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Test: Rocktron ValveSonic Plexi, Gitarren-Preamp

26. Juni 2018

Plexi-Clone allererster Güte

Rocktron ValveSonic Plexi title

In den letzten Jahren ist es ziemlich still geworden um die Firma Rocktron, dabei war die Firma in den 80er und 90er Jahren eine der ganz großen im Bereich der Gitarren-Rack-Systeme. Jeder, der etwas auf sich hielt, hatte damals mindestens einen 19″-Prozessor der US-Firma in seinem Rack positioniert. Es gab ja auch einfach zu viele dieser coolen Teile: Intellifex, ProGAP, Chameleon, VoodooValve … Und nicht zu vergessen das legendäre HUSH-Rauschunterdrückungssystem, das auch mit heutigen Standards noch locker mithalten kann. Doch mit dem Verschwinden des „Rack-Booms“ geriet auch Rocktron etwas in Vergessenheit, auch wenn über die Jahre immer mal wieder ein neues Produkt vorgestellt wurde. Unser letzter Test eines Rocktron-Gerätes, der des Rocktron WidowMaker, datiert vom April 2015 – also auch wieder satte drei Jahre, die seitdem ins Land gezogen sind. Doch nun gibt es etwas Neues zu vermelden und wie kann es anders sein: natürlich ganz traditionell in 19″-Bauform! Der Rocktron ValveSonic Plexi schickt sich an, die Herzen von Fans des Marshall PLEXI-Sounds zu erobern und das in einer Zeitspanne von den 50er Jahren bis zu den heutigen High-Gain-Sounds. Kann ihm das gelingen? Wir prüfen es!

Rocktron ValveSonic Plexi frontpanel

Rocktron ValveSonic Plexi – Facts & Features

Solide Qualität zu einem entsprechenden Preis ist man von Geräten der Firma Rocktron ja seit jeher gewohnt und auch nicht anders präsentiert sich der ValveSonic Plexi beim Erstkontakt in Sachen Hardware. Das 1 HE große 19″-Gehäuse aus massivem Stahlblech scheint für die Ewigkeit gemacht zu sein, genau so wie auch die massiven Schalter und die Potis mit ihren Chickenhead-Knöpfen an der Frontblende, die sicher nicht zufällig gold eingefärbt wurde. Der Name „Plexi“ in der Produktbezeichnung verrät es ja bereits, dieser 19″-Bolide versucht sich also an der Nachahmung des Klangs und des Dynamikverhaltens des legendären Marshall PLEXI Amps, und um das möglichst gut hinzubekommen, sorgen vier 12AX7EH Röhren für die Klangbearbeitung des Gitarrensignals. Die vier Glaskolben sitzen leicht zugänglich auf der Rückseite des Gehäuses in einer Aussparung, jede von ihnen in einem eigenen Aluzylinder und somit bestmöglich gegen elektrische Störquellen geschützt. Zur Abführung der entstehenden Wärme wurden ausreichende Öffnungen in den Deckel gebohrt, Hitzeprobleme sollten also keine auftreten. Trotzdem tut man natürlich gut daran, diese Bohrungen besser nicht abzudecken bzw. beim Einbau des ValveSonic Plexi in ein Rack ein paar Zentimeter Raum an dessen Oberseite zur Zirkulation der Warmluft übrig zu lassen.

Der Schacht mit den vier Röhren nimmt gut Dreiviertel der Rückseite ein, da blieb wohl nicht mehr viel Platz für andere Sachen übrig. Nun ja, Dinge wie MIDI, Speaker-Simulation oder Kanalumschaltung gab es ja auch beim Marshall PLEXI nie und so muss man mit einem Gitarreneingang, einem Ausgang mit dem eigentlichen Sound des ValveSonic und einem weiteren Ausgang für das unbearbeitete Originalsignal leben. Und natürlich mit dem Eingang für das Netzkabel, das zugleich auch das einzige Zubehör im Lieferumfang des Rocktron ValveSonic Plexi darstellt.

Rocktron ValveSonic Plexi rear

— Blick auf die Rückseite des Rocktron ValveSonic Plexi —

Rocktron ValveSonic Plexi – Bedienpanel

Die ziemlich mager ausgestattete Rückseite wäre schnell abgehandelt, auf der Vorderseite geht es dagegen richtig zu Sache! Der ValveSonic Plexi besitzt fünf Grundcharakteristiken, schaltbar über den Regler „Bright“, der sich ganz links in unmittelbarer Nähe der Input-Buchse befindet. Mit dieser Auswahl soll ein Soundspektrum der verschiedenen PLEXI-Sounds geschaffen werden, die sich über die Jahrzehnte in unsere Ohren und Herzen gebrannt haben. Dem Bright-Schalter zur Seite stehen die ersten der zwei sehr robust ausgeführten Metallschalter, „Tight“ und „1/2“ sowie der vertraute Gain-Regler zur Anpassung der Eingangsempfindlichkeit bzw. dem Grad der Verzerrung.

Die beiden nächsten Metallschalter tragen die Bezeichnungen „Boost“ und „+“, hier kann man den Sound noch ein Stück mehr anfetten und erneut Einfluss auf die Grundcharakteristik des Klangs nehmen: Der Schalter „+“ lässt den Benutzer hier zwischen der Charakteristik eines 80er oder aber eines 90er Jahre Marshall Amps wählen. Weiter geht es mit einer Dreiband-Klangregelung, bevor uns das nächste Paar Metallschalter erwartet, zuständig für die Grundcharakteristik des Equalizers (Modern/Vintage) sowie zur Aktivierung eines weiteren Boosters, dem „Afterburner“, der zusammen mit dem korrespondierenden Drive-Regler die Verzerrung der Kiste nahezu ins Unermessliche schießen lassen kann.

Rocktron ValveSonic Plexi Afterburner

— Wenn die Zerre immer noch nicht reicht, dann kommt der Afterburner! —

Um eventuell auftretendes Kratzen im Höhenbereich in den Griff zu bekommen, wurde ein Highcut-Filter an das Ende der Signalkette gesetzt. Wie wir ja alle wissen, gehört dieser etwas „harsche“ Höhenbereich ja mehr oder minder zur Charakteristik eines Marshall Amps dazu und dient gleichzeitig auch als wirkungsvolle Waffe, um sich im Bandgefüge gegen die Kollegen durchzusetzen. Wem es aber zu viel wird, der darf hier noch einmal final regeln. Final geregelt wird mit dem letzten Poti (Master) die Gesamtlautstärke, ehe der Power-Schalter die Bedienelemente auf der Frontseite abrundet.

Eine ganze Menge Möglichkeiten, die uns der Rocktron ValveSonic Plexi bietet, um so neugieriger macht da der Sound und um den kümmern wir uns auf der nächsten Seite.

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