Test: Yamaha NU-1, Digitalpiano

1. Februar 2014

Hybrid-Antrieb? Bei Pianos?

Die perfekte Symbiose aus digitaler Technik und dem Feeling eines echten akustischen Instruments versucht der Hersteller Yamaha schon viele Jahre zu erreichen. Seit einiger Zeit haben die Japaner nun das neuste Modell der N-Serie im Programm, mit der sie weitere Marktanteile des oberen Preissegmentes gewinnen möchten. Wir haben uns das Yamaha NU-1 einmal genauer angeschaut.

Yamaha NU-1 Hybrid Digitalpiano

Yamaha NU-1 Hybrid Digitalpiano

Aussehen und Aufbau

Dass man für eine gute Symbiose aus den oben genannten Punkten ein entsprechendes Aussehen benötigt, scheint vollkommen klar zu sein. Und genau so präsentiert sich das NU-1 seinem Interessenten. Von außen sieht es tatsächlich fast so aus wie ein waschechtes Klavier, was neben dem typischen Gehäuse auch an dessen Farbe liegt. Glänzender schwarzer Klavierlack lässt das NU-1 sehr edel und anmutend wirken, so dass es in vielen Wohnzimmern einen entsprechenden Platz finden sollte und hoffentlich nicht nur irgendwo in der letzten Ecke platziert wird. Insgesamt ist es etwas kompakter und nicht ganz so hoch gebaut wie ein echtes Klavier, dennoch für den Nicht-Pianisten zunächst nicht von einem echten Klavier zu unterscheiden.

Dass es sich beim NU-1 eben um kein echtes akustisches Instrument handelt, wird auch nach Öffnen des Tastaturdeckels nicht sofort klar. Lediglich ein On/Off-Power-Schalter sowie ein kleines Display am unteren Ende der Tastatur deuten darauf hin, dass es sich hierbei um ein elektronisches Gerät handelt. Für die Optik gibt es also schon mal die volle Punktzahl und ebenso für die dezente Gestaltung der Bedienelemente.

Wie eingangs bereits erwähnt, ist das NU-1 das aktuelle Modell von Yamahas N-Serie, zu der auch die schon länger auf dem Markt befindlichen Digitalpianos N1, N2 und N3 gehören. Diese erinnern äußerlich jedoch mehr an einen Stutzflügel, wodurch sich das U in NU-1 erklärt. Dieses steht für das Wort Upright, mit dem im Englischen die Klaviere bezeichnet werden.

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Klangbeispiele
Forum
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    vssmnn  AHU

    Die schamhaft popelig gestalteten Anschlußfelder für aktuelle Peripherie so ungünstig zu verbauen, ist eine Beleidigung.

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    Markus Galla  RED

    Schöner Testbericht und endlich mal ein vernünftiges Fazit, was die Bewertung von Digitalpianos angeht. In dieser Preisklasse kann man doch eigentlich gar nicht mehr zum Digitalpiano raten. Yamaha selbst bietet seine akustischen Pianos mit Silent Technologie in einer ähnlichen Preisklasse an. Davon abgesehen stört mich noch eine andere Sache:

    Das Instrument will ein Upright Piano sein, es verfügt aber nur über Flügel-Sample. Was soll das denn?

    Und noch ein Kritikpunkt ist, dass bei aller Liebe, die Lautstärke an keinem Instrument vernünftig eingestellt werden kann. Bei allen Herstellern fehlen Markierungen, die es ermöglichen, die Lautstärke so zu kalibrieren, dass sie ungefähr einem akustischen Piano an der Position des Spielers entspricht. Natürlich ist auch bei akustischen Pianos die Lautstärke unterschiedlich und der Raum spielt auch eine große Rolle. Aber irgendeine Bezugsgröße muss es geben, möchte man z. B. als Schüler an dem Instrument üben. Ich bekomme immer wieder von Schülern die Rückmeldung, dass es eine große Umstellung aufgrund der Lautstärke ist, wenn sie im Unterricht an einem akustischen Klavier spielen. Dafür müsste Yamaha z. B. nur mal eine SPL-Messung an einem ihrer akustischen Uprights machen und dann bei gleicher Anschlagstärke und gleichem Raum eine Messung am E-Piano. An der Position, an der dann beide laut Messung ungefähr gleich laut sind, kann man das Poti einrasten lassen oder eine Markierung anbringen. Das ist zwar auch dann niemals genau, aber zumindest für die Schüler ein Anhaltspunkt. Komisch, dass da noch kein Hersteller drauf gekommen ist, oder?

    Zu den Tastaturen kann ich nur sagen, dass diese in jüngster Zeit stark als Verkaufsargument herhalten müssen, weil sich bei den Samples nichts mehr tut. Bereits das alte Technics P50 Stage Piano hatte eine sehr gute Tastatur (ich habe sie mal auseinander bauen müssen und war erstaunt, wie komplex sie ist. Das Gewicht des Instruments erklärte sich dann übrigens auch, weil eine Sperrholz-Platte im Boden eingelassen ist, die die Mechanik beeinflusst). Jetzt kann man natürlich immer durch noch speziellere Konstruktionen den Preis künstlich in die Höhe treiben und das Yamaha Konzertflügel Sample noch x-mal verkaufen. Aber ist das wirklich Sinn der Sache?

    Leute, kauft wieder mehr akustische Instrumente!

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