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Test: RCF ART 932-A Aktivbox

Noch mehr Forza Italia

30. Dezember 2021
Test: RCF ART 932-A Aktivbox

RCF ART 932-A aktiver Fullrange-Lautsprecher

Und schon wieder Italien. So oder so ähnlich könnte man tatsächlich dieses Review starten, wenn man sich die aktuelle Produkt-Range des italienischen Herstellers RCF ansieht, sofern es um aktive Fullrange-Lautsprecher geht. Mit dem RCF ART 932-A schickt sich das Traditionsunternehmen an, eine Duftmarke im bereits stark umkämpften Bereich bis ca. 2 KW Peak zu setzen. Mal sehen, wie sich „Forza Italia“ bei diesem Produkt aus dem Bereich der aktiven Fullrange-Boxen so schlägt.

Aufbau und Konzeption der RCF ART 932-A

Wie auch bei seiner kleinen Schwester, der RCF HD 10-A MK5, fällt einem bei einem genauen Hinsehen der Produktionsstandort auf. Im Gegensatz zu der mittlerweile nahezu allumfassenden Lieferkette, „Developed in Heimatland, ensembled in China“ prangt auch ein stolzer „Made in Italy“ Schriftzug auf dem Gehäuse. Wie stark die gesamte Welt mittlerweile am Tropf der asiatischen Weltmacht hängt, konnte und kann man zurzeit wieder einmal sehr gut an den zum Teil leeren Regalen in verschiedenen Branchen erkennen. Auch wenn bestimmt einige Komponenten aus dem Innenleben der RCF ART 932-A aus China stammen, zumindest in der Zustellung vom Werk zum Kunden sollte es mit diesem Produkt weniger Probleme geben.

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Die RCF ART 932-A geht in Sachen Einsatzbereich keine Risiken ein und versucht, wie auch viele ihrer Mitstreiter, aufgrund ihrer asymmetrischen Gehäuseform gleich mehrere Beschallungsoptionen abzudecken, was den Einsatzbereich ungemein steigert. Die Einsatzmöglichkeiten erstrecken sich vom Klein-P.A., über Sidefill bis hin zum typischen Wedge-Betrieb, wobei man sich bei Letzterem aber schon darüber im Klaren sein sollte, dass die Standfestigkeit gegenüber einem reinen Wedge deutlich abfällt. Vor dem typischen „Dicke Hose, Fuß auf Wedge“ sei daher ein wenig gewarnt, nur wenige Aktionen wirken auf der Bühne noch lächerlicher als das Abrutschen auf einem Floormonitor während einer großen Pose. Des Weiteren verfügt das System über M10 Gewindeeinsätze an der Ober- und Unterseite, bzw. Seitenteilen des Gehäuses für geflogene Festinstallationen. Für den Hochständerbetrieb verfügt die Box am Boden über einen robusten 36 mm Flansch aus Stahl.

RCF ART 932-A Test

RCF ART 932-A Flansch

Mit den Abmessungen von 642 x 370 x 363 mm (H x B x T) ist die Box bzgl. Transportabilität im mittleren Segment einzuordnen und lässt sich mit ihren 18,8 kg Gewicht von einer einzelnen Person noch gut tragen. Das Gehäuse der RCF ART 932-A ist aus Polypropylen gefertigt, was mit einer Kombination von vergleichsweise geringem Gewicht und guter Elastizität interne Vibrationen wie auch gröbere Einwirkungen von außen gut abfedern sollte. Für einen besseren Schutz kann man auch eine entsprechende Schutzhülle zusätzlich erwerben, was ich persönlich immer nur empfehlen kann, sofern einem das optische Erscheinungsbild seines Equipments wichtig ist. Abgeschrammte Boxen hinterlassen immer einen faden Beigeschmack, wenn es nach der Show ans Kassieren geht.

RCF ART 932-A Test

RCF ART 932-A Aufsicht

Für eine gute Handhabung und einen leichten Transport sorgen zwei Griffschlitze auf der Oberseite/Unterseite des Gehäuses und zwei großzügige Griffmulden auf den Seiten, die nicht nur den Tragekomfort erhöhen, sondern auch das Wuchten auf einen Hochständer deutlich erleichtern.

Die Lautsprecherbestückung besteht aus einem 12“ Tieftöner aus hauseigener Fertigung und einem 1,4 Zoll Hochtontreiber, die zusammen 1050 Watt Peak, also ca. 500 Watt Sinus, leisten können und für Zahlenfetischisten mit 2100 Watt Peak protzen. Der Frequenzgang des Systems wird mit 50 Hz – 20000 Hz angegeben, der Schalldruck beträgt 132 dB (max SPL @ 1 m), der horizontale Abstrahlwinkel beträgt 100°, der vertikale Abstrahlwinkel 60°. Die Übergangsfrequenz liegt bei 700 Hz, die aufgrund des vergleichsweise großen Hochtöners relativ niedrig liegt. Als Besonderheit verweist der Hersteller auch bei dieser Variante auf die neue Filtertechnologie mit dem Namen „Firphase“, die laut Firmenprospekt „ein transparentes Klangbild, absolute Klarheit und ein perfektes Stereobild bei minimalen Latenzen ohne Phasenverzerrung“ gewährleistet.

RCF ART 932-A Test

RCF ART 932-A Rückseite

Die Rückseite

Wie auch bei vielen anderen Vertretern dieser Bauart, befinden sich alle Anschlüsse auf der Rückseite des Gehäuses, wobei RCF die Bedienungsmöglichkeiten auch hier auf ein Minimum zusammengestrichen hat und die gesamten klangliche Signalverwaltung auf ein davorgeschaltetes Mischpult überträgt. Der Vorteil einer spartanischen Ausstattung ist stets, dass auch von ungeübten Anwendern keine großen Schäden in der Fehlanpassung vorgenommen werden können. Der Nachteil hingegen liegt darin, dass erfahrene Anwender nahezu alle frequenztechnischen Einstellungen über ein externes Pult vornehmen müssen, was zwar deutlich mehr klangliche Möglichkeiten bietet, aber auch ein Mindestmaß an technischem Know-how voraussetzt.

Sämtliche Regler sind sehr tief im Gehäuse verbaut und sind somit sehr gut vor externen Einwirkungen geschützt, sofern diese flächig auf dem Panel anliegen. Im Gegensatz zu ihrer kleinen Schwester sitzt der einzig vorhandene Regler, der Mastervolume Regler, trotz fehlender Konterung am Gehäuse vergleichsweise fest in seiner Fassung, was eine deutlich bessere Haptik offeriert.

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Eine XLR/TRS-Kombieingangsbuchse, kombiniert mit besagtem Volume-Regler dienen als Eingangsverwaltung. Zudem ermöglicht ein Druckschalter eine grobe Vorauswahl bzgl. des anliegenden Signalpegels, bestehend aus den Presets „Linear“, „Boost“ und „Stage“, deren jeweilige Aktivierung über zwei grüne LEDs angezeigt werden. Einen Gain-Regler sucht man leider vergebens, sodass man bei der Ausgabe des Signals über das Mischpult im Master-Bereich tunlichst die Overload-Anzeigen im Auge behalten sollte. Für den Daisy-Chain-Betrieb bietet das System noch zusätzlich einen XLR-Ausgang. Der Systemzustand kann zudem über zwei LEDs (Signal – grün und Limiter – rot) abgelesen werden.

Abschließend gibt es im unteren Bereich des Gehäuses unterhalb der Kühlungsrippen des Systems noch den On/Off-Schalter zzgl. der Kaltgerätebuchse nebst intern verbauter Hauptsicherung. Das System verfügt über kein Multispannungsnetzteil und ist entweder für 220 – 240 Volt oder 100 – 120 Volt Netzspannung zugelassen. Entsprechend unterschiedlich verhalten sich die Werte der verwendeten Feinsicherungen.

RCF ART 932-A Test

RCF ART 932-A Front

Die RCF ART 932-A in der Praxis

Wie auch bereits andere Aktivboxen vorher, bekam die RCF ART 932-A von mir meine Standard-Testroutine für flexible Fullrange-Boxen, sprich den Betrieb als Floormonitor im Studio, Hochständerbetrieb Indoor und Hochständerbetrieb Outdoor bis zu einer Entfernung von 50 Metern. Schon bei den ersten Tönen fällt auf, dass das System für eine 12 Zoll Tieftöner Kombination einen sehr hohen Schalldruck bereitstellt. Die Box klingt sehr druckvoll, was aber auch dem Fakt geschuldet ist, dass die Box im echten Tiefbassbereich einiges liegen lässt und sich mehr auf eine sehr gute Tiefmittenwiedergabe spezialisiert. Ich würde daher für echte „Körperlichkeit“ bei der Basswiedergabe immer noch auf einen zusätzlichen Subwoofer setzen und die Satelliten entsprechend entlastet.

Was jedoch immens ins Ohr fällt, ist der vergleichsweise sehr hohe Pegel, den die RCF ART 932-A bei Bedarf erzeugen kann. Besagte 500 Watt Sinus bieten gerade in einem geschlossenen Raum ein sehr starkes Durchsetzungsvermögen, zumal einsetzende Sättigung oder die Aktivierung der Schutzvorrichtungen mit einem sehr hohen Headroom abgesichert sind. Auf freiem Feld verläuft sich der Schall natürlich deutlich stärker, dennoch erhält man im direkten Abstrahlwinkel, der mit 100 Grad in der Horizontalen etwas breiter angelegt ist als im Durchschnitt, eine gute Definition des Signals und eine gute Verständlichkeit.

Wie bereits erwähnt, ist die RCF ART 932-A für den Betrieb mit einem entsprechenden Mischer ausgelegt, der den Aufholverstärker des Systems in Sachen Pegel entsprechend ansteuert. Man kann zwar ein Mikrofon oder aber ein externes Gerät direkt an das System anschließen, wobei in diesem Fall aber einiges an Leistung auf der Strecke bleibt, da es sich um eine klare Fehlanpassung handelt. Die meisten werden den Volume-Regler wahrscheinlich auf Rechtsanschlag setzen und die Endlautstärke mit den Master-Reglern des Pultes erzeugen. Bei entsprechender Lautstärkenbegrenzung, zum Beispiel innerhalb einer Festinstallation, kann man den Master ja entsprechend zurückfahren.

Klanglich überzeugt das System mit einer sehr stabilen Wiedergabe, die bis kurz vor Limitereinsatz tonal sehr ausgewogen ohne unangenehme Spitzen ist. Insgesamt muss man dem System insbesondere im Bezug auf seinen trotz europäischer Fertigung angemessenen Preis eine sehr gute Bewertung inklusive einer hohen Flexibilität bzgl. des Einsatzgebietes attestieren.

RCF ART 932-A Test

RCF ART 932-A im Einsatz

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Fazit

Mit der RCF ART 932-A führt der italienische Hersteller eine sehr gut klingende Fullrange-Box mit einem sehr stabilen Headroom in seinen Reihen. Das System ist bzgl. seiner Verwendung aufgrund der Trapezform sehr flexible und überzeugt mit einem neutralen Grundklang, der bei Bedarf einen sehr hohen Pegel inklusive ordentlichem Schalldruck bietet. Wer eine leistungsfähige, druckvolle und sehr gut klingende Box sucht und die Verwendung eines externen Pults ohnehin in seiner Arbeitsumgebung führt, sollte diese Box auf jeden Fall einmal antesten.

Plus

  • Klang
  • Verarbeitung
  • Flexibilität
  • Lautstärke

Preis

  • 891,- Euro
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