Test: Zoom R16

22. Februar 2010

Zoom R16

Bei R16 denke ich als Fan französischer Automobile ja zuerst mal an den alten Renault aus den frühen 70ern. Danach vielleicht an eine extra lange Zigarette – ich bin zwar Nichtraucher, aber als Kind einfach zuviel Tabakwerbung im Fernsehen ausgesetzt gewesen (ja, die gab es früher tatsächlich mal). Und zu allerletzt dann erst an einen Multitracker. Ist ja auch kein Wunder, wenn Hersteller Zoom dauernd die Buchstaben wechselt: H2, H4N, Q3, MRS – und jetzt halt R16. 

Zoom R16

Zoom R16

Und wenn wir schon mal mit Zigaretten und alten Autos in die Vergangenheit reisen: Damals war ja das Portastudio 144 von Tascam der (meist unerfüllte) Traum eines jeden aufrechten Hobbymusikers. Vier Spuren auf einem Kassettenrekorder, die man sich per Overdub nach und nach hart erarbeiten und mit einem nicht unbedeutenden Verlust an Klangqualität dann auch schwer bezahlen musste, das war das Maß der gerade noch erschwinglichen Dinge. Heute unvorstellbar, jeder iPod bringt da mehr Leistung. Und die angesagten Multitracker sowieso. Overdub auf Band? Nichts da – alles auf einmal auf HD oder SD. Wie eben beim R16, der kein Auto ist.

Recorder - Interface - Controller

Recorder – Interface – Controller

R16? Was ist das?

Der R16 ist ein Multitalent: DAW-Steuereinheit, Audio-Interface und natürlich Multitrack-Recorder in einem. Er besitzt acht analoge Eingänge, auf denen gleichzeitig aufgenommen werden kann und von denen einige auch mit Hi-Z und Phantompower beschaltet werden können, sowie einem Stereo-Ausgang und zwei eingebaute Mikrofone für den schnellen Stereomitschnitt. Channelsüchtige können auch zwei R16 koppeln und verdoppeln so die Ausbeute an Kanälen. Die Ergebnisse der Recordingsession landen auf einer SD-Karte, das Gerät selber wird wahlweise per Batterie, USB oder Netzteil betrieben. So weit die Kurzfassung. Wer nicht mehr wissen will, darf jetzt gleich zur letzten Seite aufs Fazit umblättern, alle anderen bekommen auf den Seiten dazwischen noch viele interessante Details.

Forum
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    jeffvienna

    Klasse Teil. Ich hab seit einigen Jahren bereits den Zoom MRS-8 und bin mit dem für Gelegenheitsaufnahmen recht zufrieden (ich arbeite normalerweise mit Cubase 4).

    Was ich mir vom R16 noch wünschen würde, wäre ein integrierter Drumcomputer, so wie ihn der MRS-8 auch hat. Das würde den R16 zur echten Allroundwaffe machen. Mal eben schnell einen passenden Groove wählen, evtl. adaptieren und dann gleich ein paar Tracks mit Bass in Guit nachschießen…

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    SpotlightKid  

    Das ist mir fast unheimlich: oft, wenn ich gerade gedacht habe, dies und jenes Gerät musst du dir mal näher anschauen, kommt ein Testbericht auf Amazona! Wie macht ihr das? ;)

    Schöner und recht umfassender Bericht, was mir fehlt sind Angaben zu den Midi-Fähigkeiten? Sind überhaupt welche vorhanden? Echte Midi-Buchsen sind ja nicht da. Kann man den R16 wenigstens über USB-Midi synchronisieren? Oder sendet er selbst Midi-Clock und/oder MTC/MMC?

    Mir scheinen diese Standalone-DAWs zu oft rein auf akustische Instrumente ausgelegt. Ich habe eine Boss BR-600, das ist ein Super-Gerät für Gitarristen, aber bietet kaum Möglichkeiten mit der Außenwelt zu kommunizieren, so dass man damit Synths und Drumcomputer nicht sinnvoll aufnehmen kann.

    Ich hätte gerne so einen kleinen portablen Rekorder mit ausreichend Spuren, Fadern und einem rudimentären Sequencer bzw. Midi-Aufzeichnung. Gibt’s so was? Und jetzt sagt nicht: Computer, denn selbst ein Laptop (inkl. Audiointerface) ist mir zu groß für sowas.

    Chris

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    musicalix

    Hmm… so ganz können wir uns hier der Euphorie nicht anschliessen: Wir hatten das Gerät ein paar Tage in der Musikschule… und haben es dann enttäuscht zurückgehen lassen.

    Und zwar weil:

    1. Gitarre angeschlossen und erstmal jede Menge Störgeräusche einkassiert.

    2. Gute Preamps sind was anderes;O)

    3. Anbindung auf nem aktuelle Intel Mac an Logic Pro 9 ging gar nicht, trotz Mackie-Protokoll.

    4. Die FX sind dann wohl Geschmacksache.

    5. Der Hammer: Man kann nicht bei z.B. einer angeschlossenen Gitarre Spur für Spur aufnehmen, da die Eingänge nicht frei auf die Kanäle zu routen sind… Brrrr.

    Also wenn die da nix verbessert haben, bleiben wir bei der bewährten Konkurrenz, die zwar nicht so viel verspricht, dafür aber das Wesentliche in guter Qualität liefert.

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