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Test: Schecter Nick Johnston USA Signature, E-Gitarre

4. Oktober 2018

Neues aus dem Schecter Customshop ...

Schecter Nick Johnston USA Signature titel

Zugegeben, mit dem Namen Nick Johnston konnte ich persönlich erst einmal gar nichts anfangen, als die Schecter Nick Johnston USA Signature bei mir zum Test eintraf. Ein paar Clicks auf Youtube später und ich war bedeutend schlauer und zugleich beeindruckt von den musikalischen und technischen Fertigkeiten des kanadischen Künstlers, dem Schecter ein Signature-Instrument auf Basis der guten alten Strat bereitstellt.  Neben der Großserienproduktion aus Fernost betreibt Schecter einen Customshop im sonnigen Sun Valley/Kalifornien, in dem die Instrumente zum größten Teil in Handarbeit hergestellt werden. Von welch herausragender Qualität die dort gefertigten Gitarren sind, konnten wir bereits in Tests zweier weiterer Modelle aus dem Shop, der PT Gold und der Custom Wembley Traditional, feststellen. Nun also ein Signature-Instrument in vertrautem Gewand, da kann für mich als ausgewiesenen Strat-Fan ja eigentlich nichts schiefgehen!

Schecter Nick Johnston USA Signature front

Schecter Nick Johnston USA Signature – Facts & Features

Ausgeliefert wird die Nick Johnston USA Signature in einem entsprechend hochwertigen Koffer. Kann man bei diesem Preis auch erwarten, denn mit rund 3000,- Euro steht auch diese Gitarre ähnlich hoch im Kurs, wie die restliche Flotte des Schecter Customshops. Ähnlich hoch ist aber auch die Qualität, die den neuen Besitzer erwartet, das sieht man bereits nach nur wenigen Minuten der Inspektion. Doch alles der Reihe nach, beginnend mit dem Erlenkorpus, der bis auf eine kleine Ausnahme an seiner Rückseite, nämlich in Form eines ergonomisch designten Hals-Korpus-Übergangs, so ziemlich exakt denen einer klassischen Fender Stratocaster entspricht. Der einfache Zugang zu allen 22 Bünden, und seien sie auch noch so weit oben auf dem Griffbrett platziert, ist also jederzeit gewährleistet!

Über die Qualität der Bünde und deren Verarbeitung muss man nicht viel Worte verlieren, hier herrscht das erwartet hohe Niveau eines Customshop-Instruments. Das spiegelt die Erfahrungen wieder, die wir bereits in unseren Tests mit Gitarren aus dem Schecter-Customshop gemacht haben. Etwas ungewöhnlich hingegen erscheint die Beschaffenheit des Halses und des Griffbretts: auf ein einteiliges Stück Wenge für den Hals wurde ein Griffbrett aus Ebenholz aufgeleimt. Fast kann man den Unterschied nicht erkennen, so dunkel sind beide Holzarten und so sauber wurde auch an der Verleimung vorgegangen.

Ausgesprochen schick wirken zudem die Bundmarkierungen, die nur aus schlichten Ringen aus hauchdünnem Messing bestehen und zusammen mit der leichten Maserung des Griffbretts ihren Teil zum sehr edlen Gesamteindruck der Gitarre beitragen. Das Halsprofil ist recht schlank geraten und dürfte Spieler moderner Techniken vollends zufriedenstellen, darüber hinaus wurde die Halsrückseite nur mit einer hauchdünnen Satinlackschicht überzogen, was den Spielkomfort insgesamt noch einmal erhöht. Und sollte man mal den Halswinkel nachstellen müssen, so reicht ein kleiner Schraubendreher zum Einführen in die Schraube des Halsstabes am Halsfuß.

Schecter Nick Johnston USA Signature truss rod

— Hals einstellen schnell gemacht – Truss Rod Schraube am Halsfuß —

Schecter Nick Johnston USA Signature – die Hardware

Ich muss erneut etwas zugeben! Um ehrlich zu sein, habe ich mich dabei ertappt, beim Anblick des verbauten Vintage-Vibratos auf der Decke der Nick Johnston USA Signature ein wenig mit den Augen gerollt zu haben. Ach herrje, ging es mir durch den Kopf, so eine schöne Gitarre und dann schon wieder so eine nervige Verstimmungsmaschine drauf geschraubt! Doch ich sollte eines besseren belehrt werden, denn das auf zwei Bolzen gelagerte System arbeitete während der Testdauer absolut problemlos und erfreut mit einer wunderbaren Leichtgängigkeit und Präzision! Zudem wird der Vibratohebel nur eingesteckt, sodass er zu keiner Zeit der rechten Hand nach Benutzung im Wege steht. Dass alles sorgt für eine hervorragende Performance mit dem „Jammerhaken“, hier kann sich selbst das Original noch etwas abschauen!

Schecter Nick Johnston USA Signature Vibrato

Dem gegenüber sorgen an der Kopfplatte sechs verchromte Klemmmechaniken von Hipshot für die Aufnahme der Saiten. Auch sie entsprechen vollends den Erwartungen an ein Instrument in dieser Preisklasse. Sie laufen wie in Butter, erlauben ein sehr präzises Stimmen und sind sicher nicht ganz unverantwortlich für das überraschend zuverlässige Halten der Stimmung.

Schecter Nick Johnston USA Signature headstock

— Kopfplatte mit den Klemmmechaniken von Hipshot —

Schecter Nick Johnston USA Signature – die Elektrik

Ein paar Unterschiede zum berühmten Vorbild gibt es an dieser Stelle zu vermelden. Da wäre zunächst einmal der Fakt, das auf einen zweiten Toneregler verzichtet wurde, alle drei Singlecoils verfügen also über eine gemeinsame Tonblende. Und ein weiteres Manko wurde dabei auch noch ausgeräumt, denn das Volumepoti befindet sich ein gutes Stück weit weg von dem Platz, von dem aus die rechte Hand gerne bei der Originalen Strat die Lautstärke absenkt.

Weiterhin befindet sich die Klinkenbuchse nicht auf der Decke in einer Fräsung, sondern am unteren Cutaway an bewährter Stelle. Ich halte beide Punkte für sinnvoll, denn wer schraubt schon gerne an zwei Tonepotis gleichzeitig herum oder hat gerne noch dazu das Klinkenkabel im Weg?

Schecter Nick Johnston USA Signature Pickups

— Nick Johnston Signature Singlecoils —

Bei den Pickups selbst setzt Schecter in die Nick Johnston USA Signature eigens für den Künstler entwickelte Modelle ein. Angewählt werden die Drei Nick Johnston Signature Atomic Singlecoils nach bewährtem Prinzip mit einem Fünfwegeschalter, der sauber und knackig in seinen Positionen einrastet. Ein Volumeregler und das bereits besprochene Tonepoti ergeben den Rest der Elektronik. Viel ist es nicht, dafür ist die Qualität des Gebotenen schon mehr als ordentlich, denn die Potis und auch der Fünfwegeschalter stammen ganz eindeutig aus dem obersten Regal.

Die komplette Elektronik sitzt auf einem dreischichtigen Pickguard im Vintage-look, dessen Farbe auch die übrigen Kunststoffteile angenommen haben. Die hochwertige Verarbeitung des Instruments zeigt sich auch an solchen Kleinigkeiten, wie eben hier bei dem extrem sauber ausgeschnittenen Pickguard, das mit der Decke des Korpus regelrecht verschmilzt. Hier hat man schon beim Anschauen die Gewissheit, sein Geld gut angelegt zu haben. Doch wie ist es mit dem Sound und dem Handling der Schecter Nick Johnston USA Signature bestellt? Ab der nächsten Seite erfahren wir es!

Klangbeispiele
Forum
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    Venusianer  

    Wie sieht es denn mal mit einem Test für die Revelation RJT-60 und Revelation RJT 60-B aus, verglichen mit den Pendants von Squier? Wäre das nicht mal was? Vor allem sind die bezahlbar. Vielleicht könnte die Thomann ja ins Programm aufnehmen ;-)

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      Stephan Güte  RED

      Hohner Research Revelation … ich hatte Anfang der 90er zwei davon! Einmal mit EMGs (RTX hieß die, glaube ich) und dann einmal die rote mit 3x Singlecoils (RTS meine ich …). Witzige Anekdote: Die Gitarren waren damals bei HOHNER im Vertrieb und die hatten drei Männer losgeschickt, um die Gitarren in Deutschland zu promoten: Rob Gonzalez von den Ärzten, zusammen mit Peter Sonntag von ESH-Bässen und einem Berliner Schlagzeuger, der SONOR promotete. Ich habe damals als Azubi im hiesigen Musikladen die Jungs bei Laune gehalten und den Gig am Abend im Club nebenan betreut. Rob G. ging es damals finanziell gar nicht gut nach dem Rauswurf bei den RAINBIRDS (wer erinnert sich noch an „Blueprint“?), wir tranken an der Bar den einen oder anderen … um so mehr hat es mich gefreut, aber auch gewundert, als er plötzlich bei den ÄRZTEN am Bass stand :) Fantastischer Gitarrist, also nun am Bass erfolgreich geworden!

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    Wellenstrom  AHU

    „RAINBIRDS (wer erinnert sich noch an „Blueprint“?)“

    Hier, der dicke Onkel erinnert sich noch sehr gut dran. Und wie es der Zufall so will, habe ich mich vor einigen Monaten damit eingehender beschäftigt. Glaube noch in Erinnerung zu haben, dass Rob G. in einer Phase dazu stieß, als es darum ging, die im Studio entwickelten Songs auf die Bühne zu bringen. Ursprünglich stammen die Giatrrenparts des ersten Albums wohl von Peter Weihe. Aber nagel mich jetzt nicht drauf fest. Im Prinzip war Rob G. damit eher ein Mietmusiker. Klar, an Tantiemen kam bei ihm nix rüber, weil keine Rechte an dem Songmaterial.
    Klangen damals sehr frisch und produzierten wirklich international radiotaugliches Zeugs. Auch die Verpackung stimmte, z.B. mit Videos von Hochkarätern wie Anton Corbijn. Egodinger und Lässigkeiten im Management waren wohl für den Split verantwortlich. Da wuchs wohl nie eine richtge Einheit zusammen. Das Songwritingtalent von Katharina Franck blieb allerdings auch später noch auf einem recht hohen Niveau.

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      Stephan Güte  RED

      Das Riff von „Blueprint“ ist dermaßen genial (!) Cool, dachte immer, dass sei aus Robs Feder, geil Gitarre spielt er aber trotzdem. Am Bass echt die berühmten Perlen vor die Säue IMHO. Und den Song höre ich heute immer noch sehr gerne, wenn er ab und an mal im Radio läuft :)

      Ach … und erinnerst Du dich auch noch an die Metalband „Depp Jones“ mit Bela B. an den Drums und Rob an der Gitarre?

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        Wellenstrom  AHU

        „Ach … und erinnerst Du dich auch noch an die Metalband „Depp Jones“ mit Bela B. an den Drums und Rob an der Gitarre?“

        Puh, nee, muss ich passen. Bin ja mehr der Popper. Also, dass es die gab, nach dieser Trennungsphase, war mir so’n bissken geläufig. Mehr aber auch nicht.

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