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Workshop: Welche DJ-Techniken gibt es?

2. Januar 2020

DJ-Fachbegriffe und was sie bedeuten


Du hast dir ein DJ Equipment angeschafft und willst endlich loslegen, es zu bewegen. Aber wie? Damit dein Equipment letztendlich nicht verstaubt, möchte ich dir nachstehend Techniken vermitteln, die du gleich ausprobieren kannst. Mache mit, dein Equipment wird es dir danken und nach ein paar Trainingsstunden wird der Erfolg auf deiner Seite sein.

Baby Scratch

Der ursprüngliche und einfachste aller Scratches. Hierbei musst du die Platte mit den Fingern zum Takt vor- und zurückbewegen. Der Fader spielt hierbei noch keine Rolle.

Übung: Scratche zu einem laufenden Beat einen Sound (es empfehlen sich Sounds mit langen Vokalen), ohne natürlich den Fader zu benutzen. Achte darauf, dass du den Takt halten kannst. Versuche auch durchaus einmal, den Sound durch verschiedene Geschwindigkeiten zu variieren.

Mixing

Die Kunst des Mixing besteht darin, einen möglichst guten Übergang von einer Platte zur anderen zu finden. Die einfachste (aber nicht gerade eleganteste) Möglichkeit dies zu tun, ist mit einen harten Cut die zweite Platte einzuspielen, das heißt, während die erste Platte läuft, mit einem abrupten Faderwechsel von z. B. ganz links nach ganz rechts auf die zweite Platte zu wechseln. Das kann sich manchmal ganz gut anhören, ist in der Regel jedoch nur eine Notlösung, z. B. wenn ein DJ im Club nicht rechtzeitig die richtige Geschwindigkeit der zweiten Platte für einen fließenden Übergang findet.

Versuche es. Führe einen oben erwähnten harten Cut durch.
Du musst die Platte an der Stelle des Taktes der ersten Platte loslassen, auf die die Stelle des eingespielten Taktes passt. Es ist hierbei üblich, die zweite Platte an der Stelle des ersten Bassdrum-Schlags hineinzucutten. Lass den Cut auf einen Baby-Scratch folgen, da du so die Platte eher in der richtigen Geschwindigkeit loslässt.

Die zweite Möglichkeit, einen Übergang herzustellen, ist eben dieser erwähnte fließende Übergang (Blending), also ein Ineinanderlaufen der Platten. Hierbei musst du die zweite Platte auf exakt dieselbe Geschwindigkeit einstellen wie die erste Platte, da die Platten ansonsten auseinanderlaufen würden und ein unerwünschter Effekt entstünde. Damit du die richtige Geschwindigkeit bestimmst, bediene dich der Vorhöreinrichtung des Mixers: Während Platte 1 läuft, verfolgst du über Kopfhörer den Beat der Platte 2. Dabei achtest du auf die herausstechenden musikalischen Merkmale wie z. B. die Snare (z. T. aber auch erste Bassdrum etc.).

Finde diese Merkmale aus einem Beat heraus und spiele sie kurz an.
Diese Merkmale versucht du dann geschwindigkeitstechnisch denselben Merkmalen der Platte 1 anzupassen. Hierfür benutzt du den Pitch-Regler des Plattenspielers. Läuft Platte 2 zu langsam, so bringst du sie mit Hilfe eines leichten Fingerstoßes wieder in den Takt der Platte 1 und erhöhst gleichzeitig die Geschwindigkeit mit Hilfe des Pitch-Reglers ein wenig. Ist die Platte zu schnell, so verlangsamst du sie kurz, bis sie ebenfalls wieder auf dem Takt der Platte 1 liegt und justierst die Geschwindigkeit etwas niedriger. Wiederhole diese Vorgänge so oft, bis du die richtige Geschwindigkeit gefunden hast und die Beats der Platten nicht mehr auseinanderlaufen.

Für dich als Übung: Lasse zwei identische, aber verschieden schnelle Beats laufen und bestimme, welcher der beiden zu langsam bzw. zu schnell ist und gleiche dann beide Beats durch das beschriebene manuelle Justieren wieder an. Hat dies funktioniert, woran ich nicht zweifele, stelle den Pitch-Regler entsprechend ein. Wiederhole diesen Vorgang so lange, bis beide Platten synchron laufen.

Nun kannst du die Platte 2 über die Platte 1 einspielen. Hierfür benutzt du in der Regel den Crossfader. Mithilfe der Fader-Curve-Funktion stellst du ein, wie schnell die Platte 2 eingespielt wird. So kannst du sie z. B. bei einer weichen Fader-Curve-Einstellung langsam lauter werden lassen, indem du den Fader behutsam hinüberziehst. Den lautesten Pegel erreichst du hierbei, wenn sich der Fader in der Mittelposition befindet. Ziehst du den Crossfader weiter auf die andere Seite, so nimmt der Pegel der Platte 1 im selben Maße ab. Steht der Fader schließlich in seiner Endposition, also gänzlich auf der Seite der Platte 2, so ist Platte 1 nicht mehr zu hören. Schon hast du den Übergang vollendet.
Bei einer harten Einstellung der Fader-Curve wirst du Platte 2 hören, sobald der Crossfader die Seite der Platte 1 verlässt. Dies ist dann von Vorteil, wenn du die Platte 2 sofort in ihrer ganzen Lautstärke einspielen möchtest.
Versuche eben diese Variationen ausprobieren. Du schaffst es.

Echo-Fade

Es gibt schließlich noch weitere Möglichkeiten, die gewünschte Platte auszublenden. So kannst du, hast du z. B. beide Platten laufen, eine der beiden mit einem sogenannten Echo-Fade runterziehen. Du wartest hierbei auf einen signifikanten Sound (am besten ein Vocal, aber auch Bassdrum, Snare), ziehst diesen bei geschlossenem Line-Fader zurück, spielst den Sound abermals ein, jedoch nur noch bei einer Line-Fader-Öffnung von z. B. 80 %, ziehst den Sound wieder bei geschlossenem Fader zurück, spielst ihn ein bei einer Öffnung von 60 % usw. Bei jeder Öffnung wird der Sound leiser, so dass sich ein Echo-Effekt ergibt.

Hört sich heftig an, aber wird, je mehr du übst, immer einfacher.

(c Shutterstock)

Beat-Juggling

Beim Beat-Juggling (wörtlich übersetzt: [mit dem] Takt jonglieren) lässt du durch das Ineinander-Cutten zweier identischer Beats einen vollkommen neuen Beat entstehen. Hier kannst du dich austoben, denn deiner Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. So kannst du einerseits, während auf einer Platte der Beat durchläuft, Teile desselben Beats mittels der anderen Platte einspielen. Interessante Effekte ergibt zum Beispiel eine versetzt (z. B. auf die Sechzehntel) eingespielte Bassdrum oder Snare.
Gleichwohl ist es möglich, z. B. die Bassdrum von Platte 2 ein paarmal versetzt einzuspielen und dann im richtigen Takt mit einem harten Cut ganz auf die Platte 2 zu wechseln, woraufhin du die erste Platte schnell zurückdrehst und schließlich auf die gleiche Weise wieder einspielst usw. Diesen Vorgang nennt man Backspinning.
Wie gesagt gibt es hierbei unzählige Varianten, die du dir, hast du die Grundlagen erst einmal verinnerlicht, durch viel Übung selbst erarbeitet kannst.

Probiere zu einem laufendem Beat, Elemente desselben Beats von der anderen Platte einzucutten und experimentiere.

Forward-Scratch

Die Basis für alle weiteren komplizierteren Scratches ist der Forward-Scratch. Du öffnest den Cross- oder Linefader an der gewünschten Stelle eines Sounds auf der Platte und lässt die Platte gleichzeitig los, sodass der Sound hörbar wird. Ist der gewünschte Klang zu Ende, schließe den Fader wieder. Möchtest du diesen Sound wiederholen, so drehst du den gewünschten Sound bei geschlossenem Fader zu seinem Anfangspunkt zurück, öffnest den Fader und lässt den Sound wieder laufen usw. Durch diesen Vorgang kannst du einen netten rhythmischen Effekt erzielen. Kennzeichne den Anfangspunkt durch eine Markierung punktgenau (Aufkleber auf der Platte), denn das Vorhören durch den Kopfhörer beansprucht bei dieser Methode zuviel Zeit. Dieser Scratch lässt sich durch verschiedene Arten der Plattenhandhabung variieren:
Forward-Drag: Du bewegst die Platte langsam mit den Fingern vorwärts
Forward Stab/Chop: Du drückst die Platte ruckartig kurz nach vorne
Forward Push/Throw: Steigerung des Forward Stabs/Throws; die Tonhöhe des Sounds geht durch die Geschwindigkeit deutlich nach oben

Military-Scratch

Der Military-Scratch ist eine Kombination aus dem Baby- und dem Forward-Scratch. Du machst also rhythmische Bewegungen mit der Platte, mal mit, mal ohne Fader zu schliessen, so dass sich ein Sound ergibt, der dich an einen Militärmarsch erinnert.

Transformer

Du bewegst die Platte langsam hin und her, während du den Fader in schnellen rhythmischen Bewegungen öffnest und schließt. Es ergibt sich ein stotternder Sound, dessen Tonhöhe du variieren kannst, indem du die Platte wie beim Forward entweder pushst oder dragst.

Es ist noch kein DJ vom Himmel gefallen. Daher heißt das Motto wie auch bei allen anderen Sachen, üben, üben, üben. Auch die Fingerfertigkeit musst du trainieren. Versuche es mit einem Finger-Skateboard, das hilft. Ich wünsche dir nun viel Erfolg beim Ausprobieren und wenn es nicht gleich klappt, zertrümmere nicht dein Equipment, übe weiter, denn es zahlt sich aus.

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