Workshop: True Bypass oder Buffer?

2. August 2018

True Bypass oder Buffer?

True Bypass titel

Einer der wohl am häufigsten verwendeten Begriffe, wenn es um Effektpedale, Stompboxen, „Tretminen“ etc. geht, ist das Feature True Bypass. Schauen wir uns Testberichte und Beschreibungen von Pedalen an, taucht neben dem Begriff True Bypass auch gerne einmal das Wort Buffer auf. Was ist das eigentlich?

Diese beiden Begriffe werden unter Gitarrenfreaks gerne diskutiert. Es gibt diesbezüglich grundsätzlich kein Gut, Schlecht, Richtig oder Falsch. Die Unterschiede und den Einsatz dieser beiden Varianten soll hier etwas intensiver unter die Lupe genommen werden.

True Bypass

Der sogenannte True Bypass ist letztlich nichts anderes als eine direkte Verbindung des Eingangssignals, welches an der Eingangsbuchse anliegt, zur Ausgangsbuchse. Damit wird die Effektschaltung schlicht und einfach komplett umgangen („ge-bypassed“). Die direkte physische Verbindung erfolgt über einen Fußschalter, der meist drei unabhängige Umschalter (3DPDT) gleichzeitig betätigt. Das Eingangssignal wird stets erst an diesen Schalter geführt, der dann das Signal an A (die Effektschaltung) oder B direkt weiter an die Ausgangsbuchse führt. Die Effektschaltung ist zwar stets aktiv, bekommt das Eingangssignal aber nie zu Gesicht, da der Schalter die Weiche auf Umleitung zum Ausgang gestellt hat.

Ein True Bypass hat aber nicht immer ausschließlich Vorteile. Hat man ein Board mit vielen Pedalen, kann ein Höhenverlust auftreten, sogar auch, wenn bei allen Effekten der True Bypass (soweit vorhanden) aktiviert ist und quasi eine direkte physikalische Verbindung zwischen Gitarre und Verstärkereingang besteht.

Hier kommt ggf. der Buffer ins Spiel. Dieser kann das Problem eines Klangqualitätsverlusts mit nur wenigen Bauteilen lösen. Buffer arbeiten mit Transistoren oder auch ICs.

True Bypass Externer Buffer

— Externer Buffer —

Buffer

Wenn ein Pedal keinen sogenannten True Bypass besitzt, hat es meist einen sogenannten Buffer eingebaut. Dieser Buffer, welcher meist am Eingang, gelegentlich sogar auch am Ein- und Ausgang der Effektschaltung sitzt, erfüllt die Aufgabe, eventuell auftretenden Höhenverlusten entgegenzutreten, da die Schaltung des Effekts dem Gitarrensignal einen gewissen Widerstand entgegensetzt. Dieser sorgt gelegentlich dafür, dass die hohen Frequenzen mehr oder weniger beschnitten werden.

Ein Buffer ist technisch gesehen ein Verstärker mit dem Verhältnis 1:1, der lediglich die Impedanz des Eingangssignals ändert. Es ist da, um dem entgegenzuwirken, was beim Zusammenspiel der beteiligten physikalische Faktoren (Induktivität der Tonabnehmer, Kapazität und Widerstand von Kabeln usw.) unter Umständen geschieht.

Brauche ich einen Buffer?

Diese Frage wird jeder Gitarrist etwas anders beantworten und eher für semiprofessionelle oder Profis relevant sein. Viele Gitarristen sind der Ansicht (falls sie überhaupt feststellen sollten, dass ihnen irgendetwas fehlt), einen eventuell bemerkten Höhenverlust, der durch eine größere Anzahl an Effekten oder die Verwendung sehr langer Kabel auftritt, durch ein leichtes Anheben des Höhenreglers am Verstärker auszugleichen. Dies ist grundsätzlich kein schlechter und dazu preisgünstiger Gedanke!

Im Allgemeinen wird ein Buffer bei besonders langen Kabelwegen, einem Pedalboard mit vielen Pedalen, im Effektweg eines Verstärkers oder ggf. bei Verwendung eines Gitarrenpedals mit einer niedrigen Eingangsimpedanz empfohlen. Niemand benötigt unbedingt einen zusätzlichen Buffer, aber man möchte vielleicht einen einsetzen, wenn man den Eindruck hat, dass der persönliche Sound (sofern er aus zahlreichen Effektpedalen generiert wird), an Präsenzen und Kraft verliert, bevor er den Eingang des Verstärkers erreicht.

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