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Test: Soundcraft Si Expression, Digitalmischpult

4. Juli 2013

Preishammer auf sehr hohem Niveau

Mit der digitalen Mischpult-Serie Si Expression folgt Soundcraft einem erkennbaren Trend am Markt und geht neue Wege. Professionelle Soundcraft Qualität kommt damit ohne Abstriche auch in erschwingliche Preisregionen.

Nicht nur optisch erinnert die neue Modellreihe an bereits etablierte Paten, wie die Si Compact- und Si Performer-Pulte. Was aber neben der bewährten Technik und guten Bedienbarkeit beim Si Expression schon fast sündhaft verführerisch ist, ist zweifelsohne der Preis, mit dem Soundcraft die neue Mischpultgeneration auf den Markt bringt. Erhältlich sind die Digitalpulte in drei Rahmengrößen, die sich durch die Anzahl der Fader beziehungsweise Preamps unterscheiden.

Soundcraft Si Expression 2

Soundcraft Si Expression 2

Unseren Lesern möchte ich das Si Expression 2 vorstellen. Das digitale Mischpult hat 24 Fader und 24 analoge XLR Mic/Line-Eingänge. Es ist das Mittlere der drei erhältlichen Varianten.

Der Testbericht soll vor allem erste Eindrücke aus der Praxis schildern, die beim Umgang und bei der Arbeit mit dieser Konsole entstanden sind. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob Umsteiger von analogen Pulten schnell mit der sicher teils für sie ungewohnten Digitaltechnik zurechtkommen. Außerdem soll der Aspekt der Kompatibilität und Erweiterungsmöglichkeiten beleuchtet werden. Denn trotz des, wie ich meine, sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnisses, haben diese Soundcraft Pulte natürlich in Summe ihren Preis. Und wer möchte dann schon nach der Anschaffung in einer Sackgasse stecken? Um es vorweg zu nehmen: Es gibt nur Gutes zu berichten.

Bevor es losgeht, zunächst eine Auflistung der wichtigsten technischen Daten und Features. So bekommt der technisch interessierte Leser einen schnellen Überblick in kompakter Form.

 

Soundcraft Si Expression 2

  • Mikrofon-Verstärker der renommierten Vi-Serie
  • parametrische Soundcraft EQs in allen Ein- und Ausgängen
  • Faderglow-Beleuchtung
  • BSS-EQ (31 Hz bis 16 kHz) in allen Bus- und Matrix-Ausgängen
  • Kompressoren und Gates von dbx
  • Vier Lexicon- Effektprozessoren
  • tOTEM (The One Touch Easy Mix)-System
  • Steckplatz für optionale Erweiterungskarten
  • HiQNet-Kompatibilität
  • farbiger Touchscreen
  • 4 Mute-Gruppen
  • 24 analoge XLR-Eingänge
  • 4 analoge Klinkeneingänge
  • 16 analoge XLR-Ausgänge
  • bis zu 66 Mischkanäle
  • 35 Busse, 25 separate Mischungen
  • 4 Matrix-Mischungen
  • 14 Aux-Mischungen
  • 6 Stereokanäle
  • 4 frei belegbare Faderebenen
  • 40 bit Floatingpoint Processing
  • Abmessungen: 716 x 169 x 520 mm (B x H x T)
  • Gewicht: 15,5 kg
  • Frequenzgang: 20 Hz bis 20 kHz
  • Mic Gain: -5dB bis 58 dB
  • Line Trim: -10 dB bis 16 dB
  • EQ, Hi Mid & Low Mid: 22 Hz bis 20 kHz, +/-15 dB, Q 6 bis 0,3
  • EQ HF (Shelf): 800 Hz bis 20 kHz, +/-15 dB
  • EQ LF (Shelf): 20 Hz bis 500 Hz, +/-15 dB
  • HPF: 40 Hz bis 1 kHz

Forum
  1. Profilbild
    tenderboy  

    ich hab den quasi-Vorgänger (si compact 16). super pult, vor allem super klang (im vergleich mit yamaha ls9 oder m7cl)

    die einzigen Minuspunkte (und ich glaub das ist auch beim Expression nicht anders):
    – keine patch-übersichtsanzeige (keine schnelle Ansicht in zumindest 8er gruppen, was wohin geht)
    – die ipad app kann keine kanalfunktionen (eq, compressor usw) fernsteuern, nur auxwege und die grafischen eqs

  2. Profilbild
    mkuron

    Ich hatte die Si Expression kürzlich einen Abend im Einsatz und war begeistert. Kompakt, übersichtlich und alle nötigen Funktionen vorhanden. Die Effekte sind, wie man das bei Lexicon erwartet, hervorragend. Überrascht hat mich auch, dass dieses kleine und günstige Pult intern in 40-bit Floating Point rechnet, d.h. man muss nur bei den Pre-Amps und an den Ausgängen auf Übersteuerungen achten, dazwischen kann nichts passieren.

    Ein paar Kleinigkeiten, die mir negativ aufgefallen sind:
    – Es gibt noch keinen passenden Virtual Si Offline Editor.
    – Die Klinken-Line-Ins sind nicht sonderlich empfindlich. Einen Laptop oder iPod kann man mit einem Adapterkabel nicht einfach anschließen, das ist selbst mit voll aufgedrehtem Gain zu leise. Hier braucht man also zwingend eine DI-Box auf XLR oder ein Audio-Interface mit +4dBu-Studiopegel.
    – Es gibt keine Subgruppen. Wenn man also ein paar Kanälen einen gemeinsamen grafischen EQ spendieren will, muss man mit Auxwegen tricksen (die gewünschten Kanäle post-fader auf einen Aux legen und aus dem Main-Mix un-assignen, dann den Aux-Weg auf den Main-Mix assignen). Ebenso gibt es keine VCAs, aber immerhin 4 Mute-Gruppen.

    Im Testbericht hätte man noch die zwei elementaren Unterschiede zur Si Compact herausstellen können:
    – bis zu 66 Mischkanäle (die Si Compact hatte 32-40, was mit einer zusätzlichen Stagebox eng werden könnte)
    – 4 frei belegbare Faderebenen (bei der Si Compact sind Layer 3 und 4 fest auf Aux- und Matrixmaster belegt)

    • Profilbild
      mysputnik07  

      Es gibt keine Subgruppen, aber das gleichzeitige spendieren eines EQs oder Kompressors, oder was auch immer, sollte doch mit der “ Interrogate“-Funktion problemlos möglich sein. Ich habe das aber nur gelesen und noch nicht selbst testen können.

  3. Profilbild
    elektronalin

    Sehr interessant. Vielleicht wäre es besser, wenn man bei solch kleinen Displays komplett auf ein solches verzichten würde und lieber einen Monitoranschluss, bzw. die Steuerung direkt über einen Computer nutzen könnte.

  4. Profilbild
    Willis Bruce

    Wir sind am Überlegen ob wir für uns unsere Tanzband ein DigiPult zulegen.
    Das Expression hätten wir jetzt fast gekauft, bis uns der Verkäufer darauf hingewiesen hat, daß bei jedem Szenenwechsel auch die Main-EQ Einstellung geändert wird.
    Und das würde ja bedeuten, entweder, man braucht trotz dem DigiPult wieder einen externen EQ um die PA dem Saal anzupassen. Ebenso wie für jeden Monitorweg.
    Oder man spielt den ganzen Abend mit der selben Szene.
    Aber das kann doch nicht im Sinne des Erfinders sein?! Hat unser Verkäufer keine Ahnung oder kann uns jemand erklären, warum das so ist?
    Vielen Dank schon mal.

    • Profilbild
      JohnMcStout

      Moin,

      da hat Dir der Verkäufer mehr oder weniger Unsinn erzählt! Man spielt den ganzen Abend mit der selben Szene, Änderungen für diverse songs speichert man als Snapshots ab und kann diese einfach wieder abrufen. Dann Klappte auch mit dem Main EQ etc.

      lg

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