Test: Rocktron ValveSonic Plexi, Gitarren-Preamp

Rocktron ValveSonic Plexi – Sound & Praxis

Egal, ob der ValveSonic Plexi nun nach dem berühmten Vorbild klingt oder nicht: Das, was hier aus der Box knallt, ist wirklich beeindruckend und aller Ehren wert! Fast war es ja zu erwarten, die Kenner von Rocktron Geräten und im Speziellen von deren Qualitäten im verzerrten Bereich werden den bissigen und unfassbar dynamischen Sound sicher sofort wiedererkennen. Es schmatzt, blubbert und kreischt einfach so herrlich organisch, dass man die Gitarre kaum beiseitelegen möchte.

Durch die fünf schaltbaren Grundcharakteristiken, die unterschiedlichen EQ-Einstellungen und den Highcut-Regler sind aber nicht nur beeindruckend vitale Zerrsounds möglich, auch die unverzerrte Abteilung glänzt mit einem strahlenden und glockigen Ton, der reich an Obertönen ist. Schade nur, dass man keinen Kanalwechsel per Fuß vornehmen kann, es hätte ja nicht gleich eine MIDI-Schnittstelle, wie sie bei vielen anderen Rocktron-Preamps verbaut wird, sein müssen.

Die Rauschwerte spiegeln die hohe Qualität der möglichen Sounds wider. Der Rocktron ValveSonic Plexi hält sich diesbezüglich sehr zurück, es sei denn, man übertreibt es mit dem „Afterburner“ zu sehr. Das wiederum macht aber einfach verdammt viel Spaß, versetzt es doch dem Signal noch mal einen deutlichen Kick in allen Bereichen.

Hören wir rein in den Sound der Goldschnitte, für die Klangbeispiele habe ich den ValveSonic Plexi an die Endstufe meines Orange Micro Dark angeschlossen. Wie einige vielleicht wissen werden, basiert die Endstufe des kleinen Orange auf Transistoren, somit hält sich die zusätzliche Färbung des Signals in Grenzen. Als Box diente eine 1×12″ mit Celestion V30-Speaker, ehe das Signal mit einem AKG C3000 Mikrofon in Logic Audio aufgezeichnet und in den Pegeln angeglichen wurde.

Beginnen wir gleich mit einem verzerrten Riff, bei dem mit dem Bright-Schalter als Grundcharakteristik die Stufe 1 ausgewählt wurde. Der EQ befindet sich in 12-Uhr-Position und im Modus „Modern“. Bissig und druckvoll geht’s zur Sache!

Im nächsten Klangbeispiel nun ein Crunchsound mit dem Charakter Nummer 2. Der EQ-Modus wurde auf „Vintage“ gewechselt, die Potis blieben allerdings unverändert in Mittelposition.

In Klangbeispiel Nummer 3 nun der „Versuch“ eines Scoop-Sounds, also mit extrem abgesenkten Mitten und gepushten Bässen und Höhen. Hier muss der ValveSonic passen – aber einen echten Plexi würde auch niemand für so etwas benutzen wollen, da gibt es sicher Besseres.

Weiter geht’s in Beispiel 4 mit einem Leadsound auf Basis von Charakter 4. Zwischen den einzelnen Licks habe ich etwas Pause gelassen, um das leichte Umkippen der Töne in die entsprechenden Obertöne zu demonstrieren. Die Aufnahmen sind wohlgemerkt in Zimmerlautstärke entstanden und man kann sich sicher vorstellen, wie so etwas mit einer korrespondierenden Röhrenendstufe bei entsprechender Lautstärke klingen könnte.

Abschließend noch ein Beispiel für einen Cleansound, von denen der Rocktron ValveSonic Plexi ebenfalls eine stattliche Anzahl zu bieten hat. Die Anwesenheit der Röhren im Signalweg wirkt nicht nur im verzerrten Bereich Wunder, auch die Cleansounds profitieren in Form von Kompression und Obertongehalt enorm davon.

Fazit

Sicherlich sind knapp 900,- Euro für eine Röhrenvorstufe eine Menge Geld, zumal die Rocktron ValveSonic Plexi dazu noch im unhandlichen und momentan überhaupt nicht angesagten 19″-Format erscheint. Doch was sich unter dem Blechkleid versteckt, ist eine beeindruckend gut klingende Soundzentrale auf vollanaloger Basis, die allen Fans von klassischen Röhrensounds Tränen in die Augen treiben dürfte. Einzig und allein die fehlende Möglichkeit, zumindest zwischen einem Clean- und einem Zerrsound per Fuß wechseln zu können, verdirbt dem Rocktron ValveSonic Plexi unsere höchste Nominierung. Ansonsten aber eine eindrucksvolle Vorstellung!

Plus

  • vielseitiger Sound
  • beste Dynamikwerte
  • TOP Verarbeitungsqualität

Minus

  • Sounds nicht per Fuß schaltbar

Preis

  • Ladenpreis: 899,- Euro
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