Test: Sennheiser IE 40 Pro, In Ear Kopfhörer

11. März 2019

Preisgünstiger In Ear

sennheiser ie 40 pro

Sennheiser IE 40 Pro

In Ear Kopfhörer sind von den Bühnen dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Was liegt da näher, als einen preisgünstigen Kopfhörer zu entwickeln, den man nicht nur auf der Bühne, sondern auch für den persönlichen Musikgenuss einsetzen kann. Und womöglich auch im Studio? Wir haben den Sennheiser IE 40 Pro einmal genauer unter die Lupe genommen.

Sennheiser IE 40 Pro im Detail

Der hier getestete IE 40 Pro ist im Grunde die Einsteigerversion der auf der diesjährigen NAMM Show vorgestellten Profi In Ears IE 400 Pro und IE 500 Pro. Diese bieten neu entwickelte 7 mm Breitbandwandler und sollen einen satten Sound mit „viel Punch“ und einem äußerst geringen Klirrfaktor bieten. Mit Preisen von 349,- Euro (IE 400 Pro) und 599,- Euro (IE 500 Pro) liegen diese aber auf absolutem Profi-Niveau, da ist der IE 40 Pro deutlich günstiger.

Optisch kann der Sennheiser IE 40 Pro überzeugen, erhältlich ist er in schwarzer und transparenter Ausführung. Vorrangig geschwungene Formen kommen am Gehäuse des In Ears zur Geltung, alles ist sauber verarbeitet und kompakt gehalten. Das Gewicht beläuft sich auf 18 Gramm. Das klingt nicht nur wenig, auch im Ohr spürt man davon kaum etwas und das auch über einen längeren Zeitraum. Einem mehrstündigen Auftritt steht damit also nichts im Wege.

sennheiser ie 40 pro

Das Kabel des IE 40 Pro ist abnehmbar, was für eine sichere Aufbewahrung und den Transport von Vorteil ist. Abgeknickte Kabel müssen hiermit absolut nicht sein, dazu hat Sennheiser die Steckverbindung samt Kabelführung in den Ohrhörer platziert. Laut Angaben von Sennheiser handelt es sich hierbei um ein neues Patent. Die Stecker sitzen ordentlich fest in den In Ears, ein ungewünschtes Herausziehen ist hiermit ausgeschlossen.

Darüber hinaus liefert Sennheiser auch gleich eine passende Tasche für die Aufbewahrung und den Transport der In Ears mit. Ebenfalls zum Lieferumfang gehören verschiedene Ohrpassstücke in den Größen S, M und L (Silikon) sowie ein Paar aus Schaumstoff, so dass für jeden etwas dabei sein sollte. Der Tragekomfort und die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Ohrformen/Gehörgänge sind enorm hoch, was ein kleiner Test mit fünf Studio- und Bandkollegen ergab. Für jeden war ein passendes Silikonpassstück vorhanden, alle bewerteten den Tragekomfort mit sehr gut. Mit Sicherheit keine repräsentative Umfrage, aber zumindest ein gutes Indiz. Ein kleiner Clou von Sennheiser ist die Möglichkeit, die Länge der Ohrpassstücke leicht anzupassen, d. h. der Teil der In Ears, der in den Gehörgang reicht, kann um ca. 1 mm rein bzw. raus justiert werden. Ebenfalls zum Lieferumfang gehört ein Reinigungswerkzeug.

Technik und Sound des Sennheiser IE 40 Pro

Sennheiser gibt den Frequenzgang seines Einsteiger-In-Ears mit 20 Hz bis 18.000 Hz an. Diese technische Angabe verwundert zunächst, denn die meisten Kopfhörer reichen im oberen Grenzbereich bis mindestens 20 kHz. Bei den 10 mm Wandlern des IE 40 Pro handelt es sich um eine Neuentwicklung. Die Impedanz liegt bei 2o Ohm, der Maximalschalldruck bei 115 dB. Den Klirrfaktor gibt Sennheiser mit < 0,1 % (1 kHz, 94 dB) an. Die Geräuschdämpfung liegt bei 26 dB.

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Dem maximalen Schalldruck sei dank, die IE 40 Pro können, sofern das gewünscht ist, ordentlich Dampf bieten. Nicht nur auf leisen Bühnen können sie lautstärketechnisch überzeugen, nein, auch bei voller Dröhnung verschaffen sie sich gerne Gehör. Letztlich ist aber der Klang entscheidend und der ist für einen In Ear Kopfhörer unterhalb der 100,- Euro Marke wirklich erstaunlich gut.

Angefangen bei einem sehr tiefgehenden Bassbereich, der in keiner Weise schwammig oder ungenau rüberkommt und dadurch auch schnelle und akzentuierte Kick-Schläge gut abbilden kann, setzt sich das sehr gute Klangbild auch in den Mitten fort. Recht einfach lassen sich Instrumente hier auseinander halten, der Frequenzbereich ist klar und vor allem fällt die hohe Sprachverständlichkeit auf. Einzig allein eine kleine Kritik muss sich der IE 40 Pro bei den Höhen gefallen lassen. Diese sind teils etwas scharf und drängen sich etwas auf, was dem Gesamtklangbild des Sennheiser In Ears etwas Abzug in der B-Note beschert. Letztlich ist das aber Kritik auf hohem Niveau und dies sollte niemanden davon abhalten, den Sennheiser IE 40 Pro selbst auszuprobieren. Zu den Favoriten dieser Preisklasse gehört er nämlich ohne Frage.

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Getestet wurde der In Ear bei zwei verschiedenen kurzen Auftritten, dazu kam er beim einfachen Hörgenuss in der Bahn und im Studio zum Einsatz. In allen drei Szenarien wusste der IE 40 Pro zu überzeugen, auch hinsichtlich der Lautstärke konnte er an iPhone, einem Sennheiser Drahtlossystem sowie an einem RME HDSP Kopfhörerausgang überzeugen. Hören macht einfach Spaß mit ihm. Dafür bietet er einerseits die entsprechende Klangqualität, gehört aber nicht zu den analytischen Überbringern des Sounds, so dass auch das Hören der Lieblingsalben Spaß macht.

Erstaunlich viel Auswirkung hat die bereits erwähnte Möglichkeit, die Ohrpassstücke um ca. 1 mm weiter in den Gehörgang eindringen zu lassen. Dies macht klangtechnisch viel aus und ermöglicht es, den Klang der IE 40 Pro anzupassen.

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Fazit

Mit den IE 40 Pro In Ear Kopfhörern hat Sennheiser einen preisgünstigen In Ear entwickelt, der mit sehr guter Verarbeitung, einem satten Sound und cleveren Details aufwarten kann. Für unter 100,- Euro bekommt man hier einen Klang geboten, der für die meisten Hobby-/Semi-Profis wahrscheinlich ausreichend ist. Das mag im Hinblick auf die teureren In Ears von Sennheiser kein Markt ankurbelndes Statement sein, zeigt aber wie gut die Qualität in diesem vergleichsweise günstigen Preisbereich ist. Ein sehr guter In Ear mit vollen drei Sternen.

Plus

  • Sound
  • Verarbeitung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • Höhen etwas scharf

Preis

  • Ladenpreis: 92,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    yentz

    Moin,
    vielen Dank für den Test.
    Ich bin auf der Suche nach einem Kopfhöhrer für unterwegs. Ich produziere elektronische Musik. Ein aureichend kräftiger mobiler Kopfhöhrervorverstärker wäre falls notwendig verfügbar.
    Meine Akg K702 kommen leider nicht in Frage da offen, unstylish und viel zu groß zum Transport.
    Lohnt sich die Anschaffung des Sennheisers wenn als Alternative mehrere Earbuds (glaube die besten sind wohl die AKG die beim Samsung S8 dabei waren) und ein Sennheiser HD 25 zur Verfügung stehen welche ja nicht wirklich geeignet zur Produktion sind? Oder wären die getesteten Sennheiser auch ein Kompromiss mit ähnlicher Qualität wie die oben genannten?

    Ich hatte bereits mit deutlich teureren Etymotic geliebäugelt, diese jeodch aufgrund des Preises als auch der Optik wenn man sie trägt dann doch nicht gekauft.

    Einen ganz neutralen Klang kann man wohl sowieso nicht erwarten aber es wäre eben schön, wenn ich in der Bahn und auf der Arbeit (ja ich habe berufsbedingt oft Pausen über ne Stunde oder länger) etwas vorproduzieren könnte, was dann zu Hause mit den AKG’s und über die Monitore nicht länger gemischt werden muss als es gedauert hat zu produzieren. Der Preis ist ja sehr verführerisch aber ich frage mich eben, ob ein gewisser Standard für „Studiosituationen“ gewährleistet ist oder es eigentlich doch eher Livetools sind.

    LG

    • Profilbild
      Felix Thoma  RED

      Hallo yentz,
      wenn Du mit einrechnest, das die IE 40 Pro etwas scharf in den Höhen sind und das entsprechend berücksichtigst, kann ich mir die schon gut für eine Art Vorproduktion vorstellen wie Du es planst. Ich würde den Sound aber vorab mit Studiomonitoren/HD25/K702 vergleichen um klangliche Unterschiede auszumachen und dies entsprechend „on the road“ zu berücksichtigen.

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