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Test: Orange Rocker 15 Terror, Gitarrenverstärker

Saftiger Classic-Rocker

23. Januar 2022
Orange Rocker 15 Terror

Orange Rocker 15 Terror

Gitarrenverstärker von Orange erfreuen sich nach wie vor einer großen Beliebtheit. Besonders in der Metal- und Alternative-Szene sind die flexiblen Sounds der röhrenbetriebenen Orange-Amps mit ihrem bissigen, lebendigen Klangbild und den hohen Gain-Reserven zu einem echten Synonym für amtliche High-Gain-Sounds geworden. Darüber hinaus können sowohl die robuste Konstruktion als auch die praxistaugliche Ausstattung der Amps überzeugen, davon konnten wir uns in vielen Reviews bereits ein Bild machen. Eines fehlte aber bislang unter den von uns bereits getesteten Modellen, nämlich der Orange Rocker 15 Terror – ein kompaktes Gitarren-Topteil aus der sogenannten „Lunchbox-Klasse“, in dessen Gehäuse ein zweikanaliger Vollröhren-Amp für typischen Orange-Sound in ausreichender Lautstärke sorgen soll.

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Build like a tank!

Ausgeliefert wird der Orange Rocker 15 Terror in einer stabilen Tasche, die man sich locker über die Schulter streifen kann. Das Gehäuse besteht rund herum aus mächtig dicken Teilen Stahlblech, dennoch ist das Top mit 6,4 kg Gewicht und den Maßen von 356 x 177 x 150 mm erfreulicherweise nicht übermäßig schwer geraten. Abgesehen von der Frontseite sind alle übrigen Seiten mit Lüftungsschlitzen versehen, die die entstehende Wärme der Röhrenschaltung wirkungsvoll abführen. Zum Einsatz kommen in der Vorstufe zwei ECC83 sowie eine ECC81 für den FX-Loop, die Endstufe hingegen wird befeuert von zwei EL84 und kann in ihrer Leistung von maximalen 15 Watt in drei Stufen hinunter bis auf 0,5 Watt gedrosselt werden. Dazu aber später mehr.

Vier Gummifüße auf der Unterseite sorgen für einen rutschfesten Stand, während der verchromte Tragegriff auf der Oberseite mit der zu transportierenden Masse keinerlei Probleme zu haben scheint. Der Griff ist fest montiert und lässt sich nicht umklappen, um eventuell Effekte oder anderen Krimskrams dort abzulegen. Das sollte man ohnehin besser lassen, denn auch an dieser Stelle des Gehäuses befinden sich Schlitze für die Abluft, die so breit sind, dass nicht nur die warme Luft nach außen transportiert wird, sondern auch im ungünstigen Fall Gegenstände oder Flüssigkeiten nach innen dringen könnten. Also auch kein guter Platz für ein Kaltgetränk, das bliebe im Praxisbetrieb bei der entstehenden Wärme sowieso nicht besonders lange frisch.

Orange Rocker 15 Terror

Man reiche mir Luft!

Die Rückseite – mit dem Nötigsten ausgestattet

Der Orange Rocker 15 Terror ist ein purer, reinrassiger Röhren-Amp ohne übermäßigen Schnickschnack. Dinge wie etwa einen Recording-Ausgang, MIDI, einen Kopfhöreranschluss oder eine USB-Schnittstelle sucht man daher an der Rückseite der Metallkiste vergebens. Die wichtigsten Anschlüsse sind jedoch vorhanden und dazu zählen der FX-Loop zum sinnvollen Einbinden externer Modulationseffekte, drei Lautsprecheranschlüsse mit Impedanzen von zweimal 8 und einmal 16 Ohm sowie der Anschluss für den Fußschalter zur Auswahl der beiden Kanäle. Ein entsprechender Schalter befindet sich leider nicht im Lieferumfang, Orange bietet aber mit dem FS-1 den passenden Typ für einen günstigen Preis in ihrem Sortiment an. Da der Rocker 15 Terror an seiner Vorderseite keine optische Überwachung darüber bietet, welcher Kanal aktuell ausgewählt ist, besitzt der FS-1 eine LED, die bei Aktivierung des Zerrkanals aufleuchtet. Ein nicht ganz unbedeutender Punkt und im Prinzip nahezu unverzichtbar, wenn man den Amp im Proberaum oder Live einsetzen möchte. Jeder handelsübliche Schalter mit Monoklinkenkabel in erforderlicher Länge kann diesen Job aber auch problemlos übernehmen – nur eine LED sollte er idealerweise auch besitzen.

Headroom oder Bedroom?

Natürlich können die beiden Kanäle auch über einen entsprechenden Schalter auf dem Bedienpanel ausgewählt werden, doch bevor wir dazu kommen, noch schnell ein paar Worte über die Power-Soak-Funktion der Endstufe, auf die ein kleiner Schalter mit der Bezeichnung „Headroom/Bedroom“ links am Rand der Rückseite hinweist. Dieser Schalter korrespondiert mit dem Full/Half-Schalter auf der Vorderseite und bietet zusammen mit diesem ein Absenken der Endstufenleistung von den angegebenen 15 Watt über 7 Watt, 1 Watt bis hinunter auf 0,5 Watt. Perfekt geeignet, um die Sättigung der Endstufe ohne klingeln in den Ohren zu genießen und um Streit mit den Nachbarn zu vermeiden.

 

Orange Rocker 15 Terror back

Orange Rocker 15 Terror – Rückseite mit den Anschlüssen und Headroom/Bedroom-Schalter

Das Bedienpanel

So wie es sich für einen echten Orange-Amp gehört, wird die Beschriftung der Regler von Piktogrammen übernommen. Wir folgen dem Weg des Gitarrensignals ganz rechts außen mit der Eingangsbuchse und den direkt daneben sitzenden Regler für den unverzerrten Kanal, der hier als „Natural“ bezeichnet wird. Mehr als dieser Volume-Regler steht zur Klangformung nicht zur Verfügung, der Dreiband-EQ gebührt einzig und allein dem zentral angebrachten Overdrive-Channel, dem Orange die Bezeichnung „Dirty“ verpasst hat. Neben dem Equalizer für Bässe, Mitten und Höhen stehen zudem ein Gain- sowie ein Volume-Poti zur Verfügung.

Ganz links schließlich sitzen der Power-Schalter, der Schalter für die Auswahl der Kanäle sowie der Stand-by-Schalter, der neben seiner eigentlichen Funktion als „Schonmodus“ für die Röhren die Leistung der Endstufe in zwei Stufen regelt. Wie bereits weiter vorne erwähnt, sorgt dieser zusammen mit dem Headroom/Bedroom-Schalter auf der Rückseite für die Leistungsreduzierung in vier Schritten, da dürfte wohl für so ziemlich jede Gelegenheit etwas dabei sein.

  • Full Modus Stellung vorne & Headroom Schalter hinten – 15 Watt
  • Full Modus Stellung vorne & Bedroom Schalter hinten – 7 Watt
  • Half Stellung vorne & Headroom Schalter hinten – 1 Watt
  • Half Stellung vorne & Bedroom Schalter hinten – 0,5 Watt

Mindestens so vertrauenerweckend wie das bombensichere Metallgehäuse zeigen sich auch die Bedienelemente. Die Regler laufen allesamt satt und frei von Spiel auf ihren Achsen und die drei massiven Metallschalter dürften viele Schlachten zwischen Proberaum und Bühne mühelos überstehen. Zumindest so lange, wie kein Absturz nach vorne droht, denn in dieser Hinsicht bietet das Gehäuse den Bedienelementen im Notfall keinerlei Schutz. Eine, wie könnte es anders sein, orangefarbene Lampe informiert über die Betriebsbereitschaft des Orange Rocker 15 Terror und was uns die kleine Saftkiste bietet, werden wir nun im Praxisteil erfahren.

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Wie klingt nun der Orange Rocker 15 Terror?

Dirty-Channel

Das Wort „Terror“ im Namen des Amps könnte für Verwirrung sorgen, denn ganz so böse ist der Charakter des Orange Rocker 15 Terror nicht geraten. Die Bezeichnung „Classic Rocker“ würde m.M.n. viel besser passen, denn der Klang ist mit seinem breiten, farbigen Mittenbild für Rock oder Hardrock geradezu prädestiniert. Das zeigt sich auch an den Gain-Reserven, die vielen Metallern z.B. für druckvolles Power-Riffing in dieser Form garantiert nicht genug sein dürften, für saftige Leadsounds mit entsprechend potenten Tonabnehmern auf der Gitarre aber dennoch vollkommen ausreichen. Der Equalizer reißt in seiner Effektivität sicher keine Bäume aus, er kann dem warmen und dynamischen Grundsound aber dennoch einen flexiblen Schliff verpassen und von mittig-nasalen Klängen bis hin zu sanften Scoop-Sounds formen. Dabei überrascht der Rocker 15 Terror mit einem erfreulich niedrigen Rauschspektrum, das auch bei voll aufgeregeltem Gain-Poti im Dirty-Channel nicht sonderlich über die Stränge schlägt.

Natural-Channel

Im Natural-Channel hingegen herrscht absolute Stille. Kein Wunder, denn der Signalweg ist ohne den EQ nicht sehr lang. Sicherlich wäre die eine oder andere Korrektur im Klang ganz nett, jedoch klingt der unverzerrte Kanal auch ohne den Equalizer unglaublich warm, strahlend und wirkt in seinem Frequenzspektrum sehr ausgeglichen. Das Angebot reicht hier von absolut sauberen Cleansounds bis hin zu leichtem Boost und Crunch nach Aufdrehen des Volume-Reglers – je nachdem, mit welchen Tonabnehmern die angeschlossene Gitarre an den Start geht.

Genug Power auch auf der Bühne

15 Watt klingen auf dem Papier erst mal nicht nach sonderlich viel Leistung. In der Praxis aber sollte man die Power der kleinen Kiste nicht unterschätzen, insbesondere in Verbindung mit einem ausgewachsenen Cabinet weiß sich der Orange Rocker 15 Terror im Bandgefüge oder beim Live-Gig garantiert durchzusetzen.

Rocker 15 Terror Klangbeispiele

Für die nun folgenden Klangbeispiele habe ich den Rocker 15 Terror an eine 1×12″ Celestion Vintage 30 Box angeschlossen. Vor der Box wurde ein AKG C3000 Mikrofon positioniert, ehe das Signal ohne weitere Effekte mit einer Music Man Silhouette Special in Logic Audio aufgezeichnet wurde.

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Fazit

Das Wort „Terror“ im Namen des Orange Rocker 15 Terror könnte suggerieren, dass man es bei diesem Top mit einer ganz fiesen Metal-Maschine zu tun hat. Dabei glänzt der Amp viel mehr mit einem dynamisch offenen und flexiblen Klang sowie einem Charakter, der eindeutig dem Classic-Rock zuzuordnen ist. Das niedrige Rauschspektrum, die robuste Verarbeitung und die sinnvoll gewählten Anschlüsse runden das Bild eines gelungenen Gitarrenverstärkers ab.

Plus

  • typischer Orange-Sound
  • niedriges Rauschspektrum
  • robuste Verarbeitung
  • sinnvolle Anschlüsse
  • Möglichkeit zur Drosselung der Endstufenleistung
  • robuste Tasche im Lieferumfang

Minus

  • keine Kanal-LEDs auf dem Panel

Preis

  • 615,- Euro
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