Vergleichstest: InEar-Hörer von LD Systems, Shure, Fender

9. März 2018

Ist teuer immer besser?

Vergleich InEar Höhrer

InEar-Hörer von LD Systems, Shure und Fender im Vergleich

Als ein Musiker, der weiß, was es bedeutet, im Proberaum oder auf der Bühne Anlage oder Amps weit aufzureißen, setze ich mich seit langem bei den Kollegen für das Reduzieren der Lautstärke ein. Laute Bandproben generell und speziell in kleinen Proberäumen sorgen nicht nur für schlechten Gesamtsound und das Übertönen von Fehlern, auf Dauer können sogar ernsthafte Hörschäden die Folge sein. Werden auf der Bühne Amps mit zu hohen Pegeln gefahren, die zu allem Übel noch in Richtung Publikum abstrahlen, bedeutet das nicht selten Stress für den Tontechniker, der euch schließlich optimal auf der FOH abmischen möchte. Hier ist es ebenfalls von Vorteil, eine geringe Bühnenlautstärke zu haben. Hilfsmittel sind clever aufgestellte Wedges, InEar-Systeme oder eine Mischung von beidem.

Ich selbst bin ich ein Verfechter von InEar-Monitoring auf der Bühne und sogar bei der Probe. Selbst dann, wenn es rein akustische Formationen sind. Schon allein aus Gründen der besseren Klangqualität beim Monitoring.

Besonders jüngere Musiker, und das erlebe ich mehr und mehr, scheinen sich der Gefahren von zu lauter Musik sehr bewusst zu sein und greifen zu InEar-Systemen. Auf der Musikmesse im vergangenen Jahr sorgte in diesem Zusammenhang die „Silent Stage“ für Aufklärung und war stets gut besucht. Dort wurden die Vorteile einer „stillen Bühne“ anschaulich vorgestellt.

Neben InEar-Funkstrecken in allerlei Preisklassen gibt es diese Preisunterschiede auch bei InEar-Hörern. Hier finden sich preiswerte Ausführungen ebenso wie hochpreisige oder gar sehr teure Varianten. Das Nonplusultra schließlich sind individuell angepasste Otoplastiken für InEar-Kopfhörer. Bei dieser professionellen Lösung werden für jedes Ohr individuelle Ohrabdrücke gemacht, die von Otoplastiktechnikern als Basis für in Handarbeit individuell gefertigte Hörer dienen.

Für meinen kleinen Vergleich von drei Standard IEM-Hörern habe ich mich für drei unterschiedliche Preiskategorien entschieden, die für Amateurmusiker erschwinglich sein sollten.

 

Die Kandidaten

Fender FXA5 Pro Silver IEM zum Straßenpreis von 229,- Euro. Shure SE 215-K schwarz für 94,- Euro, als vergleichbares Modell auch in transparenter Ausführung als Shure SE 215-CL für 98,- Euro erhältlich. Als Einsteiger-Hörer beginnt das Testumfeld mit dem Modell IEHP1 von LD Systems für sehr günstige 35,- Euro.

Um ein anschauliches Gefühl für das Preisgefüge zu bekommen: Der Hörer von Fender ist mehr als sechsmal so teuer wie der von LD Systems. Und selbst die Ausführung von Shure ist noch dreimal so teuer wie LD Systems; und etwa halb so teuer wie das Modell von Fender.

Während die Modelle von Shure und LD Systems aus Einwegsystemen bestehen, also mit einem einzigen Treiber auskommen, bietet das Fender-System bereits die aufwändigere Zwei-Wege-Lösung. Und noch einen Unterschied gibt es. Die Hörer von Fender und Shure sind in ihrer Form der Ohrmuschel angepasst – jedenfalls soweit dies möglich ist. Der Hörer von LD Systems ist hingegen gearbeitet wie ein handelsüblicher MP3-Hörer zum Einstecken.

Interessant ist auf jeden Fall der Blick in die technischen Daten und Ausstattungen, angefangen mit dem preiswertesten Modell der Gruppe.

Verpackung

Verpackung LD Systems

 

LD Systems IEHP1

  • Frequenzbereich: 30 bis 20.000 Hz
  • Impedanz: 16 Ohm
  • Kabellänge: 1,5 m
  • 3,5 mm Stereoklinke
  • Farbe: Schwarz
  • Zubehör: drei verschiedenen Aufsätze, Aufbewahrungstasche

 

Shure SE 215-K bzw. SE 215-CL

  • Frequenzbereich: 22 bis 17.500 Hz
  • Impedanz: 20 Ohm
  • Empfindlichkeit: 107 dB SPL/mW
  • Kabellänge: 162 cm
  • Kabel am Ohr drahtverstärkt
  • 3,5 mm Stereoklinke
  • Abnehmbares Kabel, am vergoldeten Steckkontakt 360° drehbar
  • Farbe: SE 215-K Schwarz; SE 215-CL Transparent
  • Zubehör: Transport-Case, Schaumstoff- und Silikon-Ohrpassstücke in drei Größen

 

Verpackung

Edle Verpackung

 

Fender FXA5 Pro Silver IEM

  • Frequenzbereich: 19 bis 21.000 Hz
  • Impedanz: 16 Ohm
  • Maximalpegel: 120 dB @ 1 kHz @ 1mW
  • ca.22 dB Außengeräuschdämpfung
  • Abnehmbares Kabel
  • 3,5 mm Stereoklinke
  • Farbe: Silber-metallic
  • Zubehör: verschiedener Ohrpolster und Transport Case
  • Besonderheiten: handgefertigt

 

komplettes Paket

Fender Gesamtausstattung

 

Fender InEar-Hörer sind neu im Markt

Fender erwähnt in seiner Beschreibung: „Designed and assembled in Nashville“. Wieso Nashville und nicht Corona, Kalifornien? Fender hat den renommierten Hersteller von InEar-Hörern Aurisonics aufgekauft. Und dort, am Standort von Aurisonics in Nashville, werden die Hörer in Handarbeit gefertigt. Die Gehäuse sind übrigens im 3D-Drucker entstanden. Bin gespannt, wann und ob die Konkurrenz mit dieser Technik nachzieht.

Die Hörer von Fender und Shure punkten mit abnehmbaren Kabeln und weisen zudem noch biegbare Kabelverstärkungen auf. Diese stabilisieren einmal die Hörer beim Tragen und optimieren zugleich die Kabelführungen hinter der Ohrmuschel entlang. Bei dieser Art von Hörern wird das Kabel in der Regel hinter den Kopf geführt. Das Kabel von Shure macht einen sehr robusten Eindruck. Fender baut eher auf eine dünne, aber verdrillte Ausführung. Bei LD Systems ist einiges anders. Die beiden Hörer werden quasi wie ein normaler Ohrhörer in die Ohren gesteckt. Kabelführung ist dann wahlweise nach hinten oder nach vorne. Das Kabel ist fest mit den Hörern verbunden, ein Austausch bei Kabelbruch oder Schwachstellen am Stecker ist also nicht möglich.

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