Test: Shure Aonic 50, Kopfhörer

16. April 2021

Podcast-, Reise- und Homeoffice-Kopfhörer

shure aonic 50 kopfhörer test

Shure Aonic 50, Kopfhörer

Egal ob auf Reisen, zum Musikhören am Abend auf der Couch, zur Aufnahme von Podcasts oder in den vielen Video- und Telefonkonferenzen, die momentan fast jeder führt, überall da kann ein ordentlicher Kopfhörer nicht schaden. Und wenn der Herstellername Shure darauf steht, könnte er vermutlich sogar noch für die abendliche Recording-Session zum Einsatz kommen. Und wenn dann noch ein paar interessante Extras wie eine aktive Geräuschunterdrückung oder eine Touch-Steuerung hinzukommen, sind das allerhand Gründe, sich den Shure Aonic 50 einmal genauer anzuschauen. Für was er am Ende zum Einsatz kommen könnte, erfahrt ihr in unserem folgenden Testbericht.

Der erste Eindruck zum Shure Aonic 50

Den Aonic 50 Bluetooth-Kopfhörer bietet Shure in den drei Farben Schwarz, Braun und Weiß an. Technisch identisch sind sie, preislich gibt es aber deutliche Unterschiede. So gibt es die schwarze und braune Ausführung knapp 60,- Euro günstiger als die weiße. Das ist schon ein relativ großer Unterschied, nur um die vermeintlich schickere weiße Version sein Eigen zu nennen.shure aonic 50 test

Der Lieferumfang des Aonic 50 umfasst eine runde Box für die Aufbewahrung und den Transport des Kopfhörers sowie ein Audiokabel, ein USB-Kabel und ein Minibüchlein als Handbuch. Beide Kabel sind relativ kurz, was nicht stören wird, wenn man den Kopfhörer stets im Bluetooth-Modus betreibt, ein paar Zentimeter mehr Kabel hätten aber sicherlich nicht geschadet. Die Transportbox macht einen soliden Eindruck, fällt aber recht groß aus. Der Grund dafür: Der Aonic 50 lässt sich leider nicht zusammenfalten, lediglich die Ohrmuscheln lassen sich seitlich verdrehen. Im Gegensatz zu einem PX7 von Bowers & Wilkins oder einem Lagoon ANC von Beyerdynamic benötigt der Kopfhörer entsprechend viel Platz. Auf Reisen ist das eher hinderlich.

Verarbeitungstechnisch macht der Shure Aonic 50 einen sehr guten Eindruck. Die Grundkonstruktion besteht aus Metall, die Ohrmuscheln sind mit weichem Kunstleder überzogen. Die aus Kunststoff gefertigten Außenseiten der Ohrmuscheln ziert das Shure-Logo, auf der Innenseite wird mit L und R gekennzeichnet, welche Seite des Kopfhörers wie rum auf den Kopf gehört. Kritik gibt es aber dennoch, denn auch einige Tage nach dem Auspacken des Kopfhörers geht von diesem ein unangenehmer Geruch aus. Ob dieser von der Transportbox oder den verwendeten Materialien stammt, lies sich leider nicht klären, hinterlässt aber einen unschönen Eindruck.

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Die weiße Version mit sandfarbigen Ohrmuscheln und Kopfbügel macht optisch nicht nur im Homeoffice etwas her. Wer es etwas dezenter möchte, bekommt mit den schwarzen/braunen Versionen die farblich etwas klassischere Versionen geboten.

Wie lässt sich der Aonic 50 bedienen?

Möchte man den Kopfhörer über das beiliegende Audiokabel verbinden, so lässt sich dieses an der linken Ohrmuschel anschließen. Die rechte Ohrmuschel beherbergt dagegen den USB-C-Anschluss sowie alle Bedienelemente. Neben einem Power-on/off-Schalter bietet er drei Taster für lauter, leiser und die Steuerung eines Players auf dem Smartphone/Tablet sowie einen Schiebeschalter zur Aktivierung der aktiven Geräuschunterdrückung. Eine kleine LED verdeutlicht den Betriebszustand, dazu gibt eine Stimme auf Wunsch Auskunft darüber, was man gerade am Kopfhörer verstellt hat.

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Etwas fummelig gestaltet sich leider die Bedienung des ANC-Systems (Active Noise Cancelling). Der hierfür vorgesehene Schiebeschalter rastet in drei Stellungen ein, was – sofern der Kopfhörer vor einem liegt – kein Problem ist. Im aufgesetzten Zustand gestaltet sich das Finden der mittleren Position allerdings recht schwierig, die Rasterung hätte meiner Meinung nach etwas stärker/tiefer sein sollen, so rutscht man gerne mal über die mittlere Stellung drüber.

Wie klingt der Shure Aonic 50 Kopfhörer?

Zunächst ein paar technische Daten zum Kopfhörer. Beim Shure Aonic 50 handelt es sich um einen dynamischen Kopfhörer mit 50 mm Treibern. Den Frequenzgang gibt Shure mit 20 – 22.000 Hz an, die Empfindlichkeit liegt bei 97,5 dB/mW, die Impedanz bei 39 Ohm. Das Gewicht beträgt ordentliche 334 Gramm, das ist – vor allem im Hinblick auf länger dauernde Einsätze bei Konferenzen oder auf Reisen – vergleichsweise hoch. Der Tragekomfort leidet darunter zwar nur wenig, denn insgesamt sitzt der Kopfhörer sehr gut auf dem Kopf auf. Der Anpressdruck ist mehr als ausreichend, auch bei heftigerem Bewegen des Kopfes bleibt der Aonic 50 sicher auf dem Kopf sitzen.

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Passend für die Wiedergabe von Sprache bietet der Aonic 50 einen sehr mitten- und höhenreichen Sound, das gesprochene Wort bringt er – unabhängig vom Geschlecht des/der Sprechers/Sprecherin sehr gut zur Geltung. Auch bei laufender Musik, sei es beim Einsatz von Hintergrundmusik über die ein Sprecher spricht, differenziert der Shure Kopfhörer beide Signale sehr gut und ausgewogen.

Aufgrund seiner geschlossenen Bauweise kommt der Bassbereich beim Aonic 50 natürlich gut zur Geltung. Diesen vermag er auch mit ausreichend Druck und ohne zu starke Hervorhebung abzubilden. Insgesamt fühlt sich das Klangbild aber etwas gedrückt an, d. h. eine allzu große Dynamik vermag er nicht an das Ohr des Hörers zu bringen.

Betrachtet man das gesamte Klangbild, arbeitet der Aonic 50 bei leisen und mittleren Lautstärken sehr akkurat und das Klangbild ist schön ausgeglichen. Dreht man allerdings am Volume-Regler, so wird er doch schnell aufdringlich und das Gehör ermüdet in kürzester Zeit.

Die Darstellung der Stereobühne inklusive Lokalisation einzelner Schallquellen gelingt dem Shure Kopfhörer sehr gut und räumlich gut gemachte Mixe oder bspw. Klassik-Aufnahmen mit viel Rauminformation klingen toll. Die Impulstreue ist dagegen eher im Mittelfeld anzusiedeln. Teils etwas behäbig kommt der Aonic 50 bei kurzen, knackigen Signalen daher.

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Bluetooth-Schnittstelle und Akku

Der Aonic 50 arbeitet mit Bluetooth 5 und ist technisch damit auf der Höhe der Zeit. Verbindungen sollten bis zu einem Radius von 10 Metern möglich sein. An Codecs unterstützt er aptX, aptX HD, aptX Low Latency Audio, Sony LDAC, AAC und SBC. Shure gibt als maximale Nutzungsdauer 20 Stunden an, das reicht definitiv auch für längere Flüge und Zugfahrten, für Telefon- und Videokonferenzen und Podcasts ohnehin.

Um den Aonic 50 an die eigenen Vorlieben anzupassen, wird Shures PLAY-App benötigt. Die für iOS- und Android-Devices erhältliche App erlaubt es zum Beispiel, verschiedenen EQ-Presets für den Klang des Kopfhörers einzustellen, zwei unterschiedliche Intensitäts-Modi für das ANC-System zu konfigurieren und den sogenannten „Environment-Modus“ in verschiedenen Stufen anzupassen.

Aufgrund seiner geschlossenen Bauweise dichtet der Aonic 50 von Haus aus schon sehr gut störende Außengeräusche ab, auch Nachbarn werden je nach Lautstärke recht wenig bis gar nichts vom Klang des Kopfhörers mitbekommen. Während die meisten Mitbewerber beim Thema Geräuschunterdrückung oftmals nur „an“ oder „aus“ kennen (im besten Fall gibt es noch zwei Intensitätsstufen) hat Shure dem Aonic 50 den Environment-Modus spendiert.

shure aonic 50 play app

Grundsätzlich bietet auch der Shure zunächst zwei Einstellungen bei Aktivierung des ANCs, Normal und Max. Schaltet man aber auf den Environment-Modus können ständig vorhandene Hintergrundgeräusche wie Flugzeugmotoren, brummende Lüfter und Netzteile ausgeblendet werden, kurzfristig auftretende Geräusche wie Sprache oder einzelne Töne trotzdem durchgelassen werden. Die Schwelle der „Durchlässigkeit“ kann innerhalb der App eingestellt werden (siehe oben), so dass man selbst darüber entscheiden kann auf was der Kopfhörer reagiert bzw. wie stark. Vor allem im Hinblick auf die große Abmilderung von Außengeräuschen ist das ein praktisches Features.

Im direkten Vergleich spielt das ANC-System allerdings nicht auf dem sehr hohen Niveau eines PX7 von Bowers & Wilkins, eher ist die Qualität mit Beyerdynamics Lagoon ANC vergleichbar, der auch preislich in einer ähnlichen Liga spielt. Insgesamt gefällt mir der Shure hier aber einen Tick besser, einfach weil Außengeräusche noch deutlicher abgemildert werden und der Aonic 50 zusätzlich den Environment-Modus bietet.

Praktisch ist auch die Möglichkeit, per Fingertip über die Tasten am Kopfhörer Anrufe anzunehmen oder die Lautstärke anzupassen. Dass das noch etwas komfortabler geht, zeigt der kürzlich getestete Beyerdynamic Lagoon ANC. Dieser Kopfhörer erlaubt über die zugehörige App die unterschiedlichsten Gesten für die Steuerung des Kopfhörers zu nutzen, d. h. streichen nach oben, unten, vorne etc. oder von außen auf die Ohrmuschel tippen, steuert oder aktiviert die zuvor festgelegten Funktionen.

Fazit

Egal ob man den Shure Aonic 50 für Podcasts, auf Reisen, zum Musikhören, im Homeoffice oder für Videokonferenzen einsetzt, der Kopfhörer ist sehr gut verarbeitet und bietet eine gute Klangqualität. Vor allem Sprache bringt er überzeugend und klar ans Ohr, vermutlich einer der Gründe, wieso Shure den Kopfhörer aktuell in Kombination mit dem MV5C Mikrofon als Homeoffice-Paket vermarktet. Optisch überzeugen alle drei Varianten des Kopfhörers aufgrund der geschmackvollen Farbgebungen und des attraktiven Aussehens.

Allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte, weswegen es am Ende nur für ein „gut“ als Bewertung reicht. So fällt der unangenehme Geruch auch Tage nach dem Auspacken des Kopfhörers negativ auf und die Steuerung des ANC-Systems ist etwas fummelig. Dazu sind die preislichen Unterschiede zwischen den Farbvarianten für meinen Geschmack zu groß.

Plus

  • Klang
  • Design
  • Environment-Modus

Minus

  • fummelige Bedienung
  • länger anhaltender unangenehmer Geruch

Preis

  • Aonic 50 (schwarz): 240,- Euro
  • Aonic 50 (braun): 240,- Euro
  • Aonic 50 (weiß): 298,- Euro
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