Test: Sennheiser ew IEM G4, InEar System

21. Oktober 2018

In vierter Generation

Sennheiser ew IEM G4

Sennheiser ew IEM G4

Sennheiser ew IEM G4 E-Band (823 – 865 MHz). Der deutsche Hersteller Sennheiser aus Wedemark (bei Hannover) hat jetzt schon die vierte Generation der Serie evolution wireless am Start. Und die soll Profi-Drahtlos-Technik mit verbesserten Features jetzt noch flexibler und noch sicherer machen als bisher. Ich habe für euch zwei dieser neuen Sennheiser Funkstrecken getestet, einmal mit Handsender und einmal mit Bodypack für InEar Anwendungen. In diesem Testbericht geht es zunächst um das Sennheiser ew IEM G4 E-Band, also ein drahtloses System für InEar Monitoring, das im Frequenzbereich 823 – 865 MHz arbeitet. In einem späteren Testbericht stelle ich dann das System mit dem passenden Handsender vor.

Sennheiser ew IEM G4

Voraussetzung für gute Live-Performance auf der Bühne ist neben dem eigenen Können die perfekte akustische Kontrolle über das, was man macht. Nicht ohne Grund arbeiten Sänger(innen), Instrumentalisten und auch Tontechniker weltweit gerne mit InEar Monitoring statt mit konventionellen Wedges (Bodenmonitoren). Die Vorteile von InEar Systemen liegen auf der Hand: zum Beispiel Bewegungsfreiheit bei gleichbleibendem Sound, reduzierte Bühnenlautstärke, keine Rückkopplungsgefahr. Dazu kommt eine aufgeräumte Bühne und damit auch deutlich weniger Auf- und Abbauarbeit als beim Umgang mit konventionellen Bodenmonitoren. Zudem können InEar Systeme die Anwender recht einfach mit individuellen Tonmischungen versorgen, was der besseren Performance dienlich sein kann.

Sennheiser ew IEM G4

Nicht überall gebührenfrei

Die Frequenzbereiche dieses InEar Systems (E-Band: 823 – 865 MHz) sind teilweise Europaweit anmelde- und gebührenfrei (863 – 865 MHz), andere Bereiche sind nur in bestimmten Ländern ohne Anmeldungen und damit möglichen Kosten zu nutzen. Daher rate ich bei geplanten Auslandseinsätzen dieser (und auch jeder anderen) Funkstrecke unbedingt, sich über die jeweiligen Regeln und Zulassungen des entsprechenden Landes zu informieren.

Die Sendestärke kann hier in drei Stufen eingestellt werden: Low (10 mW), Standard (30 mW), High (50 mW). Auch an dieser Stelle sollte man länderspezifische Anordnungen beachten, denn nicht überall sind Sendestärken von 50 mW erlaubt.

Mit diesem Sennheiser Set sind bis zu 1680 Frequenzen möglich. 20 Kanalbänke mit jeweils bis zu 16 Presets und bis zu 16 kompatible Kanäle lassen selbst Veranstaltungen mit zahlreichen Monitoring Anwendungen problemlos meistern. Der weite Audioübertragungsbereich von 25 bis 15.000 Hz und der bereits von älteren Systemen bekannte HDX-COMPANDER sollen auch hier für kristallklaren Sound ohne Qualitätseinbußen sorgen.

Sennheiser ew IEM G4

Komplett-Set

Zubehör im Lieferumfang

Schon beim Auspacken des Sennheiser evolution wireless G4 Monitoring Sets fällt positiv auf, dass hier ein Rackkit für den 19-Zoll Einbau mitgeliefert wird. Jedoch kein Antennen-Frontmontageset, das als optionales Zubehör extra zu erwerben ist. Die modern gestaltete Verpackung enthält neben der 9,5-Zoll Sendeeinheit mit passendem Steckernetzteil und Lambda 1/4 UHF-Antenne den robusten UHF Bodypack Empfänger und ein Set IE4 Ohrhörer mit austauschbaren Ohrpolstern in unterschiedlichen Größen. Zwei 1,5 Volt Batterien für den Empfänger gehören für den direkten Start ebenfalls zum Gesamtpaket. Nicht zu vergessen einige produktbegleitende Unterlagen, zum Beispiel die Kurzanleitung für den schnellen Einstieg. Eine ausführliche Anleitung bietet Sennheiser als PDF Download auf der Website an.

Die Sendeeinheit

Beim ersten Kontakt mit den Händen bekomme ich bereits ein gutes Gefühl. Der Stereo-Sender mit seinen gut 980 Gramm macht einen robusten Eindruck. Die Fronseite des 202 x 212 x 43 mm (T x B x H) großen Gerätes ist aufgeräumt gestaltet. Bei den Abmessungen ist im Bereich der Tiefe übrigens die gesamte Ausdehnung gemeint, also von der Vorderkante des Jog-Dials bis zum Ende der Zugentlastung für das Steckernetzteil. Dieses Maß könnte beim Einbau des Senders in ein Rack relevant sein.

frontal

Sender frontal

Nur wenige Bedienelemente sind vorne angeordnet. Ein großes OLED-Display, der Dreh/Push-Schalter (Jog-Dial) für die Menüführung, je eine gummierte Escape- und Sync-Taste und der An/Aus-Schalter. Zur Kontrolle mit einem Kopfhörer direkt am Sender gibt es noch den Audioausgang als 6,3-mm-Stereo-Klinkenbuchse mit passendem Lautstärkeregler.

Rückseite

Rückseite des Senders

Die Rückseite bietet – gemessen an anderen InEar Systemen – mehrere Möglichkeiten. Neben den beiden verriegelnden Audioeingängen in den Formaten XLR-/6,3-mm-Klinke-Kombibuchse finden sich hier die BNC Antennenbuchse und der Anschluss für die 12-Volt Stromversorgung. Dass es bei einem Produkt dieser Preisklasse eine ordentliche Zugentlastung gibt, ist für mich selbstverständlich, sollte aber dennoch Erwähnung finden. Zwei weitere Anschlussmöglichkeiten bieten Besonderheiten. Einmal die LAN-Buchse (ETHERNET RJ-45) für die Installation eines Datennetzwerkes und dann noch die beiden 6,3 mm Klinkenbuchsen LOOP OUT links und rechts. An diesen Audioausgängen lassen sich Signale durchschleifen, um sie beispielsweise an verschiedene Sender zu verteilen.

Sennheiser ew IEM G4

Bodypack mit Hörer

Der Taschenempfänger

Auch der Stereo-Diversity-Empfänger vermittelt eine hervorragende Haptik. Das größtenteils aus Metall gearbeitete Gehäuse (ca. 82 x 64 x 24 mm) liegt satt in der Hand. Hinter einer Kunststoffklappe befindet sich das Batterie-/Akkufach sowie zwei Tasten (ESC/SET) und die Infrarot-Schnittstelle. Das LC-Display hat eine durchschnittliche Größe und verdunkelt sich nach kurzer Zeit, um die Stromlieferanten zu schonen. Aber nicht durch einfaches Abschalten, das Display dimmt sich langsam, bis es nach einiger Zeit komplett abgedunkelt ist.

dunkel

Abgedunkeltes Display

 

hell

Beleuchtetes Display

Mit den beiden Tasten UP und DOWN sowie ESC und SET lässt sich durch die zahlreichen Menüpunkte navigieren. Zwei kleine LEDs informieren über den Betriebs-/Batteriezustand und den Funkempfang. Natürlich wird auch im Display die Batteriekapazität angezeigt und zwar mit einem großen Symbol aus drei Segmenten, doch im abgedunkelten Zustand ist hier ja nichts zu erkennen. Außerdem hat der Anwender den Taschenempfänger bei der Benutzung ja nicht ständig im Blick. Dagegen ist eine blinkende Warnleuchte, die daran erinnert, demnächst die Batterien oder Akkus zu wechseln, weniger zu übersehen. Der Vorteil liegt hier auch darin, dass ein Tontechniker oder Mitmusiker diese Warnung ebenfalls sehen und entsprechend an den Wechsel der Stromlieferanten erinnern kann.

Schraubverschluss

Schraubverschluss am Kopfhörerausgang

Auf der schmalen Oberseite des Empfängers sitzt der Lautstärkeregler mit Ein-/Ausschalter. Das Poti ist leicht gerastet, sodass sich der eingestellte Pegel nicht von selbst verstellen kann. Als Ausgang für den Ohrhörer ist eine 3,5 mm Klinkenbuchse angebracht, das ist Standard. Kein Standard ist an dieser Stelle das Gewinde. Mit dem passenden Stecker lässt sich somit eine sichere Verbindung herstellen.

Forum
  1. Profilbild
    twstws

    Hallo,
    danke für den Test.
    Für mich wäre jedoch interessanter gewesen wie sich das System im Vergleich zu anderen Systemen schlägt. (G3, PSM 900 usw usw)
    Die Features kann ich ja auch auf der Produktseite oder beim Thomann nachlesen.

    • Profilbild
      p.ludl  RED

      Hallo twstws.
      Na klar, Vergleichstests sind in der Regel spannend. Deshalb machen wir sie ja auch. Leider sind sie nicht immer möglich. Wenn du speziell mit einer Auflistung von Features klarkommst, spricht das natürlich für dich. Dann brauchst du sicher keine längeren Texte. Für andere Leser ist es andererseits hilfreich, Handhabung, Vorteile und Nutzen erklärt zu bekommen. Beste Grüße, Peter

  2. Profilbild
    Wikinger

    Hallo Leute!

    Ich habe selber so ein System im einsatz. Allerdings ist mir aufgefallen das der Empfänger mit den komplexen impedanzen von mehrwdgehörern probleme hat. Der klsng verändert sich extrem bis hin zu ganz schlechter qualität. Vergleiche mit diversen hörern haben dies sehr deutlich gezeigt. Ich selber werde versuchen diese problematik mit anderen produkten zu vergleichen. Auch bei euren tests würde ich das in zukunft einbinden.
    Bei unseren vergleichen haben wir die hörer einmal bei der quelle (mischpult) und dann beim empfänger abwechselnd eingestöpselt. Die klanglichen unterschiede waren z.t. enorm und haben wir so nicht erwartet. Sehr ausgeprägt war der unterschied bei teuren mehrwegsystemen zu hören was für mich nicht sein dürfte. Auf jeden fall nicht in diesem ausmass

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