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Test: Sound Quest Midi Quest Pro 11, Library & Editing Software

3. September 2014

Der Nachfolger von SoundDiver?

Es war einmal vor langer Zeit, da editierten viele Musiker ihre Hardware-Synthesizer fast ausschließlich mit einem Programm namens SoundDiver auf ihren Computern. Zunächst auf Rechnern wie dem ATARI 1040ST, später aber auch auf APPLE Mac und Windows Rechnern. Hinter SoundDiver standen die geniale Software-Schmiede EMAGIC, die mit dem NOTATOR und CREATOR die Vorläufer des heutigen APPLE LOGIC erfunden hatten. Als schließlich EMAGIC an APPLE verkauft wurde, stellte man SoundDiver mit einer kostenlosen Public-Beta Version (3.05) ein. Für abertausende Hardware-Enthusiasten ein Schock.

MidiQuestBox_large

Was kaum einer wusste, bereits seit 1987 hatte sich eine kleine kanadische Firma der selben Herausforderung gestellt und produzierte unter dem Firmennamen Sound Quest eine Software namens Midi Quest, die ebenfalls die Verwaltung von Sounds sowie die Editierung von Hardware-Synthesizern erlaubte. Und ganz im Gegensatz zu SoundDiver, wird Midi Quest heute noch gehegt und gepflegt und ist mehr als nur eine Alternative, ganz im Gegenteil, der Bekanntheitsgrad und die Beliebtheit dieses Editors, der mittlerweile in der 11. Version vorliegt, steigt von Jahr zu Jahr. Von den einstigen Gründern verblieb bis heute allerdings nur Michael Lambie, der Sound Quest mittlerweile im Alleingang führt. Der ein oder andere unter den Lesern hat evtl. sogar schon mit Midi Quest gearbeitet , ohne es zu merken, so ist z.B. stammt z.B. der kostenpflichtige Editor für die DSI Evolver Reihe aus dem Hause Sound Quest.

Und los gehts …

Die gute Nachricht: Die Installation von Midi Quest 11 samt unzähliger Editoren funktioniert reibungslos und lief auch in einer mehrwöchigen Testphase ohne Systemabstürze oder sonstige Probleme. Testen konnten wir Midi Quest auf einem Mac Pro Quad Core (Generation Mitte 2010) unter dem aktuellen Betriebssystem 10.9.4. Die schlechte Nachricht: Loslegen und ausprobieren ist nicht. Der Blick ins englische Handbuch ist Pflicht. Ich würde mich wirklich als alter Hase in Sachen Musiksoftware bezeichnen, aber hier habe ich am Ende klein beigegeben, das Handbuch studiert und teilweise auch Michael um Hilfe gebeten.

Preferences

Preferences

Ein Beispiel: Hat man einen Sound editiert und ist zufrieden mit dem Ergebnis, gibt es zunächst keinen Speicher-Button. Nein – gibt es nicht. Auch nicht über die Flip-Down Menüs und auch nicht in der Navigation. Erst wenn man mit der rechten Maustaste in den Editor klickt, öffnet sich ein verborgenes Menü, in dem man schließlich die Möglichkeit hat, den Klang abzuspeichern. Ähnlich kurios verhält sich Midi Quest an verschiedenen Stellen, aber wenn man den Blick ins Handbuch wagt, lassen sich eigentlich alle Hindernisse überwinden. Also warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht? Aber zurück zum Anfang.

SET UP

Der Ultra-Profi verkabelt wahrscheinlich sein gesamtes Set-Up über MIDI-Break-Out Boxen (die Emagic AMT8 gibt es immer noch auf eBay für ca. 50,- Euro und funktioniert dank USB einwandfrei!!!) jeweils über In und Out mit dem Rechner. Die duale Verkabelung ist auch unbedingt notwendig, da Editoren für externe MIDI-Synths ausschließlich im Handshake-Modus funktionieren, schließlich muss der Synthesizer auch den Empfang von SysEx-Daten quittieren oder geladene Sounds auch wieder an den Rechner schicken können. Für diesen Fall gibt es das SET UP Window.

MidiQuest 11 Setup-Window

MidiQuest 11 Setup-Window

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und drei der oben gezeigten Synthesizer komplett verkabelt. Danach wählt man die Synthesizer (soweit sie als Editoren existieren – SIEHE LISTE ) aus der Editoren-Liste aus, und fügt sie dem SET UP Windows hinzu, stellt die MIDI-Kanäle ein – fertig. Das funktioniert bestenfalls auch automatisch, aber bei mir gab es da Probleme, insofern nutzte ich die manuelle Zuweisung, die nur wenige Minuten länger dauerte. Hier gleich ein kurzer Abstecher in die Plug-in Welt:

Midi Quest 11 als Plug-in in einer DAW

Klingt doch eigentlich hervorragend, konnte ich aber nicht testen. Es gibt für MAC zwar ein AU-Plug-in, aber leider nur in 32 Bit. Apple Logic erkennt in der neuesten Version allerdings nur noch 64 Bit Plug-ins. Die Lösung wäre z.B. der SoundRadix-Konverter gewesen, allerdings habe ich mit „Konvertern“ jeglicher Art schon schlechte Erfahrungen gemacht – und da mein „System“ seit Jahren reibungslos läuft, gehe ich hier lieber kein Risiko ein und verwendete MidiQuest eben als externe Software. Im Netz konnte ich aber die Bestätigung finden, dass Midi Quest 11 als VST Plug-in offensichtlich reibungslos läuft.

Hardware contra Software-Editing

Ich besitze so manche Remote-Controls und Hardware-Controller wie z.B die ACCESS Controller für Microwave und Matrix-1000, aber bei zahlreichen Geräten gibt es keine Controller und um Universal-Hardware-Controller anzupassen und damit zu arbeiten bin ich absolut nicht der Typ. Unbeschriftete Knöpfchen mit Aufklebern versehen oder Schablonen anbringen – oh Graus. „Welcher Knopf war gleich nochmals der Sustain-Regler für die VCF Envelope – sehen ja dummerweise irgendwie alle gleich aus“. Dann doch lieber am Rechner schnell eine grafische Hüllkurve per Mausklick verändern. Bingo. Fühlt sich an wie ein Plug-in, klingt aber satt wie eine Hardware. Als Probanden nutze ich bewusst drei ältere Kollegen, einen Korg 01R/W, einen Emu Proteus sowie einen Sequential Circuits Prophet VS Rack. Als Masterkeyboard, um die Units anzusteuern, verwendete ich eine kleine MIDI-Tastatur, die direkt per USB am Rechner hing.

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Beide Geräte wurden sofort erkannt und konnten über mein Masterkeyboard gespielt werden. Der Dump der vorhanden Sounds aus den Units rein in den Computer wollte aber nicht gelingen. Ähnlich verhielt es sich mit dem Korg 01R/W und auch dem Emu Proteus. Letztendlich lag das aber nicht an Midi Quest, sondern den ganz speziellen Eigenheiten meiner Probanden. Zum Glück klärt einen aber Midi Quest über eine Info Checkbox bei jeder Unit über die speziellen Einstellungswünsche auf. Und so konnte ich bereits nach wenigen Minuten eine funktionierende Verbindung herstellen.

Library oder Collection?

In einer Library lassen sich alle Sounds und Einstellungen EINES Synthesizers verwalten. In einer COLLECTION derer mehrere. Ich für mich habe nur mit Librarys gearbeitet, da ich keinen Sinn darin sehe, in einer Datenbank die Klänge mehrerer Synthesizer zu verwalten, aber das mag jeder anders halten. In der folgenden Abbildung sehen Sie links das Studio-Set-Up, in der Mitte den geöffneten Soundspeicher des Korg 01R/W und rechts daneben das Library Feld.

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Von mir zusammengestellter Screen für Korg 01R/W

Nach dem ersten Öffnen spiegelt das mittlere Fenster den Speicherinhalt der Hardware. Mit der kostenlosen Software SysEx-Librian greife ich übrigens auf alle Sys-Ex-Soundsets zu, die im Laufe der Zeit so gesammelt habe und schieße diese in die Hardware. Von dort ziehe ich die Sounds dann zurück in den Rechner, in die Midi-Quest Software. (Leider konnte ich keine Funktion in Midi-Quest entdecken, mit der ich SysEx-Files sofort in die Librarys von MidiQuest ziehen konnte, schade.) Im mittleren Fenster lassen sich die Sounds nun bequem durchsteppen und anspielen (oder durch die Software anspielen per vorgegeben Chor oder Sequenz). Meine Lieblings-Sounds habe ich daraufhin neu benannt und in den rechten Bildschirm die Library gezogen. Dort kann man den Sounds zusätzlich noch Tags zuordnen, um sie später leichter wiederzufinden.

Edit

Betätigt man im mittleren Bildschirm einen Sound per Doppelklick, öffnet sich das Edit-Window. Ab sofort verhält sich Midi-Quest wie ein Plug-in. Perfekt. Aber leider nicht immer ohne Macken. Aber auch da scheint Midi-Quest nicht der Übeltäter zu sein.

Edit-Window Korg 01R/W

Edit-Window Korg 01R/W

Es kommt hin und wieder vor, dass bei zu schnellem Editieren Parameter Fond der Hardware nicht übernommen werden. Meist hilft es dann, einen der Schalter (z.B. AN/AUS für Modulationen) zu betätigen und wieder auf seine Ausgangsstellung zu setzen. Dadurch wurden dann auch alle zuvor getätigten Parameteränderungen (die offensichtlich verschluckt wurden) an den Synthesizer geschickt. Ich schätze, das sind Zugeständnisse, die man an die langsamen Prozessoren so mancher alten Synthesizer machen muss. Einmal erkannt, konnte ich aber gut damit leben.

Edit-Window Prophet VS

Edit-Window Prophet VS

Wer allerdings denkt, er könne mit Midi Quest „live“ bei einer Performance ins Editing eingreifen, der hat sich gewaltig geschnitten. Dazu ist die MIDI-Schnittstelle für die zu verarbeitende SysEx-Stränge einfach nicht ausgelegt.

Und wieder zurück

Nicht nur das Editing wird hier zu kreativen Spielerei, sondern auch die Verwaltung von Hunderten und Tausenden von Klängen. Ich gebe zu, ich liebe es Klänge anzuspielen und zu kategorisieren – irgendwie manisch, aber für mich absolut entspannend. Gerade bei den drei genannten Probanden konnte ich auf einschlägigen Webseiten Dutzende von „kostenlosen“ SysEx-Soundbänken finden. Einmal die Spreu vom Weizen getrennt, kann man seine eigenen Librarys nun benennen und abspeichern. Midi Quest hat hierfür bereits für jeden Synthesizer im Set-Up einen Ordner auf der Festplatte angelegt, in dem nun alle Daten abgelegt – und wieder ganz einfach gefunden werden. Praktisch! Per Drag and Drop kann man nun auch die Sounds wieder auf die Speicherplätze des Synthesizers (mittlerer Bildschirm) zurückschieben. Ob einzeln oder ganze Blöcke, bleibt Ihnen überlassen. Kurz DUM drücken und schon jagen sie das neue Soundset zurück in die Hardware.

Preispolitik

Midi Quest ist in drei verschiedenen Ausbaustufen erhältlich:

Midi Quest Preise

In der günstigsten Variante kann man Midi Quest für 115,- Euro erwerben. Hier sind bereits die Editoren von 700 Synthesizern enthalten sowie die Library-Funktionen. Für ca. 90,- Euro mehr gibt es „Enhanced Editors“. Leider wird auf der ganzen Website nicht erklärt, was das genau bedeutet. Und für den stolzen Preis von 285,- Euro bekommt das ganze Paket inkl. Plug-ins zum Einbinden in die jeweiligen DAWs – aber ACHTUNG – nicht geeignet für LOGIC PRO X.

Fazit

Midi Quest Pro 11 steht in Umfang und Qualität derzeit allein auf dem Markt. Eine Alternative gibt es nicht. Den Preis von 115,- Euro für die Einstiegsversion halte ich absolut angemessen. Immerhin erhält man auch damit schon 700 Editoren, wenn auch in eingeschränkter Version.

Wer auf die vollständigen Editoren zugreifen möchte, muss allerdings schon 193,- Euro ausgeben. Ein stolzer Preis für eine Editor-Software, aber der Gegenwert ist schon auch beachtlich.

Die Plug-in Version können sich Logic Pro X Benutzer sicher sparen. Und persönlich sehe ich auch keinen großen Vorteil darin, innerhalb der DAW zu editieren (für 298,- Euro) wenn ich die Software parallel in der Stand-Alone-version gleichzeitig öffnen und dabei 100,- Euro sparen kann.

Der Support zu Midi Quest ist hervorragend!!! Alle meine Fragen wurden innerhalb weniger Stunden (Zeitverschiebung) beantwortet und meine Probleme letztendlich auch alle gelöst.

Wer die Sounds seiner Synthesizer luxuriös verwalten und editieren möchte, dem kann ich Midi Quest Pro 11 absolut empfehlen!!!

Plus

  • 700 unterstütze Hardware-Synthesizer
  • für PC und MAC
  • sehr guter Support
  • für Aufpreis auch als Plug-in zu haben

Minus

  • nicht für Logic Pro X als Plug-in geeignet

Preis

  • Midi Quest 11 Pro: 286,- Euro
  • Midi Quest 1: 193,- Euro
  • Midi Quest 11 Essentials: 115,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Peter,

    Guter Artikel. Frage: wurden im Vergleich zu den Vorgängerversionen, die diversen Bugs in Verbindung mit den unterschiedlichen Firmwareversionen der Hardware Synths behoben? Oder mutiert das immer noch zu Glückspiel Hardware Synth?

    Neben der Preispolitik und der hakenden instabilen Kommunikation zu meinen Racksynths, war das für mich ein Grund mich näher mit ctrlr.org zu befassen und mir meine Editoren selber zu stricken. Solange die Dokumentation der Midi-Kommunikation fehlerfrei ist, bewegt sich das auf dem Schwierigkeitgrad „Webseitenerstellung mit Javascript“ und ist eine Open Source und kostenlose Alternative.

    Gudde

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      Tyrell  RED 3

      Ob alle Editoren fehlerfrei sind, konnte ich auf Grund der Menge der Editoren natürlich nicht überprüfen, aber die von mir getesten funktionierten – aber auch hier habe ich nicht jeweils alle Funktionen angetestet. Gestern ist mir aber zB aufgefallen, dass für den Alesis Andromeda nur die Lib-Verwaltung programmiert wurde, aber kein Editor. Störte mich aber nicht weiter :-)

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        TobyB  RED

        Hallo Peter,

        das wäre auch zu heftig, ich bezog mich auf die Kisten die hier im Rack stehen, D-110, D-50 usw. . Die Andromeda ist sicher viel haptischer von Hand zu editieren, insofern nicht schön aber okay :-) Ich werde mir noch mal die Demo besorgen und mal guck was sich getan hat :-)

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      Despistado  

      Selber basteln kann ich zwar sicher nichts (ich spreche kein Sysex) aber danke für den Tipp!
      Ctrlr kann ja echt was.
      Zwar braucht’s echt etwas Zeit bis man sich sein Plugin zurechtgezimmert hat, aber immerhin hab ich jetzt in Cubase Total Recall beim 80er Jahre MKS-50 und kann direkt in Cubase Sounds (als Cubase-Presets) speichern und senden.
      Und das alles für 0€!
      Ist schon nicht schlecht!

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        TobyB  RED

        Hallo Despistado,

        im Forum von ctlr findest du Hilfe zum SyEx Thema, im Netz gibt es auch jede Menge Tutorials zum Thema. Sicher im Vergleich zu Midiquest ist Ctlr kein Out of the Box Tool, aber schwierig ist es nicht. Für mich war es eine Alternative zu Midiquest, da mein Equiment so bunt wie meine Musik ist. Ebenso gut finde ich, das es Cross Plattform ist und sowohl vst und au Anbindung vorhanden sind. Ähnliches kenne ich nur vom Logic Skripter und den Logic Midi Enviroment, nur brauche ich dazu immer ne Instanz des Programms, Wie gesagt es gibt zu MD Alternativen und wenn man nicht programmieren kann oder will ist es ratsam, den Firmwareversionstand der eigenen Hardware mit den Anforderungen von MD abzugleichen. Dietmar hat hierzu ja schon was geschrieben und dem muss man nichts hinzufügen.

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          Despistado  

          Ja, Ctrlr ist schon ganz gut.
          Mittlerweile hab ich mir ein Plugin so zurechtgebastelt, dass alles sofort korrekt geladen wird usw.
          Was mir nur aufgefallen ist, ist dass viele Editoren leider gar nicht mehr mit der aktuellen Version funktionieren.
          Zwar ist es natürlich äußerst begrüßenswert, dass die Software ständig weiterentwickelt wird, aber gleichzeitig ist es auch schade um all die Editoren die nun nicht mehr funktionieren.

  2. Profilbild
    microbug  

    Ich muß da mal meckern:

    „Wer allerdings denkt, er könne mit Midi Quest “live” bei einer Performance ins Editing eingreifen, der hat sich gewaltig geschnitten. Dazu ist die MIDI-Schnittstelle für die zu verarbeitende SysEx-Stränge einfach nicht ausgelegt.“

    Sorry, Peter, Du bist eigentlich lang genug dabei, um das besser zu wissen, denn das ging schon mit dem Vorgänger von Sounddiver, der Polyframe hieß und nur auf dem Atari lief.
    Es braucht dazu allerdings auch Interfaces oder eine Patchbay, die Merge können und der Synth muß Sysex-Parameterchanges haben.

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      Tyrell  RED 3

      Du hast mich falsch verstanden. es geht darum den editor in einer live-situation zum schrauben einzusetzen. und dafür sind die sysex-strings einfach zu aufwendig. mal eben gleichzeitig an verschiedenen parametern schrauben während eine sequenz läuft, ist per sysex der overkill. mag theoretisch gehen, in der praxis gibt es hänger und daten-zirps und noises im audio-kanal. ausserdem leidet das timing.

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        kiro7  

        ja, das stimmt, und das in diesem Hinblick „zickigste“ Gerät bei mir ist der MKS-80. Aber mit SD funktionierts, wenn auch nur mit einer kleinen Hardware Änderung

  3. Profilbild
    microbug  

    MidiQuest war und ist niemals ein Ersatz für Sounddiver, auch nicht in der aktuellen Version, denn erstens sind viele der Editoren bzw Anpassungen offenbar rein nach den fast immer fehlerhaften Sysex-Dokus der Hersteller gebaut worden (und nie getestet), zweitens fehlt MQ der Livemode (MIDI-Datenempfang im Hintergrund), drittens gab es bisher immer nur Anpassungen (entspricht dem Uni-Modul), nie aber dezidierte Module – was erst mit der Version 10 eingeführt wurde. Diese Anpassungen können halt einfach nicht auf Spezialitäten der Geräte eingehen, wie zB Wavetables oder den Free Algorithm von SY77/99, der nur per Editor verfügbar ist.

    Wenn SoundQuest allerdings die seit Version 10 eingeschlagene Richtung weiterverfolgt, könnte es noch was werden mit dem Sounddiver-Ersatz – bis dahin müssen die aber noch einiges dran tun …

    • Profilbild
      Tyrell  RED 3

      doch, notgedrungen, denn so gern wie ich mit sd gearbeitet habe, sd gibt es nicht mehr, mq schon.
      ergo – lang lebe midi quest.

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        Despistado  

        SD ist natürlich mittlerweile ziemlich veraltet aber interessanterweise scheint es sogar selbst unter Windows 8.1 (64Bit!) zu funktionieren.
        Voraussetzung ist natürlich, dass es für die Midi Interfaces passende 64Bit-Treiber gibt, aber SD scheint schon zu funktionieren. Ich hab’s mal testweise in einem virt. Rechner eben unter Windows 8.1 ausprobiert.
        Hat mich ehrlichgesagt gewundert, weil’s ja sogar ziemlich viele gab, die SD nicht mal mehr unter XP zum Laufen gebracht haben.

      • Profilbild
        kiro7  

        naja „geben“ tut es den SD schon noch, nur keine Weiterentwicklung mehr, es sei denn man erstellt sich selber, mühsam, eine Adaption. Meines Wissen nach waren die letzten beim SD neu hinzugekommen Geräte der K5000, MicroQ und der FS1r.

        Ja lang lebe (notgedrungen, da mangels Alternative) Midiquest. Aber dann bitte ausgereifter. Man sollte es sich ersparen für jeden Synth ein Pseudo-VST generieren zu lassen, da erstens das „durchrattern“ aller VST´s beim Cubase Start sonst ewig dauert und zweitens das Hauptprogramm Midiquest immer mit dem jeweiligen „VST“ hochfährt.

        Meiner Beobachtung nach ist es anscheinend ein Irrtum zu glauben, in den „VST“ Editor Modulen wäre dann auch die gesamte „Engine“ für die Editierung enthalten.

        Und drittens funktioniert es auch leider nicht so wie versprochen.

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          microbug  

          K5000 war schon vorher dabei, das ist ein programmiertes Modul gewesen, der MicroQ dagegen eine Adaption. Hinzugekommen ist in der letzten Version vor allem der Ensoniq ASR-X als Ergänzung im MR-Modul, da diese Geräte die gleiche Basis bei der Hardware und auch den Sysex-befehleb haben. Die Erstellung erfolgte Remote-interaktiv: Ich hab die Sysex-Kommandos und das Gerät gehabt, Modulautor Ingo Debus das dann eingebaut und ich das Ganze dann mit dem Gerät getestet :)

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        microbug  

        Ich hab MQ probiert, weil ich meinen SD mit OSX nimmer richtig zum laufen brachte, aber das ist einfach keine Alternative – hab dann erstmal auf einem alten Windowslaptop SD installiert und mir dann einen alten Mac mit 9.x dafür hingestellt.
        Ich hab einfach zuviel Ideen und Herzblut sowie Adaptionen zu SD beigesteuert (und zwar angefangen mit Polyframe 1.x auf dem Atari) als daß ich das so einfach aufgeben würde, und mal eben schnell eine Anpassung erstellen geht mir in einer viele Jahre bekannten Arbeitsumgebung immer noch flotter von der Hand als mit dem, was MQ da mitbringt – und dessen Scriptsprache kann nur einen Bruchteil dessen, was SD beherrscht. Aus der Sicht des Anwenders ist das halt auch bissl anders wie aus der Sicht eines Adaptionserstellers …

  4. Profilbild
    microbug  

    Seit Version 10 wird dieses Software gerne als Basis für Custom-Editoren genutzt, die programmierte Module für bestimmte Module mit dem Rahmenprogramm verbindet. Diese stammen fast ausschließlich von Psicraft Designs und sind unter dem Namen Vyzex, Vysor und Vycrex für etliche Synths, zB den Venom, verfügbar. Sowas gabs auch schon bei Sounddiver, zB ist der Editor für Unitor8 und AMT8 ein solches Konstrukt, ebenso die OEM-Versionen für FS-1R, Kawai K5 und Access Virus.

  5. Profilbild
    Despistado  

    Ich hab das mal vor Jahren ausprobiert und war nicht sehr begeistert.
    Einige Editoren funktionierten nicht korrekt (aber das kann bei solchen Universal-Editoren immer mal passieren) und die VST-Einbindung war zumindest damals nahezu unbrauchbar.
    Soweit ich mich erinnern kann wurde anstatt des Editors einfach nur ein weißes Feld dargestellt und wenn dann mal ein Editor zu sehen war, dann nur für einen Midikanal und das obwohl es sich um einen Klangerzeuger mit Multimode handelte (dessen Sounds auch wirklich für jeden Kanal einzeln bearbeitet werden können).
    Mit Cubase gespeichert wurden die Plugin-Einstellungen nicht.
    Der langen Rede kurzer Sinn:
    Wer glaubt man hätte dank VST-Anbindung ein perfektes Total Recall System der irrt gewaltig.
    Ich bezweifle es zwar, aber möglicherweise wurde die Software ja mittlerweile diesbezüglich stark verbessert, dennoch sollte man sich lieber nicht zu früh freuen.

  6. Profilbild
    gaffer  AHU

    Ich hatte damals die Handbücher für die DOS Version übersetzt Ende der 80er. Da hatte noch jeder Synth seinen eigenen Editor

    • Profilbild
      gaffer  AHU

      Den SounDiver schrieb glaube ich genau wie Polyframe maßgeblich Michael Haydn. Da gab es einen klasse Gedanken: Gib Deine Sound frei und du erhältst alle anderen freigegebenen Sounds. War ungewöhnlich, denn damals wurde einiges Geld mit Soundbänken gemacht. Haydn erklärte mir auch, dass die SysEx Ansprache der Synthies immer mal wieder daran scheiterte, dass die Hersteller kleine Änderungen im OS machten, die teilweise auch nicht bekannt gemacht wurden. Das machte diese sehr fragile Sparte von MIDI zu einem Glücksspiel(SysEx wir en bloc übertragen, zT lange Datenketten, die nicht unterbrochen werden durften, ganz anders, als die maximal 3 Bytes einen normalen MIDI Befehls) und nach reichlich Modulen waren die Programmierer zu einem grossen Teil mit BugFixing beschäftigt.

      Das gleiche kam später nochmal mit Sample Editoren wie Alchemy, super Programmen, die die Klänge mit SCSI übertrugen, die aber auch den schnellen Änderungen (SCSI und OS z.T. noch RS 422) nicht hinterher kamen. Dürftest Du, Peter in Deiner Akai Zeit noch mitbekommen haben.

      Wenige Jahre später erntete man nur noch unverständliche Blicke bei dem Wunsch eigene Sound zu machen und zu verwalten, der Markt brach zusammen und die Hotops und Maass mussten sich andere Jobs suchen.

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