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Test: Takamine FT340 BS, elektro-akustische Gitarre

Made to be played on stage!

12. November 2023

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Heute widmen wir uns einer Neuerscheinung aus dem „Takamine Gakki Seisakujo“ – zu Deutsch Musikinstrumentewerk Takamine. Und zwar eine limitierte Dreadnought Akustikgitarre mit der Bezeichnung FT340 BS. Takamine dürfte den meisten von uns ein Begriff sein. Die Instrumente aus japanischer Fertigung wurden in den 80er- und 90er-Jahren durch fantastische Musiker wie Bruce Springsteen, Jon Bon Jovi und seinen Gitarrist Richie Sambora, The Eagles und Ry Cooder bekannt und stehen heute für qualitativ hochwertige und vor allem „on stage“ beliebte und zuverlässige Gitarren. Die 1962 aus 30 Gitarrenbauern als Zusammenschluss gegründete Firma Takamine Guitars Inc. wurde nach dem Berg Takamine benannt, zu dessen Fuße die Fabrik lag. Das Unternehmen bewies, dass sie gutklingende Gitarren nach Martin und Guild Vorbild bauen können, und war sogar Ende der 60er-Jahre kurzzeitig an der Herstellung von C.F. Martins bezahlbaren und in Japan hergestellten „Sigma“ Gitarren beteiligt. Das jedoch nicht von langer Dauer, denn als ungefähr zur gleichen Zeit der Vertrieb von Takamine Gitarren in den USA startete, war der Grundstein für den Siegeszug von Takamine gelegt. Etliche Jahrzehnte und viele Akustikgitarrenmodelle später sind wir nun beim Sondermodell FT340 BS angekommen und wollen dieses heute ein mal unter die Lupe nehmen.

Unboxing der Takamine

Die Gitarre kommt in einer Art Hartschalen-Soft-Case. Also eine Art Gigbag, welches jedoch dank des harten Kerns direkt den Eindruck vermittelt, dem Instrument genügend Schutz zu bieten. Dennoch kann die Gitarre dank der Träger auf dem Rücken transportiert werden. Praktisch! Bis auf den etwas strengen Kunststoffgeruch macht das Case einen wirklich soliden Eindruck! Neben dem Instrument selbst bekommen wir noch ein Handbuch für das Preamp-Modul sowie eine Beschreibung über das verbaute Pickup-System und einen Aufkleber für den Proberaum oder das Pedalboard-Case. Und – ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen – eine Bedienungsanleitung für die Gitarre selbst inklusive Sicherheitsanweisungen (ah Saiten könnten reißen?!) Na da hat man beim Auspacken immerhin ein klein wenig mehr Spaß! Ein Werkzeug zum Einstellen des Halsspannstabs suche ich vergebens, das ist schade und sollte eigentlich dabei sein! Die Gitarre, einmal in die Hand genommen, verbreitet direkt einen Vibe der zum Musikmachen einlädt. Alles sieht hier auf den ersten Blick top verarbeitet aus und fühlt sich auch so an.

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Facts & Features der Takamine Akustikgitarre

Die Takamine FT340 BS ist ein in Japan gefertigtes limitiertes Sondermodell, das durch seine Holzkombination aus massiver Fichte für die Decke und „Burl Sapele“ (Burl steht wohl für Wurzelholz) für Boden und Zarge besticht. Sapele erinnert stark an Mahagoni, klingt aber meistens klarer und heller. Die Dreadnought-Korpusform ist mit einem Hals aus Mahagoni und einem Griffbrett aus Palisander ausgestattet. Am Sattel messe ich eine Griffbrettbreite von 42 mm, die Mensur beträgt 644 mm. Der Hals macht auf mich einen angenehm dicken Eindruck. Das Halsprofil würde ich vom Gefühl her als C beschreiben. Die Gitarre besitzt geschlossene Takamine Mechaniken und ansprechende schmale Dot-Inlays auf dem Griffbrett. Abgerundet wird alles durch ein Natural Gloss Finish am Body und ein sehr angenehmes Satin-Finish am Hals. Als Elektronik kommt der Takamine eigene Palathetic Pickup mit dem CTF-2N Preamp (ebenfalls aus eigenem Haus) zum Einsatz. Bereits mit einem zweiten Gurtpin ausgestattet, ist die Gitarre direkt bereit für die Bühne.

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Elektronik & Pickup System

Wie bereits erwähnt, ist die Gitarre mit dem von Takamine Palathetic Pickup genannten System ausgestattet. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Piezo-Tonabnehmer (Under Saddle Transducer) arbeitet der Palathetic Pickup laut Takamine völlig anders. Der Tonabnehmer besteht nämlich aus sechs einzelnen Piezo-Elementen (eines für jede Saite), womit der Hersteller ein viel natürlicheres Klangbild verspricht. Das Gehäuse des Pickups ist mechanisch an Bridge und Decke montiert, was demnach die Vibrationen der Decke mit in den Sound einfließen lassen soll. Takamine verspricht definierte Artikulation für jede Saite sowie reichhaltigen harmonischen Sound durch die Deckenvibration, was für einen kompletten und akkurat realisierbaren Akustikgitarrenklang selbst bei hohen Lautstärken steht. Verstärkt wird das Ganze durch den CTF-2N Preamp. Dieser Preamp seinerseits ist eine Hommage an den „Brownie“. Jener FET-Preamp, der in den Gitarren verbaut war, die von Springsteen, Bon Jovi und Konsorten gespielt wurden und die den elektro-akustischen Takamine Sound bekanntgemacht haben. Die Merkmale dieses Preamps wurden von den Ingenieuren bei Takamine aufgegriffen und etwas angepasst, um der heutigen Zeit gerecht zu werden. So finden sich neben der 2-Band Klangregelung des Originals noch ein einstellbares Notch-Filter sowie ein chromatisches Stimmgerät. Das Notchfilter kann auf der Bühne sehr hilfreich sein, um bei höheren Lautstärken Feedback-Frequenzen schmalbandig zu entfernen. Sehr gelungen ist hier die Wahl zwischen 6 dB und 12 dB Absenkung. Das Stimmgerät funktioniert ohne wie auch mit eingestecktem Klinkenkabel. Bei Letzterem verhält sich der Einschaltknopf des Tuner so, dass bei einmaligem Drücken der Tuner in Kraft tritt, das Gitarrensignal jedoch vorhanden bleibt und bei einem weiteren Klick das Signal stummgeschaltet wird, wobei der dritte Klick den Tuner wieder abschaltet. Gut mitgedacht! Einzig die Genauigkeit des Tuners könnte ein wenig präziser sein.

Sound & Praxis der Takamine FT340 BS

Die Verarbeitungsqualität dieser Gitarre lässt wirklich keine Wünsche offen. Alles fühlt sich wertig an, die Mechaniken laufen rund, die Bünde sind sauber abgerichtet und der Hals spielt sich wie Butter. Das Finish und die Maserung sehen äußerst schön aus. Für Dreadnought typisch klingt die Gitarre verhältnismäßig laut und hat, wie ich es von einigen Takamines kenne, diesen leicht metallischen, aber dennoch druckvollen und runden Sound. Akustisch gespielt hält sie sich im Bassbereich im Vergleich zu zwei anderen Dreadnoughts, die hier im Studio stehen, eher zurück, ist dafür aber in den Mitten umso präsenter. Um euch die akustischen Qualitäten dieser Gitarre näherzubringen, klemme ich ein Neumann TLM102 vor die Gitarre, positioniere es etwas schräg auf die Position schauend, wo normalerweise ein Cutaway einer Gitarre wäre und lege los.

Gleichzeitig hatte ich die Gitarre noch über den Tonabnehmer direkt in das RME Fireface 802 aufgenommen, um somit einen genauen Vergleich von akustischem und verstärktem Sound zu erzeugen. Tatsächlich fällt direkt auf, dass die Gitarre nicht so krass nach klassischem Piezo klingt. Schön! Das wird wahrscheinlich all diejenigen freuen, die diesen Sound auf gar keinen Fall ertragen können. Es klingt definitiv dreidimensionaler und natürlicher! Gerade wenn man perkussiv spielt, merkt man, wie Mutes nicht nur im Bass ansprechen, wie sonst oft bei Piezos üblich, sondern die Saitengeräusche tatsächlich auch abgebildet werden, was dem Ganzen viel mehr Snap verleiht und eben an das akustische Vorbild erinnert! Unbearbeitet ist mir der Sound jedoch etwas zu unterrepräsentiert in den Bässen und im EQ der DAW zeigt sich, dass ein Dip bei ca 1 kHz dem Sound sehr viel bringt! Es sollte in einem Live-Setting für die Person am FOH kein Problem darstellen, die Gitarre in diese Richtung zu shapen. Möchte man selbst tätig werden, finde ich es hilfreich, an de 2-Band Klangerelung des Preamps die Bässe etwas zu boosten. Der Höhen-Boost gefällt im Vergleich dazu nicht so wirklich.

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Fazit

Mit der FT340 BS liefert Takamine hier eine wirklich schöne und solide Gitarre, die ich definitiv auf der Bühne sehe. Verarbeitung und Qualität sind exzellent, die Bespielbarkeit absolut top! Einzig der Tuner könnte etwas genauer arbeiten. Dennoch hat man hier eine Gitarre, die zu einem fairen Preis alles bietet, was man braucht, um auf der Bühne glücklich zu werden!

Plus

  • Verarbeitung
  • Optik
  • Bespielbarkeit
  • Tuner Konzept

Minus

  • kein Werkzeug für Halsspannstab
  • Tuner Präzision

Preis

  • 1.699,- Euro
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