lieber einen offiziellen Reparaturservice beauftragen (weitere Infos dazu findet ihr hier) und sicher sein, dass das Mikro auch danach noch funktioniert.

Reinigen von Lavaliermikrofonen

Die Reinigung von Lavaliermikrofonen, die oftmals im Theater- und Musical-Bereich, aber auch von Moderatoren eingesetzt werden, ist dagegen relativ simpel. Der dänische Hersteller DPA Microphones hat hierzu ein Video mit hilfreichen Tipps & Tricks erstellt:

Forum
  1. Profilbild
    Franz Walsch  AHU

    Bei Kleinmembran-Kondensator Mikrofonen sieht es anders aus. Ohne Servicehandbuch teilweise gar nicht zu öffnen. Aber wer will schon sein »Schoeps« selbst reinigen? Unter Schoeps »Service / Wartung & Reparatur ihrer Mikrofone« werden alle Möglichkeiten mit Preisen ausführlich dargestellt. Eine »Kleine Wartung: Reinigen der Kontakte und der Mechanik, Austauschen von Kleinteilen, Messen und Überprüfen der Performance« ab 35 Euro zu bekommen.
    Generell sollte jeder Sänger sein eigenes zu ihm/ihr passende Mikrofon haben und sich auch selbst darum kümmern.
    Verleigeräte dürfen nicht selbst gereinigt/zerlegt werden.

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