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Test: JHS Pedals 3 Series Phaser, Effekt-Pedal

26. Dezember 2021

Phaser auf Betäubung!

JHS Pedals 3 Series Phaser

JHS Pedals 3 Series Phaser

Nachdem ich ja vor Kurzem erst die Gelegenheit hatte, auf eines der beiden Hallpedale aus der erschwinglichen 3 Series Effekt-Serie von JHS Pedals einen genauen Blick zu werfen, steht nun das Review des JHS Pedals 3 Series Phaser an. Zur Erinnerung: Der US-Hersteller JHS Pedals fertigt in aller Regel Boutique-Pedale für fast jeden Anspruch, leider aber nicht unbedingt für jeden Geldbeutel. Wohl um neue Käuferschichten zu erreichen, wurde diese neue günstige Serie entwickelt, die ohne optischen Schnickschnack erscheint und deren Möglichkeiten der Bearbeitung des Effektsignals im Gegensatz zur übrigen Effektflotte von JHS eher als rudimentär wirken. Dafür sind die schlichten weißen Kisten aber im Schnitt um die Hälfte günstiger zu bekommen als der Rest des Sortiments und viele von uns benötigen ja auch nicht unbedingt den Zugriff auf die klitzekleinsten Parameter, sondern sind mit einem gut klingenden Grundsound und einem gewissen Maß an Flexibilität vollkommen zufrieden. Sicher, es sollte weder übermäßig rauschen noch beim Einschalten unschön knacken und einen gewissen Charakter im Klang sollte man ebenfalls erwarten können. Dass dies gut funktionieren kann, hat der Test des Series 3 Hall-Pedals bewiesen, mit dem sich ausdrucksstarke Hallräume von ganz klein bis mächtig groß in einer hohen Signalqualität realisieren lassen. Ob der Phaser der Serie einen ebenso mächtigen Auftritt hinlegt, werden wir im folgenden Review erfahren.

JHS Pedals 3 Series Phaser – Facts & Features

Das Gehäuse-Layout des 3 Series Phaser weicht keinen Millimeter vom Design seiner übrigen Brüder und Schwestern aus der 3 Series des Herstellers ab. Das betrifft leider auch wieder den Audio Ein- sowie den Ausgang, deren Buchsen rechts bzw. links an den Gehäuseseiten angebracht wurden und somit für Unordnung auf dem Pedalboard sorgen könnten. Also müssen vermutlich wieder Winkelstecker her, um den Platzbedarf so gering wie möglich zu halten. Der Anschluss für das Netzteil befindet sich hingegen an der Stirnseite, zum Betrieb des 3 Series Phaser ist in jedem Fall ein 9-Volt-Netzteil nötig, denn mit Batterien läuft hier gar nichts. Im Lieferumfang befindet sich wie üblich keines, jeder handelsübliche Adapter mit 9 Volt DC Stromversorgung und Minuspol am Mittelkontakt kann diesen Job aber übernehmen.

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Im oberen Teil des kompakten wie robusten Gehäuses sitzen drei Regler, die mit Blend, Rate und Width bezeichnet sind und den Phaser-Effekt in seiner Intensität, den LFO in seiner Geschwindigkeit und zudem die Stärke des Effekts bestimmen. Ein Miniswitch (Feedback) sorgt für weitere Optionen, nach seinem Zuschalten wird das Effektsignal vom Ausgang zurück zum Eingang geführt, was zusätzliche Resonanzen erzeugt und somit ein noch intensiveres Phasing ermöglichen soll. Aktiviert wird das Pedal durch Druck auf den Metallschalter, der sich in ausreichender Entfernung zu den Reglern befindet. Leider wurde auch hier wohl aus Kostengründen auf einen Softklicktyp verzichtet – es knackt doch sehr deutlich beim drauf treten. Eine rote LED signalisiert die Betriebsbereitschaft und informiert zudem durch rhythmisches Pulsieren über die momentane Geschwindigkeit des LFOs.

Der 3 Series Phaser in der Praxis

Der Phaser-Sound hat uns seit seinem erscheinen in den 70er-Jahren eine Menge cooler Sounds und Songs beschert. Angefangen mit Pink Floyd, den Rolling Stones, über Led Zeppelin, Eddie van Halen und Queen bis hin zu moderneren Acts, wie etwa Metallica, Dream Theater oder Coldplay: Die charakteristischen Modulationen eines Phasers haben einen festen Platz im Effektpark unserer Rigs eingenommen. Der JHS Pedals 3 Series Phaser ist ein Six-Stage-Phaser, der von klassischen Phaser-Effekten der 70er-Jahre inspiriert wurde und seine Aufgabe mit Bravour meistert. Kaum zu glauben, was die spärlichen drei Regler und der Feedback-Switch doch für eine interessante Gestaltung des Effekts ermöglichen. Von leicht schwebenden, psychedelisch klingenden Wellen über Tremolo-ähnliche Effekte bis hin zum Pseudo-Chorus reicht die Bandbreite des unscheinbaren Pedals, das allerdings auch hier wieder nur mit einem deutlichen Knacken die Arbeit aufnimmt. Damit ist nicht nur der schon angesprochene Schalter mit seinem mechanischen Geräusch gemeint, sondern auch ein elektrischer Impuls, der besonders in leisen Umgebungen für ein Aufschrecken sorgen könnte.

In Sachen Nebengeräusche bewegt sich der 3 Series Phaser in tolerierbaren Bereichen. Das Rauschen steigt natürlich mit stärker eingepegelten Wet-Signal, hier hört man dann deutlich das Pumpen des LFOs aus dem Lautsprecher (Stichwort „Waschmaschine“). Jedoch klingt der Effekt bei nur moderater Zumischung bereits so kraftvoll, dass man diesen Regler in der Praxis ohnehin kaum mehr als über die 12-Uhr-Marke bewegen muss, um einen runden und blumigen Phaser-Sound zu erreichen. Das Zuschalten des Feedback-Schalters fettet das Signal dann noch einmal deutlich an und konnte man vorher auch noch verzerrte Sounds interessant gestalten, so wird es nun zunehmend schwieriger, einen differenzierten Klang zu erzeugen. Der Einsatz der Feedback-Option empfiehlt sich daher vor allem für Cleansounds, die noch mehr Fülle erhalten und oben drein interessante Modulationen bekommen. Auch Keyboarder oder Spieler von E-Pianos könnten an der schlichten weißen Kiste Gefallen finden, denn auch in der Tastenfraktion ist der Phaser traditionell ein sehr beliebter Effekt.

JHS Pedals 3 Series Phaser – Klangbeispiele

Für die folgenden Klangbeispiele habe ich den 3 Series Phaser in den Effektweg eines Orange Micro Dark geschaltet. Der Amp wurde zusammen mit einer Celestion 1×12″ Vintage 30 Box betrieben, für die Abnahme des Signals wurde ein AKG C3000 Mikrofon benutzt. Effekte kamen keine Weiteren zum Einsatz.

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Fazit

Der JHS Pedals 3 Series Phaser bietet Phaser-Sounds, die einen warmen und „blumigen“ Charakter verströmen und trotz der nur rudimentären Möglichkeiten mit den wenigen Reglern dennoch eine erstaunlich breite Klangpalette erlauben. Verzichten muss an hier auf so gut wie gar nichts: außer auf eine Custom-Grafik des Gehäuses, vielleicht.

Plus

  • Klang
  • Flexibilität
  • Rauschwerte

Minus

  • Knacken beim Ein- und Ausschalten

Preis

  • 119,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    earl75  AHU

    Herzlichen Dank für diesen Test!

    Laut JHS werden auch diese Pedale in Kansas City im US amerikanischen Bundesstaat Missouri gefertigt.
    Anscheinend schaffen JHS mit dieser Serie das, was die ebenfalls in den USA beheimateten Schiit Audio erreicht haben: hohe Qualität, bei einer sehr tiefen Wertschöpfungskette im eigenen Land zu einem fairen Preis, bei Einhaltung von fairen Arbeitsbedingungen.

    Alle weißen Pedale stehen nun auf der Wunschliste.

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