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Workshop: Delay- und Reverb-Pedale für Bassgitarre

Warum Bassisten mutiger bei der Wahl ihrer Effektpedale sein dürfen

23. April 2024

Die Auswahl an Effektpedalen für uns Bassisten ist ja bisweilen eher begrenzt und ich stelle die provokante These auf, dass das auch ein bisschen an uns Bassisten selbst liegt. Seien wir mal ehrlich: Die meisten Bassisten nutzen – wenn überhaupt – Kompressoren, Verzerrer, EQ-Pedale und vielleicht noch einen Octaver. Liebe AMAZONA.de Bassisten korrigiert mich bitte, aber für mich ist der Umstand, dass unser geliebter Bass dicke Saiten hat, die uns mit zauberhaften tiefen Tönen umgarnen, immer auch ein bisschen mit der Vorstellung von etwas Grobem, bisweilen Brachialem verbunden. Und das meine ich durchaus im positiven Sinne. Als ich vor vielen Monden mit dem Bassspielen begann, hat mich gerade der Umstand gereizt, dass ein Bass im Vergleich zu einer Gitarre meist weniger filigran daherkommt. Ich schreibe hier bewusst „meist“, denn wir alle wissen, wie druckvoll, brachial und tief auch Gitarren klingen können und wie filigran ein Bass sein kann. Trotzdem greifen viele Bassisten automatisch zu Effektgeräten, die dem Instrument noch mehr Wucht verleihen. Ambient-Pedale wie Tremolo, Delay und Reverb verbinden viele mit eher zarteren Klängen. Doch auch diese Effekte lassen sich wunderbar nutzen, um einen wuchtigen Bass zu unterstützen. Gleichzeitig ermöglichen sie uns Bassisten, wunderbar zarte Sounds mit unseren Instrumenten zaubern. Für alle unter uns, die das schon tun: großartig und weiter so! Und für alle, die sich bisher noch nicht getraut haben, Ambient-Pedale für den Bass zu nutzen, gilt: Augen auf bei der Wahl der Effektgeräte, denn auch für uns Bassisten ist hier bei den Gitarreneffekten einiges zu holen.

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Ich möchte hier dementsprechend mal ein paar Anregungen geben, was Ambient-Pedale für Bassgitarren so Wunderbares hervorbringen können.

Gitarreneffekte für den Bass nutzen

Delay und Reverb sind nicht nur für Gitarristen interessant – auch Bassisten können durch die Effekte in völlig neue Klangwelten abtauchen.

Ambient-Pedale für den Bass

Auf nahezu jedem Gitarristen-Pedalboard findet man Ambient-Pedale wie Delay, Reverb, Tremolo und Co. Auf den Boards von den meisten Bassisten sind diese Pedale aber eher eine Rarität. Eigentlich verwundert mich das, denn haben Bands wie Tool, Led Zeppelin und Pink Floyd nicht schon gezeigt, dass man Delays, Tremolos und Whammy nicht auch großartig für richtig druckvolle Bass-Sounds nutzen kann?

Warum sollten wir Bassisten also nicht einfach die Pedale nutzen, die auch der Gitarrist unserer Band auf dem Board hat? Sicherlich werden einige jetzt laut aufschreien und sagen, dass die Frequenzen, der zu bearbeitenden Sounds sich doch gravierend unterscheiden, was definitiv richtig ist, aber bedeutet das, dass man bestimmte Pedale nicht trotzdem einfach nutzen kann?

Delay- und Reverb-Pedale für die Bassgitarre

Als Frau vom DelayDude habe ich nie darüber nachgedacht, ob Ambient-Pedale für den Bass in Ordnung sind, weil einfach immer eine schier endlose Auswahl im heimischen Proberaum darauf wartete, ausprobiert zu werden. Und es war natürlich klar, welches Modulationspedal zuerst den Weg auf mein Pedalboard fand: ein Delay natürlich. Delay-Effekte geben den gespielten Ton mit einer wählbaren Verzögerung wieder. Es bedarf ein bisschen Übung, bis man sich mit dem optimalen Tempo für einen Song eingegroovt hat, damit der Sound nicht matschig wird, aber dann sind Delay-Effekte absolut großartig, um beispielsweise Bass-Sounds wie in „One of these Days“ von Pink Floyd oder „Disposition“ von Tool zu kreieren.

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Anders als das Delay, das bei mir nur gezielt bei einigen Songs zum Einsatz kommt, ist mein Reverb tatsächlich mein „Always on“-Pedal. Reverb-Effekte simulieren den Hall eines Raumes. Je nach Einstellung kann dann auch der heimische Proberaum mal zu einer Kathedrale werden. Reverb-Effekte verleihen jedem Klang mehr Tiefe und Räumlichkeit und sollten daher in meinen Augen auf keinem Bass-Pedalboard fehlen.

Tremolo-Pedale für die Bassgitarre nutzen

Tremolo-Pedale sind ein Klassiker unter den Modulationspedalen. Der Ursprung der Bezeichnung Tremolo kommt aus dem Italienischen (tremolare) und lässt sich mit zittern oder flimmern übersetzen. Und genauso klingt dann auch der Sound, der durch ein Tremolo erzeugt wird: Das Signal wird lauter und leiser. Die Töne werden dadurch etwas weicher, was ihnen aber nie den Druck nimmt. Wie sich das anhören kann, zeigt Paul del Bello ganz wunderbar in seinem Video über 10 bekannte Tremolo-Basssounds von bekannten Klassikern:

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Whammy-Pedale für Bassisten

Bei den Whammy-Pedalen gibt es ja sogar extra auch Bass-Versionen (z. B. von Digitech). Doch viele trauen sich nicht, dieses Pedal einzusetzen, weil es bisweilen auch etwas Mut erfordert, diesen Effekt einzusetzen. Ich kann jedem Bassisten nur empfehlen, diesen Effekt unbedingt mal auszuprobieren, denn die abgefahrenen Sounds, die man mit einem Whammy erzeugen kann, fördern definitiv die Kreativität.

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Sustain-Pedale für Bassisten

Als ich im Jahr 2010 unmittelbar nach dem Erscheinen des Electro Harmonix Freeze eines dieser Pedale kaufte, fragte mich der erstaunte Verkäufer, was man denn damit machen könne. Die Antwort liegt ja eigentlich schon im Namen verborgen, denn man kann den Sound mit derartigen Sustain-Pedalen einfrieren. Einen Schritt weiter als das Freeze geht dann noch das Gamechanger Audio Plus Pedal. Mit diesem Pedal lassen sich die Sounds nicht nur einfrieren, sondern auch einfaden und layern. Derartige Ambient-Pedale für den Bass zu nutzen, ist schon eine Herausforderung, aber es lohnt sich, sich hier ein bisschen einzuarbeiten.

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Neben den oben genannten Effekten ist vor allem ein Sustain-Pedal wie das Plus Pedal prädestiniert, um Ambient-Sounds mit dem Bass zu erzeugen.

Auch, wenn er genau genommen nicht zu den Effektpedalen zählt, so ist der EBow quasi das Endless-Sustain im Hosentaschenformat. Sounds, die Gitarristen früher mit einem Geigenbogen mühsam erkämpft haben, lassen sich mit diesem kleinen Helferlein ganz mühelos durch ein Magnetfeld, das die Saiten zum Schwingen bringt, erzeugen. Obwohl, so ganz mühelos ist die Sache am Anfang nicht. Man braucht schon ein bisschen Übung, kann dann aber wirklich unglaubliche Sounds mit dem EBow erzeugen. Für Ambient-Musik ist dieser batteriebetriebene Winzling fast schon ein Muss.

Der Begriff der „Ambient-Music“ geht auf Brain Eno zurück und ein deutscher Flughafen hat bei der Entwicklung dieser Musikrichtung eine entscheidende Rolle gespielt. Mitte der 1970er-Jahre wartete Brian Eno am Flughafen Köln/Bonn mehrere Stunden auf seinen Flug. Er beobachtete, dass in die Architektur des Gebäudes anscheinend unheimlich viel investiert wurde, die Atmosphäre aber vollkommen uninspiriert blieb. So entstand seine „Music for Airports“. Anders als Fahrstuhlmusik und Easy-Listening-Tracks sollte die Ambient-Musik von Brian Eno zum Nachdenken anregen. Ambient-Musik möchte ein Bild zeichnen. Mittlerweile haben sich Subgenres wie Dark Ambient oder auch Space-Ambient gebildet.

Effektpedale

Der Umgang mit dem Gamechanger Audio Plus Pedal kann für Bassisten eine Herausforderung sein. Sich ihr zu stellen, kann sich aber definitiv lohnen.

Für und Bassisten, die wir so gerne am Schlagzeuger kleben, kann klassische Ambient-Musik, die meist auf Drum-Sounds verzichtet, bisweilen eine Herausforderung sein, aber ein Ausflug in diese Sphären kann sich als unglaublich bereichernd darstellen.

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Looper-Pedale für Bassisten

Nicht nur, aber insbesondere für Ambient-Sounds sind Looper-Pedale eine großartige Sache. Wie man mit einem Looper und dem EBow (ab Minute 2:17) Ambient-Musik vom Feinsten machen kann, zeigt unter anderem BassBus Music in einem seiner Videos:

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Also, egal, ob hard und heavy oder filigran und nachdenklich: Ambient-Pedale für Gitarristen sind auch durchaus für Bassisten eine Bereicherung. Wenn man bisher noch nicht mit Ambient-Pedalen gearbeitet hat, empfiehlt es sich erst einmal langsam anzufangen. In den Videos findest du sicher auch einen Song deiner Lieblingsband, in dem eines der oben genannten Pedale zum Einsatz kommt. Idealerweise hat man einen Gitarristen in der Band oder dem Bekanntenkreis, der einem zunächst einmal das eine oder andere Pedal ausleiht, dann muss man nicht gleich ein Pedal kaufen, das man später vielleicht gar nicht mehr nutzt, weil es doch nicht zu einem passt.

Andererseits gibt es natürlich auch schon sagenhaft günstige Ambient-Pedale für den Bass, wie das Harley Benton Vintage Tremolo oder das Yuer RF-10 Series Analog Delay, die schon für unter 30,- Euro zu haben sind. Je mehr man sich dann in die Materie eingearbeitet hat, desto umfangreicher werden dann sicherlich auch die Pedale, die man nutzen kann.

Wenn du dann schon richtige Klangwelten erzeugen möchtest, und nicht weißt, wie du deine Pedale auf dem Pedalboard arrangieren sollst, kann dir dieser Artikel sicherlich weiterhelfen.

So oder so wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Ausprobieren und freue mich auf Erfahrungsberichte und eure Ideen zu dem Thema.

 

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Forum
  1. Profilbild
    moinho AHU 1

    Was ich noch als Kategorie hinzufügen würde: Filter.
    Sei es parked (für nen ganz bösen Dub-Sound) oder mit Resonanz und Envelope Follower (siehe zu beidem Bill Laswell).

    Zum Thema Loops und Bass zwei Namen noch dazu: Michael Manring, Steve Lawson.

  2. Profilbild
    chardt

    Als altmodischer Rock-Bassist orientiere ich mich, was Effektpedale betrifft, eher an James Jamerson ;)
    In meiner aktiven Zeit hatte ich lediglich an zwei Stellen im Set einen Flanger (ja, den gelben von Ibanez) als „Würze“ im Einsatz.

  3. Profilbild
    I-0000-BassSolo

    Danke für den Artikel. Ich bin grundsätzlich auch der Meinung, dass der Bass sich noch mehr emanzipieren kann.
    Die Liste am Anfang des Artikels sähe bei mir anders aus, sie wäre ziemlich kurz: DER klassische Bass-Effekt schlechthin ist meiner Erfahrung nach ein Chorus. Dass ein Kompressor nützlich sein kann, hat sich erst später herumgesprochen. So ist zumindest mein Erleben.
    Ansonsten hängt es sehr vom Musikstil und der Luftigkeit der Instrumentierung ab, welche Bass-Effekte sinnvoll sind. In einem dichten Rocksong geht vieles schnell unter oder trägt zu einem matschigen Bandsound bei. Wenn man das nicht will, muss man über tools wie Line-Selector, HPF, EQ, Frequenzweichen usw. nachdenken.
    Und ja: Delay am Bass ist cool!

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Warum sollen die Bassisten jetzt auch mehr Effekte benutzen sollen wenn sie es nicht nötig haben? Für Bassisten gelten ganz eigene Regeln und die sind eigentlich relativ einfach.

  5. Profilbild
    Aljen AHU

    Bei dem Thema kann ich (zugegebenermaßen mehr als aufmerksamer Zuhörer denn als Bassist, der ich nicht bin) nur raten, ins Fach mit der Beschriftung „Eberhard Weber“ zu greifen. Eigentlich egal, welches Album, und ob Solo oder in Projekten mit Garbarek etc. Der Gute baut mit seinem Bass plus f/x ganze Klangwelten. Auch wenn Weber aus gesundheitlichen Gründen das Bass-Spielen erst mal aufgeben musste, er bleibt hier der Meister.

    Eine ganz andere Basswelt ist für mich seit immer der Peter „Hooky“ Hook (ex Joy Division), der mit seinem melodischen Bass zuzüglich weniger Effekte Musikgeschichte geschrieben hat. Da war glaub ich hauptsächlich Chorus im Einsatz – Kunststück, in der Zeit litten alle an Chorus exzessivus:)

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