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Test: Mooer Tube Engine, Gitarrenendstufe

26. August 2018

Slave to the Tube

Darauf haben sicherlich viele Röhrenfreunde gewartet: eine kompakte Monoendstufe für Gitarre mit echter Röhrenpower und einer Leistung von 20 Watt. Und das zu einem günstigen Preis. Eine solche ist bislang nicht auf dem Markt erhältlich, da Röhrenendstufen dieser Leistung oft nur in Stereo angeboten werden. Beim Kauf einer Stereoendstufe ist man meist auch gezwungen, aufgrund des 19″-Formats noch ein relativ schweres Rack mitzuschleppen. Somit wird mit dem Erscheinen der Mooer Tube Engine eine echte Marktlücke gefüllt. Vor einigen Monaten bei Ansicht eines YouTube Videos fiel mir bereits auf, dass unser heutiges Testobjekt kurzzeitig im Bild zu sehen war, nur war die Mooer Tube Engine nach meiner Internetrecherche in Deutschland noch nicht erhältlich. Um so mehr freut es uns, dieses Teil nun in der Praxis testen zu können!

Facts & Features

Die Mooer Tube Engine hat die kompakten Abmessungen von (L x B x H): 335 x 203 x 91 mm
und bringt das rückenschonende Gewicht von lediglich 5,25 kg auf die Waage. Zum bequemen Transport wurde das weiß lackierte Chassis mit einem stabilen Tragegriff ausgestattet. Am Boden finden wir vier Gummifüße. Die Höhe wurde so gewählt, dass man die Endstufe z. B. auf eine Lautsprecherbox stellen kann, ohne dass diese „kippelt“, da sie den Griff der Box in der Höhe etwas überragt.

Auf der Oberseite des weiß lackierten Chassis befinden sich viele schmale Lüftungsschlitze, um die bei Röhrenverstärkern entstehende Wärme effektiv abfließen zu lassen. Diese sind auch unbedingt erforderlich, da die Tube Engine im Betrieb recht warm wird.

Wer die Mooer Tube Engine in einem 19″-Rack einsetzen möchte, der kann sich die zwei mitgelieferten Montageohren seitlich anschrauben. Ich empfehle, die Tube Engine nicht als oberste Komponente im Rack einzubauen, da dann die Wärme ausschließlich nach hinten abfließen könnte.

Die Tube Engine erinnert optisch an einen Orange Tiny Terror 15 Watt Verstärker, den man etwa bei halber Höhe durchgesägt hat. Die Röhren wurden hier jedoch liegend und nicht stehend montiert, was diese Endstufe so kompakt hält. Natürlich finden wir hier auch keine wirkliche Röhrenvorstufe, obwohl die Tube Engine mit zwei „Vorstufenröhren“ (ECC83 und ECC81) ausgestattet wurde. Eine übernimmt die Phasenumkehr und die andere ist vermutlich eine Treiberröhre, um schwache Ausgangssignale, wie sie etwa aus einem Pedal bzw. Pedalboard kommen, auf das richtige Level anzuheben. Die Mooer Tube Engine arbeitet im Class-A/B-Betrieb, wurde mit zwei gematchten EL84 Röhren bestückt und erzeugt eine Ausgangsleistung von 20 Watt.

Zur Anpassung an das Eingangsignal stehen zwei Input-Gain-Settings zur Verfügung, die per Kippschalter auf dem Frontpanel umgeschaltet werden können. Die Tube Engine wurde nämlich auch zum Zweck entworfen, direkt an den Ausgang von Bodentretern, Effektgeräten bzw. Pedalboards angeschlossen zu werden. Wir werden in Kürze herausfinden, ob die erzeugte Lautstärke, die bei einer direkten Verbindung zwischen Pedalboard und der Tube Engine generiert wird, etwa der eines vergleichbaren 15 -18 Watt Röhrenverstärkers entspricht.

Mooer Tube Engine Schematics

— Laut Hersteller auch zum direkten Anschluss eines Pedalboards geeignet —

Bedienelemente der Mooer Tube Engine

Eine Gitarrenröhrenendstufe ist generell nur mit den Reglern für Master-Volume und Presence ausgestattet. Genauso ist es auch hier. Neben dem obligatorischen stabilen Kippschalter zum Einschalten des Boliden finden wir einen Standby-Schalter und einen weiteren Kippschalter, der die Empfindlichkeit des Eingangssignals an die jeweiligen Bedürfnisse anpasst, je nachdem, ob wir eine Vorstufe verwenden oder direkt aus einem Pedal bzw. Pedalboard in die Tube Engine gehen. Auf der linken Seite des Frontpanels befindet sich die 6,3 mm Klinkeneingangsbuchse. Erhält der Bolide Strom, bekommen wir dies mit dem Leuchten einer blauen Status LED angezeigt.

Klangbeispiele
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