Test: Mackie Control Universal Pro

27. Oktober 2008

Neuer Look, neue Features?

Industriestandards im Tonstudiosektor gibt es wahrlich viele. Denkt man beispielsweise an digitale Audioschnittstellen, fallen einem sofort Begriffe wie ADAT oder MADI ein. Im Bereich der Digital Audio Workstation (DAW) Controller hat jeder Interessierte sicherlich schon den Namen Mackie vernommen. Selbst wenn man ein Produkt eines anderen Herstellers zur Steuerung seiner DAW verwendet, ist einem durch das Mackie-Control-Protokoll die Firma meistens dennoch ein Begriff. Kaum ein Anbieter von ernstzunehmenden Hardware Controller-Lösungen, deren Funktionalität über die einfacher generischer MIDI-Faderboxen hinausgeht, kann es sich derzeit erlauben das Mackie-Control-Protokoll in seinen Produkten nicht zu implementieren. Zu verbreitet ist die Verwendung in den unterschiedlichsten DAWs der verschiedenen Hersteller. Aber auch Hardwareprodukte lassen sich vortrefflich über das MC-Protokoll steuern, z.B. die Firewire Audio-Interfaces der deutschen Firma RME.

Anfang 2007 stellte Mackie seinen optisch überarbeiteten und technisch erweiterten DAW-Controller Mackie-Control-Universal-Pro (MCU Pro) vor und erfüllte damit den vielfach geäußerten Kundenwunsch nach einer einfacheren Computeranbindung via USB. Zusätzlich kann die MCU Pro jetzt auch als Multiport MIDI-Interface fungieren.

Mackie Control Universal Pro

Mackie Control Universal Pro

In diesem Test werden im Wesentlichen nur die Neuerungen der MCU Pro besprochen. Da die grundlegende Bedienung und Funktionsweise identisch mit dem Vorgängermodell ist, sei dem interessierten Leser an dieser Stelle der Amazona-Test vom 24.08.05 über die „alte“ Mackie-Control-Universal empfohlen.

Aufbau und Ausstattung

 Äußerlich fällt sofort die geänderte farbliche Gestaltung des soliden Metallgehäuses auf. Im Gegensatz zum dunklen Anthrazit des Vorgängermodells, ist die Bedienoberfläche in einem silbergrauen Finish lackiert. Einerseits sorgt Mackie durch diese Maßnahme für bessere optische Verträglichkeit mit den 19″ Onyx Recording-Preamps/Audio-Interfaces aus gleichem Hause, andererseits wird die Ablesbarkeit der Funktionsbeschriftungen, zumindest für den Geschmack des Testers, doch stark vereinfacht. Die Gehäuseform fällt insgesamt etwas eckiger aus. Das aus dem Chassis herausragende und im Vergleich zum Vorgängermodell steiler angestellte Channel/Timecode-Display erweckt durch seine Dimensionen Assoziationen an eine echte Mischpult-Meterbridge. Die Kanalinformationen in hellgrauer Schrift lassen sich durch die kontrastreiche, blaue Hintergrundbeleuchtung sehr gut ablesen. Die Time Code-Informationen werden in strahlendem Rot dargestellt.

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Auf der Gehäuseunterseite befinden sich VESA-konforme Gewindebohrungen zur Verschraubung mit Schwenkarmen oder Stativen; so lässt sich die MCU Pro Platz sparend auch in beengten Studioregieräumen nutzen.

Wie eingangs angedeutet, ist die Anordnung und Funktion der Bedienelemente im Vergleich zur alten MCU unverändert. Bezüglich der Ergonomie gibt es dennoch einige Optimierungen: Die meisten Funktionstasten sind nicht mehr rund, sondern eckig; die Bedienoberfläche wirkt dadurch einheitlicher und aufgeräumter. Die Kanalzüge verfügen jetzt über innen beleuchtete Rec-, Solo-, Mute- und Select-Taster. Das Jog/Shuttle-Rad aus Metall ist nicht mehr im Gehäuse versenkt angebracht und bietet durch seinen höheren Aufbau die Möglichkeit, Drehungen einfacher mit gleichzeitig greifendem Daumen und Zeigefinger auszuführen. So können beispielsweise Schnittpositionen wesentlich präziser angefahren werden. Die Tasten für die Transportfunktionen machen bei Betätigung durch sattes Klacken auf sich aufmerksam, man ist geneigt zu glauben, damit tatsächlich eine Laufwerksmechanik anzusteuern.
Die 9 verwendeten berührungsempfindlichen 100 mm Digital-Motor-Fader des renommierten britischen Herstellers Penny+Giles arbeiten mit einer Auflösung von 10 Bit und übertragen somit ihre Fader-Stellungen in 1024 Schritten. Durch diese feine Abstufung ist nahezu analog anmutendes Arbeiten möglich. Die Endlos-Push-Potis (V-Pots) signalisieren ihre Stellungen analog zu einem korrespondierenden DAW-Parameter (meistens das Kanalpanorama), wie gehabt über rot leuchtende Lichtstriche. Die griffig gerasterten Potiknöpfe sind in der aktuellen Version der MCU Pro jetzt allerdings in Schwarz ausgeführt.

USB und MIDI-Ports

USB und MIDI-Ports

Auf der Rückseite offenbaren sich die technischen Neuerungen: Die MCU Pro verfügt jetzt über eine USB-Schnittstelle zur zeitgemäß einfachen Computeranbindung. Ein separates MIDI-Interface ist nicht mehr notwendig. Bei Mackie hat man zudem weiter gedacht und dem Controller 3 MIDI In/Out-Pärchen spendiert. Darüber findet entweder beliebiges MIDI-fähiges Outboard-Equipment (Einspiel-Keyboards, Hardware-Soundmodule usw.) Anschluss an die DAW, oder aber die Mackie Controller-Erweiterungen XT Pro bzw. C4 Pro können hier angedockt werden. Weiterhin können 2 Fußschalter und ein Potentiometer (z.B. Schweller-Pedal) angeschlossen werden, um frei konfigurierbare Funktionen der jeweiligen DAW-Software zu steuern. Die zum Betrieb notwendige Spannungsversorgung erfolgt durch ein zum Lieferumfang gehörendes externes Steckernetzteil. Ein- und ausgeschaltet wird das Gerät über einen kleinen Wippschalter auf der Rückseite des Controller-Gehäuses. Wie bei vielen Tonstudiogeräten heutzutage üblich, kann die MCU Pro mit einem Kensington-Schloss vor dem Zugriff von Langfingern geschützt werden.

Forum
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    AMAZONA Archiv

    Hat der Autor schonmal länger mit der alten MCU gearbeitet? Scheinbar nicht, denn sonst hätte sein erstes Augenmerk den Fadern gegolten und ob diese verbessert worden sind. Denn die klassichen Fader sind laut und halten nicht sonderlich lange. Kein Vergleich zu den Fadern von Mackie\’s HUI.

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    AMAZONA Archiv

    Das Fazit dieses Tests kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich arbeite seit 3 Jahren mit der Original-MCU mit Cubase. Beim Arbeiten benutze ich sie jedoch maximal für Lautstärke und Panorama, da alles andere nur umständlich zu erreichen ist. (für die EQs und die Aux-Sends habe ich mir zusätzlich eine Behringer BCR daneben gestellt).

    Daher finde ich es sehr enttäuschend, dass die neue MCU Version so geringfügig geändert wurde.
    Warum gibt es beispielsweise keinen „Selected Chanel“ auf der Oberfläche der MCU? Hierfür man die 8 Pan-Regler gern weglassen können.

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    AMAZONA Archiv

    @Dieter
    „Warum gibt es beispielsweise keinen „Selected Chanel“ auf der Oberfläche der MCU?“

    gibts doch:

    „Der Modus »Selected Channel«
    In diesem Modus können Sie auf bis zu acht unterschied-
    liche Parametergruppen für einen einzelnen, ausgewähl-
    ten Kanal zugreifen. Dies ähnelt dem Arbeiten mit einem
    einzelnen, vertikalen Kanalzug auf einem Mischpult, mit
    dem Sie Panorama, EQ, Sends usw. für einen einzelnen
    Kanal einstellen können. “

    Cubase 4, Mackie Control PDF

    Gruß

    Rob

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      @rob
      Das ist genau nicht das was ich meine, sondern nur ein Selected Cannnel „Modus“.
      Die MCU soll ja Hardware zum intuitiven Arbeiten bereitstellen. Das ständige Umschalten und Umdenken zwischen horizontal und vertikal ist jedoch alles andere als intuitiv.
      Die neue Steinberg Hardware geht genau in die Richtung, die ich meine. So eine Bedieneinheit hätte ich auf der MCU auch erwartet.

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    AMAZONA Archiv

    Vielen Dank für das Review. Mich würde ein Vergleich zwischen der MCU und den Euphonix Controllern interessieren.

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    AMAZONA Archiv

    Danke für den Test. hab nämlich das MCU 3 Monate vor der VÖ der pro Version gekauft *arschbeiss*
    Wobei sich das Arsch beiss in Grenzen hält. Dieter 198: Du hast 100 % Recht. Mir gehts genauso.

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    Dax

    Mich würde viel eher mal interessieren, warum es nach drei Jahren noch immer keine Integration der Mackie Control C4 für Cubase gibt??? Ich hätte mir schon längst das Teil incl. Extensions gekauft, am Geld hängt´s nicht aber ohne das C4 ist das für mich einfach nicht vollständig und die Kombination mit einem Behringer BCR2000 ist ja nun nicht gerade schick. Und ich hab auch irgendwie keine Motivation, einen derart ignoranten Hersteller zu supporten, das sagt ja einiges über die „Marktorientierung“ von Mackie aus >:(

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      gaffer  AHU

      Und warum denkst Du, dass die Anpassung Sache von Mackie ist? Wie wär’s mit Steinberg? Schliesslich wird deren Software damit leichter bedienbar. Oder meintest Du Steinberg und ich habe Dich falsch verstanden?

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    AMAZONA Archiv

    Der test zeigt,dass mackie nix neues an bord bringt! da spar ich mir lieber ein paar euro und kauf ne gebauchte alte. denn in zeiten der vsti instrumente braucht man kaum noch midi und die meisten miditastaturen haben inzwischen ein usb anschluss.

    Echt das neue mackieding ist ein witz. Vor 10 jahren hatte ich das allererste modell, das einzige was ich benutzt habe war der jogdail, und dann hab ichs wieder verkauft. heut hab ich tranzport, mit funkverbindung und jogdail – billiger kann auch mal besser sein. tranzport benutze ich seit 5 jahren.

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