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Workshop: Songwriting auf der Gitarre

Songwriting mit Gitarre!

6. Februar 2024

Workshop: Songwriting auf der Gitarre

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Songwriting ist immer wieder ein spannender Prozess. Es gibt viele Gründe Songs zu schreiben, von emotionalen bis kommerziellen Zielen, vom Ausdruck der eigenen Persönlichkeit oder der Verarbeitung von Erlebnissen, bis hin zu Produktionsmusik für Playlisten. Die Wege, die ans Ziel führen, sind ebenso vielfältig wie die Arten von Songs, die dabei entstehen. Heute wollen wir uns mal etwas genauer unter die Lupe nehmen, wie man auf der Gitarre Songs schreiben kann und welche Vor-/Nachteile das hat. Viel Spaß beim Workshop: Songwriting auf der Gitarre.

Die Bestandteile eines Songs

Die meisten werden jetzt sagen: „Easy: Intro, Vers, Chorus, Bridge, Solo, Outro.“.Das sind definitiv Bestandteile eines Songs, aber nicht die, auf die ich hinaus will. Ein Song besteht für mich im Wesentlichen aus den Elementen Melodie (& ggf. Lyrics), Harmonie, Rhythmik, Form, Arrangement, Sounddesign.

Schauen wir uns kurz die einzelnen Elemente an, um einen groben Überblick zu haben:

  • Melodie (& ggf. Lyrics) ist wohl das Element, das den meisten Hörern am Ende im Kopf bleibt (oder eben nicht). Melodien können vieles sein. Von Tonwiederholungen, über Tonleitern und Akkordbrechungen, kann alles vorkommen. Motivik kann hier ein wichtiges Bestandteil sein, muss aber nicht (z. B. in linearen Formen). Gerade in Popmusik spielt die Hook eine große Rolle, da sie der Teil des Songs ist, der den Hörern im Gedächtnis bleiben soll.
  • Harmonie färbt die Melodie und leitet sich teilweise aus dieser ab. Gerade in Popmusik verwendet man gerne die leitereigenen Akkorde der entsprechenden Tonart (z. B. in G-Dur: G, Am, Bm, C, D, Em, F#m b5). Diese Akkorde können erweitert werden für mehr/andere Färbungen durch Modul-Interchange, als beispielsweise den Einsatz von Akkorden aus der parallelen Molltonart (G-Moll: Gm, Am b5, Bb, Cm, Dm, Eb, F), Medianten (Terzverwandte Akkorde), Zwischendominanten etc.
  • Rhythmik ist der Puls des Songs und kann auf verschiedenste Arten integriert werden. Die Melodie hat eine Rhythmik, die Harmonie wechselt im Raster der Rhythmik und sie kann durch Instrumente wie Schlagzeug, Perkussion, aber auch Klavier oder Gitarre verstärkt dargestellt werden. Auch hier können Akzent gesetzt werden, die mit der Melodie mitgehen oder bewusst dagegen gesetzt werden. Auch so entsteht „Farbe“.
  • Form hatten wir bereits kurz angesprochen. Hiermit sind die verschiedenen Teile eines Songs gemeint. Viele aktuelle, v. a. kurze Popsongs, haben eine Form, ähnlich diesem Leitfaden: Hook, Vers 1, Chorus 1, Vers 2, Chorus 2, Bridge, Chorus 3. Längere Songs haben oft noch Formteile wie Intro, Pre-Chorus, Bridge, Interludes, Solo, Outro oder Instrumentalparts etc.
  • Arrangement legt fest, mit welchen Instrumenten der Song gestaltet/gefärbt wird. Hier können verschiedene Instrumente, die das Gleiche spielen, gelayert, also übereinandergelegt werden, um Mischsounds zu kreieren oder unterschiedliche Parts für jedes Instrument geschrieben werden, die sich ergänzen. Zum Beispiel: Bassline wird von einer Gitarre gedoppelt/gelayert, aber das Klavier ergänzt Akkorde, die wiederum von einem Synthpad gelayert werden können.
  • Sounddesign umfasst die Gestaltung der Sounds jedes Instruments und der Stimme, deren Aufnahme und Bearbeitung bis hin zum Mix und Einsatz von Effekten in der Postproduction. Das Sounddesign entscheidet darüber, wie der Sound am Ende klingt.
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Akkorde, Riffs, Licks

So viele Themen, wo fängt man da an, wenn man eigentlich nur Gitarre spielen will? Ich selbst bin kein guter Sänger, aber schreibe dennoch gerne Songs oder beteilige mich am Kreativprozess gemeinsam mit anderen. Als Gitarrist kann man wunderbar die Basis schaffen, um beispielsweise Sängern und Sängerinnen ein Fundament zu geben, auf das sie schreiben können. Hierbei gibt es verschiedene Wege. Der rudimentärste Weg sind Akkordfolgen zu schreiben, diese mit einer Rhythmik zu versehen. Nimmt man beispielsweise eine einfache und schon oft verwendete Akkordfolge wie C, Am, F, G, kann diese durch den Einsatz von einer kleinen Melodie in der Oberstimme der Akkorde, die eine Art Instrumental-Hook ist, individualisiert werden, um aus der Masse von Songs herauszustechen, die bereits mit diesen Akkorden arbeiten.

So schreibst du Songs aufs der Gitarre

Das gilt dann schon als Riff. Klassische Riffs kann, müssen aber nicht zwangsläufig aus ganzen Akkorden bestehen. „I’ll Supply The Love“ von Toto besteht aus Dreiklangsumkehrungen, die in der Oberstimme eines sangliche Melodie ergeben. Hört man sich aber beispielsweise Klassiker an, wie „Le Freak“ von Chic oder „Smoke On The Water“ oder werden hier keine kompletten Akkorde mehr verwendet, sondern Doublestops und Singlenotes oder Powerchords. Riffs können mehrere Spielarten kombinieren oder aus einer einzelnen bestehen. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Großartige Riffs gibt es auf E-Gitarre oder Akustikgitarre. Man denke an Fingerbrecher wie „Neon“ oder „Stop This Train“ von Maestro John Mayer oder das Intro von „Little Wing“ von Jimi Hendrix. Auch legendäre Rockriffs à la „Crazy Train“ von Ozzy Osbourne (Randy Rhodes an der Gitarre) oder „Paranoid“ von Black Sabbath (Toni Iommi) gehen ins Ohr und bleiben hängen. Riffs gibt es natürlich nicht nur auf der Gitarre, man denke ans Klavierintro von „Cold As Ice“, Synthriff von „The Final Countdown“ oder das Drumintro von „Africa“. Großartige Arbeit der jeweiligen Band.

Es gibt hier also mehrere Wege der Herangehensweise:

Riffs schreiben

Wenn man noch nichts vorliegen hat, kann man mit einem Riff beginnen. Manchmal dudelt man einfach etwas herum oder verspielt sich bei einem anderen Song und denkt: „Hey, das war eben cool.“ Oder man hört etwas vor dem inneren Ohr. Nächster Schritt: work it out! Spiel dir die Idee öfter vor und verändere Nuancen, bis du sie so hörst, wie du sie gut findest. Dann ergänze evtl. eine Variation bei der zweiten Wiederholung und ggf. eine weitere bei der vierten, dass ein fließender Loop entsteht, der spannend bleibt.

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Melodien ergänzen

Wenn schon eine Melodie existiert, dann schreibe etwas dazu, was die Melodie unterstützt. Das kann heißen, dass die Topline des Riffs mit der Melodie mitgeht oder die Lücken dazwischen auffüllt. Wichtig ist: Die Melodie steht im Fokus! Das Riff färbt diese. Existiert bereits ein Text, sollte auch der Inhalt des Textes immer bedacht werden. Ein Riff kann noch so cool sein und gut klingen, wenn es thematisch nicht zu den Lyrics passt, ist es hier falsch. Immer in Kommunikation bleiben mit der Person, die den Text geschrieben hat und/oder das am Ende singen soll.

Inspiration suchen

Was tun, wenn gerade nichts vor dem inneren Ohr erklingt? Ich höre dann gerne etwas Musik, die mich inspiriert. Man darf nicht abschreiben und darum geht es auch gar nicht. Aber hört man Musik, die zur aktuellen Stimmung passt oder das Thema bereits behandelt, über das man selber schreiben möchte, so kann einen der Vibe eines Songs dazu bringen herumzuexperimentieren. Hört man beispielsweise einen Song mit E-Gitarre, die Dezimen spielt und verschiebt, experimentiert man plötzlich damit herum und spielt etwas ähnliches, das doch anders ist. Zack, ist er da, der Ansatz auf Basis dessen man schreiben kann.

Sounddesign mit Gitarre

Der nächste Schritt, wenn Melodie, Harmonie und Riffs stehen, ist es, diese in ein Arrangement oder Sounddesign zu packen. Die Gitarre bietet hier eine unfassbare Bandbreite an Sounds, die gerade heutzutage zur Verfügung stehen. Von Akustikgitarren und E-Gitarren, die unterschiedlich klingen und gespielt werden können (man denke bereits an die massiven Unterschiede, die der Anschlag mit Finger oder die Wahl des richtigen Picks ausmachen), über den Einsatz von Effekten und Amps, bis hin zur Wahl des richtigen Mikrofons. Die Möglichkeiten sind schier endlos.

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Auch hier empfehle ich sehr, sich möglichst viel Musik reinzuziehen, die den Vibe des Songs trifft, den man schreibt. Lasst euch davon inspirieren, was schon existiert und macht dann euer Ding daraus. Ich fand beispielsweise das Sounddesign von Steven Wilson (Brit. Prog Rock Artist) unheimlich spannend. Oft hört man bei ihm verzerrte Gitarren mit Reverb. Der Reverb sitzt aber vor dem Amp. Durch diese „untypische“ Verschaltung wird nicht nur die Gitarre verzerrt und dann in einen Raum (Reverb) gestellt, sondern der Reverb wird auch verzerrt. Cool! Vielleicht passt diese Idee ja auch in einen Popsong? Oder man layert verschiedene Gitarrensounds (clean, verzerrt, verzerrt ohne Ampsimulation etc.) zu einem Teppich, der extrem breit ist. Hier sind der Fantasie auch keine Grenzen gesetzt und gut ist alles, was den Vibe des Songs trifft und gefällt! Seid kreativ und experimentiert. Manchmal ist der unkonventionellste Weg derjenige, der ans Ziel führt. Und wenn man vier Stunden experimentiert hat und dann doch den nimmt, den man als erstes ausprobiert hat? Kein Problem, ihr habt neue Dinge entdeckt in dieser Zeit, die beim nächsten oder übernächsten Song angewendet werden können.

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Vorteile vs. Nachteile beim Songwriting auf Gitarre

Aber was ist denn nun der Vorteil bzw. Nachteil des Songwritings auf der Gitarre. Nun klarer Vorteil: Gitarre klingt wie Gitarre und nicht wie ein Klavier. Das soll das Klavier gerade gar nicht abwerten, aber wenn man eben einen Gitarrensong schreiben will, weil die Klangfarbe gewünscht ist … naja, liegt auf der Hand. Auch sind auf der Gitarre manche Voicings spielbar, die mit anderen Instrumenten nur schwer umsetzbar sind. Auch der recht einfache Einsatz von Effekten, um Sounds zu kreieren, ist ein großer Vorteil. Riffs können auch ein Sounddesign sein. Man denke an die phantastischen Klanglandschaften eines „The Edge“ von U2 oder „Ed O’Brien“ von Radiohead.

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Klarer Nachteil der Gitarre: Durch die Unübersichtlichkeit des Griffbretts und die nur vier verfügbaren Finger auf sechs Saiten können z. B. manche Kombinationen aus Melodie/Hook und Akkorden schwer zu greifen oder zu „finden“ sein. Hierbei hilft das Auseinandersetzen mit Theorie und Griffbrett Orientierung oder langes Suchen auf der Griffbrett. In diesem Punkt gewinnt klar das Klavier, da hier mit zehn Finger auf 88 Tasten mehr Möglichkeiten bestehen, Akkorde mit Melodien zu voicen als auf der Gitarre.

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Forum
  1. Profilbild
    CDRowell AHU

    Danke für den Artikel! schnell ergreifbar, was geht und was nicht, beim „Writing“. 😀👍

    Für mich bleibt Gitte die Nr. 1 als Kompositionsunterstützung! 😇

    Klar, wenn ich dem Pino mehr zugewandt wäre, wäre es sicher anders…😅

    Was bei mir immer wieder zu kompositionsschwund führt ist eine DAW… egal welche…

    Jedoch mit suggester und novachord kommen da schon einige unterstützende Inspirationen beim writing.😬👍

  2. Profilbild
    Stevo

    Super Artikel, das hat mir sehr weitergeholfen. Da ich aktuell sehr viel mit Musiktheorie und meiner Gitarre beschäftigt bin, kommen diese Tipps genau richtig! Seitdem ich mich wirklich intensiv mit dem Griffbrett auseinander setze, ergibt alles plötzlich einen Sinn, wo man zuvor noch verzweifelt ist.

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