Test: Marcus Miller V9 Swamp Ash 5TBK 2nd Gen , E-Bass

24. Dezember 2019

Sires Vormarsch in den Edelbass-Sektor?

Marcus Miller dürfte bereits seit etwa 30 Jahren den meisten ein Begriff sein, bereits vor seiner Solokarriere im Jazz- und Funkbereich fand der groovige, noch deutlich von Urgesteinen wie Larry Graham geprägte Slapstil des 1959 geborenen Bassisten in Produzentenkreisen mehr als nur einen Freund. Vor einigen Jahren jedoch machte der Mann noch einmal auf andere Weise auf sich aufmerksam, als er sich mit der Firma Sire zusammentat und zu Schleuderpreisen einige Bassmodelle unter seinem Namen auf den Markt warf. Was zunächst nicht wirklich außergewöhnlich klingt, schlug ein wie eine Bombe, da die relativ günstigen, deutlich an Marcus‘ alten Jazz Bass mit 18V-Aktivelektronik angelehnten Instrumente vor allem durch eine Qualität weit oberhalb ihrer Preisklasse auffielen und sich entsprechend verkauften wie geschnitten Brot. Nun ist es aber 2019, und inzwischen wurde einige Kritik laut. Die zweite Generation der Marcus Miller-Bässe war etwas teurer, weiterhin wurde kolportiert dass die Qualität nachgelassen habe, und überhaupt ist der Aha-Faktor weitgehend weg. Wie gut, dass heute mit dem Marcus Miller V9 Swamp Ash 5TBK 2nd Gen eben ein Miller der zweiten Generation zum Test vorliegt, auf dass man sich selbst überzeugen möge.

Aus der ersten Generation hatte ich ja bereits 2017 den V7 für 449,- Euro und 2018 den V3 für 275,- Euro zum Test und hatte beide exzellent bewertet. Gerade der V7 der ersten Generation war durch und durch ein Profiinstrument, der sich trotz des niedrigen Preises vor dem großen Original aus den USA nicht verstecken musste. Während Sire und Marcus Miller inzwischen auch andere Modelle, etwa einen PJ und ein die eher in Richtung Ibanez geformte M-Serie, im Portfolio haben, sind das Kerngeschäft weiterhin Jazz Bass-Derivate mit Aktivelektronik, und ein solcher ist auch der Marcus Miller V9. So wie er hier vorliegt hat er fünf Saiten und wird für 899,- Euro angeboten – holla, das ist in der Tat ein Preissprung der sich gewaschen hat. Das Gerät ist in Indonesien gefertigt, einem Land in dem ich beruflich momentan des Öfteren verweile. Wer mal richtig Spaß haben möchte, sollte versuchen, in Jakarta auf die Schnelle einen E-Bass zu organisieren. Das habe ich an einem schönen Sonntag im April tatsächlich getan, die Suche war lang und das Ergebnis sehr fragwürdig. Während das eine Geschichte für einen anderen Tag ist, bin ich vor diesem Hintergrund doch über den Preis erstaunt… und soviel kann ich bereits verraten, auch darüber wie gut indonesische (Export-)Instrumente sein können. Aber der Reihe nach.

Marcus Miller Bass-Gitarre: Facts & Features

Gegenüber den Modellen V3 und V7, die im Prinzip klassische Jazz Bässe darstellen, geht Sire mit dem Marcus Miller V9 deutlich mehr in Richtung Edelbass. Natürlich gibt es hier einen Korpus in der bekannten Form mit eingeschraubtem Hals, insofern werden auch hier die Vorbilder nicht verleugnet. Allerdings gibt es beim Marcus Miller V9 einige Optionen, als Korpusholz stehen Sumpfesche oder Erle zur Wahl (eben wie beim Vorbild), auf dem stets eine Ahorndecke und auf dieser ein Furnier aus Wölkchenahorn sitzen. Lackierungsoptionen gibt es nicht viele, der V9 mit Erlenkorpus ist immer redburst, der mit Eschekorpus ist in natur oder translucent black zu haben. Sire scheint sich hier auf einige wenige Optionen zu beschränken, was natürlich die Serienfertigung vereinfacht und sicher dabei hilft die Preise annehmbar zu halten. Das vorliegende Instrument hat einen Korpus aus Sumpfesche und eine in translucent black lackierte Decke, während der Korpus selbst in natur daher kommt. Dazu kommt ein matching headstock, also ein ebenfalls durscheinend schwarz lackiertes Wölkchenahorn-Furnier auf der Kopfplatte. Das Ganze ist sehr gut gemacht und wirkt edel, das Furnier scheint sehr dünn zu sein, bietet aber optisch deutlich mehr als die bei wirklich billigen Instrumenten inzwischen leider üblichen Fotofolien.

Marcus Miller V9 Swamp Ash 5TBK 2nd Gen

Auch wenn das schicke Wölkchenahorn nur ein dünnes Furnier ist, eine dicke Ahorndecke trägt der Korpus trotzdem.

Im Korpus sitzt natürlich die Elektronik, das eigentlich Herzstück der Marcus Miller-Bässe. Im Marcus Miller V9 trägt die den Namen „Marcus Heritage 3“ und ist entweder dasselbe oder eine Variation der aus den Sire-Instrumenten bereits bekannten 18V-Aktivelektronik. Die kommt zunächst einmal mit einem Preamp mit dreibändigem EQ, der noch mit (halb-)parametrischem Mittenregler ausgestattet ist, was einerseits auf jeden Fall übertrieben ist, aber mir bei den bisherigen Millers unter dem Motto „haben ist besser als brauchen“ ganz gut gefiel. Was aber dann, wie auch bereits bekannt, wirklich cool ist, ist, dass man das ganze aktive Circuit mit einem Miniswitch überbrücken kann, aber dann mit Volume, Tonabnehmerblende und einer zusätzlichen aktiven Höhenblende eine vollständige passive Schaltung zur Verfügung hat. Der Passivmodus ist also kein Notmodus, man kann die Miller-Bässe und so auch den Marcus Miller V9 wirklich problemlos auch passiv betreiben. Beim V7 hatte ich damals kritisiert dass die Elektronik etwas fummelig zu bedienen ist, weil fünf Regler, zwei davon als Doppelstock-Potis ausgeführt, sich auf der klassischen Jazz Bass Controlplate dann doch etwas drängten. Der Marcus Miller V9 hat kein Schlagbrett mit Bedienfeld mehr, entsprechend ist etwas mehr Platz und das Ganze eleganter gelöst. Ein kleines Manko sind die wirklich nicht sehr schönen Plastikregler an den Potis, aber jeder mal einen Fodera gesehen hat dürfte wissen dass man sowas sogar noch auf Bässen mit dem Preis eines Kleinwagens finden kann, entsprechend geht das schon in Ordnung. Allerdings scheinen die Potiachsen etwas lang zu sein, die Regler schweben etwas über der Decke. Das hätte man schöner lösen können.

Marcus Miller V9 Swamp Ash 5TBK 2nd Gen

Herzstück: Die Reglerbelegung der Aktivelektronik.

Die Elektronik wird von zwei J-Pickups in den klassischen Positionen befeuert. Hier kommen die „Marcus Super Jazz Revolution“ zum Einsatz – und zumindest Sire behauptet, dass man dafür eigens eine neue abgefahrene Wickelmaschine beschafft hätte, die die Charakteristik handgewickelter Pickups nachahmen könne. Was man von solchen Werbesprüchen halten soll, weiß ich nicht, zumindest scheinen es aber die aktuellen Flagschiff-Tonabnehmer der Firma zu sein, wie auch die Elektronik. Und im Direktvergleich merkte man bei V3 und V7 schon, dass im V3 etwas billigere Komponenten verbaut waren, ich traue also Sire zumindest nicht zu, überall die gleichen Pickups und Elektroniken zu verbauen und nur anders zu bewerben. Elektronikfach und gesondertes Batteriefach sind auf der Rückseite zugänglich und ganz nobel mit Holzdeckeln ausgestattet – was für das Batteriefach aber eine völlige Unsinnsoption ist. Natürlich sieht das nett aus, leider braucht man jetzt aber einen Schraubenzieher um die Batterien zu wechseln, denn ein Schnappdeckel aus Holz ist natürlich nicht so einfach zu realisieren. Hier hat man der noblen Optik die Funktionalität geopfert, davon bin ich definitiv kein Fan.

Marcus Miller V9 Swamp Ash 5TBK 2nd Gen

Schöner Rücken, aber leider mit Batteriefach mit Kreuzschlitzschrauben am schicken Holzdeckel.

Wo Verbesserung zu erkennen ist, ist die Bridge. Hier findet sich eine neue „Heavy Mass“-Bridge, deren fette Saitenreiter mich etwas an absurde Matsumoko-Bässe der 1980er erinnern, die ich aber ganz schick finde. Anders als beim V7 ist die String-through-body-Option jetzt auch tatsächlich nutzbar, das Problem hat man korrigiert.

Wandern wir mal vom Body zum Hals, der hat nämlich auch einiges zu bieten. Als Griffbrett bekommt man hier als einzige Option Ebenholz angeboten. Auf einem Jazz Bass aus Esche wäre ja ein Ahorngriffbrett eigentlich die klassische Option, die gibt es aber nicht – andererseits hat ein klassischer Esche-JB auch keine zentimeterdicke Ahorndecke verbaut, also weicht man hier sowieso schon recht stark vom Vorbild ab. Das Griffbrett verfügt über abgerundete Kanten, was ebenfalls eine Neuerung darstellt. Im Hals sind darüber hinaus zusätzlich zum Trussrod zwei Kohlefaserstäbe verbaut, das allerdings nur bei den fünfsaitigen Versionen, hier hat man deutlich in Richtung der American Professional-Serie von Fender geschielt. Die Bünde sind mittelgroß, dazu gibt es einen echten Knochensattel – lumpen lassen sich Sire hier sicher nicht. Auf der Kopfplatte sind fünf klassisch offene Mechaniken verbaut, was auch sonst, dazu ein Niederhalter für alle fünf Saiten. Das Trussrod ist auf der anderen Seite, am Korpus zugänglich.

Marcus Miller V9 Swamp Ash 5TBK 2nd Gen

Matching Headstock in der typischen Sire-Form.

Verarbeitungstechnisch gibt es am Marcus Miller V9 nichts auszusetzen, dafür beim Lieferumfang – das Ding wird im Pappkarton ausgeliefert, zumindest ein Gigbag wäre schön gewesen. Dafür gibt es Werkzeug dazu, und ein optional montierbares transparentes Schlagbrett. Das sieht nicht wirklich schön aus auf der edlen Decke, wird aber für den einen oder anderen einen gewissen Zwecke erfüllen, dazu kommen wir gleich im Praxisteil.

Marcus Miller E-Bass: Zwischenfazit

Mit dem Marcus Miller V9 hat Sire einen modernen Edel-Jazzbass geschaffen, der sich von Ausstattung und Verarbeitung mit den Flagschiff-USA-Modellen aus dem Hause Fender messen kann. Das ist beachtlich, und damit scheint zunächst der Preis von 899,- Euro schon wieder günstig, wenn er auch etwas oberhalb der Preise des restlichen Sire-Portfolios liegt. Jetzt muss der Bass aber auch noch so klingen wie er aussieht… in Unkenntnis der Herstellerfirma würde ich bei dem Preis nicht erwarten dass er das tut, allerdings klangen die beiden in den letzten Jahren von mir getesteten günstigeren Sire-Modelle so gut, dass die Erwartungen jetzt doch recht hoch sind.

Marcus Miller V9 Swamp Ash 5TBK: Praxistest

Bevor es wirklich in die Praxis geht sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich generell kein Fünfsaiter-Spieler bin und besonders fünfsaitige Jazz Bass-Modelle mich noch selten überzeugen konnten. Aufgrund der höheren Holzmasse und der Steifigkeit des Halses „atmen“ die einfach oft nicht so wie das klassische viersaitige Modell und klingen dann auch einfach nicht so, wie man es von einem Jazz Bass erwartet. Gerade das über 1000,- Euro teure aktive Squier-Modell, welches ich einst testete, war da ein Paradebeispiel – sicher, das war ein gute Bass, aber der klang einfach wie alles andere, nur nicht wie ein Jazz Bass. Sire unterbieten mit dem Marcus Miller V9 den Preis mit 899,- Euro noch und verbauen z.B. mit der schweren Bridge ganz ähnliche Komponenten, was mich skeptisch macht. Schaun wird mal.

An den Gurt gehängt tendiert der Marcus Miller V9 ganz, ganz leicht Richtung Waagrechte. Klar, der Hals ist massiger und schwerer als bei einem Viersaiter, und der Korpus trotz der Hartholzkombination aus Esche und Ahorn relativ leicht. Aber nichts Wildes, ein auch nur halbwegs ordentlicher Gurt fängt das sofort ab, keine Spur von Thunderbird- oder Explorer-Verhältnissen. Ansonsten fühlt sich alles so an wie das soll, man hat auch den Saitenabstand des viersaitigen Modells beibehalten, was sehr angenehm ist und den Hals trotzdem nicht übermäßig breit werden lässt. Das abgerundete Griffbrett ist hingegen Fluch und Segen zugleich. Die Idee ist gut, das schmeichelt der Greifhand wirklich, dummerweise hat man aber die Bünde nicht in gleichem Maße abgerundet, womit man sie auf jeden Fall spürt. Natürlich sind die gut verarbeitet und stehen nicht über wie Gräten, aber die Konstruktion ist hier noch nicht ganz durchdacht.

Ansonsten spielt sich der Marcus Miller V9 sehr gut, das relativ flache C-Profil weicht zwar etwas vom Jazz Bass-Standard ab, harmoniert aber mit den fünf Saiten sehr gut. Der dicke 70s-Prügel des V7 wäre mit der zusätzlichen Saite aber auch einfach nur unhandlich geworden, also alles richtig gemacht. Was aber tatsächlich vor allem beim Slappen – und come on, dafür ist Mr. Miller ja nun bekannt – auffällt ist, dass man tatsächlich wegen des fehlenden Schlagbretts gerne mal zu weit unter die Saiten greift und hängen bleibt. Aha, alles klar, dafür wird das also mitgeliefert – es ist doch überraschend, wie so kleine Abweichungen vom Gewohnten sich manchmal auswirken können.

Unverstärkt klingt der Marcus Miller V9 erst einmal recht sonor und ausgewogen, aber dafür recht laut, da lassen sich noch nicht viele Rückschlüsse ziehen. Etwas weniger Höhen als das viersaitige Pendant, dafür klingt die H-Saite bereits trocken gut eingebunden. Letzteres lässt sich am Amp sofort bestätigen, die H-Saite sticht zumindest mit neutraler EQ-Einstellung nicht hervor und bleibt bis in die hohen Bünde recht sauber, kein vorzeitiges Kippen in den Oberton oder Ähnliches. Sustain hat der Marcus Miller V9 mehr als genug, und auch die anderen Saiten klingen quer über das Griffbrett ausgewogen gut. Die Gretchenfrage aber – klingt der V9 wie ein Jazz Bass oder nicht?

Ja, das tut er schon, allerdings nicht ohne leichte Abweichungen, die keine Zweifel daran lassen dass man hier kein komplett klassisch ausgelegtes Instrument und schon gar keinen Vintage-Bass hört. Trotzdem ist der Jazz Bass-Charakter unverkennbar und deutlich. Aber der Reihe nach.

Zunächst mal der passive Modus. Vom Vorbild unterscheiden den Marcus Miller V9 etwas mehr Sustain und etwas mehr Sub, aber das klingt auf jeden Fall mehr nach Jazz Bass als so mancher Fender-Fünfsaiter. Allein damit wäre der Bass sein Geld ja eigentlich schon wert. Was allerdings auch auffällt ist dass Sire, anders als Fender, hier keine noiseless-Pickups verbaut hat. Das hat den Vorteil, dass man dem „echten“ Jazz Bass Sound sehr nahe kommt, aber den Nachteil, dass die Dinger eben im Einzelbetrieb brummen und Nebengeräusche einfangen. Dass mein Arbeitszimmer nicht die störfreieste Umgebung ist, hört man bei manchen Hörbeispielen.

Ein viersaitiger USA-Fender klingt da noch eine ganz kleine Spur feiner, kostet aber auch in vergleichbarer Ausstattung das Dreifache, aber der Unterschied ist echt nicht riesig, zumal auch Fünfsaiter-Modelle von Fender oft nicht ganz mit den Viersaitern mithalten können. Also alles gut, gerade zu dem Preis.

Was passiert jetzt wenn man auf aktiv schaltet? Was ganz tolles, nämlich erst mal fast gar nichts, eine minimale Anhebung in den Brillianzen aufgrund der Impedanzentkopplung, aber kein Lautstärkesprung und keine starke Klangveränderung. Sauber!

Soweit erfüllt der Marcus Miller V9 schon mal aller Erwartungen – eine solider, gutklingende Basis, die auch passiv wunderbar funktioniert, und auf Basis derer man jetzt nach Herzenslust Schindluder (oder Finetuning) mit dem aktiven EQ treiben kann. Und da sind mit einem Dreiband-EQ mit parametrischen Mitten, der obendrein zwar recht starke Anhebungen und Absenkungen realisieren kann, aber stets musikalisch eingreift, fast keine Grenzen gesetzt. Braucht man den EQ? Klares Nein. Macht es Spaß, ihn zur Verfügung zu haben? Auf jeden Fall. Fangen wir mal mit dem klassischen Slapsound mit nur etwas geboosteten Höhen und zwei Rocksounds mit leicht geboosteten Bässen und Tiefmitten und zurückgenommenen Höhen an. Das klingt doch schon mal sehr fein.

Es gibt ja einen Grund dafür, warum „aktivierte“ Jazz Bass-Modelle nicht erst seit Marcus Miller sehr populär sind. Der relativ zivilisierte Grundsound lässt sich einfach sehr schön mit EQ-Eingriffen verfremden, was ein solches Instrument, wenn es gut ausgeführt ist, zum absoluten Allrounder macht. Für den Marcus Miller V9 gilt das im besonderen Maße, denn gerade mit dem parametrischen Mittenregler lassen sich sehr starke Abwandlungen vornehmen, man höre nur einmal die folgenden Hörbeispiele. Einmal habe ich mit dem Pick ein an Jim Schumacher von Brocas Helm angelehntes Bassriff mit stark geboosteten Hochmitten auf beiden Pickups gespielt, danach ein anderes ebenfalls recht hochmittiges Band angewählt, die Höhen gefeatured und ein paar Akkorde und einfache Tappings auf dem Stegpickup. Und zu guter Letzt mein klassischer Elchtest für Aktivelektroniken, alle Mitten raus, alle Höhen und Bässe rein, und dann aufs Maul Death Metal – und siehe da, auch das funktioniert, als „charmant“ würde ich den Sound nicht bezeichnen, aber Slam-Koryphäen wie Derek Boyer von Suffocation würden sich freuen.

Klanglich haben Sire mit dem Marcus Miller V9 einfach alles richtig gemacht – eine solide Jazz Bass-Basis, die passiv schon sehr viel Spaß macht, die sich dann mit der sehr guten Dreibandelektronik, die auch in Extremstellungen weder rauscht noch Soundmüll produziert (letzteres kann man mit Absicht natürlich tun) nach Herzenslust verfremden lässt.

 

Fazit

Ein in Indonesien gefertigter Nobel-Jazz-Bass mit der Ausstattung und der Klangcharakteristik eines Fender-USA-Modells, und dann noch mit gut ausgelegter Dreiband-Aktivelektronik – klingt komisch, ist aber so. Die in der letzten Zeit laut gewordene Kritik an Sire kann ich zumindest anhand des vorliegenden Marcus Miller V9 Swamp Ash 5 TBK 2nd Gen absolut nicht nachvollziehen. Mit 899,- Euro gehört der Bass im Bereich der aktiven Jazz Bässe mit fünf Saiten in seiner Preisklasse und auch noch ein ganzes Eck darüber zum Besten, was man bekommt, und deswegen gibt’s auch die Best Buy-Bewertung. Trotz einiger Abzüge in der B-Note wie der nicht ganz durchdachten Konstruktion des Griffbrettrands, der hässlichen Potiknobs und des Lieferumfangs ohne Gigbag.

Plus

  • Ausstattung
  • Verarbeitung
  • Klang
  • Bespielbarkeit
  • Keine Noiseless-Tonabnehmer

Minus

  • Nicht ganz durchdachte Griffbrettkonstruktion
  • Kein Gigbag im Lieferumfang
  • Keine Noiseless-Tonabnehmer

Preis

  • Ladenpreis 899,- Euro
Klangbeispiele
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