Günstig funken
LD Systems hat schon seit acht Jahren mit der U500 Serie eine preiswerte Drahtlos-Serie im Programm. Sie besteht aktuell aus drei Frequenzbereichen, von denen in Deutschland das LD Systems U508-System anmeldefrei ist. Im Bereich 823 – 832 MHz und 863 – 865 MHz lassen sich sechs Systeme gleichzeitig einsetzen. Anmeldefreier Betrieb ist auf jeden Fall eine gute Sache, aber stimmt auch der Sound? Wir nehmen die Sets LD Systems U508 HHC mit Handfunke und U508 BPG mit Beltpack unter die Lupe.
Inhaltsverzeichnis
LD Systems U500 Serie
Etwas verwirrend sind bei LD Systems die vielen verschiedenen Produkte, die allesamt mit U50x beginnen und zur LD Systems U500 Serie gehören. Die weiteren Kürzel verraten dann, um was es sich genau handelt. Wichtiger Bestandteil des uns vorliegenden Systems ist der U508 R Empfänger, den es unter der Bezeichnung U508 R 2 auch als Doppelempfänger gibt. Letzteren werden wir noch in einem Langzeittest gesondert betrachten.
Als Handsender ist der LD Systems U508 HT erhältlich, der, in dieser Preisklasse unüblich, mit Wechselköpfen bestückt werden kann. Hier stehen ein dynamischer und ein Kondensatorkopf zur Auswahl, die noch jeweils als Niere oder Hyperniere verfügbar sind, vier Optionen also insgesamt.
Als zweiten Sender bietet das System das Beltpack LD Systems U508 BP. Dazu gibt es das LDWS100MH1 oder das LDWS100MH3 Nieren-Headset. Eine weitere Möglichkeit ist, das Beltpack mit dem Gitarrenkabel LDWS100GC zu bestellen. Mit dem LDWS1000MW wird ein Clipmikrofon angeboten und auch ein Lavalier ist unter der Bezeichnung LDWS100ML zu ordern.
Es gibt also viel Auswahl. Auch andere Frequenzbereiche stehen zur Verfügung. So funken die Produkte unter der Bezeichnung LD Systems U506 im Bereich von 655 – 679 MHz. Gut ist, dass alle Komponenten einzeln, aber auch im Set erhältlich sind. Das erleichtert Einsteigern den Erstkauf und fortgeschrittenen Nutzern die gezielte Auswahl oder gar Erweiterung des Systems.
Testsortiment
Geliefert wurde wie gesagt das LD Systems U508 HHD, der Empfänger mit dem Kondensatormikrofon in Nierencharakteristik. Dazu wurde von LD Systems noch das U508 BP Beltpack mit Gitarrenkabel gepackt, ich kann das System also mit Stimme und Saiteninstrument testen.
Das U508 Funksystem arbeitet True Diversity in den UHF-Bereichen 823 – 832 MHz und 863 – 865 MHz. Der erste Bereich ist die sogenannte LTE-Mittenlücke. Der zweite Bereich ist das europaweit harmonisierte Frequenzband. Mit den U508 Funken lassen sich also unter perfekten Bedingungen sechs Funkstrecken gleichzeitig betreiben. In der Realität werden es einige weniger sein, gerade das 863 – 865 MHz Band ist inzwischen ziemlich störungsanfällig.
Ausgestattet sind Sender und Empfänger mit einem automatischen Kanalsuchlauf, Infrarot Synchronisierung der beiden Einheiten, einen Pilotton zur einstreuungsfreien Übertragung und einer Rauschunterdrückung bei ausgeschaltetem Sender. Nicht ganz erschließt sich mir zunächst ein weiteres Feature. Für die Anlage ist die Sendeleistung von 30 mW auf 10 oder sogar 2 mW zu reduzieren. Eigentlich möchte man doch immer so stark und weit wie möglich funken. Nicht ganz richtig, es gibt Fälle, wo eine niedrige Reichweite durchaus erwünscht ist, z.B. bei nebeneinander liegenden Seminarräumen. Dem hat LD Systems hiermit Rechnung getragen. Außerdem verlängert sich durch Reduzierung der Sendeleistung die Batterielaufzeit.
Der Empfänger: U508 R
Schauen wir uns zunächst die Empfangseinheit an. Das Teil kommt im handlichen Format von 212 mm Breite, 44 mm (1 HE) Höhe und 159 mm Tiefe. Das Gehäuse ist aus Stahlblech, die Front hat eine Plastikblende erhalten. Hier sitzen der Powerschalter, ein großes OLED-Display und zwei Potis für die Menüführung und Volume.
Auf der Rückseite werden die beiden Antennen aufgesteckt und das zugehörige 12 V Netzteil angeschlossen. Leider fehlt hierfür eine Zugentlastung. Als Ausgang steht sowohl als symmetrische Variante XLR oder unsymmetrisch Klinke zur Verfügung. Für die Klinke gibt es noch eine Pegelanpassung von Line zu Instrument (-6 dB). Gleichzeitig wird auch die Impedanz angepasst, um mit hochohmigen Eingängen von Gitarren- oder Bassverstärkern besser zu harmonieren.
Seitlich sind Montagelöcher vorhanden. Hier kann ein optionales Rack-Einbaukit für zwei Einzelempfänger angebracht werden. Auch ein Kit für den Einzelempfänger ist zu ordern, hier lassen sich dann die Antennen nach vorn verlegen, bei Rackeinbau nicht ganz unwichtig.
Das Display begrüßt uns beim Einschalten mit einem freundlichen WELCOME. Danach wechselt die Anzeige ins Hauptmenü. Hier steht nun oben der Gerätename, der individuell zu benennen ist. Rechts davon sitzt die Batterieanzeige. Zeile zwei liefert die Signalstärke, die aktive Antenne und die Stärke des Audiosignals. Die dritte Zeile steht für die Frequenzanzeige in GROUP und CHANNEL sowie die dabei verwendete Frequenz.
Ein Druck auf den Menu-Button öffnet das Untermenü. FREQ AUTO RUN sucht selbsttätig eine ungestörte freie Frequenz. Dabei sollten natürlich alle genutzten Drahtlossysteme angeschaltet sein. Mit IR SYNC wird der Sender auf die Frequenz des Empfängers gestellt, hierbei sollten die beiden Infrarot-Schnittstellen in nächster Nähe direkt gegenüberliegen.
Auch eine manuelle Einstellung, entweder nach Frequenz in 25 kHz-Schritten oder nach GROUP (1-8) und CHANNEL (1-12) ist im Untermenü möglich.
Auch ein PILOT TONE ist an- oder auszuschalten. Bei aktivierter Funktion wird dem Audiosignal ein unhörbarer Pilotton zugemischt. Der Empfänger identifiziert diesen und schaltet sich für das Signal frei. So werden Störgeräusche unterdrückt. SQUELCH unterdrückt Störgeräusche, wenn der Sender ausgeschaltet wird oder die Verbindung verliert. Wir kennen das, der Sänger geht in den Backstage-Bereich und ein ohrenbetäubendes Rauschen tritt auf. SQUELCH ist in drei Einstellungen, LOW, MID und HIGH verfügbar.
Unter NAME kann der Empfänger mit maximal acht Zeichen individuell gekennzeichnet werden. Der Sender übernimmt diesen Namen nach einer weiteren Synchronisation. BRIGHTNESS regelt die Helligkeit des Displays und PANEL LOCK sperrt den Empfänger vor versehentlichen Veränderungen oder unbefugtem Zugriff.
Die Bedienung geht einfach von der Hand, ein Druck auf den, hier muss ich die Bedienungsanleitung zitieren, „Drück-Dreh-Geber“ (wir Autoren sind gehalten, unnötige Anglizismen zu vermeiden, „Menu-Button“ hört sich auch irgendwie zu abgedreht an) steuert durch die Ebenen, um ins Hauptmenü zurück zu gelangen, gibt es den EXIT-Eintrag oder einfach ein kurzer Druck auf den Power-Knopf.
Das Mikrofon: U508 MC
Das Drahtlos-Mikro ist ein Kondenser mit Nierencharakteristik. Das Gehäuse ist aus Plastik gefertigt, liegt aber durch eine gummierte Beschichtung gut und griffig in der Hand. Durch ein schraubbares Wechselsystem kann die Kapsel durch eine Hyperniere oder durch einen dynamischen Kopf ersetzt werden. Durch einen Schiebeschalter wird das Gerät aus- und angeschaltet.
Darunter sitzt ein Display, das Name, Group, Channel und Batteriestatus anzeigt. Um zu den Einstellmöglichkeiten zu gelangen, wird die untere Hälfte des Schaftes abgeschraubt. Hier lassen sich nun über zwei kleine Druckschalter GAIN von -27 zu 0 dB in 3 dB-Schritten einstellen. Auch die Ausgangsleistung ist hier wählbar, 30, 10 oder 2 mW bietet die Handfunke, wobei die höchste Sendleistung nur in der LTE-Mittenlücke erlaubt ist und somit auch nur hier angeboten wird.
Rückseitig werden die zwei AA-Batterien eingesetzt, die laut Bedienungsanleitung das Mikrofon mit mindestens 10 Stunden Strom versorgen sollen. Was leider fehlt, ist eine Mikroklemme.
Das Beltpack: U508 BP
Der Sender ist ebenfalls aus Kunststoff gefertigt und mit der gleichen Gummierung überzogen wie der Handsender. Auf der Oberseite sitzen Anschaltknopf, der Anschluss für die aufschraubbare Antenne und eine 3-Pol Mini-XLR Buchse. Hier wird das entsprechende Mikrofon oder wie in meinem Testszenario das Gitarrenkabel angeschlossen. Auf der Vorderseite sitzt das Display, das in Größe und Anzeige dem des Handsenders entspricht. Rückseitig sorgt eine Metallklammer dafür, dass sich das Beltpack am Gürtel oder Gitarrengurt befestigen lässt.
Batteriefach und Einstellelemente erreicht man durch ein Herabschieben des unteren Gehäuseteils. Auch hier entsprechen Batterien, Laufzeit und Einstellmöglichkeiten denen des Handmikrofons.
Das Kabel: WS100GC
Das Anschlusskabel ist mit circa 70 cm ausreichend lang und bietet auf der einen Seite den Mini-XLR Stecker zum Sender und auf der gegenüberliegenden Seite einen Rean-Klinkenstecker zum Instrument. Das Kabel ist mit 4 mm Durchmesser recht dünn und durch eine hohe Flexibilität gut zu verlegen.
Platz finden sämtliche Komponenten in einem einfachen Plastikkoffer. Mit dabei ist auch noch ein Satz AA-Batterien, ein Klinkenkabel und die mehrsprachige Bedienungsanleitung. Die führt allerdings die Einträge aller sechs Sprachen immer untereinander auf, übersichtlicher ist hier der Download als PDF-Datei, hier werden die Sprachen im Block nacheinander abgehandelt.
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Bedienung
Das System ist schnell in Betrieb genommen. Gegebenenfalls einen Frequenzscan durchführen, dann die beiden Infrarotschnittstellen von Sender und Empfänger zueinander bringen und den IR SYNC starten. Schon sind die beiden Geräte auf einer Frequenz. Falls die Strecke benannt werden soll, ist das am Empfänger zuerst zu machen, damit der Name beim Synchronisieren vom Sender übernommen wird. Auch eine manuelle Eingabe der Frequenz ist möglich. Das kann z.B. wichtig sein, wenn größere Strecken überwunden werden müssen und sich der Sender nacheinander an mehreren Empfängern einloggt.
Die Menüführung ist simpel und selbsterklärend, hier findet man sich sofort zurecht. Auch an den Sendern sind die zwei möglichen Einstellungen GAIN und RF POWER schnell gemacht. Durch die Bedienung mit zwei Minitastern muss man sich zwar durch die Einträge durchtippen, aber das geht recht zügig.
Das Display ist gut ablesbar und stellt die wichtigen Informationen zur Verfügung. Praktisch ist auch das Volumepoti, mit dem sich schnell der Pegel anpassen lässt.
Ausgangsseitig sind XLR und Klinke vorhanden, die parallel nutzbar sind. So kann das Signal z.B. symmetrisch zum Saalmixer geschickt und gleichzeitig für das Personal Monitor System auf der Bühne abgegriffen werden. Für Instrumentenanwendungen ist der schaltbare Pegel und die Impedanzanpassung des Klinkeausgangs wichtig, wenn hier direkt in einen entsprechenden Amp gegangen wird.
Bisher macht das Funksystem einen wirklich durchdachten Eindruck, mal schauen, wie es sich im Praxistest schlägt.
Praxis
Zuerst probiere ich das U508 MC Handmikrofon. Der Sound ist erstaunlich gut und durchsetzungsfähig. Angenehme, nicht zu überzogene Höhen, lineare Mitten mit einem recht schlanken Tiefmittenbereich, gut ausgeblendete Bässe. Der Nahbesprechungseffekt ist nicht besonders ausgeprägt, hier werden bei direktem Lippenkontakt zum Einsprechkorb die unteren Mitten angehoben, was die Stimme kräftiger klingen lässt. Die Niere ist recht eng, zu weit seitlich sollte man das Mikro also nicht besprechen.
Auch die Sendeleistung erntet gute Noten. Während meines Tests gab es keine Aussetzer und auch beim Deponieren des Mikros zwei Stockwerke mit Betondecken tiefer bot die Empfangsanzeige immer noch vier von sechs Elementen an.
Das Mikro ist recht leicht, liegt aber gut ausbalanciert in der Hand. Durch die Oberflächenstruktur ist es auch mit schwitzigen Händen noch gut zu greifen. Der Powerschalter ist versenkt angebracht und schwergängig genug um versehentliches Ausschalten zu vermeiden.
Für den Check des Beltpacks wähle ich zunächst eine E-Gitarre, die ich abwechselnd über Kabel und Funkanlage in meinen kleinen Übungsamp spiele. Die Frage ist ja immer, wird der Sound des Instruments durch die Drahtlosverbindung verändert? Hier ganz klar: Ja, tut er, aber zum Positiven. Die Klampfe, bestückt mit Uraltsaiten, klingt an der LD Systems U508 deutlich höhenreicher und präsenter, gleichzeitig scheint sie mir auch dynamischer spielbar.
Ein Vergleich mit meiner Akustikgitarre ins Interface bringt dasselbe Resultat, das Instrument klingt an der Funkanlage frischer und prägnanter. Im oberen Frequenzbereich wertet die Funke den Sound also auf, was passiert aber im Tieftonbereich? Dafür nehme ich meinen Billigbass und teste wieder, Funkanlage/Kabel. Hier ist der Unterschied noch deutlicher, der Bass klingt an der LD Systems U50 mindestens eine Klasse teurer, die Höhen sind spritzig, die Bässe kommen drückender und plastischer. Das ist doch ein überraschendes Ergebnis, ich kontaktiere daraufhin den LD Systems Support und bitte um Erklärung. Das Beltpack wurde wohl so hochohmig wie möglich entwickelt und damit für das optimale Zusammenspiel mit Instrumenten ausgelegt. Ist geglückt, Gratulation.
Nun überprüfe ich noch die beiden Ausgänge des Empfängers auf Klangunterschiede. Aber hier ergeben sich keine Auffälligkeiten, damit sind meine Untersuchungen abgeschlossen.











































Warum gibt es eigentlich keine Body-Empfänger?
Klar, beim IEM System gibt es solche (dann jedoch nur mit Headphones Out) – aber bei den klassischen LD Funkstrecken der getesteten 500er Serie findet man ausschließlich stationäre Empfänger – damit verschenkt man in meinen Augen Potential und Zielgruppen wie Leute die im Bereich Video/Bewegtbild unterwegs sind und hier und da auch Mal kompakte Bodypack Style Audioempfänger präferieren.
Sennheiser EW100 und vergleichbare bedienen dieses Segment irgendwie besser – schade das LD dahingehend scheinbar nichts im Köcher hat.
@85mk7 Wenn Du an digitale Systeme denkts, es gibt inzwischen sogar ein duales System, Sender und Empfänger in einem Bodypack für ~ 2000€.
Nennt sich Sennheiser Spectera.
Allerdings für jeden der es nicht professionell verwendet und damit sein Geld verdient, weit außerhalb einer realistischen Reichweite.
Die Preise mit der Basisstation sorgen mindestens für Schnappatmung oder Schwindelanfälle. Es wird sofort 5 stellig.
Mal sehen ob sich in der Zukunft auch günstigere Systeme angeboten werden. EW-D xxx. Die Technologie ist zumindest vorhanden. Träumen darf man ja, oder?
Bis dahin vielleicht mal das Mipro MI-58RT 5,8 GHz ansehen? Test letztens von Markus Galla – https://www.amazona.de/test-mipro-mi-58rt-58-ghz-digitales-iem-system/
Wermutstropfen durch 5,8Ghz ist sicher die Reichweite in Innenräumen.
Markus schreibt dazu: „Während im Freien oft von 50 bis 100 Meter Reichweite gesprochen wird, schrumpft diese in geschlossenen Räumen oft auf wenige Meter zusammen. Je nach Bühne und Bühnenaufbauten (wie Traversen, Traversenlifte usw.) kann es dann zu Dropouts kommen.”
Liegt einfach an dem hohen Frequenzbereich der einfach Probleme macht. Sicher auch deshalb verwendet Sennheiser ein komplett anderes Spektrum. Es gibt halt physikalische Grenzen.
@TomH mipro hat meines Wissens nach auch keine klassischen Funksysteme bestehend aus Bodypack Transmitter und Bodypack Empfänger mit Line/Mic Out!
Sennheiser hat in der Tat nicht nur Spektrum sondern auch EW DP und es gibt im Digitalen mittlerweile viele Mittbewerber inkl Rode und Co und dann natürlich auch noch Marken aus dem Broadcast Bereich wie audio Limited, wisycom und wie sie alle heißen… aber da ist man budgetmäßig schnell in schwindelerregenden Sphären ;)
Aber Systeme im UHF Band haben weiterhin ihre Berechtigung und bieten je nach Szenario Vorteile gegenüber 2.4 oder 5,x GHz.
Mich wundert es einfach nur das Hersteller wie LD oder auch Mipro dieses Segment der Videofilmer scheinbar komplett außer Acht zu lassen scheinen… wahrscheinlich könnte mit minimalen Aufwand ein solcher Taschenempfänger an den Start gebracht werden da die In Ear Bodypack-Empfänger als auch Bodypack-Sender ja bereits so kompakt sind und mehr oder weniger alles am Start haben…
Ist vielleicht einfach eine andere Nische – keine Ahnung. Aber ich denke das da neben EW und Co noch Platz sein könnte für weitere Kandidaten…
@85mk7 Du hast sicher Recht.
Allerdings zeigt dieses Video IMO warum es nicht trival ist.
Alles dreht sich doch um eine möglichst niedrige Latenz und eine geringe Störanfälligkeit. Deshalb beschritt Sennheiser jetzt einen ganz anderen Weg.
Gut dargestellt wie Ich finde ein dem aufschlußreichen Video.
https://youtu.be/Qvi36Lq4eHc
Das Ganze verlangt einiges an Processing Power und intelligenter Software. Ziel war natürlich der professionelle Einsatz und ja die Entwicklungskosten müssen sicher auch wieder rein kommen.
Es bleibt zu hoffen das ausgehend von diesem Spectera Release 1.0 auch weitere, dann auch günstigere Lösungen entstehen.
Einfach wird das aber sicher auch nicht. Man sendet in der Zeitscheibe im ganzen Frequenz Spektrum und nicht mehr auf der einzelnen Frequenz. Soweit nicht wirklich neu, aber im Audiobereich wohl schon.
@85mk7 Wenn Du einen Empfäger für die Kamera suchst und nicht die große Arena dein Kampfgebiet ist, könnte Dir ein Sennheiser EW-DP EK, helfen. Vollkommen mit den EW-D Sender (mit der jeweiligen Frequenz) kompatibel.
Hat einen Akku (war bei mir im Preis dabei).
Näheres hier https://images.static-thomann.de/pics/atg/atgdata/document/specs/564115_ew_dp_me_4_set_specification_sheet_de.pdf
Ich mag das kleine Ding, ganz schön praktisch. Ok es kostet mehr wie die Rode Wireless Go Lösung.
Schön ist dadei auch, man kann das in unter 5 Minuten über die Sennehiser App konfigurieren und in Betrieb nehmen. Sowohl die stationären Empfänger wie auch diesen mobilen Empfänger.
@TomH Sennheisers EW DP ist funktional sicherlich ganz nice – aber leider ist der Empfänger extrem bulky und dann auch nur einkanalig, das Antennendesign zudem etwas unschön gelöst.
Da gibt es Mittbewerber wie Deity die das deutlich kompakter in Dual Receiver Bauweise verpacken und noch ergänzende Features wie Timecode nebst interner 32bit Aufnahme senderseitig unterstützen – sinnvoll wenn es zu Dropouts kommt.
Sennheiser bietet eine solche Aufnahmefunktion beim EW DP System leider nur im XLR Aufstecksender, nicht aber im Bodypack Sender. Das ist irgendwie inkonsequent und nicht gänzlich zu Ende gedacht in meinen Augen – daher ist EW DP für mich aktuell noch nicht so wirklich interessant.
Wir nutzen daher entweder AVX wo die Latenz aber ein Problem ist oder noch das etwas ältere Rode Wireless Go II.
Beides passabel und insbesondere für den Preis sind die Rode Schachteln ziemlich ordentlich – aber nen bissl was robusteres wäre halt auch cool, daher mag ich so klassische Bodypack Sender/Empfänger fast lieber und schaue da aktuell nach einer Alternative.
Spectera ist dann in der Tat nochmal eine ganz andere Baustelle – aber eben auch nichts für den mobilen Einsatz wie es scheint sondern eher für stationäre Einbauten im Rig durch den wuchtigen Empfänger… ich suche eher was für Run and Gun – daher muss auch der Empfänger eine gewisse Kompaktheit aufweisen.
Aber das führt hier wahrscheinlich auch zu weit… Hätte ja sein können das LD Systems da doch zufällig was im Portfolio hat was passen könnte… Scheint aber ad hoc betrachtet in meinem Use Case nicht der Fall zu sein.
@85mk7 Mir geht das ganz ähnlich.
Prinzipiell würde ich auch gern meine Kabel durch Funk ersetzen.
Aber als singender Gitarrist mit IEM im Ohr habe ich schlicht keine Lust, mir die 3 Funkstrecken einzeln zu kaufen, oder als 2 rein 1 raus getrennt.
Ein zentrales Mehrkanal System wäre toll, wo eben nur ein Rackgerät aufgebaut werden müßte, wo dann per Funk Gesang und Gitarre reinkommen und IEM rausgeht. Aber natürlich im 3-stelligen Preisbereich.
Aber bis so eine (nahe liegende?) Innovation endlich mal kommen mag, bleibe ich halt an der Leine….
@85mk7 Hi, die gibt es sogar! Die sind hauptsächlich für Video gedacht, Intercom und so weiter. Schau mal hier z. B.: https://www.thomann.de/de/shure_slxd5_g59.htm
@Markus Galla Prinzipiell schon – allerdings gibt es bei diesen (und ähnlichen ) Systemen oft noch keine modernen Features wie internes Recording – und der Empfänger ist auch nur einkanalig, man müsste in unserem Fall also häufig 2 solcher Empfänger an der Kamera montieren was dann wieder etwas fummelig ist zwei zusätzliche Kabel erfordert.
Es gibt da also durchaus Geräte die sowas können, aber punktuell fehlt uns dann je na Use Case das ein oder andere Feature was u.b. die „Streichholzkasten-Systeme“ wie Rode Wireless Pro / Go 3 oder auch DJI Mic 2 und Konsorten an Board haben. Die funken halt „leider“ nur im 2.4Ghz Band was oft klappt, aber insbesondere bei keiner klaren Sicht-Linie zwischen TX und RX nicht immer gänzlich kontrollierbar ist.
Durchsl das Interne Recording dann kein Beinbruch – wenn man die Teile aber dann doch mal für Live Zwecke etc. nutzen möchte aber schon eher riskanter in der Anwendung als UHF das sich von Personen/Hindernissen aufgrund der geringeren Frequenz etwas weniger beeindrucken lässt und i.d.R. etwas durchsetzungsfähiger ist.
@85mk7 Was ist denn mit den Rode Wireless Pro Systemen: Internes Recording, mehrere Systeme gleichzeitig möglich, einfach im Handling und mit App Steuerung. Die werden von unzähligen Kameraleuten verwendet. Du findest Tests dazu hier auf AMAZONA im Bereich Studio und Stage. Die neuesten Systeme haben sogar 32 Bit Floating Point Recording. Ich habe erst kürzlich so ein System für STAGE getestet.
@Markus Galla Wie gesagt – die Rodes sind in Ordnung, aber 2.4ghz ist für Live nicht unbedingt ideal und funktionieren nur bei Line of Sight wirklich zuverlässig.
Bei etwa am Gürtel montierten Sendern (etwa mit Lavalier/Bügelmikrofon) sinkt die Reichweite massiv und die Gefahr für Dropouts steigt spürbar an – da sind UHF Systeme weiterhin im Vorteil.
Internes Recording ist wichtig und auch eine für uns relevante Funktion – bringt im Live Fall aber keinen Benefit wenn die Verbindung zur Live Kamera abreißt…
Wir haben noch das Wireless Go II und wenn man weiß was es kann, damit durchaus auch gut arbeiten.
Aber es ist aufgrund der internen Akkus zusätzlich etwas fehleranfällig im Gegensatz zu wechselbaren Batterien/Akkus.
Ansonsten sind die Wireless Go III / Pro Systeme schon sehr gut nutzbar für viele Szenarien und auch sehr bezahlbar.
Ich muss sagen, ich mag diese Testberichte sehr. So weiß ich genau, wie es aufgebaut ist und was genau wie funktioniert – Sinn super erfüllt!
Alles in allem klingt es sehr positiv und wenn ich mal bereit bin, mehr Geld für Equipment auszugeben, ist es definitiv in der engeren Auswahl :)