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Test: MasterSounds Radius 4, Rotary Mixer

Send und Return / Master-Insert am Rotary Mixer

Sehr gefreut habe ich mich über den Send und Return, beziehungsweise den Master-Insert. Bezeichnet ist dieser hier als Aux-Out und Aux-Return. Jeder Kanalzug bietet für den Send einen Regler, so kann jeder Kanal separat geregelt in den Send-Weg geschickt werden. Angeschlossen im Test ist ein Eventide Time-Factor als Delay über 6,3 mm Klinke, Aux-Out und Aux-Return.

Master Sounds Radius 4

HPF, Trim und der Aux-Send-Regler im Kanalzug

Erste Erkenntnis: Nichts passiert, dabei ist alles richtig verkabelt. Etwas muss ich übersehen zu haben. Klar wird, was ich übersehen habe bei der Überlegung, wie genau ein Aux-Return und zugleich Master-Insert funktionieren soll. Rein hinsichtlich der Stecker ist es kein Wunder, dass ich nichts höre, es muss also eine Lösung geben. Diese Lösung findet sich in Form eines kleinen Druckschalters unter den Return-Buchsen. Als Insert läuft das Signal über den Ring, Send über den Tip, als Return-Weg allerdings läuft das Signal über den Tip. Der Druckschalter löst das Problem und schaltet zwischen Insert und Return-Weg um.
Dies einmal bedacht ist das Problem gelöst und der Send- und Return-Weg funktioniert einwandfrei, das Delay ist integriert und kann über die Sends beschickt werden. Einen regelbaren Return gibt es nicht, wird aber auch nicht benötigt.

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Der mögliche Wechsel zwischen Send und Return und Master-Insert erlaubt die unterschiedliche Einbindung von Geräten, klassisch als Send-Effekt wie die beiden Effekte oder Bodentreter, die von DJs genutzt werden, oder Insert-Effekte wie Kompressoren oder EQs.

Kleine Notiz am Rande: Der Aux-Out aka Send ist Pre- oder Post-Fader nutzbar, je nach Wunsch.

Qualität und Haptik

Wie schon erwähnt erinnert der MasterSounds Radius 4 vom Aussehen der Oberfläche an die älteren Allen&Heath Xone-Modelle. Kein großes Wunder mit Hinblick darauf, wer diese entwickelt hat und fertigt.
Massiv und mehr als solide, so präsentiert sich der Radius 4. Massives Gehäuse, tolle griffige Potikappen auf Metallstiften. Verbaut sind ALPS RK27 Potis. Die Cue-Tasten sind wie erwähnt schon ein ziemlicher Knaller, ich kann mich an so etwas wirklich erfreuen.

Master Sounds Radius 4

Cue-Knaller!

Auch die Potikappen gefallen sehr. Ein Klassiker, aber nicht die günstigen, bei denen man die weiße Farbe unsauber in der Einkerbung erkennt. Diese fassen sich gut an, sind auf den Stiften verschraubt und machen einen guten Eindruck.

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Rückseitig geht es so weiter, wie von oben zu sehen. Die vergoldeten Cinch-Buchsen sind wie die XLR Ein- und Ausgänge am Gehäuse verschraubt, so dass Einstecken und Abziehen nicht die Kontakte auf der Platine belastet.
Ohne einen Einblick in das innere des Mixers gehabt zu haben kann man vom Äußerlichen, ebenso von demjenigen, der diese baut, davon ausgehen, dass auch im Inneren die Verarbeitung hervorragend sein wird.

Master Sounds Radius 4

Große griffige Potikappen mit bekanntem Aussehen

Technische Daten im Überblick

Maße: 350 x 190 x 80 mm
Gewicht: 3,3 kg
Stromaufnahme: Netzteil extern, 90 -265 V AC 50/60Hz 18-19V 30W max

Eigenrauschen: <-97 dBu 20Hz to 20 kHz un-weighted
total harmnic distortion: THD+N Standard Version 0,0026% Line IN to Mix OUT 0 dBu
total harmnic distortion:THD+N Premium Version 0,0022% Line IN to Mix OUT 0 dBu
Dynamikumfang: >116 dB
Maximaler Signalpegel: ±27 dBu
Frequenzgang: 25 Hz – 50 kHz +0/-0,5 dB
Kopfhörerausgang: 800 mW RMS an 32 Ohm

HPF Filter Range (Kanalzug): 15 Hz – 2 kHz
Master EQ/Isolator Cut/Boost: OFF / +12 dB
Master EQ/Isolator Crossover Frequenz: 350 Hz und 3,5 kHz
RIAA Accuracy: Innerhalb von 0,25dB bei einem Frequenzgang von 40 Hz bis 20 kHz

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Fazit

Schaut man, wo der MasterSounds Radius 4 oder der Radius 2 entwickelt wurde und produziert wird, wird jedem halbwegs interessiertem Leser sicherlich eines klar. Union Audio, Andy Rigby-Jones, der Vater der A&H Xone-Serie hat das Modell entwickelt, nicht nur das Model 1. Erstaunlich eigentlich die Reduktion auf nur ein HPF pro Kanal an den Radius-Modellen, nach der Entwicklung von einem 92er, oder dem Model 1 mit sehr breitem Angebot an Funktionen für Klangregelung und Frequenzstaffelung von vier Bändern im EQ oder einem semi-parametrischem Mitten-Regler.

Hinsichtlich Verarbeitung und Qualität gibt es nur sehr gutes zu sagen. Es gibt äußerlich keine Schwachstellen oder Kostensparer zu entdecken und wäre es so, würde es ARJ nicht ähnlich sehen. Einfach zu denken, dass es im Gerät ähnlich aussieht.

Klanglich kann der Radius 4 durchgehend überzeugen, sei es vom Grundsound, dem HPF oder dem Master EQ/Isolator. Die technischen Daten sind überragend, teils sogar besser als bei dem PLAYdifferently Model 1.

Der preisliche Unterschied zwischen dem Radius 2 und dem Radius 4 ist nicht groß. 250,- £, also circa 290,- Euro ist gering und zeigt, dass hier nicht der marktwirtschaftliche Mechanismus zuschlägt, sondern Material und Arbeitszeit. Man kann also vermutlich gern zum Radius 4 greifen, sofern man nicht mehr als ganz klassisch zwei Plattenspieler zu Hause stehen hat.

So ist der MasterSounds Radius 4 oder 2 auch wieder einmal ein Mixer, bei dem sich die Frage stellt, ob er kann, was der Nutzer braucht – nicht ob der Nutzer braucht, was das Gerät bietet. Ich kann nur sagen: Ein High-Pass-Filter mag als sehr wenig wirken, ist aber eine sehr funktionelle Alternative zu einem Bass- und Mitten-EQ.

Plus

  • Preis im Vergleich zur weiteren Rotary-Konkurrenz
  • sehr gute Qualität und Verarbeitung
  • klarer, druckvoller Klang bei überragenden technische Daten
  • sanft klingender Master EQ/Isolator
  • Send-/Return-Weg / Master-Insert

Preis

  • Preis: 1450,- £, circa 1650,- Euro inkl. VAT
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Forum
  1. Profilbild
    ricorose

    Bis auf den den Versuch, das externe Netzteil mit Argumenten, die im 21ten Jahrhundert eigentlich keine Rolle mehr spielen sollten, schönzureden, ein sehr guter Test/Bericht.

    • Profilbild
      Johannes Bollmann  RED

      Vielen Dank! :)

      Warum ARJ diesen Weg gewählt hat, weiß ich nicht. Erkennbar aber ist, dass es offenbar geplant war, denn auch das Model 1 hat ein solches externes Netzteil. Es mag verschiedene Gründe haben – es mag auch Argumente geben, dass es Netzteile gibt, die Störungs-frei im inneren funktionieren. Kosten- und Nutzen sind dann natürlich auch zu beachten. Die technischen Daten vom Radius 4 zeigen ja, dass man hier schon bei der normalen Version sehr sehr gute Werte hat.
      Ich hab mit ARJ einmal über das externe Netzteil am Model 1 gesprochen bez. dieses Punktes und seine Ausführung war eindeutig, wobei ich gestehen muss, dass seine Erklärung für mich einfach zu hoch war. Verständlich, mit dem Know-How von ARJ können sich wohl wenige Menschen messen.
      Es mag auch Möglichkeiten der ausreichenden Wärmeabfuhr geben, die einen analogen Mixer nun definitiv beeinflusst, siehe Xone:92. Auch da wieder die Frage nach Kosten und Nutzen. Wenn ich ARJ das nächste Mal treffe, werde ich ihn noch einmal genau befragen.

  2. Profilbild
    Nis  

    Hatte damals den Xone 62 und benutze irgendwann nur noch den highpassfilter zum Mixen. Das tolle an dem Mixer war das man den EQ komplett rausnehmen konnte aus dem Signalweg. Hatte deswegen auch lange gehardert ob ich mir den Radius hole, da das Prinzip super ist und in verbindung mit der Masterklangregelung was das Mixen angeht für mich keine Wünsche offen läst. Plus Trimmregelung und Fx send pro Kanal.
    Nach dem Xone 62 kam dann auch die Rotaryzeit für mich.
    Der A&H V6 (eigentlich der große Bruder des Radius nur mit Röhre und etwas teureren Teilen) war mir viel zu teuer und so landete ich beim Resteverkauf des Urei 1620Le auf ebay, den ich immer noch besitze (999€ damals:)). Top Sound aber Mega am rauschen wenn man ihn aufdreht ohne Audiosignal. Habe mir dann als Zweitmixer (wegen der Werterhaltung) den E&S Djr 400 zugelegt der auch gut war aber im Vergleich zu meinem Bozak ar-4 nicht mehr mithalten konnte.
    Inzwischen auch verkauft.
    Ich mag einfach die Rackmixer lieber, kann gut auf die EQs verzichten und deswegen kommt heute auch mein neuer….. Der Alpha Recording System ars 4100 Rotary. Jetzt aber genug rumgeprollt!

      • Profilbild
        Nis  

        Moin, auf Sylt:) ist nicht so weit würd ich sagen. Aber ich bin ehrlich gesagt noch nicht so richtig begeistert für das Geld. Schicke ihn wahrscheinlich wieder zurück. Hab ihn von Juno.uk.
        Der Sound ist gut, aber im Vergleich zu meinem Urei nur etwas transparenter. Bei einer Platte konnte man das Reverb und den Echo Effekt besser, klarer und etwas länger hören. Der Grundsound finde ich ist eher gleich. Auch bei den Übergängen, die Stücke werden zusammen geschweißt wie beim Urei. Das fehlte mir, so zum Beispiel für mein Empfinden, beim Ar-4.
        Der Mixer ars 4100 ist sehr leicht und schön schmal aber mich stört das Blech an der Rückseite. Zu dünn für mein Geschmack und man kann es an der Oberseite leicht Eindrücken. Nicht mein Ding für die Kohle.

        • Profilbild
          Johannes Bollmann  RED

          Das ist mal eine Ansage!
          Nicht so einfach das perfekte Gerät für sich zu finden, leider muss man immer hier und da Abstriche machen…zumindest, bis man vielleicht eines Tages DAS Gerät findet….

          • Profilbild
            Nis  

            Ist auch eher subjektiv, habe ja keine Messgeräte. Vielleicht hab ich ja auch was mit den Ohren haha wer weiß. Werd mir dann doch den Radius zum testen holen. Ich will auch einfach testen und haben.
            Oder nen Iso-x von Bozak zur Erweiterung des Urei.
            Wer die Wahl hat sag ich nur….

  3. Profilbild
    zukei

    Your review is very helpful,
    I can trust.
    I really want you to answer.
    I am not a DJ.
    I would like to enjoy music with line source.
    I do not use phono of DJ mixer.
    I have a phono equalizer.
    Place the source of the phono equalizer in the dj mixer.
    Put the source of cd player in dj mixer.
    With such usage, the best sound quality is
    Which mixer?
    model 1
    FF 4.2 L
    radius 2
    I want to enjoy line sources with the best sound.

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