Zeitmaschine: Roland R-880 Reverb und GC-8 Remote

3. Oktober 2020

Der modulare digitale Vintage-Hall mit Remote

Das Ende der 1988 von Roland präsentierte R-880 war zur damaligen Zeit ein Hallgerät, das man aus heutiger Sicht  als „high end“ bezeichnen würde. Nachdem digitaler Hall zunächst auf Basis von Delay-Tabs realisiert wurde, wurde diese Methode mit zunehmender Rechenleistung durch Simulationen auf Basis von Rechenmodellen abgelöst. Der R-880 bietet zwar auch TAP-basierte Hallprogramme, aber eben auch Raumsimulationen mit Parametern wie Raumgröße, Raumform  etc. – kurz bevor Sony mit dem DER-S77 die nächste Technik zur Raumsimulation präsentierte – Convolution Reverbs.

Roland R-880 Hardware

Der Roland R-880 besteht wie einige der Konkurrenten dieser Zeit aus einem Rack und einem Remote-Controller. Das Rack hat 2 HE und ist mit 421 mm ganz schön tief und wiegt stattliche 10 kg.

Roland Remote Control GC-8

Die Remote besticht mit einem hintergrundbeleuchtetem graphikfähigen Display mit 5 darunter liegenden gerasterten Encodern und ist daher auch treffsicher GC-8 (graphic controller) genannt, ein deutlicher Mehrwert gegenüber den „Taschenrechnern“ von Lexicon. Das Gehäuse des Controllers ist übrigens mit derselben Oberflächenbeschichtung überzogen wie der R-8 Drumcomputer oder das Studio M. Diese Beschichtung neigt dazu, „speckig“ zu werden und muss öfter gereinigt werden.

Speicherkarten dringend erforderlich

Hier zeigt sich auch die erste wirkliche Besonderheit, die auch beim Gebrauchtankauf zu beachten ist. Damit der GC-8 überhaupt hochfährt, muss  die R88-GC8-1 Speicherkarte – vom Format und der Konstruktion baugleich zu den damaligen ROM-Karten für z. B. D-50, D-110, R8 – eingelegt sein, auf ihr befindet sich nämlich das Betriebssystem für den GC-8. Will man später Programme von Speicherkarten in den R-880 laden oder auf RAM-Karten speichern, muss man immer die Betriebssystemkarte auswerfen und die Programmspeicherkarte einsetzen, eine wie ich finde sehr unglückliche Lösung. Wahrscheinlich war angedacht, den GC-8 auch für andere Geräte als Remote einsetzen zu können, darum das eigene Betriebssystem auf der RAM-Karte. Das Betriebssystem des R-880 selbst befindet sich auf 2 EPROMs im Rack. Die letzte Version war 2.0, gelegentlich findet man solche Chips auch auf eBay.

Eine weitere Besonderheit des R-880 ist, dass man die einzelne Effektmodule wie Hall, Early Reflections, Plate, Delay, Gate, Chorus, EQ und Kompressor als Bausteine platzieren und verschalten und das Signal auch frei zwischen den 2 Eingängen und 4  Ausgängen routen kann. Die insgesamt 2 Effektblöcke können dabei voneinander unabhängig mit Monoeingang und Stereoausgang arbeiten oder kombiniert werden. Die internen Schalt- und Mixmöglichkeiten sind also sehr komplex, man kann sich aus vorhandenen Bausteinen komplexe Effektketten bauen, etwas, was meines Wissens nach beim Erscheinen des R-880 kein anderer Effekt so konnte.

Nach dem Einschalten des GC-8 befindet man sich im Memory-Modus der Speicherverwaltung

Die „Main Unit“,  also das Rack selbst, ist üppig mit Ein- und Ausgängen ausgestattet. Zunächst findet man die analogen Ein- und Ausgänge symmetrisch (XLR) und als Klinken (lt. Handbuch unsymmetrisch) vor. Die Eingangsempfindlichkeit der unsymmetrischen Eingänge kann dabei von +4 dBm auf -20 dBm umgeschaltet werden. Auf der Vorderseite findet man 6 LED-Ketten, die die Ein- und Ausgangspegel anzeigen, einen Regler für die Eingangsempfindlichkeit, einen MIDI-Channel-Wahlschalter, eine MIDI-Channel-Anzeige und den Netzschalter.

Weiterhin kann der R-880 aber auch digital eingebunden werden. Es gibt sowohl optische als auch koaxiale Verbindungen bei 44,1 und 48 kHz für die 2 Eingänge und 4 Ausgänge. Eine Wordclock-Anbindung hingegen gibt es leider nicht. Deshalb habe ich den R-880 in meinem Studio klassisch analog eingebunden, da ich mit einer zentralen Wordclock  arbeite – die digitale Anbindung dürfte aber zur damaligen Zeit durchaus auch von großem Interesse (Stichwort Wandler) gewesen sein – ich habe mich seinerzeit für den R-880 zu interessieren begonnen, als ich über einen Artikel gestolpert bin, der berichtet hat, dass der R880 als Wandler für Classic-Masterings „missbraucht“ wurde – der R880 war also hardwaretechnisch 1990 also absolut top und Roland hat da definitiv einiges an Engineering-Power geliefert.

Der R-880 und MIDI

Der R-880 wird über MIDI-Protokoll mit dem GC-8 ferngesteuert, theoretisch kann man 16 R-880 mit einem GC-8 steuern, einen pro MIDI-Channel. Weiterhin kann man über MIDI die Parameter des im Speicher befindlichen Programms ansteuern, man kann den R-880 also über MIDI von der DAW aus automatisieren. Findige Geister haben auf Basis dieser Möglichkeiten eine Remote-Software programmiert, mit der der R-880 über MIDI vom Rechner ganz ohne GC-8 ferngesteuert werden kann und vor allem auch mit Programmen beschickt werden kann, weiterhin kann man seine Speicherkarten auf der Festplatte speichern. Für diese Software-Lösungen benötigt man in der Regel einen R-880 mit Software V 2.0. Möchte man seinen R-880 auf V2.o aufrüsten und mit dem GC-8 editieren, ist zu beachten, dass man auch eine R88-GC8-1 Speicherkarte mit der Version V2 benötigt, diese sind aber so gut wie nicht mehr und wenn dann nicht ohne GC-8 im Bundle zu bekommen.

Theoretisch können bis zu 16 R-880 mit einem GC-8 Controller ferngesteuert werden

Roland R-880 Features & Fakten

Wie ist der R-880 denn nun organisiert? Zunächst gibt es einmal 5 Modes, die durch Drücken von Shift und den 5 Funktionstastern aufgerufen werden können,

  • Algorithm: Anordnen und Verknüpfen der Effektblöcke
  • Parameter: Editieren der einzelnen Effektblöcke
  • Mixer: Input, Output, interne Mixer
  • Function: Verbindung zur GC-8, MIDI, Einstellungen der digitalen Schnittstellen
  • Memory: Laden, Speichern, Speicher- und Preset-Verwaltung

Eine detaillierte Betrachtung vor allem der einzelnen Parameter jedes Effektbausteines würde den Rahmen eines Testberichtes definitiv sprengen. Wer wirklich tief in die Materie einsteigen will, kann sich im Netz das 240 Seiten starke Handbuch ziehen und durchackern, wenn er die Muße dafür hat, ich fand learning by doing aber effizienter und bin mit dem Handbuch nicht so recht warm geworden.

Hier daher eine kurze Beschreibung der Modes mit Screenshots zur Illustration:

Roland R-880 Algorithm Mode

Was kann man also im Algorithm Mode machen? Vereinfacht gesagt, Module anordnen und verknüpfen. Insgesamt gibt es 14 Hallmodule samt 2 damit immer einhergehenden Early Reflection-Modulen, 2 Chorus Units, 2 Kompressoren, 2 EQs und 2 Delays sowie 10 Mixermodule, wobei die 10 Mixermodule identisch sind , d. h. man hat von der Anzahl her max. 10 interne Mixer, um Module zu routen und zu mischen.

Mit Move können mittels den Cursor-Tasten des GC-8 Effektbausteine Gewählt und platziert werden

Die Module selbst haben auch unterschiedliche Konfigurationen von Ein- und Ausgängen. So hat ein EQ einen Ein- und einen Ausgang, ein Early Reflection Modul z. B. bietet aber einen Ein- und drei Ausgänge. Unter Verwendung der Mixermodule lassen sich so sehr ausgeklügelte Signalpfade realisieren. Das passiert aber nicht in Echtzeit. Werden Signalpfade verändert und Module eingesetzt, gelöscht oder neu verknüpft, muss das Ganze erst an den R-880 gesendet und der neue Signalpfad berechnet werden, erst dann hört man das Ergebnis und kann die Parameter editieren. Effekte erstellen ist also immer ein Geduldsspiel, manchmal reagiert der GC-8 auch träge. Vermutlich ist das der Tatsache geschuldet, dass alles auf dem MIDI-Protokoll basiert.

Mit Joint können die einzelnen Module verschaltet werden

Wenn man denn wirklich eigene Programme bauen will, ist es vor allem am Anfang ein guter Weg, von bestehenden Presets wegzuarbeiten. Im Laufe der Zeit wurden Presets prominenter Engineers vermarktet, so gibt es Karten mit Quantec QRS Presets, Presets von Lee Quintana, George Massenburg, Roger Nichols, George Thorn. Wenn man ausloten möchte, was der R880 wirklich kann, dann empfiehlt es sich sehr, nach solchen Karten im Gebrauchtmarkt Ausschau zu halten und von dort wegzuarbeiten und die Routings und Einstellungen der Programme zu analysieren.

Roland R-880 Parameter-Mode

Im Parameter-Modus können dann die Einstellungen des jeweiligen Moduls bearbeitet werden und hier spielt der GQ-8-Controller dann seine Stärken aus. Je nach Modul werden Hüllkurvenverläufe, EQ-Kurven, Räume und Raumgrößen, Delay-Lines etc. graphisch anschaulich dargestellt und bieten Feedback auf die Parametereingabe über die Endlosdrehregler. Für 1990 war das schon eine Ansage, man könnte auch sagen, der Zeit voraus. Anbei ein paar Screenshots von Modulen.

Mixer-Mode

Im Mixer-Mode können die Pegel der einzelnen Module gemischt werden.

Die beiden restlichen Modi, Function und Memory beinhalten Systemeinstellungen und die Speicherverwaltung.

Der Klang des R-880 Halls/Reverbs

Vom Klang her ist der R-880 auch heute noch gut einsetzbar, er hat natürlich seine Stärken und Schwächen. Die mittleren und vor allem die kleinen Räume liegen dem R-880 definitiv. Der Nachhall ist sehr präsent und dicht. Für Perkussives und auch für Synthsounds, die kurze bis mittlere Halls brauchen, ist der R-880 auch heute noch eine überzeugende Wahl. Obwohl es eine Karte mit Lexicon 480 Presets gibt, erreicht der R-880 den großen warmen „Lexicon“ Sound nicht ganz. Er wertet Signale generell auf, gerade auch dann, wenn man denn Effekt soweit zurücknimmt, dass man ihn gerade noch wahrnimmt. Schaltet man ihn weg, fehlt etwas im Mix. Außerdem kann man den R-880 sehr gut mit anderen Halls mischen, ich setzte ihn gerne im Verbund mit einem Lexicon 300 und auch dem oben am Bild zu sehenden Quantec ein – ich bin ja generell ein Freund der Verwendung von externen Hallgeräten und Effekten im DAW-Verbund. Es lebt einfach mehr als Plugins auf der rein digitalen Ebene – Wandlung aus der DAW über Hardware-Send-Effekte, Return über das Pult. In Cubase, mit dem ich arbeite, kompensiert das Programm die Latenzen einwandfrei.

Trotz der aus heutigen Maßstäben nicht mehr zeitgemäßen Samplerate von 48 kHz und der 30 Jahre alten Wandlertechnik mit „nur“ 16 Bit AD (Burr-Brown) und 18 Bit DA klingt der R-880  einfach gut und hat nach wie vor seine Existenzberechtigung.

Alternativen zum Roland Hall R-880

Natürlich alle möglichen VST-Plugins für die DAW. War es vor 30 Jahren noch innovativ, auf digitaler Ebene Kompressoren, EQs, Delays und Reverbs verschalten zu können, so macht man genau das eben heute bequem in der DAW.

Vintage Hall Roland SRV-2000

Es ist davon auszugehen, dass das gebündelte Know-how über die Jahre in Folgeprodukte aus dem Hause Roland/Boss eingeflossen ist, in Effektprogramme von JVs, Fantoms, JX-DAs, Integras etc., aber gerade der modulare Ansatz des R-880 schreit doch geradezu danach, in die Roland Cloud portiert zu werden – als R880 Effekt-Plugin – am besten gleich mit den Presets der zumindest vom Hersteller kommerziell erhältlichen Patches, so wie es Korg mit dem virtuellen M1 und der Wavestation bereits vorgemacht hat, sonst wird ja auch aus der Historie des Hauses Roland vieles neu aufgewärmt und verwurstet.

Wer hingegen nicht auf eventuell anstehende digitale Resteverwertung spekulieren möchte und den Sound der Nachfolger (obwohl einen DIREKTEN Nachfolger gab es eigentlich nicht) wie SRV330, SRV3030 weniger überzeugend fand (die BOSS Produktlinie einmal außen vor gelassen – auf der Platine des R-880 befinden sich übrigens 2 Boss-Chips), dem sei ein R-880 wärmstens ans Herz gelegt. Leider sind die Geräte mittlerweile rar und meist auch überteuert.

Fazit

Der Roland R-880 ist ein gut einsetzbarer Digitalhall mit Fokus auf kurze bis mittlere Räume. Die Möglichkeit, Module und Signalketten selbst zusammenzustellen, macht ihn auch heute noch interessant. Beim Gebrauchtkauf sollte man trachten, ein Exemplar mit Betriebssystem V2 zu ergattern, da auf diesem alle Programme von Drittanbietern laufen und da gibt es einige sehr gute Presets. Findige Anbieter haben Software und Interfaces entwickelt, mit denen sich der R-880 vom Rechner aus fernsteuern lässt, was noch eine Ecke ergonomischer ist und die Preset-Verwaltung vereinfacht.

Plus

  • Klang bei kleinen bis mittleren Räumen
  • Modulketten und Routing selbst zusammenstellbar
  • hochwertige Presets, z. T. von Drittanbietern
  • Steuerung vom PC über Drittanbieter-Software möglich

Minus

  • selten, daher meist überteuert
  • um auf V2 upzugraden, braucht man EPROMs für den R-880 UND eine R88-GC8-1 Karte V 2.0 für den Controller
  • Speicherkarten sind mittlerweile auch schwer zu bekommen
Klangbeispiele
Forum
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    lightman  AHU

    Schöner Artikel, entspannte Lektüre am frühen Samstagmorgen!

    Das R-880 kannte ich bis dato nicht, optisch (Menüführung, Anordnung der Effektslots) und klanglich erinnert es mich an die Effektsektion meines XP-80.

    Der Roland-Sound dieser Zeit war seidig, super-Hifi und breit, das merkt man auch in den Effektprogrammen. Verspultere Sachen sind auch möglich, aber nicht einfach zu bewerkstelligen, da manche Effekte zumindest im XP-80 in extremen Einstellungen ihre digitale Natur offenbaren, da liegt dann nur ein winziger Dreh am Regler zwischen schönem Krach und ohrenbetäubendem Digitaltod.

  2. Profilbild
    toneup  RED

    Hallo Lightman, den XP 80 hatte ich leider nie, daher kann ich das nicht beurteilen, aber generell ist der R-880 gutmütig im Klangverhalten. In den späteren Rolands die ich so habe und hatte, konnte ich ihn nicht so Recht wiederentdecken. Das mit dem Hi-Fi Sound kann ich in jedem Fall bestätigen, es waren für die damalige Zeit high End-Komponenten von Burr-Brown und Sony verbaut und er wurde auch als Wandler „missbraucht“

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    satchy  

    Interessanter Artikel,

    über ein Gerät welches immmer im Schatten des grossen LEXICON 480 stand.

    @toneup:
    „Steuerung vom PC über Drittanbieter-Software möglich“

    „Findige Geister haben auf Basis dieser Möglichkeiten eine Remote-Software programmiert, mit der der R-880 über MIDI vom Rechner ganz ohne GC-8 ferngesteuert werden kann und vor allem auch mit Programmen beschickt werden kann, weiterhin kann man seine Speicherkarten auf der Festplatte speichern.“

    Hast Du darüber weitere Informationen?

    Würde mich sehr interessieren.

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    falconi  RED

    Sehr schöner Beitrag mit guten Klangbeispielen und ein tolles Gerät „ahead of its time“.
    Ergänzend:

    Das Locking-Verhalten der Digitaleingänge war bei meinem R-800 immer etwas heikel.

    DIe 4 D/A-Wandler sind die damals sehr geschätzten Philips TDA1541.

    Das R-880 erzeugt einen sehr dichten, jedoch extrem hell klingenden, Hall, denn man mit dem eingebauten digitalen EQ oder einem nachgeschalteten analogen Filter bändigen sollte. Im Vergleich zu einem Lex kling es immer eher breit als tief, aber auch sehr „80er“.

    Das LCD-Display ist ein SEIKO EG2401S-ER mit EL-Folie und wird daher über die Jahre dunkel. Der Tausch der EL-Folie ist bei diesem Display etwas heikel. Vielleicht hat jemand bei AliExpress ein passendes LED-Display gefunden. Auch der Inverter hat eine sehr begrenzte Lebensdauer.

    Die Bedienlogik beim Laden und Speichern von Programmen ist gewöhnungsbedürftig – man überschreibt schnell Programme.

    Alle gebraucht angebotenen Karten wurden bei JEDER Nutzung zum Start des Gerätes neu eingesteckt und sehen entsprechend aus. Die ständige Umsteckerei ruiiniert auch den Slot im GC-8, der vielleicht für 5000 Steckzyklen dimensioniert ist.
    „Total Recall“ nach dem Einschalten Fehlanzeige!
    Das hat mich irgendwann so genervt, dass ich das Gerät nach gut 10jähriger, intensiver Nutzung (inkl Hard-/Software-Upgrade auf 2.0) zusammen mit allen Karten verkauft habe.

    Gebrauchtkaufempfehlung: Nein.

    • Profilbild
      swissdoc  RED

      Gemäss Service Manual sind die Converter alle Burr Brown PCM54 16-Bit DACs. Zwei im Eingang, mit Comperatoren als ADC genutzt. Zwei im Ausgang, dort mit externer Beschaltung auf 18-Bit gepimpt und durch Multiplexing auf je zwei Ausgänge geroutet.

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      toneup  RED

      Zu der Speicherthematik: Ganz habe ich das Thema dauerndes Umstecken nicht nachvollziehen können. Der GC-8 hat doch 99 interne Speicherplätze, da kann man doch problemlos sein persönliches best of ablegen. Dann genügt es, das die Systemkarte immer im GC-8 ist, was beim booten ja zwingend ist, und nur wenn man ein ganz spezielles Programm benötigt, das nicht in den 99 internen Speicherplätzen abgelegt ist, müsste man umstecken. Mit 99 Luftballons müsste man doch im Alltag auskommen, oder?

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    bluebell  

    „Speckige Oberfläche“ – Meinst Du damit eine gummierte Oberfläche, die mit den Jahren klebrig wird? Das habe ich auch bei meinen Squeezeboxen und der Fernbedienung. Außer Talkumpuder ist mir bisher noch nichts eingefallen, wie ich die Klebrigkeit wegbekomme.

    • Profilbild
      toneup  RED

      Nein, zum Glück sind keine Weichmacher oder ähnliches drinnen, die sich im Lauf der Jahre auflösen und die Oberfläche ist dann klebrig.

      Es ist ein Überzug der sich am ehesten mit samtig beschreiben lässt.

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    satchy  

    Vielen Dank für die Antwort.

    Der alte Link (älteres Projekt) ist leider tot.

    Hier ist der aktuelle Link mit Info’s und Erklärungen zur Software: https://bit.ly/2Gx5hhs

    Ist meines Erachtens etwas kompliziert… und „mac only“, wie Du schon erwähnt hast.
    Deshalb bleib ich bei der GC-8.

    @bluebell:
    Die Oberfläche ist mit einer Nextel-Beschichtung (Dunkelgrau rauhe Oberfläche) versehen, wie die REVOX Geräte zur damaligen Zeit, oder Walorf Wave-/Pulse.

    • Profilbild
      toneup  RED

      Vielen Dank für den Input betreffend Nextel, das wusste ich nicht. Mit speckig habe ich den Effekt gemeint, dass z.b. feuchte Hände die Oberfläche abdunkeln und auch Schmutz wird zu einem gewissen Grad mit aufgenommen , eben weil Microgranulat (Nextel – jetzt haben wir ja was gelernt) eingearbeitet ist. Wenn einen das stört putzt man öfters. Sieht cool aus, fühlt sich gut an, aber für einen Controller, na ja. Aber Roland und Oberflächendesign geht eben öfters schief- ich sage nur JD-XA

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    nativeVS  AHU

    Schoen klingt er ja schon (etwas in die Sony richtung) aber aufgrund der von dir und Falconi erwaehnten schwachstellen ist mein jahrelanges interesse sehr schnell erloschen. Seis drum, hab ja sowieso nicht genug hilfssummen am pult fuer noch mehr effekte.

  8. Profilbild
    JohnDrum  

    Und ich dachte, das Display sei nicht beleuchtet, weil es bei mir noch nie ging!
    Gibt es irgendwo eine Anleitung, wie man das Teil öffnet und nichts kaputtgeht?
    Erfahrung habe ich schon mit meinem TG77.

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      satchy  

      @John Drum,

      wenn Du beim TG77 die Hintergrundbeleuchtung schon gewechselt hast, so ist das für Dich bei der GC-8 ein“ Kinderspiel“.
      Es ist genau das gleiche Display resp. Leuchtfolie.
      Einzig beim „Herausziehen“ der Folie unter dem LCD-Display ist Vorsicht geboten, da diese festkleben könnte! Kleiner Trick ohne die LCD-Metallhalterung zu demontieren:
      Mit ungewachster Zahnseide oder einem dünnen Garnfaden zwischen Leuchtfolie und Platine einfädeln und mit „sägenden“ Bewegungen die Verklebung lösen.

      Hier findest Du eine kurze Beschreibung zum Folienwechsel des Display’s https://bit.ly/30vcpSA

    • Profilbild
      JohnDrum  

      Blöde Frage:
      Wo ist gerade die Antwort auf meinen Frage hin, die ich gerade noch gesehen habe?
      War, nachdem ich antworten wollte, weg!
      Weiß nicht, wer mir geschrieben hat: Toneup oder Swissdoc: Vielen Dank!

    • Profilbild
      satchy  

      @swissdoc

      Alle vier Einheiten:

      – GC-8 Version 1.01
      Anzeige beim Booten ohne Karte

      – R-880 Graphic Controller Version 1.02
      Anzeige beim Booten mit Karte

      – R-880 Version 2.00
      Anzeige nach Status „Connected“

      – System Program Card
      Leider nur R880GC802 (Version 1)

      • Profilbild
        swissdoc  RED

        Warum leider nur R880GC802? Wirkt sich das aus? Du hast ja 2.0 im Mainframe.
         
        Grund meiner Frage:
        Im Netzt (hauptsächlich bei Gearslutz) gibt es kaum Info zum Update von 1.01/1.02 auf 2.0 im Mainframe, nur eine krude Antwort von Roland, die aber gefühlt auch keine Info aus erster Hand mehr hatten.
         
        Im Handbuch steht nur, dass man die EPROMs auf 2.0 tauschen müsste. Die Images fliegen im Netz herum. Bisher hat es mich noch nicht so interessiert, dass ich es einfach mal probiert hätte. Ein finaler Test wären dann die paar Sounds auf einer der Karten, die bei mir nicht laden, weil sie V2.0 benötigen.
         
        Den genauen Unterschied zwischen 1.01/1.02 und 2.0 kennt auch keiner. Alles sehr nebulös.

        • Profilbild
          satchy  

          Es gibt in der Parameter Map kleine Unterschiede zwischen der Version 1.02 zur Version 2.00.
          Dementsprechend werden die div. Programmkarten eventuell nicht korrekt funktionieren.

          In V2.00, bei der Funktion => Param=>EQ1=>FUNC2
          wurde der ganze Block => EQ => LOW/MID/HIGH weggelassen…!?

          In V2.00 bei Parameter 3 => GATE1=> FUNC3=> Gate,
          in V2.00 bei Parameter 4 => CMPRS2 => FUNC4=> Cmprs,
          wurden div. Aenderungen vorgenommen…!?

          Deshalb sollte mit der 2.00 im Mainframe auch die System Programm Card Version 2.00 genutzt werden.

          Gem. Handbuch Vers. 1.02 => Seite 120,121 (PDF Seite 180,181 Alte Parameter Map)
          Gem. Handbuch Vers. 2.00 => Seite 120,121 (PDF Seite 50, 51 Neue Parameter Map)

          Diese Seiten (120,121) und weitere sollen gem. Roland Op. Manual V2.00 ausgetauscht werden.

          Habe 4 Halleinheiten R880 mit je einer GC-8, bei allen die gleichen ROM Versionen.

          – GC-8 Version 1.01
          Anzeige beim Booten ohne Karte, entspricht GC-8 ROM intern

          – R-880 Graphic Controller Version 1.02
          Anzeige beim Booten mit Karte, entspricht der System Programm Card V1.02

          – R-880 Version 2.00
          Anzeige nach Status „Connected“, entspricht dem Mainframe ROM V2.00

          – System Program Card
          Leider nur R880GC802 , entspricht der Version 1.02

    • Profilbild
      JohnDrum  

      Habe Version 2.00

      Leider ist mir gerade beim Anschalten nach kurzer Zeit das Teil abgeraucht!

      Rauch kommt vorne rechts raus. Dürfte in der Nähe des Ringkerntrafos sein?!
      Ein abgerauchter Kondensator?
      Hatte da so einen kleinen Knall gehört und der Pegel hatte kurz ausgeschlagen.

      Das Teil lief lange Zeit nicht.
      Meine Bude stinkt jetzt.

      Als Karten habe ich:

      Georg Massenburg
      Lee Qintana Custom Presets

      Die 480er Karte habe ich leider nicht.

      • Profilbild
        toneup  RED

        ohjee…das ist mir mit dem Quantum QRS der am Foto im Rack unter meinem R880 zu sehen ist , auch passiert. Da ist ein Bauteil im Netzteil (Kondensator) abgeraucht. Das hat der Fachmann meines Vertrauens für relativ kleines Geld beheben können, das muss also nicht das Aus sein, und um den Gestank aus dem Studio zu bringen, habe ich lange gebraucht. Mein Mitgefühl, aber das lässt sich beheben, der R-880 ist es wert.

        • Profilbild
          JohnDrum  

          Scheint vermutlich eher der Ringkerntrafo zu sein. Muss mal die Tage durchmessen (lassen).
          Service Notes habe ich im Netz gefunden.
          Einen Trafo zu ersetzen wird nicht einfach sein. Werde mal bei Roland anrufen.

    • Profilbild
      swissdoc  RED

      Bei mir sieht das so aus:

      Alle vier Einheiten:

      – GC-8 Version 1.01
      Anzeige beim Booten ohne Karte

      – R-880 Graphic Controller Version 1.02
      Anzeige beim Booten mit Karte

      – R-880 Version 1.01
      Anzeige nach Status „Connected“

      – System Program Card
      R880GC802 (auf einem Aufkleber)

  9. Profilbild
    JohnDrum  

    Wie ist das eigentlich mit den Speicherkarten:
    Ist jemanden der Speicher schon mal verloren gegangen, weil die Batterie leer ging?
    Vermutlich muss man die Karte in die GC 8 laden, dann Batterie wechseln und dann wieder zurückspeichern?

    • Profilbild
      satchy  

      Ja, das ist wie bei allen Synth’s nach dem Batteriewechsel.
      Wenn der interne Speicher der GC-8 keine Daten mehr hat, kannst Du die Batterie einfach wechseln.
      ACHTUNG! die ist in der Regel gelötet, eine CR2032 mit Lötbeinchen.

      Nach dem Einbau der neuen Speicherbatterie kannst Du die Systemkarte mit den Factory Einstellungen wieder neu einladen.
      Oder eine Backupkopie der vorherigen Daten-/Einstellungen einladen.

      Bei der GC-8 ist leider kein einfacher Zugriff via MIDI-Sysex möglich.
      Ein kompletter DUMP soll gem. Handbuch aber machbar sein.
      Vielleicht gibt es hier ja einen ausgefuchsten Programmierer, welcher sich diesem Problem annimmt…

      Bei einer Speicherkarte hast Du recht, diese kann nach dem Batteiewechsel via GC-8 wieder mit den alten Daten beschrieben werden.
      Sofern die Daten noch vorhanden sind (vorher gesichert), ansonsten ist alles weg!

      • Profilbild
        swissdoc  RED

        Im den Service Notes ist das Datenformat abgedruck. Leider kann man es im Scan kaum lesen. Aber es sieht sehr kompliziert aus und man braucht einen Handshake. Bisher hat sich offenbar nur der Kollege aus RU diesem Thema gestellt. Er spricht aber direkt mit dem Mainframe und emuliert die Remote. Wobei die wohl auch Midi miteinander sprechen. Dort sind halt zwei Kabel in einem zusammengefasst, aber sonst sieht es im Schaltplan 1:1 wie die Midi-Sachen aus. Gleicher Treiber für das OUT und gleicher Optokoppler für das IN.
         
        Spannend, dass im Gerät dedizierte Chips z.B. für Chorus sind. Ich habe nicht weiter geschaut, aber offenbar ist da nicht alles per Software in einem DSP gelöst, sondern es gibt spezielle Chips, die dann gewisse Dinge in Hardware lösen.
         
        Dennoch, klanglich sehr fein, wenn auch nicht so eine Soundschleuder wie die Lexicons. Eher dezent.

        Demos von mir gibt es im Hallende Hallen Thread bei sequencer.de ab hier:
        https://bit.ly/36uHk5x

    • Profilbild
      toneup  RED

      Danke für den Link, betreffend der Betriebssysteme selbe Situation hier. Selten findet man 2.0 er Karten, aber nie ohne GC-8 und dann zu Apotheker Preisen. Die Frage ist ob die wenigen Programme die nicht geladen werden, den Aufwand wert wären.

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