Test: Pioneer XDJ-RR

4. Oktober 2018

Günstiger, kleiner, portabler. XDJ-RR vs. XDJ-RX2

Anfang September erst angekündigt, jetzt schon bei uns zum Testen auf dem Tisch: Der neue Pioneer XDJ-RR.
Der Pioneer XDJ-RR bringt vom Namen bereits zwei Informationen mit sich. Zum einen, das Gerät gehört zu der Gruppe der XJR, so wie der XDJ-RX und XDJ-RX2. Man kann also ein all-in-one Gerät erwarten, also Player, aber auch Controller. Zum anderen erkennt der DJ-Technik affine Mensch an dem RR natürlich, dass der neue XDJ-RR als DJ-Controller ausgelegt ist auf die Pioneer DJ hauseigene DJ-Software Rekordbox DJ.

Pioneer XDJ-RR

Pioneer XDJ-RR – ein erster Blick und Praxistest

Der Karton kommt an und es gibt die erste Erkenntnis: Der Karton ist klein. Also, auspacken das gute Stück und feststellen: Der Controller ist klein. Klein, das muss man dazu sagen, ist er eigentlich gar nicht, wer aber wie ich fälschlicherweise ein Gerät in der Größe eines XDJ-RX1 oder 2 erwartet hat, dem werden einige Zentimeter fehlen.

62 cm breit, 39 cm tief, 5,2 kg schwer – das sind die Ausmessungen des Pioneer XDJ-RR. Damit ist das Gerät 10 cm schmaler, 5 cm kürzer und rund 4 kg leichter als ein XDJ-RX2. Das spürt man wie man gemerkt hat, bringt aber einen großen Vorteil mit sich: Der XDJ-RR ist definitiv leichter zu transportieren und findet schneller seinen Platz, wenn mal nicht der Tisch in Größe XXL vorbereitet wurde.

Die Täuschung der vermutet gleichen Größe konnte natürlich nur gelingen, da auf den ersten Blick funktionell gar kein großer Unterschied besteht zwischen einem XDJ-RR und einem XDJ-RX2. Preislich aber besteht hier wohl gemerkt ein deutlicher Unterschied, 1149,- Euro für den XDJ-RR versus 1699,- Euro für den XDJ-RX2. Das sind 550,- Euro Differenz – dafür müssen Gründe zu finden sein. Es kann nicht nur alleine an der Größe liegen!

Nun, wie nun schon mehrfach erwähnt, ähnelt der Pioneer XDJ-RR dem XDJ-RX2. Das heißt, mittig befindet sich ein Mixer, seitlich Control-Decks zur Steuerung eine DJ-Software als MIDI-Controller oder zur Steuerung von Tracks, die von USB-Speichermedien geladen werden, an der Spitze befindet sich ein Display.

Dieses ist nach wie vor ein vollfarbiges 7 Zoll Display, welches jedoch im Vergleich zum XDJ-RX2 kein Touch-Display ist. Ansonsten scheint es von der Darstellung gleich zu sein.
Auch bei einem Blick auf den Mixer sind zunächst keine großen Unterschiede erkennbar, der Teufel liegt natürlich im Detail – Teufel, hier eher der Grund für den Preisunterschied.

Der Pioneer XDJ-RR bietet wie der XDJ-RX2 ebenso zwei Kanalzüge mit einem 3-Band-EQ, Gain-Regler, Line-Fader und Crossfader. Mittig befindet sich ein LED-Metering, links und rechts befinden sich Effekt-Steuerungen, dazu später mehr. Oben zeigt sich ein Wahlschalter und ein Level-Regler für einen Aux-In. Wahlschalter und Aux-In sind gute Stichwörter, denn zum einen könnte man mal den Blick auf die Rückseite werfen, zum anderen stelle ich fest, dass es für die Kanalzüge keine Wahlschalter für die Eingangsquellen gibt. Noch ein Grund mehr, einmal auf die Rückseite zu schauen.

Diese ist sehr aufgeräumt. Auf der einen Seite gibt es mit zwei XLR- und einem Cinch-Stereo-Paar als Ausgangsbuchen den Weg raus für Master 1 und Master 2, zudem die USB-Buchse für den Anschluss am Rechner, auf der anderen Seite gibt es einen Cinch-Eingang für den Aux-In sowie einen Mic in als XLR-/Klinke-Kombibuchse. Dazu An/Aus-Schalter und Stromanschluss – damit ist die Rückseite ausreichend beschrieben.

Pioneer XDJ-RR – ein Blick auf die Rückseite

Das heißt natürlich zugleich: Der Pioneer XDJ-RR bietet nicht die Möglichkeit des Anschlusses von externen Zuspielern wie Media-Playern (warum auch, kann ja USB), CD-Playern oder Plattenspielern. Player auf Line-Level kann man nur über den Aux-In anschließen, nicht aber über den Kanalzug. Plattenspieler kann man gar nicht anschließen, außer man nutzt einen Phono-Preamp, der häufig derweil im Plattenspieler bereits verbaut ist. Dann würde auch dieser einen Platz über den Aux-In finden und auch wenn man diese Quellen dann nicht zum Auflegen/Mixen nutzen kann, kann man zumindest auf diesem Wege zum Beispiel Platten hören.

Gemixt wird also mit dem, was ankommt vom USB-Medium oder vom Rechner, sofern man den XDJ-RR als Controller nutzt.

Forum
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      Bolle  RED

      In der Tat, das ist eine XDJ-RX2 Rückseite, sehr gut aufgepasst. Danke dafür, nun ist das richtige drin ;)

  1. Profilbild
    GioGio   111

    Kleiner und leichter bei standalone fähigen Geräten ist gut :) kannte das Teil noch gar nicht. Den Ansatz finde ich gut :)
    Schade, dass kein Touchdisplay an Bord ist. Kleiner und leichter, sollte sich nicht gleich immer auf den Luxus auswirken.
    Was ich mich ewig frage: Warum müssen Jogwheels eigentlich immer so groß sein? Wegen dem Scratchen? Findet ja zumindest im Großteil der elektronischen Musik überhaupt nicht statt.
    Und wieso hat das Teil keine Anschlussmöglichkeit um mit einem Toraiz-SP16 zu kommunizieren? Dachte genau dafür hat man das in dem Toraiz Sampler eingebaut.

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Touch-Display war sicher wieder so eine Kosten- X Preisgestaltungs-Frage. Oder man wollte einfach mal wieder Denon den Vortritt überlassen, weil man von dem sich zwar nicht verkaufenden, aber dennoch technisch an vielen Punkten dem CDJ überlegenen SC5000 Prime immer noch nichts gelernt hat im Hause Pioneer.
      Was dann auch die Antwort auf die Toraiz-Frage wäre….

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