Test: Schecter C-1 Apocalypse Red Reign, E-Gitarre

9. Juli 2019

Übernimm die Herrschaft mit der Schecter Red Reign!

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre

Die Firma Schecter gehört ohne Zweifel zu einem DER Platzhirsche im Bereich der Metal-Gitarren. Die zum Großteil in Asien hergestellten Instrumente bestechen durch eine hohe Verarbeitungsqualität und besitzen zumeist ein attraktives Äußeres, dem kaum ein Metaller wohl dauerhaft widerstehen kann. Optisch mal richtig zur Sache geht es auch bei der Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre, die neben ihrer blutroten Lackierung auch einiges unter der Haube zu bieten hat. Was genau, werden wir im folgenden Review erfahren!

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign – Facts & Features

Ist es geronnenes Blut? Oder eher tiefrot glühendes Magma? Vielleicht ist es auch von beidem etwas, in jedem Falle aber wurde die Hochglanzlackierung absolut sauber und gleichmäßig auf die mit jeder Menge Konturen versehenen Decke aufgetragen. Die ist leider nicht massiv, sondern ein gemeinsamer Teil des Sumpfeschekorpus, der im Gegensatz zur strahlend roten und glühenden Decke durch seine graue Farbe ein fast schon morbides Erscheinungsbild ausstrahlt. So zeigt sich die ganze Rückseite dieser E-Gitarre in einem Grauton gebeizt, was einen immensen Kontrast zur Vorderseite darstellt, dabei aber keineswegs unattraktiv wirkt.

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign back

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign Rückseite

Wie man auf dem Bild erkennen kann, besitzt die Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre nicht nur einen eingeleimten Hals, sondern zusätzlich zur Resonanzverstärkung eine Saitenführung durch den Korpus. Von nichts kommt nichts, kann man da nur sagen und dass solche Maßnahmen durchaus ihre Berechtigung haben, konnte ich in meinen Reviews schon des Öfteren bei Instrumenten der unterschiedlichsten Hersteller feststellen. Übrigens gibt es die Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre auch mit einem lizenziertem Floyd Rose Vibrato, dann allerdings mit garantiert weniger Sustain – und zu einem höheren Preis noch obendrein. Bei unserem Testmodell werden die Saiten allerdings durch eine Hipshot-Brücke aufgenommen und zu den Mechaniken geführt, zur Hardware kommen wir aber später noch genauer. Bleiben wir erst mal beim Holz und betrachten uns als nächstes die Konstruktion des Halses.

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign – Der Hals

Der besteht aus einer mehrschichtigen Konstruktion, es wurde das klassische Tonholz Ahorn zusammen mit Teilen aus Padauk verleimt. Als Stabilisatoren dienen zwei eingesetzte Streifen aus Carbon, die von der Kopfplatte bis hinab zum Halsfuß verlaufen. Durch die nur mit einer hauchdünnen Lackschicht versehene Rückseite des Halses und dem erwartet flachen C-Profil ergibt sich eine angenehme Bespielbarkeit bis hinauf zu Bund Nummer 24. Ein paar feine Extras gibt es noch dazu, so finden wir etwa ein Compound-Radius-Griffbrett aus Ebenholz, das nahtlos von 12″ am ersten zu 16″ am letzten Bund übergeht und römische Schriftzeichen aus Perlmutt als Bundmarkierungen trägt. Oder aber die bei Dunkelheit leuchtenden Side-Dots, ein weiterer neuer Trend, der sich in der Metal-Szene durchzusetzen scheint und meiner Meinung nach auch absolut sinnvoll ist.

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre Griffbrett

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre Griffbrett

Die Bundierung mit den 24 X Jumbo-Bünden ist makellos gelungen, alle Drähte sitzen brav in ihren Kerben und wurden an ihren Seiten sorgfältig abgerichtet. Lediglich zwischen der Halsrückseite und dem Griffbrett ist ein leichter Übergang spürbar, doch dieser kleine Makel dürfte sich nach ein paar Stunden spielen mit der Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre in Luft auflösen. Dem Hals nach oben Richtung Kopfplatte folgend fällt ein weiterer Übergang auf, diesmal allerdings positiv, denn an dieser empfindlichen Stelle hat man dem Hals etwas „Fleisch“ übrig gelassen. Das dürfte besonders bei dem Modell mit Floyd Rose Vibrato und dem in dieser Position angebrachten Klemmsattel zugutekommen, durch dessen Bohrungen das Holz ja noch weiter geschwächt wird und daher fast schon zu einer Sollbruchstelle führen kann. Diese Verstärkung wird aber auch hier gerne angenommen, obwohl nur ein einfacher Graph Tech XL Sattel die Saiten zu den Mechaniken führt. Der ist mit seinen 42 mm Breite recht schlank ausgefallen und sauber in seiner Position eingesetzt.

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign – Die Hardware

Die Kopfplatte besitzt die gleiche Optik wie der Korpus, die Fachleute sprechen hier von einem „Matched Headstock Design“. Sie trägt neben dem Schecter Logo die sechs Klemmmechaniken, die aus eigenem Hause stammen und zuverlässig ihren Dienst verrichten. Unter dem Gesichtspunkt, dass für diese E-Gitarre rund 1300,- Euro beim Händler aufgerufen werden, darf es von daher auch an dieser Stelle schon etwas Besseres sein. Und das ist es in jedem Fall: Kaum merkliches Spiel auf den Achsen sowie eine hohe Stimmstabilität zeichnen die Mechaniken aus, die zusammen mit der Hipshot Brücke und ihrer String-through-Saitenführung durch den Korpus die Hardware der Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre bilden.

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre Hipshot

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre Hipshot Brücke

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign – Pickups & Elektrik

Grundsätzlich haben wir es bei der Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre mit einer in Korea hergestellten E-Gitarre zu tun. Die Pickups jedoch stammen aus amerikanischer Fertigung des Unternehmens, an Steg und Hals direkt in die Decke geschraubt sitzen die beiden Modelle Apocalypse VI für die elektrische Abnahme. Geschaltet und geregelt wird über einen Dreiwegeschalter sowie drei Potis: Einmal Tone und jeweils ein Lautstärkeregler für jeden der beiden Pickups befinden sich griffgünstig auf der Decke platziert. Darüber hinaus lassen sich die beiden Apocalypse VI Humbucker durch Anheben des vorderen Lautstärkereglers auch im Singlecoil-Modus betreiben – beste Voraussetzungen also für einen flexiblen Sound, der weit über den Ansprüchen von reinem Hardrock/Metal liegt. Die Knöpfe der Regler besitzen kleine Ringe aus Gummi rund herum, von daher stellt auch das Anheben des Reglers bei schwitzigen Händen überhaupt kein Problem dar.

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre Regler

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre Regler

Das bislang sehr positive Bild der Verarbeitung Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre setzt sich bei den verwendeten Komponenten der Elektronik fort, denn auch an dieser Stelle gibt es nichts zu meckern: Die Potis laufen weich wie in Butter und ohne Spiel auf ihren Achsen und auch der Dreiwegeschalter rastet satt und knackig ein. Und das auch vermutlich in vielen Jahren noch. Kommen wir daher nun zum Praxisteil!

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign – In der Praxis!

Eingeleimter Hals und Saitenführung durch den Korpus – die Voraussetzungen für einen soliden Grundsound könnten nicht besser sein und sind auch hier gegeben. Das Instrument schwingt bereits trocken angespielt wunderbar, verfügt über den „gewissen Biss“ und auch in Sachen Sustain läuft es sehr gut. Zusammen mit dem organisch gefrästen Korpus bzw. dessen Decke und dem schlanken Hals mit seiner nur satinierten Rückseite ergibt sich eine bequeme Bespielbarkeit der Schecter C-1 Apocalypse Red Reign, die nur durch das eher unbefriedigende Werkssetting etwas abgebremst wird. Wie so oft finden wir auch hier wieder eine Saitenlage vor, die einem Instrument in dieser Preisklasse nicht gerecht wird. Dabei sind die Voraussetzungen durch die hohe Qualität in der Verarbeitung ja gegeben.

Richtig gut gefallen mir die beiden Apocalypse VI Humbucker, die sich nicht nur widerstandsfähig gegen Matschen bei hohen Verzerrungen zeigen, sondern auch bei den unverzerrten oder nur ganz leicht angezerrten Singlecoil-Sounds durchaus zu gefallen wissen. Die folgenden Klangbeispiele zeigen nur einen kleinen Teil der Bandbreite, die die zwei Doppelspuler bedienen können. Aufgrund der Tatsache, dass sich bei Zurücknahme des Volume-Reglers das Klangbild und die Dynamik nur wenig verändern, steht hier ein enormes Potenzial bereit!

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre Pickups

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign Apocalypse VI Pickups

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign – Klangbeispiele

Für die Klangbeispiele wurde verwendet: Orange Micro Dark, gekoppelt mit einer 1×12″ Celestion Vintage 30 Box, davor zur Aufnahme ein AKG C3000 Mikrofon.

Beginnen wir mit den unverzerrten Sounds, in Beispiel 1 ein Klangbeispiel des Apocalypse VI Humbuckers in Halsposition und mit beiden Spulen am Start. Track Nummer 2 zeigt ein Beispiel dafür, wie beide Pickups zusammen im Singlecoil-Modus klingen können.

So, nun aber rüber zur eigentlichen Bestimmung der Schecter C-1 Apocalypse Red Reign, dem Abfeuern von verzerrten Sounds. Wir hören in Beispiel 3, 4 und 5 nacheinander den Leadsound des Steg-Pickups, dann den des Humbuckers am Hals und abschließend eine Kostprobe davon, wie beide Humbucker zusammen mit einem verzerrten Sound klingen.

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre Kopfplatte

Schecter C-1 Apocalypse Red Reign Kopfplatte

Fazit

Hinter ihrer fast schon martialisch anmutenden Optik verbirgt die Schecter C-1 Apocalypse Red Reign E-Gitarre viel mehr, als man ihr vermutlich zutrauen würde. Abgesehen von der sehr guten Verarbeitung bietet das Instrument mit den zwei Apocalypse VI Tonabnehmern einen ungemein flexiblen Sound, der von ultrabrutal bis ganz soft reichen kann. Punktabzüge gibt es nur für die unerhört hohe Saitenlage unseres Testinstruments. Das war es aber dann auch schon!

Plus

  • sehr gute Verarbeitung
  • erstaunliche Klangvielfalt
  • solide Hardware
  • gute Bespielbarkeit

Preis

  • Ladenpreis: 1399,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Hein Bloed  

    Die ist wirklich schick und der unapokalyptische Clean-Sound gefällt mir auch. Nur die Gummiringe der Potis find ich nicht so prickelnd (härten aus und sind dann nicht ohne weiteres ersetzbar) und was haben die bloß mit der Sumpfesche gemacht, Speed in die Swamplands gekippt? Die Jahresringe sind ja riesig (vermutlich gut fürs Gewicht).

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